Beiträge von milospeed

    Ich würd mich freuen, wenn ich öfter mal solchen Leuten begegnen würde und die Gelegenheit nutzen, mit meinem Hund auch zu üben.

    Dass jemand Fremdes mit seinem Hund an meinem übt (z.B. Aufmerksamkeit, Abruf usw) ist mir aber erst ein- oder zweimal passiert. Einmal trainierte eine Frau mit ihrem Schäfi in der Freifolge, indem sie ihren Hund im Abstand von 50 m immer ein Stück in unsere Richtung laufen liess und den Hund sofort wieder abrief. Fand ich sehr interessant und nutzte die Gelegenheit, mit Milo Blickkontakt zu trainieren (der fand den rennenden Schäfi nämlich sehr interessant). Da war es auch nicht schlimm, dass der Schäfi einmal nicht gleich hörte und doch etwas zu weit auf uns zugerannt kam. Ich blockte ihn wortlos ab, so dass er und Milo gar nicht erst Kontakt aufnehmen konnten, und er machte sofort kehrt und rannte zu seinem Frauchen. Fand ich ne super Übung.

    Leider sind es meistens nur Leute, die nicht checken, wenn meiner an der Leine trainiert, und ihren freilaufenden Hund ungehemmt mittenrein platzen lassen.

    Am besten noch mit dem Kommentar: "Warum machen Sie denn nicht die Leine ab, wenn ein anderer Hund kommt?" :sauer:

    Hm, lese hier eigentlich nur still mit, weil ich nebenher an meiner Diss arbeite (ueber Populationsgenetik und Verhaltensbiologie). Ich hab also noch keinen Doktortitel, aber darf ich mal in aller Bescheidenheit etwas anmerken?

    Also ich versteh dieses halbwissenschaftliche Geschwurbel ueberhaupt nicht:

    Zitat


    Zitat:
    ...
    diskussionen auf basis solcher gedanken ignorieren das individuelle empfinden von einzelnen lebewesen. außerdem zeugen sie davon, dass der gedankenträger keinerlei ahnung von der funktionsweise von organismen und der umfänglichen funktionen von geschlechtshormonen hat. bevor man also in die philosophischen aspekte von natur und unnatur einsteigen, bitte erst mal intensiv mit den grundlagen der natur und biologie / physiologie von organismen beschäftigen.


    Und sowas

    Zitat

    ja wahrscheinlich schmalspur auf lehramt sek I und darum auch solche absurden theorien ...

    ist einfach nur ein arroganter, sinnfreier Kommentar. Nix fuer ungut.

    Aber da wir hier ja in Expertenkreisen schwadronieren, duerfte es ja nicht unbekannt sein, dass in der modernen Wissenschaft gilt - wie im richtigen Leben auch: kurz & klar kommt besser (und ueberzeugender) an als besserwisserisch & kompliziert.

    Okay, genug von der Arbeit abgelenkt ;)

    Also was ich bis jetzt ueber Spitze gehoert und gelesen habe, trifft eure Vorstellungen ziemlich genau, wie es flying paws und brush ja auch schon geschrieben haben. Zumal sie angeblich wenig zum Wildern neigen, was ja auch wichtig waere, wenn ihr direkt am Wald wohnt (oder braucht ihr unbedingt einen Jagdgebrauchshund?).

    Vor allem der Grosspitz waere ja ein Hund, den nicht jeder hat, zumal die Rasse bereits vom Aussterben bedroht ist. Kann man gar nicht verstehen, das sind sooo bildschoene, sportliche und gesunde Hunde. Aber vermutlich einfach zu wenig bekannt.

    Schau mal hier:

    http://www.deutsche-spitze-liebhaber.de/html/varietat_grossspitz.html

    Also ich kann deine Bedenken schon nachvollziehen. Mag schon sein, manchen Hunde schadet es ueberhaupt nichts, wenn sie ein paar Monate lang zu viel Verwoehnaroma bekommen. Aber andere wirft es in der Erziehung schon zurueck. Ich hab das selbst schon erlebt, als ich meinen Hund letztes Jahr fuer zwei Monate abgeben musste. Ihm ging es super dort, er wurde auch nach Strich und Faden verwoehnt und geliebt, aber er bekam ueberhaupt keine Grenzen gesetzt. Und als ich ihn wiederbekam und ihn mal seiner Ansicht nach zu lange streichelte, schnappte er gleich nach mir, weil er sich das dort so angewoehnt und ueber Wochen Erfolg damit hatte :schockiert:

    Wir haben das wieder in den Griff gekriegt, aber mir waere lieber gewesen, wenn er diese Schwelle "mir passt was nicht - ich schnappe" nie ueberschritten haette.

    Wohlgemerkt, mein Hund war damals im schlimmsten Flegelalter und ist sowieso ein kleiner Manipulator. Ahnt er ne Schwaeche, nutzt er sie aus (vielleicht aehnlich wie bei dem Dackel deiner Oma). Das kann bei deiner Huendin ganz anders sein.

    Also wenn du dir nicht sicher bist, nimm dir die Zeit und suche nach Alternativen. Ansonsten tu dir den Gefallen und gib Hundi ohne Wenn und Aber zur Oma, frag nicht gross nach (ich hing damals taeglich am Telefon, bekam deswegen viele graue Haare und konnte vom Ausland aus eh nichts aendern - mach das nicht!) und sieh es gelassen, dass du hinterher erziehungsmaessig vielleicht wieder etwas mehr investieren musst. Einen Tod muss jeder sterben ;)

    Wo wohnst du denn?

