Beiträge von milospeed

    Na ja, ob man an der Gepflegtheit erkennen kann, ob jemand seinen Hund im Griff hat, kann man wohl nicht pauschal sagen. Ich hab hier in Zürich schon einige beeindruckend führige Hunde von "Pennern" gesehen, die wohl noch nie ne Leine um den Hals hatten. Auf deren Besitzer bin ich zugegebenermassen schon etwas neidisch (aber nur auf den Gehorsam ihrer Hunde).

    Ich finde das im Prinzip auch gar nicht schlimm, nur gibt es so viele Idioten, die meinen, sie "können es" auch, und einfach uneinsichtig sind und dadurch Angst und Ärgernis verbreiten. Und um die davon abzuhalten, fände ich es nicht verkehrt, wenn sich auch diejenigen an ein Leinengebot im Stadtzentrum hielten, die es eigentlich nicht bräuchten.

    Zitat

    Ich habe keinen Bock mehr Rücksicht zu nehmen.

    Find ich ein wertloses Argument. Genauso wie "ich hab keinen Bock mehr Steuern zu zahlen, ich kann nix für die leeren Kassen" oder "ich hab keinen Bock mehr ne Fahrkarte zu lösen, ich kann nix für die Geldgier der Bahn".

    Ein paar Regeln könnte man auch als Vorbild-Hundehalter schon deswegen einhalten, damit sich ein paar Mitläufer mit Kamikaze-Hund vielleicht ein Beispiel dran nehmen. Mein Hund ist in der Setzzeit ist im Wald auch an der Schleppleine, obwohl er nicht jagt. Tut mir nicht weh, und dem Hund auch nicht. Aber es gibt viele Hunde die das tun, und wegen denen macht ein Leinengebot zu dieser Zeit Sinn. Aber wenn mich jemand von den Jäger-Besitzern ohne Leine sieht, denkt er/sie sich doch "hey, wieso bin ich eigentlich so blöd und leine meinen Hund an? Der Hund von der läuft doch auch frei."

    Oder warum lässt ganz Prenzlberg seine Hunde frei laufen. Doch bestimmt nicht weil die alle hören, sondern weil das "doch alle machen" und auch das Herrchen vom lieben Tutnix "keinen Bock mehr hat Rücksicht zu nehmen".

    Ach ja, oder der tolle Moment, als auf einer kaum beleuchteten Seitenstrasse zwei grosse Hunde grummelnd aus der Dunkelheit auf uns zugestürmt kamen.

    Normalerweise hab ich echt keine Angst vor Hunden, aber da wurde mir schon geschwind mulmig. Muss wohl ein Urinstinkt sein, der greift, wenn was Grosses im Dunkeln auf einen zurennt.

    Erschrocken hab ich damals meinen Hund (30cm hoch, der hätte keine Chance gehabt, wenn das Zweier-Rudel aggressiv gewesen wäre) hinter mich genommen und den zwei jungen Kerls, die irgendwo dahinter angeschlendert kamen, entgegen gerufen: "Leut, macht die Hunde an die Leine, was soll der Sch...?"

    Pampige Antwort: "Ey, reg dich gefälligst net so auf, die zwei sind voll lieb!!"

    Yep, sie haben uns zumindest nicht gefressen. Aber das sah man ihnen nicht an im Dunkeln. Fand ich unter aller Sau, die Aktion.

    Na ja, so wie es sich hier anhört, ist es wohl mehr die Freiheit des HH als die des Hundes, die von der Leine unangetastet bleiben soll.

    Von mir aus gerne, jedem das seine. Ich will auch keinen Fahrradhelm tragen, obwohl es vernünftiger wäre.

    Aber irgendwie tat es mir schon leid, als damals der kleine leinenlose Welpe, der auf der Strasse unkontrolliert von hinten (!) auf uns draufgerannt ist und von Milo (angeleint und völlig ahnungslos) kurz mal scharf zurechtgewiesen wurde, vor Schreck auf die Strasse gewitscht ist. Ist zum Glück nichts passiert, aber dem Besitzer ist das Herz ordentlich in die Hose gerutscht. Kann man sich wohl doch nicht immer 100% drauf verlassen, auf den Folgetrieb...

    Menschen würde man ja auch erst ab nem gewissen Alter und ner gewissen Erfahrung vollkommen ungesichert auf der Strasse herumrennen lassen.

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    Jetzt bitte nicht schreiben das man sich nie 100%ig auf seinen Hund verlassen kann und das immer etwas passieren kann.

    Nö, das hast du ja schon selber ganz richtig geschrieben ;)

    Eigentlich ist es mir egal, was andere Leute ihren Hunden zutrauen und was nicht. Was mich aber nervt, ist, wenn jemand mit nem ach-so-gehorsamen Hund auf der Strasse unterwegs ist, der zwar nicht auf die Strasse läuft und mitten im Feierabend-Gewühle sämtliche Leute ignoriert - sehr lobenswert, echt toll -, aber dann nix Besseres weiss, als schnurstracks mit ner Riesen Bürste auf dem Rücken fixierend auf meinen angeleinten Hund zuzuwalzen. Was kann ich da machen als HH? Ich bin zum Beispiel gnadenlos DURCH diesen Hund durchgelaufen und hab mein sich bereits entrüsten-wollendes Leinen-Anhängsel auf der anderen Seite mitgeschleift, und gut war's. Aber ich war für den anderen HH natürlich die Böse, deren Hund nie nix sich ausleben darf - wieder mal.

