Beiträge von Lucanouk

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    Aber wenn wir jetzt schon von den Bj reden, so bezweifle ich nicht, dass das eine deutliche Einschränkung im Lebe eines Hundes darstellt, aber wie sieht das mit extremem Jagdverhalten aus?
    Ich kenne einen Setter der sobald er draußen war nur noch am scannen war und bei jeder Amsel kreischend in der Leine stand.
    Ich kenne Hunde die Minuten lang nicht ansprechbar sind nach Katzensichtung und scannen innerhalb der Siedlung nur noch.
    Was ist mit diesen Hunden? Ist das nicht auch eine Art Sucht?

    definitiv...ich weiß auch nicht, ob es heute noch so wichtig ist hunde auf so extremes jagdverhalten zu selektieren.

    ist schon heftig, wie stark der mensch gott spielt. ist genauso schlimm, wie gebrauchshunde zu erschaffen, die alles um sich herum hassen. find ich auch bedenklich.

    anouk z.b. ist durch ihr jagdverhalten (ist halt auch so ne jagdmaschine) deutlich eingeschränkt und ich denke, dass sie darunter auch leidet :/


    ich würde einen hund wie sie definitiv nicht weiter vermehren.

    auch hounds, die nur zur schleppjagd von der leine kommen führen ja doch ein on/off-keben, oder?

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    Jo, die Frage ist wie. Frag mal nen italienischen Trialsettermenschen wie die Hunde auf Distanz kontrollierbar gemacht werden. Die lachen dich aus, wenn sie hören, dass hier die elektrische Fernbedienung verboten ist.

    ja, das ist das, was keiner hören will. aber genauso ist es....erst werden diese hunde zu dem gemacht, was sie sind: zu jagdmaschinen, die nix anderes im leben so wichtig finden, wie das jagen. und dann wird der tacker angestellt. es ist wirklich traurig.

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    Ich kompensiere auch zweimal täglich meine Minderwertigkeitskomplexe, indem meine versklavten Köterchen auf mein "Nimm's" warten müssen. :ugly: Schlimmer noch, ich lebe meine Machtgelüste aus, indem ich ihnen immer (!) den Zutritt zur Küche verwehre! :verzweifelt:

    Wie jeder einfühlsame und verständnisvolle HH erkennt, sind meine Gründe mehr als fadenscheinig und nur vorgeschoben, um meine Machtgeilheit zu verbergen:
    - Ich will in der Küche keine Hunde unter den Füssen haben, und keinen Hundesabber am Boden als Gleitmittel
    - Ich finde Rituale und Selbstdisziplin in der Hundeerziehung äusserst hilfreich, und die Fütterung bietet ohne jeden Aufwand gute Gelegenheiten dafür. Und ich will das Futter hinstellen können, ohne gierige Spanielschnuten und Sabberfäden abzuwehren. Auch gelegentliche Dogsitter sollten füttern können, ohne sich als Raubtierdompteur zu fühlen. :roll:

    :lachtot: :lachtot:

    wie gesagt, ich habe mich im anderen thread auch gefragt, warum einige user das alles so furchtbar finden, aber dann teilweise sogar handfütterung praktizieren...leute, es geht doch nciht darum, den hund zu unterdrücken, sondern nur ruhe und klarheit in eine sonst eventuell stressige situation (gerade in mehrhundehaushalten) zu bringen, sowie die frustrationstoleranz ein wenig zu schulen. das sollte, wenn man es richtig macht, keinem hund schaden.

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    Das hat vor allem was mit der genetischen Veranlagung zu tun. Es gibt sichtlaute, spurlaute und standlaute Hunde. Das sind nicht alles Nervenbündel, sondern Hunde die auf Wild unterschiedlich reagieren und entsprechend für den jeweiligen Einsatzzweck züchterisch selektiert wurden. Das "laute" Jagen ist also gewünscht. Das lässt sich auch nicht andressieren oder durch zuviel Bällchenwerfen erzeugen. Ebenso sieht es z.B. mit der Raubwildschärfe aus - entweder ein Hund geht instinktiv und ohne Rücksicht auf Verluste auf Katzen, Marder und Co oder er wird ab einem bestimmten Punkt doch lieber ablassen.

    genau das wollte ich auch gerade sagen ;)

