Beiträge von Lucanouk

    schade, dass du soweit weg wohnst, flauschi :(

    eine kleine ergänzung: die hunde müssen von sich aus schauen, also ohne "schau", schnalzen und sonstiges. man geht alos anfangs ganz stur runde für runde um den kreis herum, bis der erste wirkliche blickkontakt entsteht. handgucken zählt auch nicht.

    klar, beutefangverhalten hat nix mit aggression zu tun, da bin ich voll bei dir.

    aber es sieht aber auch nicht im entferntesten wie aggression aus ;)

    einfach weil beim beutefangverhalten keine aggression im eigentlichen sinne im spiel ist. sondern stattdessen eine hohe, spannungsgeladene, eher freudige erregung.

    nach der beschreibung dieses hundes geht dieser allerdings nicht jagdlich motiviert auf die anderen hunde zu (glücklicherweise!!!), sondern fixiert diese und bedrängt sie, fletscht die zähne und droht, zeigt also sehr klar, wie auch immer motiviertes, aggressionsverhalten.

    Zitat

    Dieser Hund ist natürlich hochgefährlich für andere Hunde und muss davon unbedingt abgebracht werden, ist aber nicht zwangsläufig agressiv in dem Sinne wie man sie im allgemeinen vesteht.

    ich weiß, was du meinst. es gibt viele menschen, die denken, dass aggression eine permanente und immer hervortretende grundeigenschaft eines hundes sei.

    "diese und jener hund ist immer aggressiv."

    das ist natürlich bullshit.

    aber deshalb aggressionen wegzudiskutieren, wenn sie situativ nun einmal ausgelebt werden, ist auch nicht korrekt, oder?

    ich weiß, was du sagen möchtest, wir menschen bekommen von klein auf beigebracht, dass aggressionen böse sind und ein aggressiv interagierendes wesen boshaft sei.

    ein verhalten eines lebewesens wird immer sofort als feste charaktereigenschaft angesehen, womöglich sogar als alleinige. und das ist natürlich quatsch.

    und dagegen möchtest du dich aussprechen, richtig?

    aber aggressives verhalten steckt in jedem hund, sollte es zumindest. und jeder hund, wenn er gesund und munter, sowie gut sozialisiert ist, ist fähig aggressiv zu kommunizieren.

    und dieser hund verhält sich nun einmal in dieser beschriebenen situation aggressiv (und nicht freundlich, submissiv oder gar jagdlich motiviert) und er versucht in diesem moment auch über den anderen zu verfügen (engt ihn ein etc.), versucht ihn also zu dominieren.

    deswegen ist dieser hund nicht allgemein aggressiv und auch nicht allgemein dominant. es kommt eben immer auf das gegenüber an ;)

    welches individuum ist das schon?

    Zitat

    Die Intelligenz des Menschen ist doch eine andere als die des Hundes.
    Darauf wollte ich hinaus, ein Hund denkt und plant nicht wie ein Mensch.

    natürlich besitzt ein hund eine anders geartete intelligenz als der mensch. die unterschiede sind hier jedoch graduell und nicht grundsätzlich. d.h. planvolles handeln ist durchaus canidentypisch, schließlich ist ein hund ein säugetier. aber in welchem maße ein hund plant, auf welche art und wie weit diese planung geht ist natürlich anders gestaltet als das menschliche planvolle handeln. aber grundsätzlich können sie in ihrem jeweiligen rahmen planvoll handeln.

    diese graduellen unterschiede kannst du auch zwischen verschiedenen menschen finden.

    sie sind abhängig vom intellekt, von der genetik (jede säugetierart hat hier einfach verschiedene ausrichtungen und möglichkeiten) von den interessen und vom lebensraum. ein afrikanischer buschmann wird auch kein hochhaus planen können. und ein hochglanzmodel wird auch nicht von jetzt auf gleich eine antilopenjagd kalkulieren können.

    oder um mal wieder beim thema zu bleiben: so selbstverständlich wie hundemütter das erlernen wichtiger signale bei ihren babies planen, so schwer fällt es den meisten menschen, die erziehung ihres eigenen kindes zu planen und durchzuführen ;)

    es ist also nicht nur so, dass hunde in allen kongnitionsbereichen uns gegenüber eingeschränkt sind. im gegenteil: wir können einiges von ihnen lernen.

    aber o.k., back to topic, falls es diese noch gibt.

