Beiträge von Lucanouk

    hey, ich bin wirklich die allerletzte, die hunde dick sehen will ;)

    aber ein ridgeback ist nun einmal anders gebaut als ein pointer. ich kenne mehrere ridgebacks und ich finde es immer wieder erstaunlich, wie schwer sie gebaut sind, was selbst ein schlanker ridgeback wiegt.

    sagt auch keiner, dass hunde menschen sind. aber auch als mensch nehme ich es mir nicht heraus zu entscheiden, wer es mehr verdient hätte zu leben bzw. ob das leid eines kindes schlimmer ist als das leid eines hundes.

    und eine subjektive einschätzung bzw. bewertung als allgemeingültige einschätzung zu sehen kann ich nicht nachvollziehen.

    aber das ist ja auch nicht die diskussion, oder? fakt ist: das sollte sich keinesfalls wiederholen. und um das zu verhindern muss man weder den wert verschiedener lebewesen diskutieren, noch verschiedenes leid miteinander vergleichen. denn das kann man sowieso nicht, leid und schmerz sind absolut subjektiv.

    Zitat

    aber uns muss auch bewusst sein, dass 2 oder 5 hundejahre nichts sind gegen das für ein leben lang entstellte gesicht eines kindes.

    wer entscheidet das? aus welcher perspektive gesehen? aus der perspektive des kindes sicherlich, aber aus der perspektive des hundes sieht es genau andersrum aus.

    ich möchte ein entstelltes kindergesicht um gottes willen nicht bagatellisieren, das liegt mir absolut fern...ich liebe kinder, deshalb bin ich ja auch erzieherin.

    aber gerade, wenn es um solche bewertungen geht, kommt es immer wieder auf die sichtweise an.

    ich bin veganerin ;)

    und deshalb würde ich im leben nicht darüber entscheiden wollen, welches leben jetzt nun wertvoller/wichtiger ist als das andere. das steht uns menschen, in meinen augen gar nicht zu.

    für den hund selbst ist das eigene leben genauso viel wert wie für das kind selbst.

    eine häufige ursache für verletzungen im gesichtsbereich von kindern ist leider dieser schnauzengriff (obwohl ich in dieser situation doch eher an ein erschrecktes abschnappen glaube, denn wozu sollte dieser hund das kind maßregeln wollen?).

    immernoch denken hundehalter, dass das kind statustechnisch dem hund überlegen sei, "im rang über ihm stünde".

    immernoch denken hundehalter, dass hunde, die knurren bösartig seien und diszipliniert werden müssten.

    was viele hh nicht wissen: in einem funktionierenden rudel haben welpen eine sonderstellung, bis sie (bei hunden) sechs wochen alt sind. dann werden sie von allen familiemitgliedern (bei primaten sehr unüblich) gemaßregelt, egal, ob die familienmitglieder im status unter den eltern stehen oder nicht. der "rangniedrigste" hund darf die welpen des "ranghöchsten" erziehen. das ist so, ob wir es nun wahrhaben wollen oder nicht.

    alle erziehen kräftig mit, das ist das normalste der welt.
    nur leider wissen hunde nicht, was ihre zähne mit einem kleinkind in einer solchen situation anstellen könnten. das können sie nicht erahnen, sie wissen nicht, wie dünn die haut von kindern ist.

    Zitat

    immernoch denken hundehalter, dass das kind statustechnisch dem hund überlegen sei, "im rang über ihm stünde".

    immernoch denken hundehalter, dass hunde, die knurren bösartig seien und diszipliniert werden müssten.

    genau dieses denken führt dazu, dass kinder immer wieder von hunden verletzt werden.

    das kind tut mir furchtbar leid und ich hoffe es werden keine seelischen und physischen narben zurückbleiben nach diesem vorfall.

    ich würde mich freuen, wenn wir erfahren könnten, wie es dem kind und auch dem hund geht.

    auch wenn es für alle beteiligten furchtbar gelaufen ist: keiner von uns war dabei!

    wir wissen nicht, was genau zwischen hund und kind gelaufen ist, wie stark zugebissen wurde und was vorher passiert ist.

    es kann alles sein, vom abschnapper über den schnauzengriff, der bei zarter kinderhaut leider mühelos verletzungen verursacht bis hin zum beschädigungsbiss (obwohl ich das nach der schilderung eher nicht vermute).

    über eine gesteigerte gefährlichkeit eines alten, eventuell auch verunsicherten hundes anhand eines kurzberichtes zu spekulieren steht uns einfach nicht zu.

    grundsätzlich zu sagen, dass man seinen hund, wenn er jemals ein kind beißen würde, einfach und sofort weggeben würde, zeigt mir, dass hier einige user ihren hund nicht als das sehen, was er eben ist: ein wehrhafter nachfahre des wolfes, der seine zähne nicht nur zierde trägt.

    gesunde und gut sozialisierte hunde sind in der lage zu kommunizieren. und zu jeder kommunikation gehört auch aggressive kommunikation. diese ist je nach reizlage sehr unterschiedlich: drohen (knurren, zähne fletschen etc.), abschnappen und schließlich auch zubeißen. all das kann jeder hund, vom chihuahua bis zur bordeauxdogge.

    jeder hund hat irgendwo seine persönliche grenze und diese kann sich auch, gerade im alter, empfindlich verschieben.

    hier heißt es seinen hund und auch die kinder gut im auge zu haben, brenzlige situationen zu erkennen und dementsprechend zu handeln. und das sollte jeder hh tun. wenn man es nicht kann, kann man sich immernoch hilfe suchen.

