Beiträge von Lucanouk

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    sie haben einfach eine andere mimik und gestik. sie kommunizieren viel mit dem ganzen körper.
    ich brauche bei meinem hund nicht die rute zu sehen um zu wissen wie sie auf einen hund reagiert, sondern je nachdem wie sie sich hinstellt, wie und und welche richtung sie schaut und wie ihre körperstellung ist.

    eine rute ist nicht das einzige signal, man muss immer den hund im ganzen betrachten.
    klar es ist leichter wenn der hund ohren hat, aber das die hunde eingeschränkt sind dadurch empfinde ich z.b gar nicht.
    sie sind eben einfach nur anders.

    natürlich muss man den hund immer im ganzen betrachten. ich kenne einige bulldoggen und natürlich siehst du deinem hund die stimmung an und auch andere hunde können erkennen, wenn sie sich z.b. heftig freut, total abgeneigt usw. usf. gerade im bereich der submission können sich plattnasen oft hervorragend ausdrücken. jedoch im drohverhalten wird es schon deutlich schwieriger. viele nuancen zwischen starken gefühlszuständen sind einfach für andere schwieriger zu entschlüsseln, weil sie schlicht nicht dargestellt werden können z.b. ein leichtes anheben der lefzen (geh weg von meinem arsch!), ein leichtes anheben der rute etc. pp. die kommunikation ist damit vergröbert.

    selbst zwischen pudeln und wölfen ist dieses phänomen eindrucksvoll zu beobachten. dadurch, dass die kommunikation hier schon vergröbert ist, verhalten sich pudel wölfen gegenüber realtiv schnell sehr aggresiv. während wölfe noch ihr ganzes drohrepertoire abspielen (eine körpersprachliche diskussion zwischen wölfen kann sogar bis zu einer halben stunde dauern) hängen die pudel schon auf den wölfen drauf. das führte bei den wopuprojekten dazu, dass die pudel die absolute vorherrschaft gegenüber den wölfen hatte. die waren schlicht udn ergreifend eingeschüchtert, weil die pudel für ihre begriffe so schnell in kampfhandlungen übergingen.

    ich habe einige hunde erlebt, die wundervoll und formvollendet drohen können und dies auch in feinsten abstufungen tun. durch eine ausgeprägte aggressive kommunikation (z.b. ein hund will nicht anal kontrolliert werden: ein steifwerden des körpers - die rute geht erst runter - dann folgt der leichte seitenblick - die ohren werden nach hinten gestellt - die stirn wird erst einmal glatt gelegt - der blick verfestigt sich - ein leichtes brummen folgt - die lefzen werden leicht angehoben - die stirn gerunzelt - die zähne werden noch stärker entblößt - die stirn wird richtig in falten gelegt - die zähne liegen nun komplett frei - die augen sind aufgerissen - die ohren werden mehr und mehr nach vorne bewegt - ein abschnappen erfolgt - ) hat das gegenüber viel zeit angemessen zu reagieren. kann der hund einige nuancen nicht ausführen (oder tut er es schlicht nicht - z.b. drohte luca früher nur mit einem steifwerden, rute hoch ohren vorn, fixieren, feddich - mittlerweile kann er es immer besser) kommt es viel schneller zur eskalation.

    wie soll ein hund seine lefzen in feinabstufung anheben, wenn sie schlicht zu schwer und damit nicht so einfach zu kontrollieren sind? wie soll er seine stirn für andere erkennbar in falten legen, wenn sie sowieso von falten überzogen ist? wie soll ein hund einen leichten seitenblick darstellen, wenn seine augen hinter einer dichten matte verborgen sind?

    ich sage nicht, dass andere hunde es nicht lernen können, mit dieser anderen körpersprache klar zu kommen. jedoch wird es immer schwieriger sein, als die kommunikation mit einem hund, der alle feinheiten drauf hat. es gibt mehrere studien, die belegen, dass situationen zwischen kommunikativ eingeschränkten hunden sehr viel schneller eskalieren, als zwischen hunden, die anatomisch dazu in der lage sind, sehr feine emotionen auszudrücken.

    und ich finde man tut einem lebewesen keinen gefallen, wenn man es so züchtet, dass es erst ein fremdwörterbuch auspacken muss, um von anderen artgenossen aktzeptiert zu werden.

