das kind tut mir furchtbar leid und ich hoffe es werden keine seelischen und physischen narben zurückbleiben nach diesem vorfall.
ich würde mich freuen, wenn wir erfahren könnten, wie es dem kind und auch dem hund geht.
auch wenn es für alle beteiligten furchtbar gelaufen ist: keiner von uns war dabei!
wir wissen nicht, was genau zwischen hund und kind gelaufen ist, wie stark zugebissen wurde und was vorher passiert ist.
es kann alles sein, vom abschnapper über den schnauzengriff, der bei zarter kinderhaut leider mühelos verletzungen verursacht bis hin zum beschädigungsbiss (obwohl ich das nach der schilderung eher nicht vermute).
über eine gesteigerte gefährlichkeit eines alten, eventuell auch verunsicherten hundes anhand eines kurzberichtes zu spekulieren steht uns einfach nicht zu.
grundsätzlich zu sagen, dass man seinen hund, wenn er jemals ein kind beißen würde, einfach und sofort weggeben würde, zeigt mir, dass hier einige user ihren hund nicht als das sehen, was er eben ist: ein wehrhafter nachfahre des wolfes, der seine zähne nicht nur zierde trägt.
gesunde und gut sozialisierte hunde sind in der lage zu kommunizieren. und zu jeder kommunikation gehört auch aggressive kommunikation. diese ist je nach reizlage sehr unterschiedlich: drohen (knurren, zähne fletschen etc.), abschnappen und schließlich auch zubeißen. all das kann jeder hund, vom chihuahua bis zur bordeauxdogge.
jeder hund hat irgendwo seine persönliche grenze und diese kann sich auch, gerade im alter, empfindlich verschieben.
hier heißt es seinen hund und auch die kinder gut im auge zu haben, brenzlige situationen zu erkennen und dementsprechend zu handeln. und das sollte jeder hh tun. wenn man es nicht kann, kann man sich immernoch hilfe suchen.
wieso muss ein hund fehler des menschen (wie z.b. eine totale vermenschlichung) ausbaden?
an alle, die den hund sofort weggeben würden: habt ihr schon einmal alte hunde erlebt, deren sinne schwinden?
meine geliebte kessy war damals durch ihre demenz, taubheit und blindheit so sehr verunsichert, dass sie nach jedem schnappte, der sich ihr zu schnell näherte. verletzungen gab es nie, was jedoch an ihrer fehlenden koordination und auch der fehlenden kraft lag.
sie war keinesfalls und in kleinster weise "bösartig", war immer eine seele von hund gewesen. doch sie war sehr schreckhaft und deshalb hieß es für uns, sie vor menschen zu schützen, die sich für sie unberechenbar verhielten.
unberechenbar war sie selbst keinesfalls. wir wussten, wann sie sich so verhielt und damit war es gut. niemals hätten wir unsere maus deshalb weggeben oder gar eingeschläfert (leider mussten wir sie doch irgendwann gehen lassen, weil sie sich nur noch quälte).
nach der logik einiger hier, hätten man sie weggeben sollen... :/
bei alten hunden heißt es vorsorgen und sie vor schrecksituationen schützen, damit weder sie noch andere zu schaden kommen.
den schwarzen peter dem tier zuzuschieben, weil man selbst nicht genug aufgepasst hat finde ich mehr als schwach.
würde mein hund ein kind verletzen würde ich ebenfalls alles daran setzen, dass das nie mehr passiert: ich würde die situation analysieren, meinen hund gesundheitlich durchchecken und mir sofort hilfe holen. aber ich würde meinen hund deshalb nicht weggeben und, mal abgesehen von einem einem bösartigen tumor im gehirn, der inoperabel ist u.ä., auch nicht einschläfern.
mir fällt in solchen diskussionen immer wieder auf, dass diejenigen, die gebrauchshunderassen oder auch eher schwierige hunde führen, immernoch diejenigen sind, die ihre hunde als hunde mit einem, je nach individuum, sehr variierendem aggressionspotential sehen können.
und ich denke, das genau bei diesen menschen die wahrscheinlichkeit viel geringer (natürlich gibt es auch bei diesen leuten ein restrisiko) ist, dass ein kind gebissen wird: weil sie wissen, das jeder hund beißen kann.