Beiträge von milospeed

    schnauzermädel: Wie machst du deinem Rüden das klar, ohne Rucken, Schlagen, Schreien, Hausregeln?
    (die brauchen wir wohl auch nicht, denn er geht zu Hause ohne Erlaubnis nicht mal an seinen Napf, geschweige denn auf die Couch - einfach weil wir das von klein auf immer so gemacht haben)

    Ich lobe/belohne ihn ja auch, wenn er sich toll verhält, aber das allein hält ihn nicht davon ab, zu pöbeln. Ich vermute auch, dass er sich in dem Moment selbst belohnt, wenn er es braucht. Er pöbelt nämlich, wenn er Stress hat, ihm was nicht schnell genug geht, oder er unsicher ist (in der Stadt). Wenn er mit anderen Hunden spielt, sieht er nämlich keine Radfahrer.
    Wenn er mit mir zusammen und dabei entspannt und zufrieden ist, sieht er auch keine.

    Kommt aber wohl leider selten vor :sad2:

    Ich kann ihn so schwer einschätzen. An manchen Tagen kann ich ihn mit hingehauchten "Nein"s zur Raison bringen, an manchen beeindruckt ihn nicht mal ein deftiger Bodyblock, weil er sich so reinsteigert und er mich kaum noch wahr nimmt.

    Grade bei den Radfahrern bin ich eine Zeitlang sogar sehr massiv vorgegangen. Hab ihn am Geschirr gepackt und angeraunzt. Mit dem Resultat, dass er sich nur noch mehr aufgeregt hat. Wie weit geht man dann? Macht man noch mehr Druck, lässt man sich auf ein Kräftemessen ein? Mir ist das zu gefährlich. Nicht weil ich vor meinem Hund Angst hätte, aber ich will nicht, dass ich dann überzogen reagiere, der Hund mich für ne gewalttätige Wahnsinnige hält und mich dann erst recht nicht mehr ernst nimmt.

    Das wollte ich nicht, und darum hab ich damit aufgehört und die Situation stattdessen durch ruhige, vorausschauende Kommandos geregelt. Mit dem Ergebnis, dass wir managen, aber das Problem immer noch besteht.

    Staffy, du sagst ich brauche mehr Ernsthaftigkeit und Konsequenz, Steffi, du redest von klaren Grenzen und eindeutiger Führung.

    Ich bin mir inzwischen auch sicher, dass ich mit Nettigkeit und Bachblüten nicht weit komme.

    Aber wie sieht das konkret aus?

    Meint ihr sowas?
    Hund liegt verwirrt im Körbchen, weil ich ihn bei Zuwiderhandlung Nr. 1 mit Bodyblock zurück befördere. Bei Zuwiderhandlung Nr. 2 (er hängt halb aus dem Körbchen raus und liegt im Weg) trete ich ihm aus Versehen auf die Pfoten. Zuwiderhandlungen gibt es danach keine mehr, dafür Psychoterror in Form von Gewinsel. Da fliegt dann zweimal noch ne Klapperdose in die Richtung, was ihn mächtig beeindruckt und dann ist Ruhe.

    Ich meine, ich kenne diese Methoden, aber hatte bisher immer Angst, dem Hund zu schaden, Unrecht zu tun, alles noch schlimmer zu machen.

    Mich hat mal ein Fussgänger als Tierquäler beschimpft, weil ich Milo mal heftig am Geschirr gepackt habe, als er gegen einen Radfahrer ging. Das hat mich derart verunsichert, dass ich schon ein schlechtes Gewissen habe, wenn ich ihn mal ordentlich anraunze. Hier wird immer gepredigt, man soll souverän und ruhig mit dem Hund umgehen, es gibt immer die gewaltfreie Lösung. So ähnlich redet auch meine Trainerin.

    Wir sind inzwischen bei Bachblüten gegen Dominanz und Kontrolliererei angekommen :/

    Ich habs so satt und würde die nette Person in mir drin am liebsten mal für ne Weile in Urlaub schicken.

    Hallo zusammen!

    Verzeiht bitte die Länge, ich kam heute Abend nur mal wieder total ins Grübeln.