    Leider war Pedro doch nicht mehr viel Zeit vergoennt. Letzte Woche Donnerstag ging alles ganz schnell. Meine Mutter kam von der Arbeit, ueberall war Blut in der Wohnung, und der Hund lag ganz apathisch da. Er war wohl ganz ruhig und kam zu ihr, und da konnte sie sehen, dass es soweit war. Sie fuhr zum Tierarzt, er bekam nochmal ein Schmerz- und blutstillendes Mittel, um die Zeit zu ueberbruecken, bis mein Vater aus der Arbeit nach Hause brauchte. Zu dritt nahmen sie sich noch ne Stunde fuer den Abschied, dann fuhren sie nochmal zum Tierarzt, wo er schliesslich ganz ruhig und geloest einschlafen durfte.

    Danke nochmal fuer die Anteilnahme.

    Wir werden ihn nie vergessen. Macht Platz auf der Regenbogenbruecke! Die liebste und suesseste Dumpfbacke der Welt kommt angaloppiert und findet garantiert jeden Ball und jedes Mauseloch (und jeden leckeren Hundehaufen...)

    Hallo, ich mache mal kurz Zwischenmeldung.

    Wir sind weiter dran an der Sache. Zu Hause klappt es schon gut, vor allem das in den Korb schicken und dort bleiben. Das nimmt er mittlerweile so ernst, dass er sich nicht mal von allein raus traut, um was zu trinken. Er liegt dann im Korb und schaut mich fragend an, ich sag "bitteschoen", er geht trinken, dann schick ich ihn wieder in den Korb (natuerlich darf er nach ner Weile auch wieder raus). Ach ja, und neulich hab ich ihm sein Futter hingestellt und das "bitteschoen" wohl zu sehr genuschelt dass er nicht ganz sicher war... nach ner Weile hab ich mich gewundert, wieso er im Korb liegt und keinen Hunger hat, bis ich dann gemerkt hab was los ist... hab ihm nochmal das okay gegeben und nur noch ne Staubwolke gesehen, die Richtung Schuessel flitzt :D


    Bellen beim Klingeln ist auch nicht mehr, auch wenn es ihn natuerlich noch gewaaaaltig pfupfert, wenn jemand an der Tuer ist.

    Es sind ganz kleine Schritte, aber ich freu mich drueber.

    Draussen ist bei Milo immer noch Krieg angesagt, aber da sind wir seit einer Woche in guten Haenden bei einem erfahrenen Hundetrainer (danke fuer den Tip, Kathrin :gut: ). Der hat mir genau diagnostiziert, woran es bei uns hakt: Unsicherheit, Ueberforderung und Respektlosigkeit beim Hund, Unsicherheit, Unklarheit und kein Fuehrungsanspruch bei mir. Daran werden wir jetzt zusammen intensiv arbeiten, und seiner Meinung nach ist die Sache mit den Radfahrern in einem Jahr oder auch schon viel eher gegessen, sofern wir das konsequent durchziehen.

    Vor allem muss ich mich von einer paar alten Verhaltensmustern und Erziehungsweisheiten loesen, die bei uns nichts gebracht haben. Das wird wohl das Schwerste an der ganzen Sache sein. Aber das Coole ist, dass der Trainer psychologisch versiert ist und vor allem die HH trainiert, anstatt an den Symptomen beim Hund herum zu doktern. Ich muss also mehr lernen als mein Hund :smile:

    Ich halt euch weiter auf dem Laufenden.
    Gruss von Milo, der alten Socke

    Ich hab jetzt nicht den ganzen thread gelesen (nur Anfang und Schluss), aber ich denke, bevor der Hund 10 Stunden allein sein muss und am Ende des Tages gar nicht weiss, wohin mit seinem angestauten Frust, ist eine gute (!) Hundetagesstaette keine schlechte Idee. Vor allem wenn die Betreuerin Ahnung hat und die anderen Hunde ruhig und vernuenftig sind, kann das auch nen guten Einfluss auf den Racker haben.

    Ansonsten, wie sollen denn 10 Stunden Isolation zu Hause die Bindung zum Hund foerdern :???: ?
    Oder andersherum, wie soll ein halber Tag positive Hunde- und Menschengesellschaft dieser schaden? Ist es nicht besser, die TS holt abends guten Gewissens einen zufriedenen Hund ab, und beide arbeiten danach durch Spielen, Uebungen etc. an ihrer Bindung? Mein JRT-Mix geht auch in eine Betreuung, und abends ist er immer noch (oder gerade deswegen) Feuer und Flamme, mit mir Suchspielchen etc. zu machen.

    Ich bin auch nicht der Meinung, dass man fuer ne gute Bindung 24 Stunden Kontakt zum Hund braucht. Und wenn man als HH eh schon ueberfordert und vom schlechten Gewissen geplagt ist, kann eine solche Loesung auch bewirken, dass man sich entlastet fuehlt und wieder positiver an die ganze Sache ran geht. Mir ging es zumindest so, und ich bin froh, meinen Hund zweimal die Woche "abgeben" zu koennen.

    Schau dir die Tagesstaette doch mal an, vielleicht auch zusammen mit der Trainerin? Dann kann sich die Betreuung auch ein realistisches Bild von deinem Hund machen, und ihr koennt klaeren, ob er dort zur Sicherheit auch mit MK laeuft oder nicht, wie sie mit ihm umgehen muss etc. Frag unbedingt genau nach, frag die Besitzer der anderen Hunde nach ihrer Erfahrung, und verschweige vor allem nichts!

    Viel Glueck, und Respekt, dass du nicht aufgibst!