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    Kleinteil dagegen hat keinen brauchbaren Beutetrieb. Und da ich gerne über Beute ausbilde, ist sie nicht anders aufgezogen worden als alle anderen. Sie findet Spielzeug blöde. Mal zerren, mal einem Ball nach, ok, aber bitte nicht zu oft und schon gar nicht als Belohnung für irgendetwas.
    Das Biest jagt. Ständig scannt sie die Umgebung ab, ständig schaut sie nach "gewinnbringenden" Deckungen, ständig stöbert sie Spuren nach, sie hetzt gnadenlos und wenn sie blutend und humpelnd zurück kommt. :hust:

    Keiner meiner "Beutehunde" war bisher so jagdbegeistert wie Kleinteil, die Ersatzbeute für völlig sinnfrei hält.

    Staffy, Kleinteil ist ein undefinierbarer Mix. Sie hat genau 4 Interessen: Weich, warm und bequem schlafen, fressen, jagen und schwimmen, wobei sie wirklich gerne völlig sinnfrei im Fluß 30 oder 40 Minuten auf der Stelle in der Strömung "steht". Gassi ohne Jagdmöglichkeit, schlechtes Wetter, allg. Bewegung findet sie doof. :lachtot:

    kleinteil und anouk könnten sich gegenseitig die hände schütteln (obwohl das mit dem schwimmen ist nicht gerade anouks hobby), wenn sie welche hätten...genau das meinte ich.
    findet man natürlich eher bei jagdhunden, als bei hüte-/schutzhunden. gebrauchshunde sprechen ja normalerweise wunderbar auf ersatzbeute an und lassen sich damit auch motivieren/belohnen.
    komm mal so nem hund wie kleinteil mit nem spielzeug, selbst ein hasenfelldummy ist da nicht sonderlich interessant, oder? und einen solchen hund, der auch noch laut seine erregung kundtut bekommt man nicht ohne weiteres dazu, ganz ruhig vorzustehen und auf die ersatzbeute zu warten.

    ich denke, das sind einfach zwei verschiedene paar schuhe und ich glaub ich weiß, worauf krambambuli hinauswill. ich denke mal, es geht um die grundsätzliche frage, ob man einen hund, der gerade in der letzten sequenz des beutefangverhaltens völlig aufgeht (wie es eben hütis und andere gebrauchshunderassen gerne tun) mit kontrolliertem beutespiel eher zum jagen erzieht oder einen kontrollierten kanal baut, oder?

    meiner meinung nach war diese frage eine anspielung zur balljunkie-thematik, da hier immer wieder betont wird, dass balljunkies immer unkontrolliert bewegungsreizen hinterherhetzen.

    und das kann man, meiner meinung nach, nicht verallgemeinern.

    ich denke, man kann dobis, malis und co sehr gut mit beutespielen vom jagen abhalten. man kann diese hunde so stark über ersatzbeute ansprechen, dass sie durch gezieltes training für den ballversprechenden abruf jedes reh im wald stehen lassen.

    dadurch werden sie nicht unbedingt jedem bewegungsreiz hinterhetzen. die meisten von ihnen sind auf ihr spielzeug/den helferm/den ball fixiert und gut ist.

    jedoch frage ich mich (wenn man genau diese fixierung enorm auf die spitze treibt, indem man intensiv und permanent mit ersatzbeute als motivation arbeitet), wo die lebensqualität eines hundes ist, der so stark auf ein spielzeug fixiert ist, dass er die umwelt um sich herum komplett ausblendet. ich meine wirklich hunde, die auf normalen spaziergängen nur darauf warten, dass ihr mensch ihr spielzeug herausholt. alle hundesportler, die nicht solche hunde haben: bitte nicht angesprochen fühlen!!

    ich spreche in diesem fall von absoluten junkies, die nicht mehr in der lage sind, sich mit ihrer umwelt auseinanderzusetzen. nicht von hunden, die teilweise über beute gearbeitet werden. das ist schon ein riesengroßer unterschied.

    wenn man es hier schafft, den hund nicht völlig abhängig vom spielzeug zu machen und dieses lediglich als ausbildungshilfe nutzt, ohne dass der hund alles andere ausblendet finde ich das völlig o.k.
    so dass der hund eben trotzdem seine umwelt wahrnimmt, ohne permanent nur seine beute im kopf zu haben (mit anderen hunden oder menschen in kontakt/interaktion treten).

