Beiträge von milospeed

    Hallo Nicole,

    Nicht verzweifeln. Ich hab auch nen Hund, der - weniger durch mich als durch sein Umfeld - ständig im Mittelpunkt steht bzw stand. Eben auch klein, süss, charmantes Kerlchen, mit Frauchen welches keinen ernstzunehmenden Widerstand leistet, bzw nicht ernst genommen wird. Das merkt dein Hund natürlich, und warum sollte er dich dann ernst nehmen?

    Ich bin mittlerweile sowohl mit meinem Hund als auch mit seiner sozialen Umgebung (Hunde wie Menschen) um einiges "unfreundlicher" geworden, gleichzeitig aber auch um einiges entspannter. Das heisst, wenn ich nicht will, dass mein Hund an einem anderen schnuppert (weil er an der Leine ist, weil ich es eilig habe, weil mir der andere Hund nicht koscher ist), dann schick ich den anderen weg, oder gehe ein "NEIN" knurrend weiter und ziehe meinen Hund einfach mit. Bei Leuten, die ihn begrüssen und streicheln wollen mach ich es ähnlich, wenn ich grade nicht den Nerv dazu habe und mein höfliches Ablehnen frech ignoriert wird. Das finden viele Leute natürlich erst mal doof. Aber ich spar mir dadurch Diskussionen und Ärger, und mein Hund lernt, dass wenn ich was nicht möchte, dann wird das auch nicht gemacht.

    Hatten wir neulich ganz konkret: distanzloser Labbi kommt freudig auf uns zugerannt, die HH findet's klasse (obwohl meiner an der kurzen Leine war) , Labbi wird von mir weggeschickt, HH mault sich eins. War mir egal. Denn den Blick von meinem Hund werde ich nicht vergessen, der nämlich den Labbi auf einmal keines Blickes mehr würdigte, sondern auf einmal grinsend neben mir hertippelte.

    Ich find das so ne hammerschwere Lektion, als liebes Frauchen mit kleinem Süsshund ernst genommen zu werden, aber ich glaube, der kleine Süsshund bringt es einem mit der Zeit schon bei :D

    Ich stimme den anderen soweit zu, dass es unverantwortbar ist (für den Hund und evtl. auch für eure Beziehung), wenn dein Mann ständig ausrastet und den Hund schlägt.

    Aber - bitte korrigier mich, wenn es sich um einen Schreibfehler handelt - du schreibst, dein Hund ist 12 Monate alt und gehört einer grossen Rasse an. Gleichzeitig fallen Begriffe wie Hundekind, Kleiner etc. Zwar braucht ein grosser Hund 2-3 Jahre, um erwachsen zu werden, aber meiner Ansicht nach ist dein Kleiner alles andere als ein Baby.

    Vielleicht liegt auch hier ein Teil des Problems, weswegen sich dein Mann dem Hund gegenüber hilflos und überfordert fühlt (denn nichts anderes scheinen seine Aussetzer ja auszudrücken). Zieht ihr am Ende vielleicht nicht am selben Strang, und er glaubt deshalb, dein evtl. zu "nachsichtiges" Erziehungsverhalten durch Härte ausgleichen zu müssen, damit der Hund gehorcht und kontrollierbar ist?

    Vielleicht ist für euch beide das Beste, euch mal ganz sachlich zusammen zu setzen und ganz genau festzuhalten:

    1. was soll der Hund können, wo MUSS er einfach gehorchen
    2. wie erreicht man das (durch Schläge ja anscheinend nicht, und durch Beschützen noch weniger)
    3. was geht gar nicht (z.B. für dich: dass er ihn schlägt, für ihn: dass du den Hund entschuldigst wenn er nicht hört)
    4. wo können wir uns Rat und konkrete Anleitung holen (DF, Bücher, Hundeschule, Trainer etc.)

    Und dann am besten beide zusammen mit dem Hund trainieren und reden, reden, reden (Taktikbesprechung darüber, was gut läuft, was nicht klappt, was man hätte besser machen könnte etc.). Später, wenn euer Kind älter wird und womöglich nicht mehr so pflegeleicht ist, wird sich vielleicht manches auszahlen, was ihr beide jetzt bei eurem Hund lernen könnt. Und das Wichtigste ist wohl, dass ihr euch einig seid, wie der Hund erzogen werden soll und am gleichen Strang zieht.

