Beiträge von milospeed

    Hm, das klingt wirklich schwierig. Dass Option a für dich nicht in Frage kommt, schliesse ich mal aus deinem letzten Post :smile: .

    Aber was willst du denn für einen Saluki (ausser gesund und nicht-Showlinie), dass dieser so schwer zu bekommen ist? Ich kenne mich mit Windhunden leider gar nicht aus - gibt es so wenige Züchter, oder sind deine Wünsche so speziell?

    Und warum ist es so wichtig, den Hund jetzt sofort zu bekommen, dass du sogar die Nachteile, die ein schlecht sozialisierter Hund mit sich bringen kann, offenen Auges in Kauf nehmen würdest?

    Entschuldige die Fragen, aber ich bin echt neugierig, warum es nicht "irgendein" (nicht krank gezüchteter) Saluki sein darf.

    Da bin ich ja beruhigt, dass andere auch "vorplanen" ;) .

    Ehrlich gesagt, ich war schon immer etwas angekaest, wenn solche Fragen kamen wie:

    "Warum holst du dir einen Hund waehrend du noch in der Ausbildung bist? Und ohne Mann? Was ist wenn dein zukuenftiger Partner mal keine Hunde mag? Was wenn du mal Kinder willst?"

    Okay, kann man ja fragen, aber ich fand so ne Einmischung bisher ueberfluessig. Erstens stand fuer mich schon immer fest, dass ich sowohl Hund als Kinder will, da brauch ich nicht erst drueber nachdenken (hochstens ueber den Zeitpunkt). Zweitens waer fuer mich kein Mann attraktiv, der keine Hunde mag und keine Kinder will. Mein jetziger Partner ist dahingehend genau auf meiner Wellenlaenge, und anders koennte ich mir auch gar keine glueckliche Beziehung vorstellen. Romantisch und pragmatisch muessen sich ja nicht ausschliessen.

    Drittens wollte ich einen Hund, der kinderkompatibel ist. Sprich, gern lebhaft aber dann nicht zu gross (okay, er ist recht klein, haette aber von mir aus noch um einiges wachsen koennen) und gut mit Kindern sozialisiert (das konnte ich selbst beeinflussen, da ich ihn als Welpe bekommen und darauf geachtet hab, dass er viele positive Kinderkontakte hat). Auch ist er ein Hund, den man mal jemandem "aufs Auge druecken" kann, wenn Not am Mann ist, z. B. der Verwandschaft oder einem Hundesitter, denn das ist er ebenfalls von klein auf gewohnt.

    Viertens neige ich sowieso dazu, mir immer den Ernstfall auszumalen. Als der Hund in der Pubertaet mal ne schnappige Phase hatte, haben wir schon gemeinsam ueberlegt, was waere, wenn das bliebe bis wir Kinder haben. Antwort war, wir geben den Knoedel niemals ab, und wenn er zu Hause nur mit Mauli rumlaeuft und wir ein Vermoegen zum Hundetrainer tragen muessen. Er gehoert zur Familie, und wenn was nicht klappt, dann finden wir nen Weg. Unsere Kids steigen uns doch aufs Dach, wenn wir ihnen mal Fotos von dem Suessen zeigen und dann sagen "weil du geboren wurdest haben wir ihn weggegeben."!! Die denken doch am Ende, dass wir sie auch weggeben, sobald das Naechste kommt. Nee nee, sowas geht absolut nicht. Echte Notsituationen sind davon natuerlich ausgenommen, denn die kann eh keiner voraussehen - aber selbst wenn alles schief geht haetten wir Freunde und Familie, die sogar schon zugesagt haben, den Hund im Notfall ganz bei sich aufzunehmen.

    Aber bevor da jetzt die Fantasie mit mir durchgeht :roll:, lehn ich mich mal lieber zurueck und warte, bis es soweit ist... Geplant ist konkret noch nix, aber falls es dann irgendwann mal passiert, sind wir zumindest einigermassen drauf vorbereitet.

    Ist eben mein Weg (EDIT: weil ich doch so ne Sorgentante bin), obwohl ich es genauso gut finde, die Dinge ohne viel Nachdenkens auf sich zukommen zu lassen und dann mit Mut und Spucke das Beste draus zu machen. Hut ab an alle, die das so machen bzw schon geschafft haben. :gut:

    Was mir noch eingefallen ist, was du dir selber oder deinen Eltern evtl. als Motivationshilfe schenken könntest, ist das Buch von Thomas Baumann "Ich lauf schon mal vor" (Baumann-Müller Verlag).

