Zitat
Trotzdem wäre es von vorteil wenn er irgendwie kapieren würde, dass er keinen aufstand machen muss wenn andere menschen und tiere da sind. ich weiß nicht was dann mit ihm los ist. Ob er zu aufgeregt ist oder zu begeistert von dem ganzen neuen.
Ich glaube, für euch beide mehr von Vorteil wäre, wenn DU kapieren - sorry: lernen - würdest, was beim Hund Umweltsozialisierung und Sozialisierungsphasen bedeutet.
Beziehungsweise, weshalb diese Phase so wichtig ist und wann diese kritische Zeit bei deinem Hund war. Die fand nämlich im Welpenalter statt, genauer gesagt von der 8. bis zur 16.-20. Lebenswoche. In dieser Zeit hat dein Hund es offensichtlich versäumt, zu lernen, dass es normal ist, wenn was Neues passiert, und dass es normal ist wenn andere Menschen und Tiere da sind.
Überleg doch mal bitte, ob dein Hund in dieser Zeit ausreichend (!) Gelegenheit hatte, viele andere Menschen, Tiere und z.B. das Bahnfahren kennen zu lernen. Wahrscheinlich nicht, denn sonst hätte er jetzt keine Angst davor.
Bei deinem Hund hat diese Umweltsozialisierung nicht ordentlich stattgefunden, darum KANN er gar nicht anders als nen "Aufstand zu machen". Er ist in dieser Hinsicht ein Kaspar Hauser, wenn dir der Begriff was sagt. Die Welt da draussen verunsichert ihn zutieftst, selbst wenn er wollte, könnte er sie bei einem noch so schönen Bummel durchs Dorf nicht stressfrei geniessen.
Ja, dein Hund ist aufgeregt, denn er wird mit der Situation nicht fertig.
Nein, er ist ganz sicher NICHT begeistert. Er hat Stress. Und den baut er durch Aktivität ab, weil es eine Art der Kompensation ist, die ihm sein Körper anbietet. Das hat mit Nervenverknüpfungen, Hirnentwicklung und Hormonausschüttung zu tun. Es ist reine Biologie und nichts, was der Hund von sich aus beeinflussen kann.
Egal was du machst, er wird es nicht einfach so "kapieren". Den Zeitpunkt, wo er es einfach hätte lernen und ihn seinen Gehirn-Nervenbahnen hätte abspeichern können, habt ihr leider verpasst.
Was du jetzt noch machen kannst, ist - wie hier schon etliche Leute vorgeschlagen haben - ihn mit Hilfe eines Trainers (denn du allein hast einfach nicht das Wissen und die Erfahrung) ganz langsam und schrittweise darauf konditionieren, dass er diese für ihn total beängstigenden Situationen, wie z.B. das Autofahren, akzeptieren lernt und stressfreier durchstehen kann. Es braucht zudem Zeit, Geduld und Verständnis dafür, wie dieser spezielle Hund lernt.
Hier ist auch nichts böse gemeint, aber es wird auch gehofft, dass etwas von dem ankommt, was dir ein paar sehr freundliche Leute mit viel Geduld und Sympathie für den kleinen Hund hier vermitteln möchten.