Beiträge von milospeed

    Also mit Homoeopathie kenn ich mich nicht so aus, aber ich kann zumindest berichten, wie es bei uns in dem Alter war. Es wurde naemlich von Mal zu Mal "ertraeglicher" - ich hoffe, das bleibt so!

    Die erste Laeufigkeitswelle (gibt es sowas? also mir kam es so vor, als waeren bei uns sehr viele Maedels auf einmal laeufig) kam, als Milo ca. 6 Monate alt war. Das war ein wildes Besteigen aller moeglichen und unmoeglichen Opfer (kastrierte Rueden, kastrierte Huendinnen, unkastrierte Jungmaedels). Wir haben ihn heruntergezogen, geschimpft, oder der kastrierte Rotti hat das selber in die Hand genommen -> wirkte am besten. Dann wurde auch mal einen Abend lang am Fenster Arien gesungen, weil man beim Spazierengehen zu lange mit so ner ganz Suessen spielen durfte. Es war einfach nur nervig.

    Beim zweiten Mal (ca. 11 Monate) beschraenkte sich der Spuk mehr auf permanentes Schnueffeln und Pipi-Lecken, sowie staendiges Unter-Strom-Sein, Ruedenabchecken und auch mal ne Pruegelei mit nem anderen Halbstarken.

    Jetzt, beim dritten Mal (knapp 15 Monate) ist er ebenfalls etwas hirnvernebelt :roll: . Konkret merke ich aber nur was, wenn wir mit laeufigen Huendinnen auf dem selben Platz trainieren. Gesungen wird nicht mehr, nur noch etwas gepienzt, und man ist halt nicht abrufbar wenn man am Popo so einer Dame festklebt.

    Andere Hunde werden diesmal interessanterweise gar nicht mehr bestiegen und angegangen. Ich glaube, dass er inzwischen gelernt hat, was hoeflich ist und was nicht.

    Danke, staffy, fuer deine Einschaetzung und die Tips.

    Ja, ich denke auch, dass wir auf einem guten Weg sind. Auch wenn er scheinbar manchmal nicht so beeindruckt ist, wie ich mir das wuensche, kommt wohl einiges anders bei ihm an als vorher.

    Er ist ja nicht doof, tut aber gerne so. Letzte Woche sprang er z. B. beim Befehl "ab in die Kiste" manchmal vorher noch wie ein Bloeder ueber die Kiste, in die Kiste, wieder raus und drumherum ("was, Kiste? was ist eine kiste? meinst du diese kiste? soll ich rein in die kiste? oder raus? oder so? oder was?"). Da hab ich ihm das halt jedes Mal noch lang und breit "erklaert". Jetzt schnipp ich einmal mit dem Finger, zeige drauf und klar ist, weil er sprintet los und wirft sich in die Kiste. Denn wenn er nicht gleich geht, wird er wortlos gegangen :sm: .

    Zitat

    Draussen, wenn möglich, rechtzeitig reagieren und, wenn nicht möglich, ohne viel TamTam aus der Situation gehen. Reagieren ohne etwas zu erreichen ist ungünstiger, als mit einer "mir egal" Einstellung und keifendem Hund weiterzugehen.

    Das ist glaub ich fuer mich der ultimative Ratschlag, danke. Zumindest bis ich MEIN richtiges Verhalten mit nem Trainer ueben kann. Ich hab naemlich KEINE LUST mehr auf dieses Theater, hektisch nach Leckerchen suchen, den Hund herlocken und unter beschwoerenden Worten abwarten, bis Feind endlich weg ist, dann supidupi und Party machen....

    Versteht mich nicht falsch. Ich hab das Monate lang gemacht und bin eigentlich total fuer positive Bestaerkung. Aber was ich mittlerweile festgestellt habe: mein Hund ist kein Welpe mehr, und er ist alles andere als geistig unflexibel. Er will in der Situation nun mal lieber keifen und hetzen, und wir muessen ueben, dass er das nicht darf, und nicht, dass etwas anderes (sprich ich mit meinen Leckerchen) toller und spannender ist. Isses naemlich nur, wenn er ganz dollen Hunger hat, oder muede ist oder wenn es regnet (dann ist eh alles doof) :sauer:

    Hoi Kathrin,

    Ja, das waren wir gestern. Ich hab euch auch erkannt, aber wollte nicht stoeren, weil ich gesehen habe, dass ihr arbeitet :gut: . War auch ganz schoen glatt auf dem Weg...