    Darin geht es in erster Linie um Erziehung, aber es sind auch sehr informative Kapitel dabei über
    Konfliktmanagement bei aggressiven und ängstlichen Hunden, Auslastungsmöglichkeiten (das hier schon beschriebene Longieren und Zielobjektsuche (ZOS),
    sowie über Hausregeln für Hunde mit verschiedenem Problem-Hintergrund.

    Ganz toll finde ich dabei, dass anhand von Problemfällen und Fallbeispielen sehr gut gezeigt wird, wie wichtig es ist, ein für den jeweiligen Hund angepasstes Trainingsprogramm zu finden. Das wäre für dich und deine Eltern vielleicht sehr lesenswert, vor allem wenn es darum geht, zu beurteilen, was ihnen der Hundetrainer rät (denn leider sind nicht alle Trainer ihr Geld wert, und manchmal ist es besser, sich mehrere anzuschauen).

    Will hier keine Schleichwerbung machen, aber ich glaube, dass es zu eurer Thematik passt, und da ich es selber besitze, kann ich es nur empfehlen.

    Weisst du, ich habe auch Eltern, die - wenn ich was gesagt habe - relativ beratungsresistent waren. Kamen dieselben Anmerkungen, Ratschläge etc. aus dem Mund eines Hundetrainers, wurden sie - manchmal sogar ein bisschen zu unreflektiert für meinen Geschmack - sofort angenommen.

    Vielleicht lag es auch daran, WIE ich es gesagt habe ;)

    Ich wünsch deiner Familie und dem Hund, dass ihr das packt.

    Und bitte bitte nicht vergessen, dem Hund trotz aller Vorsichtsmassnahmen durch klare Regeln ein ruhiges, wohlwollendes und entspanntes Umfeld zu verschaffen (so wie es nindog ja auch beschrieben hat). Das ist nicht nur für den Hund wichtig, sondern auch für den Frieden in der Familie. So wie ich euren Hund einschätze, ist er sehr sensibel und spiegelt ratzfatz die Stimmung seiner Umgebung wieder (tut meiner auch).

    Hallo erst mal,

    Zu der Vorgeschichte äussere ich mich mal nicht, da haben schon andere was zu geschrieben, und du weisst ja offensichtlich selber, dass es für den Hund mies gelaufen ist.

    Zu Mauli und Trainer wurde ja schon geraten.

    Was ich noch beisteuern möchte, ist der ernsthafte Appell, dass nicht nur der Hund lernen muss, sein Verhalten zu ändern, sondern auch sein Umfeld. Besucher (auch Personen, die er kennt) haben ihn zu ignorieren, keiner streichelt den Hund, Punkt. Aussagen wie "aber mich kennt er doch" zählen ab jetzt nicht mehr. Dasselbe FINGER WEG gilt für die Kinder, es sei denn der Hund trägt seinen Maulkorb und ein Erwachsener ist dabei, dem zuzutrauen ist, mit Verstand einzugreifen, BEVOR der Hund in eine fischige Situation kommt.

    Das heisst nicht, dass der Hund ausgegrenzt werden soll, im Gegenteil. Sperrt den Hund bei Besuch oder Familientreffen bitte nicht weg, aber um Himmels willen sichert ihn ab und bringt ihm bei, wo sein Platz ist. Es bringt ihn nicht um, wenn er bei Besuch nen Mauli trägt und auf einem bequemen Plätzchen angebunden ist, von wo er das Geschehen beobachten kann. Ist für den armen Kerl nach einiger Zeit vielleicht sogar ne Erleichterung, nicht ständig mittendrin zu sein und in Versuchung zu geraten, das Geschehen zu regeln.

