Beiträge von Lucanouk

    achso: er ist ein toller mantrailer, ein absolutes arbeitstier und macht sich toll im zughundesport. ich liebe diesen hund mit all seinen stärken und schwächen. er ist ein absolut kuscheliger, schmusiger kerl, mir gegenüber.

    als ich luca bekam war er 1,5 jahre alt. damals war er sehr unsouverän, hat streit gesucht und ist sofort auf beschädigung gegangen. nach wenigen wochen zerbiss einen mittelschnauzerrüden, der im krankenhaus notoperiert werden musste (und glücklicherweise überlebt hatte).
    grund für seine attacken gegenüber anderen hunden: eine extrem übersteigerte wettbewerbsaggression, andere rüden hatten seiner meinung nach auf diesem planeten nix verloren. er fiel durch ein extrem dominantes, kompromissloses auftreten auf.

    demut kannte er nicht. die lernte er in allererster linie durch mich, da ich keinen souveränen rüden fand, der ihm das irgendwie zeigen konnte.

    menschen gegenüber verhielt er sich misstrauisch und abweisend. so mit zwei jahren legte er ein heftiges schutzverhalten an den tag, versuchte fremde menschen zu stellen.
    er hasst es angestarrt zu werden und reagiert auf anstarren (egal von mensch, hund oder statue) sehr schnell sehr aggressiv. aus diesem grund ist er absolut kinderunkompatibel.

    mittlerweile ist er eigentlich recht ausgeglichen, wenn man seinen grundcharakter und den rassemix bedenkt.
    ich habe seine stärken gefördert und er lässt sich viel durch gehorsam lenken. schübe konnte ich bei ihm nicht feststellen, sondern eher eine konfinuierliche verbesserung seiner reizschwelle.

    konflikte mit unbekannten hunden kann er immernoch nicht selbst klären, da er sehr schnell in beschädigendes verhalten fällt und sich dann nicht selbst regulieren kann. deshalb trägt er im kontakt mit fremdhunden einen maulkorb.

    er tritt immernoch recht dominant anderen gegenüber auf, lässt sich aber von mir lenken.

    er läuft trotz seiner schwierigkeiten mit menschen und hunden fast überall frei, da er sehr gehorsam ist und ich vorrausschauend genug handele, dass hier nichts passiert.

    kinder sind allerdings immernoch ein tabuthema.

    das in die beine beißen unterbrochen werden muss ist absolutes halbwissen.

    1. ja, beschädigungen, die in die beine gehen sind durchaus als ernsthaft zu betrachten. hunde, die sich beschädigend in die beine beißen, ohne eingeengt zu sein, verfolgen durchaus in den meisten fällen eine beschädigungsabsicht. mit beschädigungsbeißen ist hier kein hängengebliebener zahn gemeint, sondern tiefe, große löcher.

    2. in die beine beißen im spiel ist genauso eine spielerische handlung, wie spielerisches zähne fletschen, in die backen beißen oder umrempeln. es ist schlicht spiel.

    das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.
    da hat einer zwei fakten miteinander vermixt.

    weil es mir noch auf seele brennt (aufgrund von aussiboomers einstellung):
    die schäferhunde haben höchstwahrscheinlich aus dem beute-fang-verhalten den kleinen pudel getötet.

    erwachsene hunde, die andere hunde als beute sehen, handeln nicht adäquat.
    einer der vielen ursachen (fehlende impulskontrolle durch den halter, extreme fixierung auf bewegte objekte etc. pp.) für ein solch inadäquates verhalten ist, laut udo gansloßer, fehlender hundekontakt zu gleichaltrigen hunden im alter von drei bis fünf monaten. .

    gerade durch herumwuselnde welpen und junghunde lernt der heranwachsene hund, sich auch in anstachelnden situationen zurück zu nehmen und zu kontrollieren. das kann er nicht durch ruhige coole erwachsene hunde erlernen, da hier eben die bewegungsreize fehlen.

    wenn man seinem junghund/welpen den kontakt zu gleichaltrigen verbietet, gefährdet man dadurch das wohl des eigenen hundes, sondern auch das wohl anderer.

    Zitat

    Nun, auch viele Halter von unbefangen-freundlichen (nicht aufdringlichen!) Hunden haben üble Rückschlage erlitten von unverträglichen Haudraufs, die sich auf alles stürzen, was ihre persönliche Individualdistanz unterschreitet. Weder der aufdringliche Tutnix noch der überreagierende Haudrauf sind sozial kompetent. Beide haben nicht gelernt, wie man Begegnungen höflich abwickelt, haben nicht gelernt, mit unterschiedlichen Individualdistanzen umzugehen. Hätten sie das, könnte man ihnen die Entscheidungen problemlos überlassen. Hier laufen auch nicht nur Retriever rum, sondern auch Spitzohren und Terrier, und es funktioniert trotzdem.

    naijra: aber was sollen besitzer von unverträglichen hund machen, wenn ein netter, verträglicher hund auf sie zustürzt? natürlich muss auch immer am verhalten des hundes gearbeitet werden, aber man kann sich doch schlecht wegbeamen in einer solchen situation.
    was, außer blocken, ist in einem solchen moment die alternative?