Beiträge von Lucanouk

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    Du willst also keinen Hund der von dir geführt wird? Aber du tust das doch jeden Tag. Du führst deinen Hund durch den menschlichen Alltag, in dem dein Hund alleine kaum bestehen könnte. Er braucht also Führung um sich in dieser, für ihn verwirrenden Welt, zurechtzufinden.
    Deswegen ist ein Hund immer noch ein selbstständiges und denkendes Lebewesen. Der eine mehr, der andere weniger. Und gerade selbstständige oder "problematische" Hunde brauchen ein gewisses Maß an Führung

    Jeder Hund braucht also Führung, einen Menschen der ihm zeigt wie die Welt funktioniert, sozusagen den Fels in der Brandung der einem Sicherheit gibt und auf den man sich verlassen kann. Was Hunde anstellen, wenn sie keine Führung genießen.... sehen, kennen und lesen wir jeden Tag.

    Und Führung hat auch nur bedingt etwas mit Dominanz zu tun. Ich führe z.B. meine Mitarbeiter auf einer humorvollen und freundlichen Ader. Jedoch komme ich nicht drumherum auch mal den Chef raushängen zu lassen, weil es in der Situation einfach angebracht ist. Und genauso handhabe ich das mit meinen Hunden auch. Ich pflege eine freundliche, kameradschaftliche Beziehung zu ihnen, jedoch muß ich die Hunde täglich führen, oder anleiten, damit wir den Alltag ohne Probleme und Zwischenfälle bestehen.
    Schon allein die Erziehung ist ein Werkzeug zur Führung. Denn Führung ist nichts anderes als leiten und anleiten.

    ein super beitrag, lakasha!!!

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    Kurze Verständnisfrage: was genau ist mit sauberem einordnen gemeint ? Einnorden hab ich hier auch schon öfters gelesen und bisher hab ich beides eben als Zähne zeigen, Knurren oder ähnliches übersetzt.

    ein kurzes geplänkel ohne beschädigungsabsicht, an dessen ende sich der unterlegende auf den rücken schmeißt.

    bsp: welpe kommt zu erwachsenem hund, zeigt aktive unterwerfung (anspringen, lefzen lecken usw.). der erwachsene hund reagiert erst mit beruhigungssignalen (kopf wegdrehen). der welpe wird noch wilder. der erwachsene hund grummelt kurz, der welpe springt ihm gegen den kopf.
    der erwachsene hund verteilt einen schnauzengriff, der welpe schmeißt sich auf den rücken.

    das ist ein beispiel für ein sauberes einordnen.

    oder unter erwachsenen hunden: zwei rüden laufen miteinander. der eine jüngere, frechere, aber auch schwächere provoziert den älteren, souveränen durch übertriebenes imponiergehabe mit körperkontakt (kopf auflegen, t-stellung etc. pp.). den rüden auflaufen zu lassen funktioniert nicht, da dieser kerl immer weiter macht.

    nun hat man zwei möglichkeiten:

    a.) beide rüden kommunizieren unsauber, beschädigen schnell: man bricht den provokanten typ ab, bevor es eskaliert.

    b.) beide rüden kommunizieren sauber: man lässt dies den älteren rüden regeln, der ihn höchstwahrscheinlich irgendwann sauber auf den rücken packen wird, wenn die subtileren zeichen nicht verstanden werden (durch einen amrempler, einen kommentangriff, sogar umdrehen des gegners oder runterdrücken, ja auch hunde schmeißen andere durchaus auf den rücken, wenn es angebracht ist.)
    wenn man hier eingreift, verliert der sauber kommunizierende, souveräne rüde sein gesicht.

    c.) der unerfahrene rüde kommuniziert unsauber: der jüngere kerl bekommt nen mk drauf und man lässt es den souveränen typen, wie in b regeln.

    also entweder früh eingreifen oder, wenn es möglich ist, regeln lassen.

