Beiträge von Lucanouk

    jaulen bedeutet erregung, allerdings wird es sich bei deinem hund um erregung aus frust handeln. ich würde auch so handeln, wei es conny beschrieben hat. lasst euch dabei aber nicht verunsichern, es könnte durchaus sein, dass euer jungspund beim ungeduldigen warten noch mal ne schippe drauf legt, wenn ihr ihn beim jaulen ignoriert. da können dann verschiedene sachen kommen: in die sachen beißen, anbellen, anspringen etc. pp. ihr setzt euch einfach hin, trinkt einen cafe und wenn es euch zu bunt wird schließt ihr die tür hinter euch. nicht angucken, nicht ansprechen, NIX passiert, wenn der kerl drängelt. verhält er sich ruhig kann es endlich weitergehen.

    das kontrollieren (welches tatsachlich aus hüteeigenschaften resultiert) von mensch und hund würde ich resolut verbieten, da sich das (euer hund ist noch jung) in sehr viel unangenehmere verhaltensweisen steigern kann. (z.b. was ist, wenn der mann den labrador anfässt? oder ein anderer hund den labrador kontrollieren will und dieser das nicht möchte? der labbi zu nem anderen hund hingehen möchte, den dein hund nicht leiden kann?). also, wenn er kontrollieren will: aus der situation rausnehmen, alternatives verhalten (euch anschauen, schnüffeln) bestätigen bzw. einfordern. könnt ihr ihn abrufen, wenn er andere kontrollieren möchte?

    Zitat

    Super Beitrag Ingo - dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen! :gut:

    Ich bin immer wieder erstaunt, dass es HH gibt, die jedes Spielverhalten negieren - ich wüsste keinen seriösen Verhaltensforscher, der dies tut.

    dem kann ich mich nur anschließen. selbst wildtiere spielen, übrigens nicht nur die jungtiere. wolfseltern z.b. spielen hingebungsvoll mit ihren kindern.

    für spiel gibt es eine sehr klare definition. spiel ist nur dann spiel, wenn folgende kriterien erfüllt sind:

    - rollentausch
    - luxusbewegungungen (bzw. übertriebene gestik und mimik)
    - wiederholungen

    wenn man seine hunde gut beobachtet sieht man, wann es spiel, jagd oder ein gespieltes spiel (zum aufreiten) ist. leider beobachten viele hh ihre hund nicht genau, empfinden entweder alles als spiel oder behaupten es gäbe kein spiel zwischen hunden.

    das spiel so selten beobachtet wird liegt z.t. auch daran, dass spiel an sich nur im entspannten feld möglich ist. und eine kurze hundebegnung ist eben nicht entspannt, sondern eher hektisch, zumal bei solchen begnungen statusbekundungen wichtiger sind als ein gemeinsames spiel. zum spiel erwachsener hunde gehört vertrauen, man muss sich auch ein stück weit einschätzen können.

    da solche vertrauensbeziehungen zwischen hunden eher selten sind wird spiel eben auch so selten beobachtet.

    aber nichtsdestotrotz: seriöse wissenschaftler/verhaltensforscher würden niemals auf die idee kommen spiel zu negieren.

    hundewelten behaupten übrigens auch, dass hunde keine sozialkontakte zu artgenossen bräuchten...

    asmo: gerade das mit dem kräftemessen trifft eher auf welpen, als auf erwachsene hunde zu. ganz kleine welpen spielen wirklich rabiat miteinander. da werden alle verhaltensweisen erlernt, es wird hemmunsglos in den spielpartner hineingebissen usw.

    erwachsene spielen, wenn sie wirklich spielen (was sich an den runden bewegungen, dem nicht vorhandenen ernstbezug, der lockerheit, den übertriebenen mimiken etc. pp., den wiederholungen, dem rollentausch klar erkennen lässt) ohne kräftemessen. es geht hier ganz klar ums spiel. anders ist es beim gespielten spiel, da geht es darum vorteile zu erhaschen. aber das sieht auch komplett anders aus. oder beim jagen, das ist noch einmal ne sache für sich.

    aber es gibt sehr viele erwachsene hunde, die ganz klar miteinander spielen, ohne irgendwelche machtpositionen erhaschen zu wollen.

    ergänzung: es gibt einfach viel zu unterschiedliche charaktertypen. das fängt mit den stresstypen an (a-typ, b-typ), geht weiter über grundtypen (gesellige hunde, kopfhunde, seelchen), rasse (zuchtziele: manche rassen sind eben genau darauf gezüchtet worden, vehemenz, härte und terretorialität zu zeigen), sozialisation und endet schließlich beim individuum.

    wenn ich mal meine hunde nehme: nach der theorie, dass sie sich auf mich einschwingen würden müssten die ja völlig gleich ticken. tun sie aber nicht, es sind zwei so komplett unterschiedliche hunde, wie es nur geht. und das liegt nicht zuletzt an ihrem erbgut, der frühen sozialisation und eben auch am zuchtziel der beteiligten rassen. die situation mit dem knochen und dem kind hätte bei meinem rüden eventuell sogar tödlich für das kleine kind ausgehen können.
    meine hündin hätte da eventuell gar keinen pieps gesagt (ich würde trotzdem niemals meine hand für sie ins feuer legen).