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    wenn du meinst das ein hund mit einer platten schnauze keine mimik hat, weil sie eingefroren ist, dann irrst du dich gewaltig. meine kröte hat gesichter drauf die hab ich so bei keinem langnasigen gesehen.
    wir reden auch hier bitte nicht von dem extremen einer rasse.

    ich sage nicht "keine mimik", sondern eine stark eingeschränkte. und das hab ich mir nicht ausgedacht, das haben kynologen und verhaltensbiologen ebenso beobachtet und dokumentiert. natürlich hat dein hund auch individuelle gesichter drauf, das bestreitet keiner. natürlich siehst du diese mimik nicht bei langnasigen in dieser form. die natur versucht auch bei mimisch eingeschränkten hunden wege zu finden die kommikation immer wieder zu verfeinern.

    auch, dass die hunde mit dem schwanz wedeln können hab ich nicht bestritten. doch du weißt doch selbst: wedeln ist nicht gleich wedeln. es gibt so verschiedene rutenstellungen bei hunden, die so unterschiedliche aussagen haben können, aber ich denke nicht, dass ich das hier alles aufzählen muss.
    ich kann alleine an der rutenstellung meiner hündin unterscheiden, welchem wild sie gerade auf der spur ist: ob es ein igel, eine katze oder ein kaninchen ist. dazu brauch ich ihr gesicht nicht einmal zu sehen.
    es gibt so viele verschiedene nuancen in der körpersprachlichen kommunikation unter hunden, die einfach verloren gehen. und damit eskaliert die situation einfach schneller :/

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    wenn du danach gehen würdest, was ist mit den ganzen hunden die schlappohren haben (und ihre rede nicht von den extremen eines bassets). die sind doch auch in ihrer kommunikation eingeschränkt.
    oder die hunde mit langem fell, wo man vorn nicht von hinten unterscheiden kann.

    richtig, selbst normalgroße schlappohren erschweren die kommunikation. jedoch können hier immernoch (bei kurzen schlappohren zumindestens) sehr viel nuancen unterschieden werden, da die ohrwurzel noch ziemlich beweglich ist. wenn das gesicht hierzu dann auch noch sehr ausdrucksstark ist und der körper das gesamtbild wieder verfeinert funktioniert die kommunkation auch wieder in feinabstimmung. hat der jedoch ne kurze rute, hängeohren bis zum geht-nicht-mehr und das gesicht voller falten sieht das schon ganz anders aus. dann ist es schwierig, defizite auszugleichen.

    mit nem menschen, der ein wenig nuschelt, aber ansonsten schön gestikuliert und sich kontextbezogen ausdrückt (und damit defizite ausgleicht) kann man super kommunizieren.
    auch noch mit jemandem, der teiweilse einen sehr lauten aggressiv klingenden ton am leibe hat (weil er z.b. stark schwerhörig ist), diesen aber gestisch und mimisch abmildert.

    mit jemandem, der total gestik- und mimikarm kommuniziert (z.b. menschen mit einer halbseitigen gesichtslähmung, authisten), aber deutlich spricht (defizite ausgleicht) wird es schon deutlich schwieriger, weil ironie und untertöne hier zu missverständnissen führen können. aber es geht, wenn man sich einfühlt. mit jemandem mit händen und füßen zu kommunizieren, weil er eine komplett andere sprache spricht ist sehr schwer, aber bei deutlicher gestik und mimik bruchstückenhaft machbar.

    jetzt stell dir aber vor, du müsstest mit einem nuschelnden, stotternden fremdsprachler kommunizieren, der sich gestisch und mimisch auch noch sehr eingeschränkt ausdrücken kann. nun willst du mit diesem menschen auch noch darüber sprechen, welche zuständigkeitsbereiche/besitztümer wem gehören. und um dem ganzen eine krone aufzusetzen, schreit dich dieser mensch in einem wütenden ton die ganze zeit an (er meint es nicht böse, ist jedoch stimmlich stark eingeschränkt) und hat zusätzlich hierzu ein verkrampftes gesicht (das gesicht und auch der aggressive ton das entspricht ungefähr der botschaft, die z.b. ein shar-pei-gesicht seinem gegenüber aussendet).

    und obwohl du als mensch in der lage bist zu erkennen, dass dieser mensch nichts für seine situation kann wird das gespräch wahrscheinlich kein natürliches lockeres gespräch wie unter kommunikativ gleichgestellten menschen.
    und das, obwohl du im gegensatz zum hund, darüber reflektieren kannst. es gibt hunde, die sich davon nicht aus der ruhe bringen lassen. aber gerade die feinkommunizierenden hunde haben mit solchen typen eher probleme.

    und gut, dass du es ansprichst: hunde, die so langes fell haben, dass man feine warnende blicke nicht mehr wahrnimmt können sich sehr klar auch nur sehr eingeschränkt mitteilen. wenn dann das fell am ganzen körper so lang ist, dass man zusätzlich hierzu weder die körperspannung, noch die differenzierte ohrenstellung genau erkennen kann haben wir eigentlich das gleiche problem wie bei bulldogge und co. deswegen hab ich auch den commondor als beispiel angeführt.

