Beobachte doch mal, wie der Hund reagiert, wenn du sein Knurren registrierst, ohne ihn gleich zur Schnecke zu machen. Wenn er z.B. steif wird (Stufe 1), knurrt (Stufe 2, am besten schon vorher reagieren) und du einfach nur kurz innehälst und "erstarrst", ohne ihm zu drohen. Was macht er dann? Beschwichtigt er gleich, leckt er dir die Hände? Dann geht es ihm wahrscheinlich nur um diese eine Sache (diese eine Stelle oder Handlung, die ihm unangenehm ist), und er hat bestimmt kein Problem mit dem Rest von dir ![]()
Meiner mag es auch nicht, im Korb gestreichelt werden. Du liebe Zeit, und auch noch, wenn er grad mit was Spannendem beschäftigt ist! - Das ist sein Rückzugsort. Wenn ich was am Korb zu schaffen habe, rufe ich ihn her bzw schicke ihn aus dem Korb raus. Aber ich "vergreif" mich nicht an ihm, während er drin liegt. Er würde mich nicht beissen, wenn ich es täte, denn er weiss, der Korb ist meins
. Aber warum sollte ich es nicht respektieren, dass er dort seine Ruhe haben will?
Als Jugendliche wusste ich z.B. genau, dass meine Eltern die Miete und meine Möbel bezahlten und darüber entscheiden konnten. Trotzdem fand ich meine Eltern vor allem deshalb super, weil sie anklopften und nicht einfach reingelatscht kamen, wenn die Tür von meinem Zimmer zu war und ich z.B. in Ruhe mit meiner Freundin telefonieren wollte.
Und da ist jeder Hund anders. Die Hündin vor unserem Rüden war nicht so. Die Beziehung zum Rüden ist aber irgendwie intensiver, denn er kommuniziert viel deutlicher mit mir und hat eine "Meinung" zu den meisten Dingen (während der Hündin irgendwie alles recht war, solange man lieb zu ihr war). Sein Respekt ist z.T. hart verdient, aber das lohnte sich.
Bitte, leg das Rudelgedöhns ad acta. Du hast nen sauber kommunizierenden Hund, der vielleicht noch nicht die rechte Vorstellung von eurem Zusammenleben hat. Aber die kannst du ihm auch ohne Ignorieren etc. beibringen (Tips gab es dazu schon). Das mit dem Ignorieren hab ich bei meinem auch mal versucht - es hat ihn eher noch unsicherer und misstrauischer gemacht. Geholfen hat, ihn lesen zu lernen und ihm gelassen beizubringen, was ich von ihm will, und dass er eben manchmal auch was Unangenehmes aushalten muss (dafür gibt's z.B. Belohnung und Aufmerksamkeit).
Viel Glück und ein entspanntes Miteinander!