    Nun ist es so, dass ich mit meinem 14monatigen Rüpel ja schon über einige Berge und durch tiefe Täler gegangen bin. Die Problematik war jedesmal eine ähnliche, nämlich dass Milo zu mitunter aggressivem Kontrollverhalten neigt. Ich hab vorhin mal nach den ganzen threads geschaut, die ich seither eroeffnet habe, und ganz schön mit den Ohren geschlackert. Man vergisst sowas ja gerne, wenn es irgendwann wieder besser läuft...

    Mit 5 Monaten begann es mit dem Jogger- und Radleranpöbeln:
    https://www.dogforum.de/ftopic73622.html

    Mit 6 Monaten hat er Resourcen verteidigt:
    https://www.dogforum.de/ftopic76478.html

    Hier hat er mich eine Weile total ignoriert:
    https://www.dogforum.de/ftopic76894.html

    Und hier (knapp 12 Monate) habe ich endlich in vollem Ausmass begriffen, dass ich einen Kontrollfreak habe:
    https://www.dogforum.de/viewtopic.php?…er=asc&&start=0

    Wir haben so viel ausprobiert, umgestellt, überdacht und geübt bis zum Umfallen, und zumindest sind wir nun soweit, dass wir sein Verhalten ganz gut managen können. Einiges hat sich auch in Wohlgefallen aufgelöst, obwohl ich mir nicht sicher bin, ob es bei diesem Hund nicht irgendwann wieder auftauchen könnte, aber toitoitoi. Resourcen-Verteidigen ist zumindest kein Thema mehr. Auch hört er wieder auf mich und ignoriert mich nicht mehr, sein Grundgehorsam ist für einen Hund in seinem Alter okay. Auf der Arbeit ist er sehr ruhig und fällt eigentlich nur noch positiv auf. Wir gehen regelmässig zur Hundeschule und üben zusätzlich mit einer Einzeltrainerin. Bei beiden wurden durch die Trainerinnen Fortschritte bei Milo festgestellt.

    Nur haben sich zwei Macken im Alltag aber immer noch gehalten, und obwohl wir üben und üben, werden wir sie nicht wirklich los. Ich habe das Gefühl, dass es immer mal wieder besser ist, aber dann läuft es scheinbar wieder genauso wie früher und ich habe das ungute Gefühl, es wird immer so weitergehen :sauer:

    Das eine ist das Nachlaufen zu Hause, welches wir aber mit Wegschicken, und wenn nötig auf dem Platz anbinden hoffentlich irgendwann in den Griff bekommen. Aber der Herr ist pfiffig. Er bleibt brav auf dem Platz wenn ich z.B. auf Toilette gehe, aber sobald ich rauskomme liegt er wie ein Presser vor der Tür. Oder wenn ich ihn auf den Platz schicke, damit er mich nicht in der Küche beobachtet, starrt er mich eben über den Wohnzimmerspiegel um die Ecke an. Das ist kein Witz, er reagiert sogar auf Handzeichen, die ich zum Spiegel hin mache (ich habs mal ausprobiert weil ich mir schon paranoid vorkam).

    Das nervigste und hartnäckigste Problem ist aber, dass es ihn unendlich stresst, wenn vor seinen Augen jemand rennt oder mit dem Fahrrad fährt. Er steigert sich da richtig rein wie bei einer Leinenaggression. Mit dem Unterschied, dass er auch ohne Leine aggressiv auf den Renner/Radler losgehen würde (deshalb ist er an der Schlepp). Sobald derjenige stoppt, ist er auf einen Schlag wieder friedlich. Ich hab schon alles versucht: schön füttern (hilft für ne Weile, aber auf einmal ist es wieder da), ignorieren bzw schon vorher ablenken (hilft manchmal, wenn er generell ruhig und ausgeglichen ist), und auch mal Tacheles reden (hilft nur, wenn er an der langen Leine und der "Feind" weit weg ist). Aber ich erreiche einfach nicht, dass es ihm egal ist und er die Leute einfach ignoriert. Normale Fussgänger ignoriert er übrigens, sowie Skateboardfahrer, Rollerfahrer und sonstige schnelle Sachen (ausser Katzen), die nicht in sein Beuteschema fallen. Aber er tobt wie ein Berserker, wenn am Bahnhof jemand rennt oder ein Fahrrad knapp an uns vorbeifährt. Das ist manchmal richtig, richtig peinlich :zensur:

    Wie gesagt, es gibt immer wieder ein paar Wochen zwischendurch, in denen ich Hoffnung habe, dass wir es allmählich packen. Dann ist er so herrlich ruhig und ausgeglichen, dass ein Aussenstehender gar nicht bemerken würde, dass er am liebsten jeden Renner und jeden Radler in der Stadt eigenhändig stoppen und massregeln würde. Bis wir eines schönen Tages wieder auf der Strasse stehen und es von neuem losgeht.

    Na ja, worauf ich hinaus will, ist, dass ich manchmal nicht weiss, ob ich mich freuen oder frustriert sein soll. Soll ich die Fortschritte als wichtige Schritte zur endgültigen Lösung sehen, soll ich unbedingt so weitermachen? Oder soll ich stattdessen die Rückschritte ernst nehmen und nach anderen Ansätzen suchen, weil wir nach fast einem Jahr bei dem Renner/Radlerproblem quasi immer noch auf derselben Stufe stehen?

    Eigentlich bin ich schon auch eher positiv eingestellt und lasse mich nicht von Rückschlägen aus der Bahn werfen. Nur ab wann weiss man denn, ob man auf dem richtigen Weg ist und nicht in einer Sackgasse?

    Wäh, ich hasse diese Grübelei.

    Hossa! Da hatte ja mal einer Spass :D

    Vielleicht lässt er sich ja nächstes Mal auf nen Tausch gegen Super-Leckerli anstatt auf ne Hetzjagd ein? Ansonsten: Hähnchenfolie, Brötchen etc. eher sehen als Hundi und beizeiten abrufen.

    Milo und ich haben auch mal vor allen Leuten erbittert um nen versifften Batzen Alufolie gekämpft, den er ums Verrecken nicht hergeben wollte :ops:

    Danach hätt ich ihn auch :zensur: können...

    Du lieber Gott...

    Es geht doch hier gar nicht um Pudel, und auch nicht um Leinenaggression!

    Die TS möchte wissen, ob ihr JRT (-mix, oder?) charaktermässig zum Bologneser passt! Nicht fell- oder sonstwie - technisch (dafür gabs hier auch mal nen ellenlangen thread - wär schade, wenn das Thema hier wieder aufgerollt werden würde).

    Das Thema interessiert mich nämlich auch. Irgendwann (wenn unsere Baustellen behoben sind) kommt bei uns bestimmt auch ein Zweithund ins Haus, und wenn's ein Kleiner wird, wär eine der Bichon-Rassen für uns auch interessant. Optimal wär nämlich eine Rasse, die zwar lebhaft, aber ohne das terriertypische "Nach-Vorne-Gehen" und evtl. auch ohne nennenswerten Jagdtrieb ist.

    Die Bichons/Coton de Tulears, die ich kenne, sind topfit und können spieltechnisch durchaus mit meinem Terrier/Spaniel-Rabauken mithalten, nur kommen sie mir irgendwie ausgeglichener vor und nicht so explosiv. Also ich könnt mir vorstellen, dass das gut passen könnte.

    Aber wäre schön, wenn sich ein paar Halter dieser Rasse(n) zu Wort melden würden!

    Zitat

    Was hat sich denn bei Dir geändert?
    Wie hast Du Dich vorher verhalten und was hast Du geändert?

    Puh, das wird lang ;) . Also ich hatte zwei Hauptprobleme, die sich gegenseitig verstaerkt haben:

    1. mein Hund kontrolliert

    2. mein Hund ist unsicher und mit seiner Kontrolliererei total ueberfordert, steht deshalb immer unter Strom

    Die Symptome waren mannigfaltig. Das ging von Bellen, Schnappen, Nachlaufen (zu Hause) bis zu Leineziehen, Nicht-Abrufbarsein, Poebeln und totalem Stress (draussen).