    Alles andere (permanent aussperren, sozial ausgrenzen, einschläfern...) wäre dem Hund gegenüber hochgradig unfair, egal wie wenig Sympathie ihr nach dem letzten Zwischenfall fuer ihn empfinden könnt. Und nein, ein Hund ist nicht erzogen, wenn er sich herausnimmt, wer ihn wann zu streicheln hat. Ich weiss wovon ich rede. Mein Hund mutierte nach einem längeren Pflegeaufenthalt bei meinen Eltern ebenfalls zum Streichel-Schnapper. Er kam, liess sich knuddeln, und schnappte zu, wenn er keine Lust mehr hatte. Ist heutzutage zum Glück schon lange Geschichte, aber meiner Familie (ich eingeschlossen) fehlte damals eben auch das erzieherische Know-How, um zu erkennen dass perfektes "Sitz", "Platz" und Herkommen, wenn Hundi grade will, rein gar nichts mit Erziehung zu tun haben.

    Ich wünsch euch viel Erfolg, Einsicht, Konsequenz und Fairness für den Hund :smile:

    sigidesch:
    Finde ich super, wenn dich die Antworten hier zum Nachdenken und evtl. zu Veränderungen anregen, die gleichzeitig dem Hund, deinen Nachbarn und deiner Familie zugute kommen. Es ist sicher erst mal nicht leicht, mit alten Meinungen zu brechen (vor allem, wenn das direkte Umfeld immer noch auf die alten Zöpfe schwört) und einzusehen, dass das, was man sich gedacht und woran man geglaubt hat, doch nicht so ganz das Richtige ist.

    Darum einmal Respekt, dass du hier angefragt hast und noch viel mehr Respekt, wenn du deinem Hund die Chance gibst, als zufriedener Familienhund bei euch IN der Familie aufzuwachsen.

    Halt uns auf dem Laufenden, liebe Grüsse

    Das ist jetzt nicht unbedingt auf den TS gemünzt und ich entschuldige mich für jeden (unbeabsichtigten) Affront, aber ich hatte neulich auch so eine traurige Diskussion mit einem Bekannten. Ging ungefaehr so:

    Ich: "Du, ich geh dann mal, mein Hund wartet daheim auf mich."
    Er: "Macht schon Arbeit so ein Hund, was? Also ich würd mir ja auch einen her tun, aber nur einen, der die 8 Stunden allein im Garten sein kann während ich auf Arbeit bin".
    Ich: "Na ja, das ist aber nicht gerade toll für ein Rudeltier. Schaff' dir doch lieber ne Katze an."
    Er: "Ne Katze freut sich aber nicht so schön wie ein Hund, wenn ich wiederkomme. Deshalb find ich Hunde so toll. Überhaupt bin ich ja total der Hundefan, Hunde sind so klasse BLABLABLA".

    Manche Leute denken, der liebe Gott hat alle anderen Wesen nur geschaffen, damit sie es schön und lustig haben. Der Hund soll froh sein, dass er Futter und Wasser und nen Garten hat! Das ist doch genug! Andere haben nicht mal das! Undankbares Viech, wenn es das nicht einsieht!

    Ich bin bestimmt keine, deren Leben sich nur um den Hund dreht. Im Gegenteil, mein Kleiner hat sich ganz schön anzupassen und ihm wird viel abverlangt, damit er in meinen Alltag passt. Aber er hatte die Zeit, das alles zu lernen, und da wo er Schwierigkeiten hatte, fanden wir ne andere Lösung.

    Mir stellen sich die Haare auf, wenn "Tierfreundschaft" (mir gefällt ja "gesundes Empfinden, dass andere Wesen auch bestimmte Grundbedürfnisse haben und eine gewisse Fairness, ihnen diese zu erfüllen" besser) abfällig belächelt wird, aber selber ist man ja, vom Prinzip und von der schönen Kindheit mit den vielen Tierlein her, soooo tierlieb...
    (yep, solange es keine Mühe macht, ansonsten kommt das Ding halt in Zwinger und soll gefälligst die Klappe halten).

    Ein Hund ist aber kein Surfbrett. Das kaufste und es funktioniert. Das kannste ohne Einlernzeit über Nacht wegsperren. Das bellt nicht und macht auch nicht rein. Und wenn es das doch macht, ist es wahrscheinlich doch ein Hund, und eben kein Surfbrett.

