Beiträge von milospeed

    Oje, zum Geburtstag geschenkt bekommen....

    Trotzdem herzlichen Glueckwunsch, und ich hoffe, der Hund war ein Wunschgeschenk und du hast dich vorher ein wenig ueber Welpen und vor allem die Rasse informiert. Parson Russel Terrier sind wirklich keine Hunde, die mal so nebenher laufen. Es sind Jagd- und Arbeitshunde, die eine gute Erziehung und anspruchsvolle Beschaeftigung brauchen.

    Aber wenn du das schon weisst, ist ja prima. Falls nicht, hol es bitte dringend nach!! Sonst werden dein Hund und du miteinander nicht gluecklich. Es gibt schon genug frustrierte Leinenklaeffer, dabei ist das so eine tolle Rasse!

    Lies mal hier:
    http://www.tantivy-terriers.de/der_jack_russe…ier_oder_pa.htm

    und hier:
    http://www.tantivy-terriers.de/arbeiten_mit_dem_russell.htm

    Du siehst, als Halter muss man sich ganz schoen Muehe geben, um diese geistig und koerperlich flinken Hunde auszulasten.

    Okay, nun zum Welpen. Da laeuft es gerade anders herum. Was ein so kleiner Welpe erst mal braucht, ist Ruhe und Zeit, in der Familie anzukommen. Wenn er so aufdreht, wie du es beschreibst, liegt das daran, dass er ueberfordert ist. Das Beissen ist eine Uebersprungshandlung, der Kleine hat Stress und reagiert sich ab. Bestraf ihn dafuer bitte nicht, sondern bleib selber ganz ruhig, brich das Spiel wortlos ab. Locke ihn am besten auf seinen Platz und gib ihm dort was zu kauen (z.B. ne Kaustange). Das beruhigt. Dieser "Welpenwahnsinn" ist insofern ganz normal, weil die Kleinen von selber noch nicht merken, wann sie genug haben. Es ist ihm Grunde wie mit uebermuedeten Kindern.

    Beim naechsten Mal biete ihm einfach weniger Action. Nur ganz kurze Gassirunden gehen, maximal 10 min, danach wieder heim. Lieber oefter am Tag mit ihm raus gehen: nach jedem Fressen, nach jedem Spielen, nach jedem Schlafen, also mindestens alle 2 h. So wird der Kleine auch am besten und schnellsten stubenrein (aber nicht zu viel erwarten, bis er seine Blase zuverlaessig kontrollieren kann, kann es noch 2-3 Monate gehen).

    So schoen es ist mit dem Welpen zu spielen, achte besonders darauf, dass er nicht zu arg aufdreht. Wenn er anfaengt, zu wild zu werden, brich das Spiel ab (wortlos aufstehen und sich abwenden) und lass ihn zur Ruhe kommen. So lernt der Kleine, dass auf jedes Spiel auch wieder Ruhe folgt. Lernt er das nicht, hat man im schlimmsten Fall irgendwann einen erwachsenen, total ueberforderten und hyperaktiven Hund, der einen und sich selbst in den Wahnsinn treibt.

    Also, unbedingt Ruhepausen einhalten und neben dem Toben auch mal ruhige Spiele mit dem Kleinen spielen. Da eignen sich Leckerli-Suchspiele ganz toll. Leckerli z.B. unter nem umgedrehten Blumentopf verstecken und suchen lassen, oder Leckerli in ne kleine Schachtel packen und vom Hund auspacken lassen.

    Es gibt einige gute Welpenbuecher, in denen wirklich wertvolle Tips drinstehen. Wir hatten "die Kosmos Welpenschule", die fand ich sehr hilfreich.

    Ob man unbedingt in eine Welpenschule mit dem Hund gehen muss, wird manchmal kontrovers diskutiert. Aber wenn es der erste Welpe ist, wuerd ich dir schon empfehlen, mal mit ihm in eine gute Hundeschule zu gehen, die Welpenkurse anbietet.

    Ich wuensch dir viel, viel Spass mit deinem Suessen!

    Magst du mal ein Foto von ihm einstellen?

    Meistens brauchen ja auch die Hunde keinen Trainer, sondern die Hundehalter. Und derjenige Trainer ist gut, der nicht nur Techniken zeigt, um irgendwelche Symptome beim Hund zu behandeln, sondern der dem HH zeigt, wie er seinen Hund selber und mit seinen eigenen Mitteln erziehen kann.

    DSH Bauer, was du beschreibst, klappt doch nur, wenn man - ob intuitiv oder aus der Erfahrung heraus - sich ganz sicher ist, was man tut und das auch umsetzen kann. Aber nicht alle Menschen haben diese Intuition, kaum einer wird als Hundefluesterer geboren, und nicht alle hatten das Glueck, anhand einiger "einfacher" Hunde sich langsam an das Thema Hundeerziehung rantasten zu koennen, bevor der erste "schwierige" Hund bei ihnen aufschlug.

    Ich weiss eigentlich auch aus dem Bauch heraus, wie ich meinen Hund behandeln muss. Aber umsetzen kann ich es oft nicht, weil ich mir gefuehls- oder kopfmaessig manchmal im Weg stehe. Deswegen gehe ich zu einem HT, der MIR beibringt, wie ich meinen Hund ausbilden kann. Und zwar lerne ich dabei nicht nur Technik, sondern auch richtiges Timing, souveraene Einstellung, Koerpersprache des Hundes beobachten usw. Dabei kann er mir nur Anleitungen geben, denn Lernen und Anwenden muss ich es ausschliesslich selber. Aber ich behaupte mal, mein Hund und ich lernen schneller unter solcher Anleitung und vermeiden Fehler und Missverstaendnisse, die einfach nicht sein muessen.

    Was du anscheinend ohne Trainer kannst, ist toll. Aber wenn wenig Erfahrung da ist, und Trial-and-Error-Methoden zu gefaehrlich sind, warum dann nicht von nem Experten lernen, was und vor allem wie man es am besten macht?

    Dass ein HT unbedingt Hunde- und Menschenerfahrung, Kompetenz und die Faehigkeit, auf den individuellen Hund zugeschnittene Loesungen anzubieten, mitbringen muss, setze ich mal voraus.

    Das klingt doch schon mal positiv!

    Es ist generell gut, wenn dein Kleiner lernt, dass man an keinem Hund je vorbei- oder davor wegrennen soll. Super, wenn er das versteht und sich daran haelt, denn auch fremde Hunde koennen auf Rennen mit Abwehr/Angst oder (Jagd)Trieb reagieren und aus einer ungluecklichen Situation heraus Kindern gefaehrlich werden.

    Ich drueck euch die Daumen und bin gespannt, was der Trainer sagt.

    Seit ich mal einen super souveraenen Labrador-Rueden getroffen habe, hat sich mein Bild der Rasse auch veraendert. Der Ruede war anderen Hunden gegenueber ungemein cool und "erwachsen" drauf, dazu war er gehorsam und unaufdringlich. Sein Herrchen war auch eher der ruhigere Typ, dazu sehr konsequent und eher streng mit dem Hund. Sagte er zumindest von sich selber, denn beweisen musste er es nicht, da der Hund sich einfach tadellos benahm.

    Auf derselben Spaziergangroute treffe ich oefter ne Frau mit ner dicken Labihuendin, welche so verfressen und aufdringlich ist, das selbst mein Hund (der eigentlich total auf Maedels steht und sich einiges gefallen laesst) sie mal gehoerig auf Abstand gepfiffen hat. Die Frau kichert dann immer wie daemlich und walzt ihrer Huendin hinterher, die natuerlich auch kein Stueck hoert.

    Eine andere Labihuendin ist hier in der Gegend nur als "das Anspringmonster" bekannt, und Herrchen steht jedes Mal daneben und ermahnt sein Monster liebevoll "Aber nur Gruezi sagen, gell", waehrend andere HH sich verzweifelt wegdrehen und winden, um den dreckigen Monsterpranken auszuweichen :roll:
    Einmal habe ich aus der Ferne mitbekommen, wie dieses Dreamteam eine Dame mit scheinbar ausgepraegter Hundephobie getroffen haben. Die verzweifelten Schreie der Armen waren schlimm mit anzuhoeren, denn der Hund durfte ja wie immer Gruezi sagen :/ .

    Ich denke, Labradore bringen einfach gewisse Anlagen mit. Wenn man diese foerdert und ggf auch mal bremst, wird's ein toller Hund. Wenn man den Hund einfach machen laesst und sich auch noch ueber das distanzlose Verhalten freut, wird's ziemlich sicher eine Nervensaege.

    Ich persoenlich find Labradore vom Wesen her super, und schoen find ich sie auch. Wobei Tonnenform und Schlabberlefzen der Showlabis nicht so mein Ding sind. Bei einem eigenen wuerde ich sehr auf die Zuchtlinie achten, entweder field trial oder dual purpose, und ihn vor allem rassegerecht auslasten.

    Rein hypothetisch gesprochen, natuerlich ;)

    Zitat

    Beruhigt dich erstmal, und versuche zu ergründen warum er so reagiert, ist er wirklich nur genervt? Steckt nicht vielleicht Unsicherheit dahinter? Ist er überfordert? Fühlt er sich als Versager, weil andere ihm erzählt haben das es bei denen alles reibungslos geklappt hat.

    Bitte ihn eine Liste zu machen, mit den 3 Dingen die ihn am meisten stören, und mit seinen Lösungsvorschlägen. Denke dann wirklich ernsthaft darüber nach, und Versuche eine gemeinsame Lösung zu finden. Nimm ihn bitte ernst, sonst wird es nur noch schlimmer.

    Okay, ich revidiere: Snoepjes Tip ist besser :smile:

    Sorry, aber ich war wohl angesichts soviel Unverstands grade selber ein wenig genervt. Aber bringt ja nichts, Gleiches mit Gleichem zu bekaempfen.

    Probier's nochmal, mit Ruhe und Verstaendnis (und wenn's geht ohne Traenen). Und vielleicht findet er es ja wirklich eine gute Idee, sich mal mit nem richtigen Fachmann/-frau zu unterhalten. Dann kann er den anderen Nichtwissern spaeter erklaeren, wie's richtig gemacht wird.

    Ich drueck die Daumen :gut:

    Wenn ich es richtig verstanden habe, ist es DEIN Hund, nicht wahr?
    Beziehungsweise, du wolltest sie unbedingt.

    Dann steh zu deiner Verantwortung. Auch wenn dir zum Heulen zumute ist, hau auf den Tisch und bestehe darauf, dass der Hund anstaendig und hundegerecht behandelt wird.

    Zitat

    - dass er nicht einsieht das mit dem nackenschütteln nicht mehr zu machen, da schon mehrere gesgat hätten dass es ok ist

    Das wohl duemmste Argument der Welt :zensur: . Nur weil der Hanswurst-Club sagt, es sei okay, machen wir es! Ob es ums Hundequaelen geht oder von der Bruecke springen, egal. Mensch, wie alt seid ihr denn?

    Okay, hier ist noch ein Tip.
    Bestell einen Hundetrainer ins Haus und besteh darauf, dass dein Freund anwesend ist und sich zumindest anhoert, was der oder diejenige zu sagen hat.
    Das darfst du, denn dir gehoert der Hund, du bist verantwortlich, und vor allem: lass dich doch nicht bloed anmachen!

    Zitat

    Das was ihr habt, ist ein ziemlich sicheres Rangordnungsproblem. Denn ein Rangniederer darf sowas nicht bei seinen Chefs machen, die würden sofort nen Rüffe verteilen der sich gewaschen hat und der dem aufmüpfigen frechen "Untertanen" sofort wieder zeigt, wo sein Platz im Rudel ist - ganz unten. Und darum gehts. Er macht es, eben weil ers kann und ihn keiner dran hindert.

    Find ich ein wenig gewagt, die Ferndiagnose, wenn man nicht weiss, was der Hund erlebt hat oder ob nicht doch was Physisches nicht stimmt bei ihm.
    Bitte keine gefaehrlichen Experimente machen, die in die Richtung "Rangordnung wieder herstellen" gehen!

    Ganz ehrlich, wenn ich zwei kleine Kinder haette und zudem noch selber Angst, wuerd ich auf Nummer sicher gehen und alles daran setzen, den Hund zu sichern. Sprich, anfangen ihm einen Maulkorb schmackhaft zu machen (ist fuer den Hund nicht schlimm, und Anleitung gibt es u.a. hier im Forum), Hausleine dranmachen, und dem Hund einen festen Platz zuweisen, der fuer die Kinder tabu ist. Dem Aelteren kann man erklaeren, dass der Hund auf seinem Platz nicht gestoert werden darf, und den Kleinen darf man eben nicht aus den Augen lassen, oder ggf. Hund und Krabbelkind durch ein Kindergitter trennen.
    Und auf jeden Fall mit einem erfahrenen Trainer arbeiten und den Hund vom TA durchchecken lassen!

    Ich wuensch euch viel Glueck und hoffe, dass ihr fuer euer Problem faehige Hilfe bekommt!

    Zitat

    Aber ich glaube wir sollten uns da echt mal zusammen setzen und besprechen wie es weiter gehen soll und eventuell ein paar Regeln aufschreiben und irgendwo hinhängen, damit es einfach besser funktioniert.

    Ja, macht das unbedingt. Und denkt schonungslos daran, dass der Hund fuer die naechsten 10-15 Jahre da sein wird und mit dem Alter nicht unbedingt einfacher wird.

    Vielleicht kann sich dein Freund auch nicht richtig auf den Hund einlassen, weil er sich zu der Anschaffung ueberredet gefuehlt hat? Das solltet ihr auch ansprechen, vielleicht kommen da einige Sachen zutage, die der Grund fuer seine Aggressivitaet dem Hundebaby gegenueber sind und unbedingt geloest werden muessen. Halte deinem Freund wirklich vor Augen, dass der Hund noch ein Baby ist, und ob er es nicht umgekehrt schaendlich und verkehrt findet, wenn ein erwachsener Mann ein Kleinkind misshandelt.

    Vielleicht laesst er sich ueberzeugen, mit in eine Hundeschule zu gehen und sich von qualifizierten Leuten erklaeren zu lassen, wie man mit einem Welpen umgeht.

    Vielleicht findet er ja richtig Spass daran, sich mit der Hundeerziehung auseinander zu setzen, wenn er sich akzeptiert und einbezogen fuehlt.

    Wenn ja, wird sicher alles gut.

    Wenn nicht, ueberlege dir dringend Alternativen, um solche Uebergriffe auf den Hund zu verhindern. Denn die kleine Maus sollte nicht darunter leiden muessen, dass sie eigentlich gegen den Willen deines Freundes angeschafft wurde.