    Ich hab mich vorher so verhalten:
    - ich war total unsicher, bin sauer geworden, hab entweder viel zu spaet oder unangemessen lasch/grob gemassregelt
    - ich hab immer nur auf ihn reagiert, anstatt ihm schon im Vorfeld klare Anleitungen zu geben, was er tun soll
    - zu Hause hab ich seine Kontrollierei toleriert, z.T. war sie mir gar nicht bewusst

    Das hab ich geaendert:
    - ich sehe sein Verhalten nicht mehr als Angriff auf meine Autoritaet, bleibe cool und souveraen (meistens :hust: )
    - er laeuft an der Leine nur noch hinter oder neben mir
    - ich gehe vorausschauend spazieren und versuche, Stressfaktoren vor ihm zu sehen und ihm entsprechend Anweisungen zu geben
    - ich treffe auch kleine Entscheidungen fuer ihn (z.B. wo er an der Leine pinkeln darf, welchen Weg wir einschlagen, wen er begruessen darf)
    - ich verhalte mich so, als haette ich die Situation immer im Griff: selbst wenn mich etwas ueberrascht, tue ich so, als haett ich das laengst gesehen und als uninteressant erachtet

    Geaendert hat sich bis jetzt:
    - der Hund ist zu Hause ruhiger, laesst sich auf den Platz schicken und kommentiert nicht mehr alles
    - draussen ist er (meistens) abrufbar und auch in Stress-Situationen ansprechbar
    - er achtet und hoert besser auf mich, kommt zu mir wenn ihm was nicht geheuer ist

    Woran wir noch arbeiten:
    - er tickt immer noch aus, wenn es klingelt, aber beruhigt sich schneller wieder
    - er laeuft einem immer noch gerne nach, laesst sich aber wegschicken
    - er regt sich immer noch ueber Radfahrer/Jogger usw auf, aber wenn man vorausschauend und ruhig agiert, ist es fuer Aussenstehende kaum noch spuerbar

    Alles in allem war es schon so, dass die meisten unserer Probleme an meinem Verhalten liegen. Das zu aendern ist eigentlich die Hauptarbeit. Typisch ist z.B., dass wir immer prompt Rueckschritte erleben, sobald ich Stress habe oder emotional etwas angeschlagen bin. Mein Hund orientiert sich in der Hinsicht total an mir, bzw an meiner "Verantwortungskompetenz" in seinen Augen. Aber das konnte mir erst eine Trainerin sagen, die mich und mein Verhalten genau beobachtet hat.

    Vielleicht hast du selber schon laengst dran gedacht und ich habs ueberlesen, aber was spricht denn draussen bei Maja gegen eine Schleppleine?

    An der kann sie auch Sozialkontakte haben, aber du haettest eben die Sicherheit, dass du sie zur Not sicher zu dir holen kannst, wenn sie kurz vor einer Bellattacke steht.

    Einzeltraining bei nem guten Trainer kann ich auch nur empfehlen. Bei uns hat es Wunder bewirkt, weil mir die Trainerin vor allem meine eigenen Schwachstellen aufzeigen konnte und auch Dinge, die ich erst mal nicht so gerne hoerte (z.B. dass ich dem Hund zu wenig Sicherheit gebe und zu viel Eigenverantwortung lasse).

    Zum Tinnitus - ich hab auch einen, der mal besser und mal schlechter ist. Wenn ich weiss, dass es wieder laut wird, helfen bei mir geraeuschdurchlaessige Ohrenstopesel (also nicht gerade die, wo man bei >30dB nix mehr hoert), oder einfach Watte in die Ohren.

    Viel Erfolg!

    Zitat

    German Trailhound! Wer mit sechs Wochen am Squad rennen kann und später kerngesund ist, hat so einiges an guten Genen...

    Und fangt jetzt bitte nicht mit diesem Mischlingsbullshit an, hier gibts genug Threads dafür!

    Und der German Trailhound ist nicht aus anderen Rassen zusammengemischt? Ich hab da mal was anderes gelesen :???: