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Das hat vor allem was mit der genetischen Veranlagung zu tun. Es gibt sichtlaute, spurlaute und standlaute Hunde. Das sind nicht alles Nervenbündel, sondern Hunde die auf Wild unterschiedlich reagieren und entsprechend für den jeweiligen Einsatzzweck züchterisch selektiert wurden. Das "laute" Jagen ist also gewünscht. Das lässt sich auch nicht andressieren oder durch zuviel Bällchenwerfen erzeugen. Ebenso sieht es z.B. mit der Raubwildschärfe aus - entweder ein Hund geht instinktiv und ohne Rücksicht auf Verluste auf Katzen, Marder und Co oder er wird ab einem bestimmten Punkt doch lieber ablassen.
genau das wollte ich auch gerade sagen 
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Kleinteil dagegen hat keinen brauchbaren Beutetrieb. Und da ich gerne über Beute ausbilde, ist sie nicht anders aufgezogen worden als alle anderen. Sie findet Spielzeug blöde. Mal zerren, mal einem Ball nach, ok, aber bitte nicht zu oft und schon gar nicht als Belohnung für irgendetwas.
Das Biest jagt. Ständig scannt sie die Umgebung ab, ständig schaut sie nach "gewinnbringenden" Deckungen, ständig stöbert sie Spuren nach, sie hetzt gnadenlos und wenn sie blutend und humpelnd zurück kommt. 
Keiner meiner "Beutehunde" war bisher so jagdbegeistert wie Kleinteil, die Ersatzbeute für völlig sinnfrei hält.
Staffy, Kleinteil ist ein undefinierbarer Mix. Sie hat genau 4 Interessen: Weich, warm und bequem schlafen, fressen, jagen und schwimmen, wobei sie wirklich gerne völlig sinnfrei im Fluß 30 oder 40 Minuten auf der Stelle in der Strömung "steht". Gassi ohne Jagdmöglichkeit, schlechtes Wetter, allg. Bewegung findet sie doof. 
kleinteil und anouk könnten sich gegenseitig die hände schütteln (obwohl das mit dem schwimmen ist nicht gerade anouks hobby), wenn sie welche hätten...genau das meinte ich.
findet man natürlich eher bei jagdhunden, als bei hüte-/schutzhunden. gebrauchshunde sprechen ja normalerweise wunderbar auf ersatzbeute an und lassen sich damit auch motivieren/belohnen.
komm mal so nem hund wie kleinteil mit nem spielzeug, selbst ein hasenfelldummy ist da nicht sonderlich interessant, oder? und einen solchen hund, der auch noch laut seine erregung kundtut bekommt man nicht ohne weiteres dazu, ganz ruhig vorzustehen und auf die ersatzbeute zu warten.
ich denke, das sind einfach zwei verschiedene paar schuhe und ich glaub ich weiß, worauf krambambuli hinauswill. ich denke mal, es geht um die grundsätzliche frage, ob man einen hund, der gerade in der letzten sequenz des beutefangverhaltens völlig aufgeht (wie es eben hütis und andere gebrauchshunderassen gerne tun) mit kontrolliertem beutespiel eher zum jagen erzieht oder einen kontrollierten kanal baut, oder?
meiner meinung nach war diese frage eine anspielung zur balljunkie-thematik, da hier immer wieder betont wird, dass balljunkies immer unkontrolliert bewegungsreizen hinterherhetzen.
und das kann man, meiner meinung nach, nicht verallgemeinern.
ich denke, man kann dobis, malis und co sehr gut mit beutespielen vom jagen abhalten. man kann diese hunde so stark über ersatzbeute ansprechen, dass sie durch gezieltes training für den ballversprechenden abruf jedes reh im wald stehen lassen.
dadurch werden sie nicht unbedingt jedem bewegungsreiz hinterhetzen. die meisten von ihnen sind auf ihr spielzeug/den helferm/den ball fixiert und gut ist.
jedoch frage ich mich (wenn man genau diese fixierung enorm auf die spitze treibt, indem man intensiv und permanent mit ersatzbeute als motivation arbeitet), wo die lebensqualität eines hundes ist, der so stark auf ein spielzeug fixiert ist, dass er die umwelt um sich herum komplett ausblendet. ich meine wirklich hunde, die auf normalen spaziergängen nur darauf warten, dass ihr mensch ihr spielzeug herausholt. alle hundesportler, die nicht solche hunde haben: bitte nicht angesprochen fühlen!!
ich spreche in diesem fall von absoluten junkies, die nicht mehr in der lage sind, sich mit ihrer umwelt auseinanderzusetzen. nicht von hunden, die teilweise über beute gearbeitet werden. das ist schon ein riesengroßer unterschied.
wenn man es hier schafft, den hund nicht völlig abhängig vom spielzeug zu machen und dieses lediglich als ausbildungshilfe nutzt, ohne dass der hund alles andere ausblendet finde ich das völlig o.k.
so dass der hund eben trotzdem seine umwelt wahrnimmt, ohne permanent nur seine beute im kopf zu haben (mit anderen hunden oder menschen in kontakt/interaktion treten).
ich kenne hier z.b. eine pointermixhündin, die zwar nicht jagd, aber sich eben auch für nichts anderes, als für ihren ball interessiert. dieses suchtverhalten zu verstärken finde ich grausam.
ich hoffe, ihr versteht, was ich meine.