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    Natürlich ist auch das Aussehen des Hundes wichtig (was da jemand als "schön" empfindet ist subjektiv). Wer das negiert lügt sich in die Tasche.

    das denke ich auch...jeder steht ja auf bestimmte hunde rein optisch mehr als auf andere. ich z.b. finde schlanke musukulöse, langnasige hunde wunderschön. allerdings sind alles auch gesundheits- und fitnessattribute.

    wenn diese schönheitsvorstellungen den hund jedoch einschränken sollte man doch gesundheit, wohlbefinden, kommunikationsfähigkeiten und fitness vor die schönheit stellen, oder?

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    Luca wenns um die Kommunikation geht, dann müssten wir eigentlich auch bei allen anderen Rassen hinschauen.
    Border schleichen gerne ... Können meine DSHs garnicht ab
    Labis haben oft ne geringere Individualdistanz, auch dafür gibts ab und an auf die Nase
    Auch in anderen Tierarten gibts das, die urtypische Ponys haben z.B. ein ganz anderes Mimikspiel als die Araber meiner Eltern, da gabs schon oft genug Probleme
    Wo n Pony schon n Giftgesicht macht, wackeln unsere Arabsen kurz mim Ohr, danach donnerts
    Beides sind Urtypen und trotzdem ganz weit auseinander

    mir geht es hier um extreme der schönheitszucht. das absichtliche anzüchten von mimiken, die dem hund verständigungsprobleme bereiten. das ist ein bisschen so, als würde ich nem kind ne fratze ins gesicht malen, vor der die anderen angst haben :/

    borders brauchen ihren schleichgang ohne frage bei der arbeit, das hat eher wenig mit reiner schönheitszucht zu tun, oder?

    doch wozu braucht der shar-pei diesen grimmigen gesichtsausdruck? wozu muss die bulldogge eine diese rute haben, die sich kaum bewegen lässt? warum muss eine bordeauxdogge undbedingt so lange lefzen haben? wozu ist das heutzutage notwendig? wieso muss ein chow chow diesen extrem staksigen gang haben? braucht er denn, um eine wichtige aufgabe zu erfüllen?

    es geht hier um schönheit, um nix anderes.

    allerdings ist es schon übertrieben bordercollies zu züchten, die jeden anderen hund hüten und wenn grad nix anderes zur hand ist sogar fliegen gehütet werden. das ist eher eine starke übertreibung als züchterische notwendigkeit. und da schränkt es den hund in seinem wohlbefinden wieder stark ein.

    die extrem geringe individualdistanz der showlabbis ist allerdings auch teiweise züchterisch sehr übertrieben worden und zudem für ihr eigentliches aufgabenfeld (und eigentlich auch für den alltag) nicht brauchbar. hier wurde wieder übertrieben.

    das ist das, was ich meine :-)

    gaby, doch ich verstehe deine beiträge wirklich gut...nur denke ich, dass hier die möglichkeiten ncoh ausgeschöpft sind.

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    Was für Vereinsbestimmungen soll der VDH regeln?

    die internen vereinsbestimmungen für den vdh. und vielleicht könnte er, gemeinsam mit dem fci die gesamten bestimmungen stück für stück umgraben.

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    Und nochmal, er kann FCI anerkannte Rassen nicht einseitig ablehnen.

    woher weißt du das? wenn er gründe vorlegt, diese mit dem fci bespricht gibt es eventuell eine lösung. ich sage ja nicht, dass das einfach so geht. aber es muss doch einen weg geben.

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    Beispiel. Bei uns ist das Kupieren durch den Gesetzgeber (Ohren 1987, Ruten 1998) verboten worden. Die Vereine wurden gezwungen das Kupierverbot in ihre Zuchtordnungen zu schreiben, der VDH verbot das Ausstellen (2002) kupierter Hunde.

    Woher kommen also die jungen kupierten Dobermänner, Rottweiler usw., die man in unseren Straßen sehen kann?