    Hm, ja, ich denke schon, dass Milo was geschnallt hat. Aber ich will nicht zu begeistert toenen, immerhin besteht das Problem draussen ja noch (angerufen in Bremgarten habe ich noch nicht, ich kalkuliere noch, ob ich mir diesen Monat noch die Stunde leisten kann, aber glaube schon).

    Mein Freund meinte am Wochenende allerdings auch, dass ich Kommandos praeziser und kompromissloser gebe als vorher, und viel weniger mit dem Hund "diskutiere". Da er uns nur an den Wochenenden sieht, faellt ihm eine Aenderung natuerlich eher auf als mir.

    Also toitoitoi, wir bleiben dran.

    Hallo Corinna (& all)

    Hm, Problemverschiebung trifft es nicht ganz. Was Neues kommt ja nicht wirklich dazu, sondern nur die ganzen alten Sachen wieder... und wieder... und wieder...:smile:

    Aber du sagst es, vor lauter den Hund perfekt erziehen wollen, nehm bzw nahm ich ihn wohl zu wichtig. Es trifft mich z.B. ziemlich persönlich, wenn mein Hund mich nervt und bei Radfahrern ausrastet, und ich kann dann auch Kritik an ihm schwer nur ertragen. Aber das ist eher ein persönliches Problem (jeder trägt sein Kreuz...) und liegt nicht am Hund.

    Ich bin ja auch nicht beratungsresistent, sondern tu mich eher schwer, eine Veränderung der Einstellung auch in schweren Zeiten durch zu ziehen (sprich: Stress im Job, oder alle starren mich an in der Fussgängerzone, oder einer schimpft mich Tierquäler weil ich den Velo-Stalker schimpfend am Geschirr zurückreisse damit niemand vor Schreck vom Rad fällt :schockiert: ). Da verlässt mich einfach der Mumm, weil ich mir in dem Moment eben nicht mehr 100pro sicher bin, ob ich das Richtige tue.

    Aber - wir können auch anders. Ich hab nämlich die Empfehlungen von staffy postwendend durchgezogen, und mein Partner (sonst noch ein grösserer Wattebauschjongleur als ich ;) ) zieht tapfer mit. Wir haben beschlossen, wir wollen das nicht mehr, und der Hund hat sich anzupassen, fertigaus.

    Und jetzt genier ich mich fast, weil es so einfach war, aber: Er verfolgt mich seit Tagen nicht mehr. Er bleibt auf seinem Platz. Ich klingel an der Haustür und er bellt nicht mehr (dasselbe wenn jemand anderes klingelt). Ich gehe auf Arbeit aus dem Büro und hol mir nen Kaffee, er bleibt auf seinem Platz ohne dass ich etwas sagen muss. Wenn jemand auf dem Flur rennt, bufft er höchstens noch, aber bellen ist nicht mehr. Er geht auf meinen Fingerzeig anstandslos in den Korb und bleibt dort. Zwischendurch auf Arbeit hab ich irgendwie ganz vergessen dass er da war... Ach ja, und wenn ich kuscheln will befehle ich ihn gnadenlos aufs Sofa, puhle gnadenlos an ihm herum, und dann wieder tschüssikovski ab in Korb.

    Leut, ich seh ja auch, dass es erschreckend einfach ist. Aber habt bitte Verständnis, dass manche Leute den einfachen Weg erst nach vielen Umwegen finden, oder erst dann wenn ihnen die guten Ausreden ausgehen.

    Ich glaube trotzdem nicht, dass wir die Radfahrer-Geschichte allein optimal in den Griff bekommen, weil ich Schwierigkeiten habe, souverän und konzentriert mein Ding durchzuziehen, wenn ich merke dass mich Leute anstarren und denken entweder der Hund ist plemplem oder ich. Das ist leider momentan noch so, drum brauch ich ja auch nen Trainer :ops:

    Bei Milo wurde der Leistenhoden mit 12 Monaten entfernt. Der Schnitt war recht klein (ca. 2 cm, 4 Stiche) und war in 10 Tagen gut verheilt. Allerdings ist unser Hund auch klein, und der Hoden sass gut fühlbar in der Leiste. Wir haben es bei einer TÄ machen lassen, die sich auf Kleintierchirurgie spezialisiert hat, und anscheinend war es kein Problem. Unsere TÄ hatte übrigens von sich aus vorgeschlagen, den gesunden Hoden zu belassen und nur den in der Leiste zu entfernen. Es läuft also nicht bei jedem TA zwangsläufig auf Vollkastra hinaus :smile:

    Wie gemein manche Menschen sind, und wahrscheinlich sind sie sich dessen nicht mal bewusst :sad2:

    Schlag sie mit ihren eigenen Waffen: mit Ignoranz und indem du keinen Gedanken an sie verschwendest. Grins in dich hinein, lach mit deinem Hund ueber sie, denn sie haben offensichtlich keine Ahnung, wie schoen das Leben mit einem Hund (egal mit wievielen Beinen) ist.

    Meiner faehrt auch Bus seit er klein ist. Anfangs hatte ich ihn auf dem Schoss (bis ca. 4 Monate), danach sass er aber unten. Da konnte er natuerlich auch noch nicht die ganze Zeit Ruhe geben, aber wir haben das so geuebt: Fuss auf die Leine und nicht beachten, bis er sich von alleine hinlegt und entspannt, Minuetchen warten, dann loben, streicheln und wieder von vorne. Heute legt er sich sofort gemuetlich hin und gibt die ganze Fahrt Ruhe, sobald ich meinen Fuss auf die Leine stelle.

    Find ich gut, dass du regelmaessig mit ihm faehrst, da wird er sich bald dran gewoehnen, und die Faszination von alten Kaugummis laesst auch mit der Zeit nach :smile:

    Bei uns auf dem Dorf wurden die Tauben frueher auch so geschlachtet (zum Essen allerdings). Fand ich damals schon graesslich, aber wenn er es so gemacht hat, dass das Genick schnell durch war, ist es wohl nicht anders als wenn er ein Beil benutzt haette... :/

    Ich find es natuerlich auch nicht gut, ein Tier so umzubringen, aber es ueberrascht mich (positiv), dass das Toeten von (Nutz-)Tauben tierschutzrechtlich verfolgt wird. Das wusste ich vorher nicht, ist das neu?

    Es klappt manchmal, wenn auch noch selten. Wir ueben das gerade intensivst im Erzeihungskurs, weil dort gerade eine Huendin mitlaeuft, die entweder schon in den Stehtagen ist oder kurz davor (zumindest beisst sie keine Rueden weg).

    Anfangs fand ich es nervig, wenn lauefige Huendinnen dabei sind, aber inzwischen find ich es toll, dass ich dann auch unter erschwerten Bedingungen mit ihm ueben kann (umso toller, wenn er sich dann auch mal nen Moment auch mich konzentrieren kann).

    wildsurf
    :smile: Ja, ich denke, dass es mir schon helfen wird, wenn mich jemand in der kritischen Situation beobachtet und aufzeigt, was und warum in dem Moment bei uns falsch laeuft.

    hotelmama
    Ja, Kontrolleure halten sich dafuer verantwortlich, dass Ruhe herrscht und sie immer vornedran sind, wenn und wo was passiert. Von dem wie du deinen Hund beschreibst, sehe ich da schon Parallelen. Sie fuellen eine Rolle aus, fuer die ihrer Meinung nach jemand zustaendig sein muss, auch wenn sie selber total unsicher und damit ueberfordert sind. Und wenn sie nicht schaffen, allein durch ihre Anwesenheit das Geschehen zu beherrschen, kommen sie durchaus auch auf die Idee, koerperlich zu massregeln. Meiner hat das frueher auch versucht (bei meinem Vater, der Hunden gegenueber etwas unsicher ist), und da hatte ich auch ueberhaupt keine Skrupel, ihn massiv und nachhaltig in seine Schranken zu weisen (weil sowas geht gar nicht!). Vielleicht weil es da so klar und offensichtlich war, dass der Hund sich ohne Stress und koerperliche Not ne ungeheure Frechheit herausnimmt.

    Bei den Radfahrer-Geschichten war mir das nicht so klar, und da habe ich eben geglaubt (und wurde mir von der Trainerin auch so vermittelt), dass der Hund in dem Moment nichts dafuer kann, dass er Stress hat etc. und dass man durch Ignorieren und postitive Bestaerkung zum Ziel kommt. Aber wie gesagt, wir doktern nun schon viel zu lange daran herum, und ich sehe inzwischen auch, dass es das nicht sein kann.