Beiträge von Lucanouk

    achso: in dem ort, in dem mein gassihund lebt, wohnt auch ein junger kaukasenrüde, leider ist er immer alleine in seinem garten, geht nie spazieren. deshalb stand dieser hund schon mit knapp vier monaten zähnefletschend und bellend an seinem gartenzaun, um jeden menschen, der da vorbeiging anzupöbeln.
    ein trauriges bild. jetzt müsste der kleine ein dreiviertel jahr alt sein. das bild hat sich nicht geändert, nur, dass der hund mittlerweile ein halbes kalb ist. über den zaun ist er auch schon rübergehopst.

    leider kann man mit den leuten nicht reden.

    das passiert, wenn man einen hund mit diesen anlagen den ganzen tag alleine im garten lässt.

    ich denke, dass hier vor allen dingen auch die besitzer eine große verantwortung haben.
    frustrationstoleranz, grensetzung und erziehung...all diese dinge sind worte, die einige labradorhalter nicht kennen bzw. umsetzen.

    der hund darf alles, weil er ja so lieb ist.

    und so lernt schon der welpe keine grenzen kennen, darf machen, was er will und es gibt ein riesengeschrei, wenn ein anderer mensch/hund mal eine grenze setzen muss, denn der labrador tut ja nix!

    ist euch übrigens mal aufgefallen, dass intakte labbirüden anscheinend immer extrem männlich riechen müssen und labbihündinnen immer extrem weiblich riechen müssen? so wie das männliche geschlecht auf diese hunde reagiert muss das der wahnsinn sein.

    ich habe einen maremmano(mix?) in meiner hundegruppe. ich finde ihn klasse.
    allerdings verzeiht er einem keine führungsschwächen, man muss schon sehr souverän und klar sein ;)
    er neigt zur sturheit, bewacht sein grundstück eher mäßig (ist aber noch keine drei jahre alt, da kommt immernoch einiges an entwicklung) und zeigt mittlerweile einen leichten jagdtrieb (aber wirklich absolut minimal in meinen augen - nun gut, ich habe ja selbst absolute jäger). wettbewerbsaggressionen treten schon auf, sind aber absolut händelbar, wenn er den menschen an seiner seite aktzeptiert und respektiert.

    er ist der typ hund, bei dem man sich einmal klar und deutlich durchsetzen muss, dann flutscht der rest sehr gut. also nichts für konfliktscheue menschen.

    ansonsten ist er typisch herdi: braucht viel zeit für seine entwicklung. z.b. hat er erst mit knapp zwei jahren die holde weiblichkeit entdeckt (dafür dann erst einmal umso heftiger). er hat auch erst vor kurzem angefangen sein grundstück zu bewachen, vorher hat er häufig verpennt, dass da überhaupt jemand kommt :lol:

    sein leichter jagdtrieb zeigte sich auch erst recht spät, so mit 2,5 jahren ist der so langsam erwacht. und das, obwohl sein frauchen ihn im garten auf fremde wasservögel (zum vertreiben) hetzt :/

    vom temperament ist er eher mäßig, aber aufgrund seines alters auch keine totale schnarchnase.

    spazierengehen und hundekontakte sind enorm wichtig, damit er sozial bleibt.
    einmal am tag eine große runde, in der schnüffeln, spielen, toben und laufen darf, sowie ein bisschen signaltraining reicht an auslastung enorm. clickern, sowie nebei konditionierte dinge (hund setzt sich zufällig hin, wird belohnt, nach einigen wiederholungen folgt das kommano beim hinsetzen) funktionieren bei ihm eher nicht. er packt den zusammenhang nicht so wirklich.

    er ist nicht sonderlich verfressen (typisch maremmano) und er ist verschmust.

    bei mir hört er mittlerweile super (er ist zwar nicht genauso schnell im ausführen von kommandos wie mein malimix, aber das ist eben typisch herdi und auch gut so), lässt sich mittlerweile aus jeder situation abrufen und in jeder situation stoppen. das haben wir hinreichend geübt (und wenn es nicht so wär, könnte er nicht bei mir mitlaufen).

    bei seinen besitzern kann er nicht frei laufen, pöbelt an der leine und versucht andere hunde zu fressen.

    es hängt bei ihm sehr viel daran, ob er einen als führungspersönlichkeit respektiert.

    ich hab in der eifel auch mehrere dieser typen kennen gelernt. und eins ist mir aufgefallen: fletschende herumhüpfende hündinnen/kastraten schaffen es nicht solche hunde vernüftig abzuwehren.

    hingegen dazu hat es der alte, 11-jährige kastrat lucky mit einem ruhigen klaren blick geschafft. es wurde noch nicht einmal steif.

    warum das so ist? hysterisch herumhüpfende hündinnen werden in der regel nicht ernstgenommen bzw. wirkt dieses "zickige" verhalten eher noch einladend auf manche rüden.

    ruhige, klare souveräne hündinnen hingegen wissen, wie man abbruchsignale sendet. deswegen kommen sie auch an.

    aber mal davon ab denke ich auch, dass da was in der zucht schief läuft.