    Zitat

    Das Problem bei "Agression" ist halt, dass es häufig gar keine ist.

    aggression: lateinisch aggressiō vom deponens aggredī, „heranschreiten“, „sich nähern“, „angreifen“

    fixieren, drohverhalten u.a. sind aggressive kommunikation, sprich: aggression. nicht mehr und nicht weniger.

    aggression ist erst einmal eine natürliche verhaltensweise und genau wie dominanz (als beziehungskennzeichnender aspekt) gibt es nun einmal auch aggression.

    warum wird sich um dieses wort so gewunden?

    das beschriebene verhalten nicht als aggressionsverhalten einzustufen finde ich ziemlich merkwürdig.

    die gründe für aggressionen jedoch sind vielfältig und bestimmen im endeffekt das weitere vorgehen des hundehalters.

    ob aggression aus frust, ressourcenverteidigung, deprivationsschäden, fehlender beschäftigung, unerzogenheit, angst, oder, oder, oder...es ist und bleibt aggression (das lässt sich nicht wegdiskutieren.), ob nun defensiv oder offensiv.

    und so, wie es hier geschildert wird, hört sich nach offensiver aggression an, schließlich geht der hund gezielt auf andere hunde zu.

    amanite, ich empfehle dir einen trainer aufzusuchen, der fit in verhaltensbiologie ist und weder irgendwelche wörter nicht in den mund nimmt (wie z.b. aggression oder dominanz, führung etc.) noch diese permanent gebetsmühlenartig wiederholt.

    jemand, der wirklich erfahrung mit hunden hat, die dazu neigen, andere hunde stark kontrollieren zu wollen und keine starre methode fährt. jemand, der erfahrungen mit hundeverhalten hat, vielleicht jemand, der auch gassigänger ist udn somit fit im beobachten udn rechtzeitigen unterbrechen von aggressionsverhalten ist (ein zu frühes unterbrechen ist ebenso schädlich, wie ein zu spätes).

    schau dir denjenigen und seine arbeit sehr gut an. ich würde an deiner stelle sehr schnell handeln, bevor sich das verhalten immer mehr etabliert.

    Zitat

    Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen:

    Lucanouk und Schopenhauer, meint ihr, der Dalmatiner tobte mit den Kindern und dachte sich:

    "Ich werde jetzt die Kinder anrammeln, mal sehen, wen ich damit ärgern kann."

    Nein, ich glaube nicht, dass ein Hund diesen Gedankengang vorweg (Plan) hat, der macht das zunächst einfach, aus welcher Motivation heraus (ob nun Stress - oder tatsächlich sexuell begründet) auch immer.

    was sich der hund dachte werden wir niemals erfahren. um eine situation auch nur ansatzweise deuten zu können, müssten wir als allererstes mal dabeisein und alles in ruhe anschauen, den kontext sehen, vielleicht situationen auf video aufnehmen. erst dann können wir darüber nachdenken, warum der hund sich so verhält.

    aber grundsätzlich sind hunde in der lage auch planvoll zu denken. ich geb dir mal ein beispiel:

    bis hundewelpen ca. 6 wochen alt sind (bei wölfen passiert dies etwas später) haben sie innerhalb ihrer familie relative narrenfreiheit, sie dürfen sich unendlich viel rausnehmen und werden selten korrigiert. es wird eher mit ignoranz und viel nachsicht erzogen. aber das scheint sich um die sechste woche schlagartig zu verändern. was die hundemütter und -tanten hier veranstalten ist extrem spannend, wenn man hündsche kognition bewerten möchte.

    eine tante bringt ein spielzeug. sie legt es vor den welpen hin und wartet, bis sich ein welpe zu nahe heran wagt. sie droht und reagiert, falls dieses drohen ignoriert wird mit einem klaren und auch gerne sehr heftigen abbruch (schnauzengriff, auf den boden stuken usw.). sie erteilt direkt eine lehrstunde zum thema "abbruchsignale". wenn das kein planmäßiges handeln ist, was ist es dann?

    sie hat ein ziel vor augen, nämlich das ihr spößling erlernt, was das drohen heißen soll.

    das ist canidentypisch.

    ne andere situation, die ich in einem video von angelika lanzerath beobachten durfte: die althündin lag auf dem boden und ließ sich geduldig von ihrem halbjährigen sprössling beknabbern. dieses spiel wurde immer wilder und wilder. schließlich nervte der kerl so sehr, dass sie ihn mit einem abbruchsignal, welches sehr sachte ausgeführt wurde ausbremsen wollte. er verstand es jedoch nicht so recht. und was tat sie? sie ging wieder an die gleiche stelle, legte sich noch einmal genauso hin, wartete auf ihn, ließ ihn wieder die grenze überschreiten und brach ihn dann klar ab.

    hunden planvolles handeln abzusprechen finde ich sehr weit aus dem fenster gelehnt, ohne hier jemandem zu nahe treten zu wollen.