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    Kinder dürften meinen Hunden sogar den Kauknochen abnehmen, und sie würden auch nie beißen oder knurren, wenn ich oder eines der Kinder ihrem Napf zu nahe kommt. Sie knurren und beißen nicht, wenn man ihnen versehentlich auf den Schwanz oder die Pfote tritt, und auch nicht, wenn ich draußen die so eben gefangene Maus einfordere.

    das ist aber wirklich charaktersache. du kannst dich glücklich schätzen, dass deine hunde so sind. es gibt hunde, die sind wirklich die engel auf erden, aber bei ressourcen kennen die nix. und das, obwohl sie ihrem halter ansonsten komplett vertrauen. ich finde, auch bei solch lieben charaktären, wie du sie in deinem haus beherbergst wirklich fahrlässig, kinder ans futter zu lassen.

    1. sind gerade hunde, die wenig protest abgeben oft prädestiniert für überraschungshandlungen (jahrelang passiert nix, auf einmal geht es sehr heftig ab). gerade, weil sie in der kommunikativen auseinandersetzung so ungeübt sind kommt es viel schneller zum beißvorfall.

    2. lernen kinder ja auch in diesen situationen etwas, nämlich hier leider, dass sich hunde wie stofftiere verhalten. was ist, wenn diese kinder an einen anderen hund geraten und ihm eine für ihn wirklich wichtige ressource streitig machen?

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    Eben...und dazu gehoert den Hund lesen zu koennen um zu wissen ob die im Moment gezeigte Aggression aus Angst oder Aerger & Frust motiviert ist und wie wichtig es Hund ist das ich mich von ihm entferne.

    :gut: :gut:


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    Ein brandneuer Pflegehund der mich massiv bedroht weil er sein Futter in Gefahr sieht und ich fuer sein Empfinden zu nahe seiner Futterschuessel stehe, da uebergehe ich kein Drohen sondern deeskaliere und entferne mich und arbeite an dem Problem von Grund auf.

    gerade bei futterressourcen würde ich auch niemals ein knurren übergehen. denn, was kommt danach??? dadurch MUSS er ja geradezu beißen. und das muss man echt nicht haben. also deeskalieren und üben.

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    Moin zusammen,

    worin seht ihr denn konkret die "Gefahr" der Deeskalation?
    Was kann der Halter dadurch verlieren?
    Den Respekt des Hundes?
    Oder befürchtet jemand, die "Position" zu verlieren?
    Oder dass er sich mit Knurren auf ewig und immer durchzusetzen lernt?

    Gruß
    Leo

    es kommt auf die situation an. wenn wir z.b. vom terrier in der küche ausgehen, der der meinung ist, dass das alles "sein reich sei"...dem würde ich (gesichert und in von mir forcierten situationen) definitiv den kopf waschen (nein, damit meine ich jetzt sicher nicht, dass ich ihm irgendetwas antun würde, sondern einmal klar und unmissverständlich die regeln in diesem haus erklären würde...ressourcenorientierte bewegungseinschränkung gegenüber dem frauchen/herrchen gehört definitiv nicht zu den aufgaben eines hundes).
    genauso sieht es mit hunden aus, die der meinung wären mein bett wäre ihres und da dürfte ich jetzt nicht mehr rauf. in der situation selbst würde natürlich erst einmal deeskalieren, da der hund ungesichert ist. ein andauerndes deeskalieren beim tyrannen-typ (also die situationen nicht noch einmal üben, sondern einfach nur deeskalierend weggehen, wenns hundi knurrt) führt jedoch im endeffekt dazu, dass eben diese typen sehr schnell lernen können ("super, die ist schon wieder zurückgeschreckt, jetzt leg ich noch ne schippe drauf..."). auch das ist eine lernerfahrung, die man nicht unterschätzen sollte.

    man muss einfach ganz genau die situation betrachten und individuell entscheiden. jedoch denke ich, dass hunde, die ihren menschen derart terrorisieren, dass er sich nicht einen meter mehr bewegen darf allgemein bisher komplett falsch behandelt wurden. da geht es generell um eine für den hund völlig missverständliche zuständigkeitsverteilung. und daran sollte natürlich gearbeitet werden.