    ich kenne hier z.b. eine pointermixhündin, die zwar nicht jagd, aber sich eben auch für nichts anderes, als für ihren ball interessiert. dieses suchtverhalten zu verstärken finde ich grausam.

    ich hoffe, ihr versteht, was ich meine.

    hysterisch ist luca nicht, ich kenne hysterische hunde ;) nervös im allgemeinen ist er auch nicht, er kann einfach nur shcnell hochfahren.

    er ist einfach nur jemand der in hohen reizlagen von sich aus nicht so einfach runterkommt. dafür hat er ja auch mich.

    natürlich kannst du auch einen b-typen trainieren und alles in kontrolliertere bahnen lenken, das ist völlig klar. aber es ist eine völlig andere herangehensweise und meiner meinung nach um längen schwieriger.

    kommt ja auch immer auf den ursprünglichen zweck der hunde an.

    nen vorsteher wie ein drathi wird sich der hinsicht anders verhalten als ein lauf-/hetzhund, der nur dazu gezüchtet wurde laut hinter dem wild herzurennen, ohne irgendwie auf den reiter hinter ihm zu achten.

    hinzu kommt, dass jäger ihre hunde von klein auf ausbilden...und wenn ein hund eben nicht kontrollierbar am wild ist, ist er (außer die laufhunde bei der schleppjagd oder windhunde bei der hasenjagd) in deutschen landen nicht zur ernsthaften jagd zu gebrauchen (und wird dann eben auch abgegeben/anderweitig entsorgt).

    es ist nun einmal eine ganz andere sache, einen hund auszubilden, dessen ursprünglicher verwendungszweck die völlig eigenständige jagd mit allen sequenzen beinhaltet als einen deutschen vorsteher.

    ich hab ja zwei komplett unterschiedliche hunde. luca ist eher der griffige typ, der auch sehr schnell zum junkietum neigt(a-typ, adrenalingesteuerter stresstyp). ein actiongeladener hund, der sich selbst in höheren reizlagen schwer in den griff bekommt. dadurch nimmt er im training ersatzbeute sehr gut an. das ist schon mal eine sehr gute vorraussetzung, um die kontrolle in höheren reizlagen zu erarbeiten. ich kann mti ihm an der reizangel u.ä. eine sehr gutes vorstehen erarbeiten und klicken. hinzu kommt der malitypische will-to-please, der es einem natürlich noch viel leichter macht zusammen zu "jagen".

    anouk ist ein allgemein sehr ruhiger b-typ (cortisolgesteuerter stresstyp). absolut in sich ruhend und ruhig im allgemeinen, jedoch mutiert sie zum kreischenden zitternden monster, wenn es ums jagen geht. echte beute, wild hat bei ihr priorität nummer eins. da ist der hudn völlig unansprechbar, manchmal reicht nur ein geruch.

    das ist wichtiger als ihre körperliche unversehrtheit, futter, spielzeug, einfach alles.

    dadurch, dass sie eher der nicht-griffige typ bei ersatzbeute ist (für sie sind ersatzbeuteübungen eben wirklich spielerisch dinge) und nur auf echte beute (oder auch ganz klar auf diese superschnellen ferngesteuerten autos) abgeht, ist es sehr schwierig ihr jagen in kontrollierte bahnen zu lenken. hinzu kommt der fehlende will-to-please.
    es ist schwierig ein vorstehen ohne echtes wild zu etablieren, weil sie nur da wirklich ins vorstehen kommt...aber leider nicht mehr ansprechbar ist.

    in sofern würde ich schon sagen, dass griffige gebrauchshunderassen wie dobi, mali und co (und natürlich auch terrier), die sehr auf ersatzbeute abfahren (weil es ihnen mehr ums packen und schütteln geht) und einen hohen will-to-please besitzen, also auch retriever, einfacher am wild in kontrollierbare bahnen gelenkt werden können als laufhunde, die eben spezialisten für dieses eine wild sind. einfach weil sich die situationen leichter stellen und trainieren können und man auch eine sehr gute ersatzbeute als alternative herausgeben kann.