    ähnlich ist es auch mit dem erlernen von traditionellem jagdverhalten: die mütter bringen ihren welpen übungsobjekte und steigern den schwierigkeitsgrad peu a peu.

    Zitat

    Kein Rettungshund, kein Lawinensuchhund wurde als solches geboren, alle wurden sie ausgebildet und seine Lernfähigkeit und Instinkte genutzt, durch Konditionierung.

    und kein mensch wurde als wissenschaftler, lehrer oder hundetrainer geboren. bei unserer geburt besitzen wir auch nur reflexe, nichts weiter. alles andere müssen auch wir erlernen. auch hierfür brauchen wir ausbildung, sozialpartner und vorbilder, sowie eine anregende lernumwelt.

    was ist nun der unterschied?

    Zitat

    Ein Hund denkt nicht:
    "Oh ich berammel eben die Kids, mal schauen, was passiert....
    Wenn er das zum ersten Mal macht, ist es instinktives Handeln, je nach Reaktion des Halters kann daraus auch eine erlernte Verhaltenskette resultieren, logisch.

    natürlich denken auch hunde "mal schauen, was passiert..." ebenso, wie es kleine kinder tun. wenn ein kind das erste mal in seine eigene windel fasst, passiert genau das "mal schauen, was passiert, mal sehen, was das ist"

    instinktiv daran ist nur der natürliche entdeckerdrand, den säugetiere nun einmal haben.

    Zitat

    Hund rammelt die Kinder an und als Belohnung bekommt er Aufmerksamkeit (Spiel, Streicheleinheiten oder sonst was).

    läuft bei uns menschen lerntechnisch haargenau gleich ab.

    alles verhalten (bis auf reflexverhalten/instinktiv gesteuertes verhalten) ist erlernt.

    das reiz-reaktions-schema eben.

    unser verhalten ist genauso erlerntes verhalten, wo siehst du den unterschied?

    und auch grenzen austesten ist ein natürliches verhalten (bei mensch und tier), welches als ziel die exploration hat. nicht mehr und nicht weniger. kinder testen grenzen, erwachsene testen grenzen. welpen testen grenzen, erwachsene hunde testen grenzen.

    sie tun es bewusst und teilweise sehr zielgerichtet.

    und auch sehr gerne, um herauszufinden, wie weit sie explorieren dürfen. das ist ein natürliches und gesundes verhalten. gesund ist hier aber auch das klare setzen von grenzen, wobei ich ein aus-dersituation-holen in einigen fällen absolut ausreichend finde. wenn die kinder sehr wild mit dem hund spielen, müssen auch sie, meiner meinung nach, im spiel gelenkt werden. umgangsformen mit hunden sollten von klein auf erlernt werden. und wenn ich merken würde, es wird wirklich zu viel für meinen hund (oder auch für die kinder) müssen die gestressten bzw. überforderten die stuation für einen moment verlassen.

    ich kann mir schon vorstellen, dass das aufreiten eine vermischen von funktionskreisen ist, wahrscheinlich ist eine stressbedingte übersprungsreaktion.

    in dem fall: situation und die beteiligten runterfahren, den hund für einen moment rausnehmen und den kindern zeigen, wie man mit hunden spielt.

    das spiel zwischen hund und kind sollte, meiner meinung nach, immer noch vom erwachsenen menschen gelenkt bzw, auch angeleitet werden.

    eventuell jedoch kann es auch eine maßregelung der kinder sein, das wissen wir einfach nicht. hier wäre meiner meinung nach eine sehr scharfe grenzziehung angebracht, sprich: ein klarer abbruch der verhaltensweisen des hundes, durchaus mit so, dass er versteht, dass es so nicht geht.

