Beiträge von milospeed

    Beobachte doch mal, wie der Hund reagiert, wenn du sein Knurren registrierst, ohne ihn gleich zur Schnecke zu machen. Wenn er z.B. steif wird (Stufe 1), knurrt (Stufe 2, am besten schon vorher reagieren) und du einfach nur kurz innehälst und "erstarrst", ohne ihm zu drohen. Was macht er dann? Beschwichtigt er gleich, leckt er dir die Hände? Dann geht es ihm wahrscheinlich nur um diese eine Sache (diese eine Stelle oder Handlung, die ihm unangenehm ist), und er hat bestimmt kein Problem mit dem Rest von dir ;)

    Meiner mag es auch nicht, im Korb gestreichelt werden. Du liebe Zeit, und auch noch, wenn er grad mit was Spannendem beschäftigt ist! - Das ist sein Rückzugsort. Wenn ich was am Korb zu schaffen habe, rufe ich ihn her bzw schicke ihn aus dem Korb raus. Aber ich "vergreif" mich nicht an ihm, während er drin liegt. Er würde mich nicht beissen, wenn ich es täte, denn er weiss, der Korb ist meins :D . Aber warum sollte ich es nicht respektieren, dass er dort seine Ruhe haben will?
    Als Jugendliche wusste ich z.B. genau, dass meine Eltern die Miete und meine Möbel bezahlten und darüber entscheiden konnten. Trotzdem fand ich meine Eltern vor allem deshalb super, weil sie anklopften und nicht einfach reingelatscht kamen, wenn die Tür von meinem Zimmer zu war und ich z.B. in Ruhe mit meiner Freundin telefonieren wollte.

    Und da ist jeder Hund anders. Die Hündin vor unserem Rüden war nicht so. Die Beziehung zum Rüden ist aber irgendwie intensiver, denn er kommuniziert viel deutlicher mit mir und hat eine "Meinung" zu den meisten Dingen (während der Hündin irgendwie alles recht war, solange man lieb zu ihr war). Sein Respekt ist z.T. hart verdient, aber das lohnte sich.

    Bitte, leg das Rudelgedöhns ad acta. Du hast nen sauber kommunizierenden Hund, der vielleicht noch nicht die rechte Vorstellung von eurem Zusammenleben hat. Aber die kannst du ihm auch ohne Ignorieren etc. beibringen (Tips gab es dazu schon). Das mit dem Ignorieren hab ich bei meinem auch mal versucht - es hat ihn eher noch unsicherer und misstrauischer gemacht. Geholfen hat, ihn lesen zu lernen und ihm gelassen beizubringen, was ich von ihm will, und dass er eben manchmal auch was Unangenehmes aushalten muss (dafür gibt's z.B. Belohnung und Aufmerksamkeit).

    Viel Glück und ein entspanntes Miteinander!

    Zitat

    Klar hat man eine gewisse Sicherheit, aber auch nicht wirklich, weder für die Umwelt, noch für den Schutz des Hundes, aber das weiß man auch nicht immer im Vorfeld.

    Na ja, aber im Zweifelsfall und im direkten Vergleich hat man mit Leine doch noch eine grössere Sicherheit als ohne.

    Zumindest bis zu einem gewissen Gewichtsverhältnis zwischen Hund und Halter :D

    Und natürlich ist ein guter Gehorsam noch die beste Versicherung für den Hund. Aber wieso in der überfüllten Stadt, wo die Leute oft abgelenkt sind und nicht genau hinschauen, nicht beides kombinieren? Also die Sicherheit durch den Gehorsam UND die Signalwirkung der Leine, um Missverständnisse (z. B. der Hund darf spielen, der Hund hat sich losgerissen, der Hund ist ausser Kontrolle etc.) zu vermeiden?

    Zitat

    Und das markierte kann nur ein angeleinter Hund?

    Nein, natürlich nicht. Und ich traue dir zu, dass dein Hund frei schöner im Fuss geht als meiner an der Leine.

    Aber ich denke schon, dass die Leine ne gewisse Signalfunktion hat. So von wegen "schau her, selbst wenn dieser Hund auf einmal nicht mehr so schön Fuss laufen würde, hätte ich ihn immer noch unter Kontrolle".

    Also bei uns waren die Flöhe nach gründlichem Saugen, Deckenwaschen, Hund baden, gut durchkämmen und Spot-on draufmachen alle erledigt. Danach kam auch nix mehr.

    Die Wohnung einnebeln würd ich persönlich nur, wenn gar nix anderes mehr hilft. Wär mir zum einen zu viel Mühe, und zum anderen ist es noch mehr Chemie, die man einatmet.

    Flöhe fühlen sich in der Vorstellung meistens schlimmer an, als sie dann in der Realität wegzukriegen sind.

    @ cerridwen:

    Ich würde das bei euch auch sofort erkennen und meinen Hund bei Fuss halten. Aber es ging ja um die Leute, die dies nicht checken, weil sie es einfach nicht wissen.

    @Miss Emmy:

    Nicht dein Hund hat was mit Leinenaggression zu tun, sondern der Flexihund, dessen Besitzer verwirrt ist und nicht weiss, wie er nun reagieren soll.

    Ich bin übrigens leidenschaftliche Flexileinen-Hasserin und werde fuchsteufelswild, wenn die Flexi-Oma ihren Flexi-Westi zu meinem brav angeleinten, im Fuss marschierenden Hund hinschickt und ich den Westi dann zum allgemeinen Geschrei über den Haufen marschieren muss.

    Aber was ich sagen will, ist, dass die meisten Leute in der Stadt doch etwas damit anzufangen wissen, wenn der ihnen entgegenkommende Hund angeleint ist und körpernah bei Fuss läuft.

    @Miss Emmy, das was du beschreibst, kann von den Leuten in der besten Absicht gemacht worden sein. In den Hundeschulen lehrt man z.B. folgendes, um Leinenaggressionen vorzubeugen:

    Hund ohne Leine kommt dir entgegen, Halter leint seinen Hund nicht an. Was du tun solltest:

    1. Wenn du kannst, leine deinen Hund auch ab.

    2. Wenn du dies nicht kannst, lass die Leine fallen.

    3. Wenn beides aus Sicherheitsgründen nicht geht, lass die Leine wenigstens lang, damit dein Hund nicht eingeengt wird und hundegemäss reagieren kann.

    Woher sollen die Leute denn wissen, dass dein Hund an einer unsichtbaren Leine hängt. So eine ist selten, und - na ja - unsichtbar.

    Biomais: Da stimme ich dir voll zu.

    Ich find's auch löblicher, ein Beispiel zu geben und am Image zu bessern, als das eigene Ego zu befriedigen. Klar, wer aus gesundheitlichen Gründen den Hund nicht an der Leine führen kann und ihn sonst im Griff hat - sei es drum. Aber wieviele Leute betrifft das denn? Der grösste Teil ist doch einfach zu bequem oder sieht es nicht ein, dass man, nachdem man sich Mühe gegeben hat und der Hund so toll hört, dies nun nicht tagtäglich auf der Strasse unter extremsten Bedingungen vorführen darf.