    Noch'n Tip, was man bei akuten, unkontrollierten Wutanfällen machen kann: Leine jemand anderem in die Hand drücken (bei mir war es mein Freund), und ein paar Schritte allein weiter gehen, in ganz schlimmen Fällen in einiger Entfernung gegen einen Baum treten. Wenn's wehtut, schadet es zumindest nicht dem Hund ;)

    Dann zurückkommen, durchatmen und weiter erziehen.

    Viel Glück!

    Nee wirklich, eine Kastration wird nichts daran ändern, dass der Hund unerzogen, hyperaktiv und Kindern gegenüber unsicher bzw nicht ausreichend auf Kinder sozialisiert ist.

    Vielleicht kannst du als ersten Schritt ja in eine Hundeschule wechseln, die noch andere Antworten auf diese Probleme kennt als die Kastra ;)

    Es hört sich so an, als sei dein Hund ziemlich überfordert und überdreht. Um den Hund durch Erziehung daheim ruhiger zu bekommen, kannst du unter anderem Folgendes machen:

    1. Dem Hund Ruhe beibringen. Dazu braucht er nen festen, ruhig gelegenen Platz, an den er geschickt wird und wo er bleiben muss, während einfach mal ne Weile gar nichts passiert. Das übt ihr solange mit langsam gesteigerter Action um ihn herum, bis er auch mal ne Weile entspannt im Korb liegen bleiben kann, wenn um ihn rum das ganz normale Alltagsgeschehen stattfindet. Am besten, du lässt ihn immer wieder mal ne Auszeit machen (z.B. nach dem Spazierengehen ne halbe Stunde in den Korb schicken, nach dem Fressen ne Stunde, wenn er zu sehr aufdreht wieder ne halbe Stunde Siesta usw.) und streichst wildes Toben und grosse Action zu Hause erst mal für ne Weile. Wenn er zunächst nicht auf seinem Platz bleiben will, hilft auch Anbinden (solange er da nicht panisch drauf reagiert). Ach ja, und natürlich belohnen wenn er brav am Platz bleibt - am besten durch was Leckeres zum Kauen, denn Kauen beruhigt zusätzlich.

    2. Dem Hund beibringen, dass er keine Aufmerksamkeit bekommt, wenn er sie durch ungezogenes Verhalten einfordert. Sprich, Bellen usw wird ignoriert (z.B. durch demonstratives Wegdrehen, -gehen), aber ruhig sein wird belohnt durch Zuwendung.

    3. Auf jeden Fall deine Eltern mit einbeziehen. Die ganze Erziehung bringt nur wirklich was, wenn alle Hauptbezugspersonen an einem Strang ziehen.Vielleicht kannst du ihnen ja vermitteln, dass es für den Hund purer Stress (und somit ungesund) ist, wenn er immer das Grundstück bewachen "darf" (aus seiner Sicht "muss" er das sogar). Stattdessen könnten deine Eltern mit ihm auch die Auszeit-Übung machen, bzw von ihm einfordern, dass er ruhig in seinem Korb oder auf seinem Platz liegt anstatt stundenlang auf dem Grundstück zu patroullieren.

    Zu dem Problem mit den Kindern kann ich nichts raten, da ist wohl besser, nen erfahrenen Trainer zu konsultieren (immer der gleiche Tip, aber ich halt es nun mal für das Beste), um den Hund sicher einzuschätzen und bestmöglich auf Kinder zu sozialisieren, sofern das das Problem sein sollte (die Sexualhormone sind es aber ganz sicher nicht).

    Viel Glück!

    Also wenn mich was aergert, dann die Einstellung, dass ein mangelhaft erzogener Hund automatisch auf mangelndes Verantwortungsbewusstsein und mangelnde Ausdauer beim Besitzer zurueck zu fuehren ist.

    Ich hab meinen Hund mit drei Monaten bekommen, und seither sind wir konstant am Trainieren. Wir waren von Anfang an in der Hundeschule, ich wollte alles richtig machen. Stattdessen tat sich eine Baustelle nach der anderen auf, und die Hundeschule war ratlos (Kommentar: "Sowas haben wir hier auch noch nicht erlebt", "Der ist echt ne harte Nuss").

