hinlegen bei hundebegegnungen ist immer im kontext mit der gesamten körpersprache zu beurteilen.
sind die ohren aufgestellt, nach vorne gerichtet?
oder sind sie angelegt?
ist der blick gerichtet, fixierend?
oder wird der blick abgewendet?
wird geschmatzt (auch das hat, je nach körpersprache sehr unterschiedliche, gegensätzliche bedeutungen), sind die mundwinkel kurz oder lang?
liegt der hund frontal oder eher seitlich?
ist der körper angespannt, sprungbereit?
wie ist die rute? ist sie unter den körper gezogen?
wie ist die gesamte körperausrichtung?
um das hinlegen als solche beurteilen zu können muss man es im hinblick auf diese fragen abklopfen. erst dann kann man sagen, was es situativ heißen könnte.
calming signals sind übrigens die am meisten missverstandenen signale. seitdem dieses buch auf dem markt ist wird jedes züngeln, jedes pföteln und jedes hinlegen als beschwichtigungssignal gedeutet, was definitiv nicht richtig ist.
signale sind immer im kontext zu betrachten.
bzp hinlegen: ein hund kann sich bei begegnungen ablegen, weil er...
...jagdverhalten/hüteverhalten zeigt (anpirschen, fixieren, kurze maulwinkel)
...drohverhalten zeigt (fixieren, schmatzen)
...unsicherheit zeigt (seitliches hinlegen mit abgewendetem blick, eingezogener rute, blinzeln, angelegten ohren, schmatzen, glatte stirn)
...ausnahmesweise spielverhalten zeigt (weicher gerichteter blick, offener fang, bewegung im körper, weiche rutenbewegung, kein fixieren)
und aus zig anderen beweggründen.
zudem calming signals auch noch falsch übersetzt sind.
beschwichtigungssignale untergebener bzw. unterlegener sind etwas komplett anderes als beruhigungssignale sicherer hunde (z.b. das kopf-abwenden eines adulten hundes aufgrund einer aktiven unterwerfung eines welpen).
gerade beschwichtigungssignale sind bis heute kaum wissenschaftlich gesichert worden, weil die signale immer im kontext gesehen werden müssen.