    Zitat

    Och von dem 'der andere legt sich immer freiwillig hin' halte ich eh nichts

    Ich dachte echt, du meinst da absolute auf den Rücken drehen und das es immer dabei sein muß. Sorry.

    nee, das meinte ich keinesfalls. den meisten hunde reicht es ja völlig, wenn der andere den blick abwendet. aber wenn der andere hund eine kurze ansage nicht versteht, ist es häufig eine frage der zeit, bis dieser (nach eingen klaren warnungen) auf dem rücken liegt.

    ich wollte nur mit meinem wirren geschriebsel nur ausdrücken, dass auch das umdrehen von beratungsresistenten (jung)hunden durchaus noch eine saubere sache sein kann, die man, je nach hund, auch zulassen sollte.

    als ich juri im sommer gesehen hab fand die süße haselmaus ( :fondof: ) ihn einen miniticken zu schmal, ich finde er könnte noch ein minikleines kilochen vertragen.

    ich hätte ihn niemals auf 28 kg geschätzt, sondern hätte eher 24 getippt. luca wiegt bei 67 cm sh gerade mal 28 kg.

    Zitat

    Also, noch eine Nachfrage:

    wenn der junge Labbirüde aus der Nachbarschaft uns sieht, rennt er voller Begeisterung in uns rein. Steh ich im Weg, also vor Amy, rennt er mich um, damit er auf geradem Weg an Amy kommt und das möglichst schnell.
    Lässt man Amy alleine handeln, wartet sie auf dem Platz neben mir und wenn er ankommt, liegt er mittlerweile innerhalb von Sekunden auf dem Boden, ohne Knurren, Zähne zeigen bei Amy etc.. Sie lässt ihn wieder aufstehen, er schüttelt sich, komplett unverletzt, beide stehen kurz entspannt nebeneinander bevor ich meinen Weg weiter gehe. Da der Labbi meist alleine unterwegs ist, hat er keinen, der ihm dann zeigt, was er tun könnte.
    Da er nichts draus lernt und das beim nächsten Mal wieder so abläuft, scheint das Umschmeissen auch nicht weh zu tun.

    Das ist dann nach Deiner Definition ein "kurzes, sauberes Einordnen" ?
    Hier im Dorf gilt das als pure Aggression, für die ein Hund bestraft gehört.

    ist doch völlig in ordnung und, nebenbei bemerkt, für den labbi absolut gesund. sie steckt ihre grenzen ab und er schmeißt sich junghundtypisch auf den boden. da würde ich sie machen lassen. das sie das immer wiedre machen muss, liegt daran, dass der kleine fratz es eben immer wieder ausprobiert (ich will nicht rassistisch sein, aber das ist eben die extremform, wenn man auf ein freundliches wesen selektiert - distanzlosigkeit)

    Zitat

    Hmh.. ich bin ja nun nicht so der Experte, aber ich würde behaupten Lee ordnet sauber ein. Allerdings hat sie noch nie nen Hund auf den Rücken gelegt und es auch noch nie erwartet Bei der ist die Sache durch, wenn der andere sich trollt und das unerwünsche Verhalten läßt.
    Allerdings gibt es eine Ausnahme: Maul lecken. Das hasst sie wie die Pest und wenn der andere da echt extrem ist (= ein fletschen reicht nicht aus), dann befördert sie ihn mit ihrem Handeln (abschnappen und ggf. auch körperlich "umbomben") in die Down-Position bzw. auch mal so, dass der Hund wie im Platz liegt, mit Schulter und Kopf aber seitlich auf dem Boden

    kathrin, ich meinte auch nicht, dass der hund zwingend auf den rücken plumpsen muss. aber es kann durchaus innerhalb einer solchen zurechtweisung geschehen und ist, solange es sauber abläuft, völlig in ordnung.

    anders ist es, wenn hunde permanent alle möglichen fremdhunde, die nix mit ihnen zu tun haben wollen, auf den rücke kegeln.

    ich kenne übrigens eine husky-mix-hündin, die andere hunde mit einem nackengriff auf den rücken legt...soviel dazu, dass hunde sich IMMER selbst hinlegen :D