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    Könnt ihr mir vielleicht sagen, woran es liegt, dass mein Hund bei manchen Hunden wirklich ordentlich und sauber kommunizieren kann und bei manchen klappt es überhaupt nicht?
    Ich seh da auch kein Schema, bis auf eben wenn die Hunde in uns reinlaufen, aber da begegne ich einem Beauceron-Jungrüden, und mein Hund fiept wie blöde und will nur hin und dann ist es ein kleinerer Wuschelhund, der wie irre angeblafft wird.
    :???:

    chemische kommunikation und körpersprache...wenn du deinen hund und den anderen wirklich genau beobachtest, wirst du gemeinsamkeiten finden, an denen du dich irgendwann orientieren kannst.

    was auch gerne mal ausschlaggebend ist: geschlecht und alter.
    das lucky den beaucy-jungrüden nciht mag, könnte einfach daran liegen, dass es sich um einen konkurrenten handelt.

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    nach neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen...gaaaaanz wichtig, denn nach denen gibts auch keine Dominanz mehr, die eh von Hühnern auf Wölfe und später dann auch auf Hunde übertragen worden ist...wie viele Tiere schon unter dieser blöden Theorie zu leiden hatten...;-(

    OT aber: da hast du anscheinend etwas missverstanden. dominanz gibt es genauso wie submission.

    was es bei caniden nicht gibt ist eine starre rangordnung, ähnlich der hackordnung. das meinten die referenten mit sicherheit. diese hackordnung gibt es bei hühnern, aber nicht bei wölfen.

    aber dominanz, situative und formale, gibt es definitiv bei allen lebewesen und auch interspezifisch.
    allerdings ist sie keine starre eigenschaft eines lebewesens, wie die augen- oder haarfarbe. sondern eine eigenschaft, die vom gegenüber abhängt. ist einer dominant ist der andere (situativ) submissiv. ändert sich die situation, kann sich auch die verteilung der eigenschaften "domanz/submission" verändern.

    führende persönlichkeiten sind gegenüber untergebenden formal dominant, genau wie das wölfische elternpaar gegenüber den kindern. das heißt nicht, dass die untergebenden unterdrückt werden müssen. gerade formale dominanz ist eine leistung des submissiven.

    aber auch führende persönlichkeiten, die innerhalb der eigenen gruppe einen dominanten status besitzen können gegenüber gruppenfremden submissiv agieren.

    man denke hier nur an den chef im büro, wenn der firmenbesitzer kommt.

    das es dominanz nicht gibt, stimmt nicht.

    aber das dominanz eine unveränderbare eigenschaft einer persönlichkeit ist, das stimmt nicht.

    lotzusliese: ich denke keiner hier wurde eine ernsthafte auseinandersetzung einfach laufen lassen. aber ein kleines abwehrschnappen, zähne zeigen, knurren, aggressive kommunikation, imponieren sowieso, sowie situativ auch mal ein kurzes, aber sauberes einordnen bei unerwünschtem verhalten sollte man (sauber kommunizierenden) hunden auch zugestehen.

    ich nehme mal als beispiel das abwehrschnappen bei gut riechenden hündinnen: würde eine hündin z.b. beim abwehrschnappen übertreiben (rüde riecht an hündin, hündin schnappt ab, rüde weicht zurück, hündin geht bellend hinterher) ist es sinnvoll einzugreifen - und zwar den übertrieben agierenden hund zu stoppen, in dem fall ist das die hündin. versteht der rüde das abwehrschnappen gar nicht, ist es wiederum sinnvoll bei unsicheren hündinnen etwas rückendeckung zu geben und den rüden zu blocken.

    allerdings können viele hunde auch lernen aufdringliche verehrer sauber auf distanz zu halten. dazu brauchen sie diese lernerfahrung.

    und ich denke, darum geht es: je nach hund zu gucken, welche situationen er selbst klären kann, wobei er schutz/unterstützung braucht und wobei auch er auch mal eine deutliche grenzen benötigt.

    und ich glaube, da sind wir uns alle einig, oder?

    was ist die "meinung der dominanz"?

    meinst du damit die tatsache, dass hunde u.a. auch führung brauchen?

    wieso schmeißt du S., CM, B. und co alle in einen topf und bezeichnest sie als "fraktion"?

    welches video von b. hast du gesehen? auf seinen seminaren ist es verboten zu filmen ;)

    ich wüsste nicht, woher du ein video von ihm hast.