    Angelegenheit des VDH oder des Gesetzgebers?

    klare sache des gesetzgebers, ohne frage. da hat der vdh richtig gut reagiert.

    natürlich holen sich die leute dann eben die hunde aus dem ausland. so ist die gesellschaft, deshalb boomt der welpenanzeigenmarkt ja auch so gut. leider.
    ich bin echt die letzte, die gegen den vdh wettert, das weißt du auch, oder?

    ich finde diese ganzen uuups-würfe, vermehrerei, welpenhandel schrecklich und ich finde es gut, beim vdh wenigstens eine kleine kontrollmöglichkeit zu haben, ein paar regeln für die zucht. jedoch denke ich, dass hier eventuell noch mehr möglichkeiten zur veränderung liegen. jedenfalls wäre das gut für unsere hunde.


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    der vdh hat dieses jahr im übrigen bzw. ist grad dabei, den deutschen englischen bulldoggen club auszuschliessen weil sie gegen regeln verstossen haben.

    das wusste ich nicht. ich finde es absolut klasse, dass sie sich da eingebracht haben :gut: :gut: :gut:

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    nu weil ein hund eine platte schnauze hat, heisst das nicht das der gequält wird.
    ich kenne viele bulldoggen die ohne probleme laufen und toben, wie ein langnasiger hund.
    diese hunde sind aber ausnahmslos von vdh-züchtern.

    ist die tatsache, dass sie laufen und toben können alles, was zählt? was ist mit der innerartlichen kommunikation?

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    Qual bedeutet ein Leben mit starken Einschränkungen leben zu müssen. Da gibt es nicht viel zu definieren. Aussehen ist keine Qual. Jedenfalls nicht für den Hund. Nur die Einschränkungen die daraus entstehen können.

    eben, die einschränkungen, die daraus entstehen können sind aber nicht nur gesundheitlich relevant. was ist mit kommunikativen aspekten? es gibt bestimmte merkmale, die für den hund schon in einer gewissen form zur qual werden, weil sie die kommunikation mit anderen hunden massiv einschränken. nehmen wir z.b. den shar pei in seiner modernsten und furchtbarsten form: shar-pei-halter klagen des öfteren darüber, dass ihre hunde von anderen hunde (angeblich) ohne vorwarnung einfach so angegriffen wurden. einfach so? hunde sind körpersprachler. wenn einer mit einem solchen gesichtausdruck und dieser angezüchteten körperspannung auf andere hunde zugeht ist es kein wunder, wenn es relativ schnell zur körperlichen auseinandersetzung kommt. da der hund seine mimik auch in der auseinandersetzung nicht entschärfen kann kommt es viel schneller zum ernstkampf. und das ist ebenfalls ein großes leid für diese hunde.

    ich hab in meinem praktikum in der eifeler hundepension eine menge verschiedenster hunderassen in ihren kommunikationsmöglichkeiten beobachten dürfen, sowie die reaktionen anderer hunde. und leider musste ich auch hier selbst feststellen, was statistiken über innerartliche beißvorfälle ohnehin belegen: die kommunikation unter hunden wird total erschwert durch züchterische phänotypische eingriffe. der continental bulldog z.b. kann nun viel besser atmen und ist auch gesundheitlich der englischen bulldoge um längen voraus. aber es ist ihm weder möglich ein so differenziertes mienenspiel, wie z.b. das von einem aussi zu zeigen, noch durch differenzierte rutenbewegungen mischmotivationen, erregungszustände, imponierverhalten u.ä. in feinabstufung klar anzuzeigen. natürlich wird die kommunikation von grundstimmungen immernoch ermöglicht. jedoch fallen feinheiten komplett raus. dadurch kommt es (und das statistisch erwiesen) viel schneller zu kämpfen und missverständnissen unter hunden. oder beim commondor: nimmt euch mal einen solchen hund und beschreibt eingehend, was er mit welchen körpermerkmal ausdrückt. doch das geht ja noch alles. was ist mit rassen, denen von natur aus ein aggressiver gesichtsausdruck (wie z.b. dem shar-pei) oder ein dauerimponiergang (chow chow und co) angezüchtet wurde?

    ist das für euch absolut o.k.?