    Aber ey, sorry, auf Krawall mitten in der Fussgänger-Rushour hab ich keine Lust, und es ist mir wurst, wie toll der andere Hund auf Bordsteinkanten und Autos achtgeben kann, solange er uns in Ruhe lässt wie es sich gehört.

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    Ich denke die genau gleiche Situation würde ich also je nach Hund auch komplett unterschiedlich beurteilen und anders reagieren.

    Damit hast du recht :gut:

    Unsere alte Hündin früher hätte nicht mal geknurrt, wenn man sie in Scheiben geschnitten hätte. Die war vom Gemüt her ein ziemliches Schäfchen. Kindern ging sie lieber aus dem Weg. Unser jetziger Stinker ist dafür ein Hund, der ganz klar und unerschrocken sagt, wenn ihm was nicht gefällt, der aber auch ordentlich einstecken kann. Ein relativ berechenbarer Hund, der Kinder mag und nicht nachtragend ist - bei ihm habe ich keinerlei Bedenken, ihn unter Aufsicht mit Kindern spielen zu lassen. Dieses Vertrauen hätte ich in unsere Hündin nicht gehabt, obwohl sie nie geknurrt hat.

    Aber da könntet ihr doch vorübergehend ein Brett oder ähnliches unten vors Fenster stellen, damit der Zwerg nicht mehr drüber gucken kann. Und das Bett kann man ihm z.B. verleiden, indem man was unbequemes drauflegt, z.B. ne Plastikplane oder ein paar aufeinandergelegte Stühle.

    Seid einfach kreativ und denk euch was aus, um euren Hund so lange am Fensterspannen zu hindern, bis er gelernt hat, dass Kläffen nicht okay ist.

    Und ansonsten stimme ich dem zu, was hier schon gesagt wurde. Aufmerksamkeit gibt es nur fürs ruhig und entspannt sein. Das heisst, beim Nachhausekommen kümmert ihr euch erst mal darum, in Ruhe eure Schuhe auszuziehen, Mantel aufhängen, Einkäufe verstauen, etc., setzt euch gemütlich auf die Couch, und erst dann - sofern grade Ruhe ist - wird der Hund bekuschelt. Dann aber auch richtig!

    Viel Glück, und lasst euch nicht entmutigen, wenn der Kleine anfangs nochmal erst recht Gas gibt. Ist auch für Hunde nicht immer einfach, feste Gewohnheiten aufzugeben, zumal er ja erst mal nicht wissen wird, was ihr von ihm wollt.


    LG Alex (die auch nen kleinen Hund hat, der nicht kläfft, auch wenn er es von sich aus sicher gerne tun würde)

    Weiss nicht, ob das hier reingehört, aber mein Hund hat sich heute vormittag eine Regenwetterbeschäftigung gesucht, die mir sehr angenehm ist. Alles was ich brauche, sind ein paar Leckerli und ein Abfallkorb.

    Vorgeschichte: Ich habe einige grosse Zimmerpflanzen (nichts Hammergiftiges, aber eben auch nicht gesund für Hunde), die auf dem Boden stehen. Als Milo klein war, wollte ich nicht, dass er die gelegentlich abfallenden Blätter frisst. Darum lockte ich ihn jedesmal, wenn er ein welkes Blatt erwischte und durch die Gegend trug, nahm ihm das Blatt ab und gab ihm ein Leckerli. Auf die Weise kam er nicht auf die Idee, die Dinger zerkauen zu wollen, die waren nämlich viel zu wertvoll.

    Heute morgen hat er sich mal wieder systematisch des Zimmergartens angenommen. Eine volle halbe Stunde wuselte er zwischen den Pflanzen und mir hin und her, zupfte gaanz vorsichtig die verdorrten Blätter ab und lieferte sie eins nach dem anderen bei mir ab gegen Belohnung. Ich hab schon nen ganzen Haufen hier liegen. Putzig war, dass er von sich aus wirklich nur verdorrte und gelbe Blätter anschleppte. Und für mich war's toll, dass ich mich schon nicht selber bücken und die Blätter selber entfernen musste. Denn was der Milo macht, das macht er gründlich :D

    Als keine mehr dran waren, hab ich das Spiel der Pflanzen zuliebe lieber abgebrochen :-).

    Macht es euren Hunden auch solchen Spass, daheim zu "helfen"?

    Zeigt Benny dieses Verhalten nur bei dir?

    Was macht Benny denn, wenn du ihn beim nächsten Ausraster stillschweigend an nen Pfosten neben der Kuhweide bindest und weggehst? Kläfft er dann weiter, oder ist er erst mal baff und ihn verlässt das Mütchen?

    Ansonsten würd ich sagen: ne gute Hundeschule oder -trainer sind in dem Alter schon ihr Geld wert.

    Nicht verzagen!