Beiträge von Lucanouk

    ich finde der malinois wurde hier richtig beschrieben. natürlich können diese hunde unter der richtigen führung alltagstauglich sein. aber man muss sich darüber im klaren sein, dass sie absolut kompromisslos sind, wenn sie einen "auftrag" haben.
    und diesen viel gelobten "will-to-please" würde ich auch lieber als hochmotivierbar bezeichnen.
    und wenn ich die motivation nicht kontrolliere und kanalisiere, sucht sich der hund eine eigene motivation.

    Zitat


    Von Tauschgeschäften halte ich nichts. Im Wolfsrudel (das es ja, wie wir alle nach "neuesten Erkenntnissen" wissen, genausowenig gibt wie eine hierarchische Struktur mit unterschiedlichen Privilegien) kommt das auch nicht vor.

    im wolfsrudel darf jeder das behalten, was er sich erbeutet hat. und selbst der letzte arsch darf da sein futter verteidigen. so ist das bei wölfen, auch wenn es da eine klare hirarchische ordnung gibt. die chefs kommen dort nicht im ansatz auf die idee ihrem nachwuchs etwas entreißen zu wollen.

    schaut euch mal wölfe beim fressen an: da wird geknurrt und gefletscht bis zum abwinken. und keiner geht an das zeugs des anderen.

    an alle, die nem hund einfach das futter aus der schnüss ziehen wollen: hätte ich das bei meinem rüden damals getan, als er mich wegen eines rinderohrs anknurrte, hätte ich wohl einige plastische eingriffe für mein gesicht gebraucht ;)

    ich hatte ihn damals nur kurze zeit, vielleicht ein paar wochen. er war 1,5 jahre alt und knurrte mich an, weil ich an ihm vorbeilief, während er fraß.
    ich habe es nicht konkret durch tauschen, sondern über den gehorsam gelöst: damals hab ich ein "aus" verlangt, ihn herangerufen, das ohr ruhig genommen und ihm lobend überreicht.

    das habe ich einige male wiederholt und es stellt heute kein problem mehr dar.

    hätte das nicht so funktioniert, hätte ich wohl in dem fall deeskaliert und gezielt geübt.

    was ich nicht gemacht hätte:

    1. einfach wegnehmen...nee, ich möchte nicht aussehen wie das phantom der oper

    2. ihm etwas anzubieten in dem moment, in dem er gerade droht - kann gerade beim ihm schnell zu einer lustigen verhaltenskette führen und ist meiner meinung nach auch das gegenteil von souveränem handeln

    ich hätte es so geübt, dass ich rinderohren und co beim kauen in der hand behalten hätte, immer mal wieder uterbrochen hätte und ihm das fressen erlaubt hätte, solange er freundlich und souverän bleibt.

    dann hätte ich angefangen, ihn von kausachen abzurufen und ihn mit besseren sachen zu belohnen. also schon eine art des tauschs, nur ist es mir wichtig, den hund nicht zu bestechen, sondern zu belohnen.

    er lässt sich alles, komplett alles abnehmen, aber ich greif ihm auch heute nicht einfach sinnlos in die schnute, wenn er gerade seit zehn minuten an ner knabberei hängt.

    dafür gibt es das signal "aus".

    wenn er gerade nen knochen findet und nehmen will greif ich schon beherzt zu.

    das ist kein problem, weil diese dinge zwei verschiedene paar schuhe für ihn darstellen.
    es ist ein unterschied, ob ich etwas habe und daran schon ne weile herumkaue oder ob ich gerade etwas finde und die chefin das für sich beansprucht.

    Zitat

    Marika, mal für Blondies, was zum Henker sind Luxusbewegungen beim Hund? :hilfe:

    luxusbewegungen=luxurierende bewegungen

    das sind bewegungen, die überflüssig bzw. übertrieben sind und den spielcharakter in den vordergrund stellen.

    bsp: ein hund spielt mit einer kastanie. er springt mit übertrieben albern aussehenden hüpfern knurrend und quietschend auf die kastanie, wirft sie in die luft, schubst sie mit den pfoten, greift wieder an. alles entspannt und locker, eben albern.

    oder zwei hunde spielen miteinander: beide machen übertriebende gestiken und mimiken, rennen in albernen bocksprüngen aufeinander zu, pföteln, machen spielaufforderungen, der geischtsausdruck ist übetrieben, aber entspannt.

    das gegenteil dazu ist der hund bei der jagd: jeder muskel ist angespannt, der blick ist fest und hart. er schleicht an, ist bis in die schwanzspitze gespannt wie ein flitzebogen und saust dann zielgerichtet wie ein pfeil auf die beute zu.
    ein hund in dieser situation würde nicht eine einzige überflüssige bewegung machen, denn es geht hier nicht um ein spiel.
    und genauso sehen viele hunde aus, wenn sie auf den geworfenen ball warten.