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    aber wo ist der Sinn, einen Hund mit Plattnase zu züchten? Aber mal abgesehen vom Atmen? Warum MUSS es denn so eine Nase sein? deshalb ist er ja trotzdem in seiner "Mimik" eingeschränkt...
    Oder warum MUSS ein Chihuahua sooo klein sein?
    DAS ist es, was sich mir einfach nicht erschließt. Warum muss der Hund so gezüchtet werden, das er dem Menschen gefällt?
    Dabei schließe ich Arbeitshunde mal aus. Mir geht es wirklich allein um die Hunde, die des Aussehens wegen gezüchtet werden.

    und da kann ich mich dir wirklich anschließen. allerdings sind auch mischlinge aus solchen rassen in ihrer kommunikation eingeschränkt. also dann bei vermehrern/upps-würfen zu gucken ist ja auch nicht die lösung. denn hier werden tiere miteinander gekreuzt, bei denen zusätzlich zu den ganzen anderen fakten weder das wesen und die gesundheitliche kompatibilität genauer betrachtet wurde. und das ist auch nicht im sinne der tiere.

    im endeffekt wird sich aber nix ändern, wenn nicht der dachverband sich gegen qualzuchten aktiv einsetzt. wenn es nicht eindeutig geregelt ist, warum wird da vom vdh nichts getan? gerade gesetzesänderungen könnten dadurch entstehen, dass eben nicht ein tierschützer, sondern nun endlich auch rasseverbände etwas gegen qualzucht tun.

    wenn der vdh die vereinsbestimmungen so formulieren exakt formulieren würde, dass qualzuchten ausgeschlossen werden könnte da auch niemand gegen klagen. ich kann mich auch nicht in ein medizinstudium einklagen, wenn ich kein abi hab.

    natürlich ist es schwierig, wenn man diese ganzen rassen erst einmal aufgenommen hat. die lassen sich wahrscheinlich wirklich nicht so leicht rauswurschteln. aber ich verstehe auch hier nicht, warum man diese rassen aufnimmt, wenn man sich doch für die gesundheit der tiere einsetzt.
    ist für mich wenig nachvollziehbar.

    was wäre aber so schlimm daran, wenn der dachverband sich abgrenzt, neue regeln aufstellt und diese über einen langen kulanzzeitraum auch schritt für schritt durchsetzt, sprich eine veränderung des rassestandarts verschiedener hunde beantragt? meint ihr wirklich, dass man vereinsgesetze nicht auch ändern kann, um dann diejenigen auszuschließen, die sich nicht daran halten?

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    Lucanouk natuerlich muss da ein Riegel vorgeschoben werden und wenn der VDH bzw. die FCI das nicht gebacken bekommt, liegt es eben wieder an mir als Kaeufer!! Dann verzichte ich eben auf eine Qualzucht. Damit meine ich nicht, das man zum Dissidenzverein rennt, sondern auf die Rasse verzichtet und eine andere nimmt!! Wenn diese Qualzuchten naemlich nicht mehr verkauft werden, muessen die Dachverbaende, die FCI und der zustaendige Zuchtverein umdenken. Aber - wie schon geschrieben - es kommt das aetzende und kindische 'Ich will aber!!'-Verhalten der Kaeufer und sie kaufen den Hund trotzdem..
    Die Nachfrage bestimmt den Markt und solange wie diese armen Viecher verkauft werden koennen, wird sich nichts aendern..

    natürlich bestimmt die nachfrage den markt, aber auch der markt kann entscheiden, an welcher stelle er noch mitschwimmt und wo er grenzen setzt. wenn es mir um die erhaltung gesunder hunderassen geht müsste mein statement hierzu klar und deutlich sein, oder? es wird immer menschen geben, die plattnasige, ausdrucksarme, bewegungseingeschränkte hunde gut finden. es gibt immer schreckliche, grausame und unfaire kundenwünsche. es wird immer wieder menschen geben, die sich sechs wochen alte billigwelpen kaufen. und hier schwimmt der vdh auch nicht mit. bei den ganzen hybridzuchten grenzt er sich ebenfalls erfolgreich und das, obwohl zur zeit die nachfrage wie verrückt boomt.

    wenn man sich nicht abgrenzt, kein statement zu solchen dingen abgibt und im gegenteil hierzu noch eine plattform zur produktion dieser qualzuchten darstellt ist auch das ein klares "ja" zu rassen, deren äußere erscheinung qualen bedeutet.

    du kannst nicht die kundenwünsche total verändern. es gibt überall leute, die regelrecht perverse vorstellungen haben, was sie einem anderen wesen antun können. leute, die sich keine gedanken darum machen, wie es "ihrem tier" denn mit einer kaputtgezüchteten körpersprache gehen mag. die einfach nur den "süßen hund aus der werbung" haben wollen.

    doch man muss nicht jeden kundenwunsch erfüllen. erst recht nicht, wenn man sich die gesundheit und erhaltung der hunderassen auf die fahne geschrieben hat. denn dann sollte man ein vorbild sein.