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    Stimmt. ;)
    Ein wenig höher ist Ballum (mit Ferienhäusern) und von dort kann man über den Damm nach Römö.
    Lohnt sich aber auch auf jedenfall etwas nördlicher zu fahren, wo die Strände schöner und breiter werden, sowie Ebbe und Flut nicht so sichtbar. Ist aber natürlich Geschmackssache.

    ja, das ist wirklich geschmackssache...ich steh tierisch auf ebbe und flut und finde es spannend dieses naturschauspiel zu beobachten. das war für mich u.a. ein grund zur nordsee zu fahren. was ich auch ganz gut fand: durch die riesengroßen ebbestreifen waren wir beim spaziergang teilweise ewig weit von den dünen entfernt und konnten somit mit anouk noch entspannter laufen. die dünen sind ja doch verlockender für eine jäger als der olle ebbematsch...

    und da nicht jeder auf ebbematsch steht hatten wir komplett unsere ruhe :D

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    Danke für den tollen, lustigen und abenteuerlichen Bericht.
    Hoffe ihr habt euch von dem Autokontainer erholt. :lol:

    biddebidde...hab ich gern geschrieben. war auch wirklich ein abenteuer. wir haben ja noch eine nacht am stechlinsee in nem feld genächtigt...das war auch ziemlich abgefahren.

    ja, wir mussten uns danach auch wirklich erholen. ich hab ja schon ein großes auto, aber eng war es trotzdem ;)

    also ganz ehrlich...wenn es so furchtbar schlimm für einige von euch ist, den hund ein paar sekunden auf ein auflösekommando warten zu lassen, bis er fressen darf kann ich überhaupt nicht verstehen, wie ihr das mit dem thema "handfütterung", die ja nun wirklich eine ganze ecke heftiger ist, vereinbaren könnt...

    zum thema: ich denke auch, dass es jetzt ganz gut wäre, das futter mit freigabewort einfach hinzustellen, wegzugehen und nach zwanzig minuten kommentarlos abzuräumen. wenn es am anfang nicht gefressen wird könnte man es drei mal am tag anbieten.

    die maus wird das schon überwinden. deinem freund würd eich ordentlich was erzählen.

    ich persönlich würde ein abbruchsignal aversiv einführen und natürlich abseits von reizen für die dieses signal gedacht ist (sonst kann es sehr schnell zu fehlverknüpfungen kommen). hierzu braucht es einen reiz, den der hund interessant findet und eine wirksame möglichkeit das verhalten des hundes sofort abzubrechen (die intensität des aversiven reizes richtet sich sehr stark nach der persönlichkeit des hundes.. für den einen reicht ein aufstampfen beim nein, für den anderen kann es auch ein wurfgeschoss sein). je nach abbruchmedium sollte eventuell auch eine dritte person involviert sein, um das aversive mittel einzusetzen (z.b. bei wurfketten u.ä.).

    dem aversiven reiz muss immer ein signal, dass das verbot ankündigt zuvorkommen (z.b. ein "nein", "äh, äh" oder hey). alles andere wäre unfair.

    dieses wort sollte möglich unbenutzt sein, damit für den hund klar ist, dass genau dieses wort der absolute abbruch ist.

    nach dem abbruch kommt natürlich sofort die bestätigung des verhaltens bzw. eine einforderung mit danach folgender belohnung von einem alternativverhalten (dies möglichst körpernah).

    allerdings empfehle ich solche dinge mit einem trainer zu besprechen, denn gerade mit aversiven methoden kann auch viel schindluder getrieben werden.

    macht man hier etwas falsch (dosis zu stark/zu schwach/zu emotional/fehlverknüpft etc. pp.), kann es sein, dass man sich noch zig andere baustellen erschafft. setzt man einen aversiven reiz jedoch korrekt, hat man ein klares "nein" in der hand, das der hund versteht.

    allerdings würde ich in eurem fall, laid fairy, erst einmal an der unsicherheit deines hundes arbeiten. ihm also die möglichkeit geben, menschen positiv zu erleben und vorrausschauend laufen, ihn also nicht einfach mal im wald vorlaufen lassen, sondern mit schlepp oder ohne in einem klar begrenzten radius führen. und wenn er so reagiert hat er einfach nix vor euch zu suchen, sondern sollte neben/hinter euch bleiben.