    Also nicht, dass wir anderthalb Jahre nicht gemerkt haetten, dass der Hund Defizite hat und nichts dagegen getan haetten. Ich hab Dutzende Hundebuecher verschlungen, tausende Forumsbeitraege gelesen, mich mit anderen HH unterhalten, Rat bei insgesamt drei Einzeltrainern und zwei Hundeschulen gesucht. Und es hat trotzdem bis vor kurzem gedauert, bis ich die richtige Anleitung gefunden hatte und das ganze technische Know-How so verinnerlichen und auf meinen Umgang mit dem Hund abgestimmt anwenden konnte, dass wir tatsaechlich Riesenfortschritte machen.

    Ich hab bereits jetzt den Gegenwert von nem Gebrauchtwagen an Geld fuer die Erziehung meines Hundes ausgegeben, und ich verdiene nicht eben viel. Aber ich haette nie nie nie aufgeben, und ich kenne genug HH mit schwierigen Hunden, die ebenso hartnaeckig sind, auch wenn es laenger dauert.

    Ich wuensche der TS, dass sie sich nicht von Zeigefingerhebern unter Druck setzen laesst. Sichere deinen Hund so ab, dass er andere nicht belaestigt oder sich in Gefahr bringt, such dir nen guten Trainer (die Suche kann auch mal etwas laenger dauern, bis es richtig passt), uebe viel und vor allem lass dich nicht entmutigen. Du wirst so unheimlich viel mehr lernen als manche ach so erfahrenen Zyniker, die dir von vorneherein Unfaehigkeit prognostizieren, vielleicht glauben wollen.

    Wenn dein Hund sich draussen nicht fuer dich interessiert, wird sich das bessern, wenn du erst mal richtig und konsequent mit ihm arbeitest. Momentan ist er noch nicht gewohnt, dass es draussen was Wichtigeres und Spannenderes als andere Hunde geben koennte, aber mit der richtigen Motivation und Anleitung, und mit viel Beharrlichkeit deinerseits wird er das frueher oder spaeter rausfinden :gut:

    Seh ich auch so, dass das einfach Arbeitsteilung ist. Ich kenne nur wenige Paare, bei denen beide gleich gerne mit dem Hund raus gehen.

    Bei uns ist es auch so, dass der Hund fast gänzlich in mein Arbeitsgebiet fällt und Freund auch öfter mal zugibt, er habe jetzt keine Lust zum Raus- bzw Mitgehen. Dafür macht er andere Sachen, die ich nicht gern tue, und er geht auch ohne zu zögern allein Gassi, wenn ich krank bin oder total im Stress oder aus nem anderen Grund nicht kann. Genauso wie er auch ohne bösen Gedanken im strömenden Regen zum Chinesen um die Ecke marschiert, um uns was zum Abendessen zu holen, weil ich grad frierend und dick eingemummelt auf der Couch sitze und unmöglich DA RAUS gehen kann.

    Ich finds völlig okay so, und ich geh auch gern allein mit dem Hund. Ist ja schliesslich mein grosses Hobby :roll:

    Zitat

    Im Grunde disqualifizierst du dich fast schon selbst, einen 10 Monate alten Hund zu haben, der scheinbar null Regeln kennt und sich wie die Axt im Walde benimmt.

    Hallo hallo, wer qualifiziert hier wen?

    Es geht vielleicht auch konstruktiver, als der TS, die sich ja hier sehr einsichtig zeigt und um Rat fragt, gleich mit erhobenem Zeigefinger zu verurteilen. Ausserdem, wie viele Hunde gibt es hier im Forum, die sich mit 10 Monaten wie die Axt im Walde benehmen bzw benahmen? *hand heb* Dann disqualifizier mich gleich mal mit :hust:

    Für mich klang es so, als seien ihr die Probleme durchaus bewusst, nur dass sie eben noch nicht weiss, wie sie sie angehen muss.

    Ich würde auch ein paar Einzelstunden bei nem guten Trainer empfehlen. Da lernt man schon enorm viel, was man dann auch allein weiter üben kann.