    ja, das ist klar...leider gibt es noch kein gesetz, was solche qualzuchten unmissverständlich verbietet. aber obwohl der vdh die standarts nicht macht, hätte er doch als dachverband die möglichkeit solche rassen vom vdh auszuschließen, oder? so nach dem motto "wenn euer standart solch eine tierquälerei darstellt, werden solche rassen eben nicht vom vdh betreut. es sei denn ihr verändert den standart."

    die macht hätte der dachverband auf jeden fall!

    mir ist schon klar, dass dann einige vermehrer auf den plan gerufen werden, weil sie diese rasskrüppel unbedingt weiter züchten wollen.

    aber es wäre ein klares statement des vdh zu diesen züchtungen. und es würde über kurz oder lang dazu führen, dass zumindestens einige züchter und auch rasseliebhaber, die wert auf den vdh legen umdenken. eventuell.

    doch stattdessen wird hier weggeschaut (wie in der gesellschaft auch) und es werden diese rassekrüppel sogar noch vom vdh präsentiert.

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    Wenn man das Leid der ganzen Vermehrer und Ups-Hunde hier sieht, muss man sich als gesunder, normal denkender Mensch doch fragen, was die Leute eigentlich erreichen wollen, die eine Zucht völlig ohne Regeln und Dachverband wollen? WO wird da an das Tier gedacht?

    :gut: :gut: :gut:

    allerdings möchte in hinzufügen, dass auch bei vdh-hunden übertypisierung und qualzucht stattfindet...leider. es gibt beim vdh, im gegensatz zu den anderen "züchtern", aber wenigstens ein paar richtlinien, die einzuhalten sind. und das finde ich sehr gut...allerdings sind es für meinen geschmack viel zu wenige.

    meiner meinung nach sollten keine hunderassen gezüchtet werden, die aufgrund ihrer anatomie in körpersprache (also eigentlich alles, was keine feinen lefzenbewegungen aufgrund von dauerfalten oder einem zu schwammigen fang ermöglicht), psyche, bewegung oder aktivität, gesundheit, sowie in der verpaarung und geburt (vorraussehbare kaiserschnitte) stark eingeschränkt sind.

    da muss, auch wenn ich hier wieder unzähligen foris auf die füße trete, meiner meinung nach ein riegel vorgeschoben werden. und das erfüllt der vdh nicht :/ aber die vermehrer erfüllen diese forderung erst recht nicht.

    ich finde es richtig den vdh, gerade was übertypisierung und ein starkes selektieren nach äußerlichen merkmalen angeht, zu kritisieren. jedoch diese kritikmöglichkeit als plattform für eine so explosive mischung (aussi/toller)zu nutzen, in der eine krankheit die andere jagd und das wesen überhaupt nicht passt, ist unter aller sau.

    das, was herr däubler hier betreibt ist pures marketing.

    kritik an qualzuchten finde ich absolut angemessen. rasseinkreuzungen zur erweiterung des genpools sind wichtig. aber bitte mit bedacht und gesundheitlich fördernd, sowie im wesen und ursprungszweck passend!

    zur übertypisierung: wir hatten das thema schon einmal. wenn man sich den rassestandart der englischen bulldogge durchliest, kann da einfach kein gesunder hund rauskommen. da sind angaben über beinlängen, die unterschiedlich sein sollen, einen schleifenden gang, die genaue nasenstellung (nasenspitze in richtung der augen zurückgesetzt. abstand vom inneren augenwinkel, oder von der mitte des stops, bis zur nasenspitze nicht länger als jener von der nasenspitze zum rand der unterlippe....gesund ist das nicht, oder? ). die übertypisierung ist bei der bulldogge und beim basset teilweise vorgegeben bzw. wird im rassestandart auch nicht eingeschränkt. und hunderassen weiterhin zu erlauben, die nur per kaiserschnitt gebären können bzw. nicht einmal mehr die kraft zum deckakt haben finde ich völlig daneben. und all das wird im vdh nicht geahndet. im gegenteil: auch züchter dieser rasse dürfen unter der vdh-flagge züchten. und das finde ich daneben.

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    weil sie aber nicht so leicht zum Kauen bewegt werden können wie ein Hund mit Knochen, waren die Zähne irgendwann meist stark angegriffen: Die zieht man ja bei älteren Katzen, und das süße Leben geht ohne Zahnleiden weiter.

    mit vernüftigem futter musst du da vielleicht nix ziehen :/