    hier aus der ferne irgendwelche ratschläge zum thema zu geben halte ich jedoch eigentlich für grob fahrlässig, da wir nicht wissen, was sich zwischen den kindern und dem hund in dieser situation und auch im kontext abspielt.

    ich wundere mich schon, wie das spiel zwischen allen so gestaltet sein kann, dass ein mehrfaches aufreiten überhaupt möglich gemacht wird, gerade bei einem hund mit zweifelhafter vorgeschichte. das kann bös ins auge gehen.

    und gerade deshalb kann ich nur eins empfehlen: fachmann draufschauen lassen und dann weitersehen.

    ich hab auch erst nach der hts-dvd longiert und für mich persönlich festgestellt, dass es nicht unbedingt für jeden hundetyp geeignet ist. mit hütehunden mit viel will-to-please in richtung adrenalingesteuerter-typ funktioniert es sicherlich sehr gut, weil sie darauf ausgelegt sind, druck auszuhalten und diesen positiv zu nutzen, auch ohne sofortige bestätigung. hunde, die eher schwer motivierbar sind und mit druck schlechter umgehen können (z.b. windhunde) sagen schon eher mal "du, mach alleine, o.k.?"

    anouks reaktion auf diese art zu longieren brachte mich dann schon arg ins grübeln.

    nach dem ersten "raus" war sie völlig verunsichert und hatte einfach keine böcke mehr. auch bei anderen hunden, die ich kenne, sah ich genau diese reaktion.

    vor ein paar wochen hatte ich dann ein longierseminar nach der baumann-methode. und mittlerweile rast anouk hoch motiviert und mich freudig angrinsend um den kreis :D

    auch mit luca arbeite ich persönlich mittlerweile so.

    und eine freundin von mir hat einen ebenfalls eher schwer zu motivierenden hund (whippet-mix). wir haben es gemeinsam auch nach der baumann-methode aufgebaut und ich finde, es klappt wunderbar.

    ich denke, dass das positive feedback für hunde unheimlich wichtig ist.

    leute, back to topic, so helft ihr niemandem!

    hierzu möchte ich allerdings mal kurz was sagen:

    Zitat


    Hunde planen und denken nicht, sie handeln instinktiv.

    leo, ich möchte dich nicht angreifen, aber: ich kann nicht glauben, dass irgendjemand, der sich intensiv mit hunden beschäftigt so etwas behauptet.

    das hunde (sogar planend und vorrausschauend) denken können ist mittlerweile erwiesen.
    hunde können auf verschiedene arten lernen, ihre instinkte spielen sicherlich eine größere rolle als unsere aber sie sind bei weitem nicht alles.

    hunde können konditioniert werden, klassisch, so wie operant, sie lernen am modell durch beobachten. hundeartige tradieren, entwickeln (angepasst an ihren lebensraum) verschiedene individuelle überlebensstrategien (z.b. verschiedene jagdtaktiken) und sind in der lage diese zu kommunizieren. sie können sich hervorragend in ihr gegenüber hinein versetzen und auch mit artfremden wesen kommunizieren.

    sie übernehmen rollen und aufgaben und können, je nach lebenssituation auch über sich hinauswachsen. sie sind in der lage kreative lösungen zu entwickeln und sich an völlig neue lebensräume anzupassen.

    hunde können sogar täuschungsmanover kreieren, eine fähigkeit, die sehr kreativ ist.

    um das zu können reicht ein instinktives handeln alleine definitiv nicht aus.

    wollte ich nur mal loswerden.

    oh mann bin ich froh, dass ihr das geschafft habt! ich hatte, wie viele andere auch, ein wenig angst, diesen thread zu öffnen. doch ich weiß auch aus eigener erfahrung, dass manchmal, gerade bei mysteriösen krankheiten noch wunder geschehen können. schließlich empfahl uns unser eigener tierarzt bei unserer damals neunjährigen kessy eine einschläferung aufgrund einer heftigen anämie...naja, was soll ich sagen? sie hat sie überstanden und ist fast achtzehn jahre alt geworden.

    ich freu mich für euch, dass ihr jetzt wieder einen lösungsansatz habt und hoffe, dass pepper alles gut wegsteckt. allein die tatasache, dass sie in einem solchen zustand die narkose überstehen konnte spricht doch für sich.

    toll, dass du so für sie kämpfst!

    hier werden weiterhin alle daumen und pfoten gedrückt.