    Hm, schade dass du das so siehst. Vieles, was hier gesagt wurde, ist kein "tierfreundschaftliches" Gesabbel, sondern basiert auf modernen, teils sogar wissenschaftlich abgesicherten Erkenntnissen in der Hundeerziehung, die sich bei vielen Usern hier bewaehrt haben. Und es ist eben so in diesen Foren, dass man auch mal Gegenwind bekommt und nicht immer das zu Hoeren bekommt, was einem gefaellt. Klar, wenn du dich an Leute wendest, die "traditionelle" Methoden befuerworten, bekommst du ganz andere Antworten. Ob die aber besser sind und zum erwuenschten Erfolg fuehren, bezweifle ich stark.

    Was die ueberzogene Tierfreundschaft angeht, erwarte nicht zu viel.
    Ehrlich gesagt, ist mir euer Hund relativ egal, ich kenne ihn ja nicht, ebensowenig wie euch. Genausowenig halte ich euch fuer Tierquaeler und denke schon, dass ihr eurem Hund nichts Schlechtes wollt. Nur halte ich euren Weg dafuer nicht geeignet und wollte dir das in aller Menschenfreundlichkeit mitteilen.

    Nix fuer ungut, und weiterhin ne schoene Zeit.

    Entschuldigt, falls es sich wiederholt, aber manchmal lernen wir Menschen genauso wie Hunde: durch Geduld und Wiederholung. Und seid mir bitte nicht boese, wenn ich anmerke, dass ihr anscheinend noch viel ueber Hunde- bzw Welpenhaltung lernen muesst.

    1. Kauft euch statt des Sprueh-Halsbandes (bitte sofort vergessen, euer armer, einsamer Baby-Hund kriegt ne ernste Macke!) ein gutes Buch ueber Welpen-Haltung und Erziehung. "Das Kosmos-Welpenbuch" ist z. B. sehr empfehlenswert.

    2. Warum soll der Hund nachts nicht in den Zwinger?
    Weil er noch VIEL zu jung ist!!!!

    Ans Alleinesein, egal ob Zwinger oder Wohnung, muss man den Hund erst langsam gewoehnen. Meiner konnte mit 6 Monaten ohne Stress ne gute Stunde alleine sein, mit einem Jahr 4-5 Stunden, ohne Sachen kaputt zu machen oder zu heulen. Das ist wie beim Kind, sie werden aelter und selbstaendiger, und man kann ihnen mit Geduld so ziemlich alles beibringen, was sie fuer spaeter brauchen. Nur eben nicht im Hauruck-Verfahren, wenn sie vom Alter her total ueberfordert sind. Spaeter, wenn der Hund aelter und reifer ist, koennt ihr ihn immer noch an den Zwinger gewoehnen, und es wird ihm und den Nachbarn viel weniger zu schaffen machen als momentan.

    3. Der Hund bekommt auf die momentane Art und Weise gar nicht die Moeglichkeit, so wichtige Dinge wie Stubenreinheit und richtiges Verhalten in der Wohnung zu lernen. Nehmt ihn mit ins Haus, wischt geduldig die eine oder andere Pfuetze auf und ersetzt den einen oder anderen kaputten Gegenstand, aber vor allem: erzieht euren Hund. Ja, es macht Muehe, aber nur so kann euer Hund lernen, was er soll und was nicht. Ein so intelligenter und sozialer Hund wie der Labrador, der diese wichtige Entwicklungsphase hauptsaechlich im Zwinger verbringt, wird bestenfalls als etwas verbloedeter, unerzogener Hund enden, und das wollt ihr doch sicher nicht.

    4. Du hast ein home office? Wunderbar, dann nix wie rein mit dem Hund! Meinen Hund hatte ich auch von Welpenbeinen mit im Buero dabei, und ich bin froh, dass ich ihm das so frueh beigebracht habe. Damit er lernt, beim Arbeiten Ruhe zu halten, habe ich ihn nach einer ausfuehrlichen Gassi-Runde mit einem Kauknochen in seine Transport-Box in der Naehe meines Schreibtisches gesetzt. Anfaengliches Fiepen, Kratzen etc. wurde ignoriert, ruhig bleiben gelobt. Alle 2-4 Stunden (je nach Alter) ging es fuer ne kurze Gassi-Runde raus. Heute ist er eineinhalb Jahre alt und liegt total gelassen hinter meinem Schreibtisch, egal wie lange ich arbeiten muss.

    Viel Spass mit eurem Hund, und bitte nehmt euch die Ratschlaege hier zu Herzen. Es wird euch und eurem Hund viel Stress und spaetere Probleme ersparen. Viel Glueck...