    wieso muss ein hund fehler des menschen (wie z.b. eine totale vermenschlichung) ausbaden?

    an alle, die den hund sofort weggeben würden: habt ihr schon einmal alte hunde erlebt, deren sinne schwinden?

    meine geliebte kessy war damals durch ihre demenz, taubheit und blindheit so sehr verunsichert, dass sie nach jedem schnappte, der sich ihr zu schnell näherte. verletzungen gab es nie, was jedoch an ihrer fehlenden koordination und auch der fehlenden kraft lag.

    sie war keinesfalls und in kleinster weise "bösartig", war immer eine seele von hund gewesen. doch sie war sehr schreckhaft und deshalb hieß es für uns, sie vor menschen zu schützen, die sich für sie unberechenbar verhielten.

    unberechenbar war sie selbst keinesfalls. wir wussten, wann sie sich so verhielt und damit war es gut. niemals hätten wir unsere maus deshalb weggeben oder gar eingeschläfert (leider mussten wir sie doch irgendwann gehen lassen, weil sie sich nur noch quälte).

    nach der logik einiger hier, hätten man sie weggeben sollen... :/

    bei alten hunden heißt es vorsorgen und sie vor schrecksituationen schützen, damit weder sie noch andere zu schaden kommen.

    den schwarzen peter dem tier zuzuschieben, weil man selbst nicht genug aufgepasst hat finde ich mehr als schwach.

    würde mein hund ein kind verletzen würde ich ebenfalls alles daran setzen, dass das nie mehr passiert: ich würde die situation analysieren, meinen hund gesundheitlich durchchecken und mir sofort hilfe holen. aber ich würde meinen hund deshalb nicht weggeben und, mal abgesehen von einem einem bösartigen tumor im gehirn, der inoperabel ist u.ä., auch nicht einschläfern.

    mir fällt in solchen diskussionen immer wieder auf, dass diejenigen, die gebrauchshunderassen oder auch eher schwierige hunde führen, immernoch diejenigen sind, die ihre hunde als hunde mit einem, je nach individuum, sehr variierendem aggressionspotential sehen können.

    und ich denke, das genau bei diesen menschen die wahrscheinlichkeit viel geringer (natürlich gibt es auch bei diesen leuten ein restrisiko) ist, dass ein kind gebissen wird: weil sie wissen, das jeder hund beißen kann.

    sehr gut geschrieben :gut:

    Zitat

    Danke für die Erklärungen. Krambambuli, mein Hund ist von Anfang an so geschlichen, noch bevor ich ihn überhaupt mal aus dem Kreis schicken musste. Und er ist wirklich das Gegenteil von lahmarschig normalerweise

    ich denke eventuell hat ihn auch deine körpersprache, dieses nicht-anschauen arg verunsichert. ist bei meinen beiden jedenfalls so. hinzu kommt das fehlende positive feedback, es kommt beim hund nur "falsch, falsch, falsch" an, wenn er nur rausgeschickt wird. finde ich mittlerweile nicht mehr so prickelnd. ich denke, es ist wirklich wichtig, hunden auch ein positives feedback zu geben.

    Zitat

    Ich weiß eigentlich nicht warum alle so wild auf Geschwindigkeit sind, schnell werden die eher temperamentvollen Hunde von alleine.
    Rennen ist für viele Hunde selbstbestätigend, daher würde ich mehr auf Korrektheit achten, mehr die langsamen Gangarten fördern.
    Ic hab viel mehr Probleme meine Tölen einzubremsen, laufen können die.
    Also je nach Hund eben mehr die Bereiche fördern, die dem Hund Probleme machen, beim Mali der Schritt, beim Bernhardiner eher den Galopp

    supergut geschrieben!!! genauso individuell sollte man es machen.

    zossel, gansloßer ist immer jut :gut:

    sinaline, es gibt keinen explizierten beutetrieb, sondern ein beutefangverhalten...aber ich weiß, was du meinst. das packen und töten ist zwar von manchmal von knurrlauten begleitet, aber aggressiv sieht es meiner meinung nach nicht aus.

    und ich denke, das sehen ethologen genauso.

    ich habe noch nie beim beuteschütteln gefletschte zähne verbunden mit einer "zornesfalte" über den augen, eventuell mit gesträubtem fell beobachtet.

    sondern eher ein lustvoll betontes schütteln. auch löwen und tiger sehen, meiner meinung nach, kein stück aggressiv aus, wenn sie die beute töten. bei wölfen konnte ich das auch nicht beobachten. die aggressive kommunikation geht allerdings manchmal los, wenn einige individuen anderen die beute streitig machen.

    dann ist es aber ressourcenverteidigung.


    Zitat

    aber er war früher alleinhund bei uns und da hat er sich nicht so arg penentrant verhalten. er hat andere hunde erstmal ganz normal begrüßt und dann kam es vielleicht mal bei dem ein oder anderen zu diesem verhalten.
    die hundetrainerin damals hat mich ja aber schon darauf hingewiesen, dass es bei ihm auffällig ist. und damals hatten wir die zweithündin noch nicht.

    amanite, ich könnte mir vorstellen, dass deine trainerin früher veraltensweisen im ansatz erkannt hat, die für dich vielleicht noch nicht ersichtlich waren. was hat sie dir geraten? wie soltest du vorgehen?

    ich würde an deiner stelle auf jeden fall mit den leuten aus der hundepension reden und sie um hilfe fragen. vielleicht kannst du einiges von ihnen lernen und erfährst so, wie du deinen rüden wieder besser in konfliktsituationen anleiten kannst.

    schirmt er die hündin eigentlich von anderen rüden so richtig ab?