Beiträge von Terrorfussel

    Hi,

    ich finde eure Selbsteinschätzungen sehr ehrlich. ;)

    Nun habe ich noch mal überlegt was bei uns anders lief / läuft.

    Wir fahren ja fast täglich in den Grunewald oder aufs Feld und somit treffen wir seeehr viele Hunde. Buffy wurde im Wald mal schwer zusammen gebissen und Rowdy auch schon mehrmals getackert und bei Fussel konnten wir es soweit immer verhindern, obwohl er auch schon oft attackiert wurde. Klar im Wald laufen sie, wie alle Hunde, offline und gestörte Hunde gibt es nun mal in Ballungsräumen, die heißt es zu erkennen und Attacken abzublocken.

    Ich habe meine Hunde mal beobachtet, ob nun im Wald oder an der Leine.
    Sie haben dieses Gespür Hunde gut zu lesen, genauso wie ich bei Hund und Halter.

    Rowdy und Fussel sind eher die unbedarften Hunde die auf Hundebegegnungen entspannt entgegenlaufen. Doch merken sie sofort wenn ein Hund nicht koscher ist, bleiben stehen, kommen zurück oder laufen im leichten Bogen um den Hund. Buffy braucht dann mehr Abstand und läuft in einem Radius von 15 – 20 Meter um den Hund herum.

    Kommen Auslaufdienste mit teilweise 15-20 Hunden muss ich wiederum sehr gut schauen welche Hunde aus dieser Gruppe eventuell pöbeln wollen und diese Hunde abblocken und den Leiter der Ausführgruppe darauf hinweisen. Rowdy und Fussel gehen relativ ruhig durch diese Ansammlung, doch Buffy geht dann einen noch größeren Bogen, teils 40 Meter, um die Gruppe herum.
    Es hat sich mittlerweile so eingespielt das die Auslaufdienste dann ihre Pappenheimer kennen und sie anleinen wenn wir kommen.

    Nun kommen wir zu den Pipirunden um unseren Block.
    Buffy und Fussel sind an der Leine, Buffy an der Flex, Fussel an einer 2,20m Führerleine und Rowdy darf offline laufen.

    Ich schaue mir entgegenkommende Halter und Hunde genau an und es stimmt fast zu 100% (Wies Herr so is Gescherr ). Da kommt der aufrechtgehende Mann der souverän mit seinem Rottweiler, am Bein, des Weges geht. Die unsichere Frau die einen kläffenden Westi führt und die hektischen Halter, die hochrot im Gesicht und hektisch am Hund reißend, schreiend nicht wissen was sie machen sollen und mit einem gestellten, hilflosen Grinsen im Gesicht versuchen die Situation zu erklären.
    Suspekt sind mir auch die Halter die normal auf einen zugehen und drei Meter vorher nach dem Geschlecht unserer Hunde fragen und die Hunde, dieser Leute, in dem Moment kläffend in der Leine hängen.

    Wie gehen unsere Hunde damit um. Ich bin der aufrechtgehende Mensch der nicht viel spricht und nur kurze Anweisungen an die Hunde gibt. Rowdy und Buffy umkurven diese Hunde in einem mehr oder weniger großen Bogen (daher die Flex für Buffy), klar erfassen sie die Stänkerer und wollen nur ruhig ihren Weg fortsetzen. Fussel, der hier oft angegriffen oder überrollt wurde, orientiert sich unsicher an meinem Bein und ich gehe mit ihm zusammen im Bogen um den Hund. Ist der Weg zu eng, wechsle ich die Straßenseite.

    Ich denke unsere ruhige und souveräne Führung macht die Hunde sicher und sie wissen wohl das wir sie richtig führen. Es ist wohl eine gesunde Mischung aus Bauch – Herz – Kopfgefühl und nicht alle Menschen beherrschen es.
    Ich bin mir auch sicher der Auslöser ist immer am anderen Ende der Leine, egal was der Hund durchgemacht hat (schlechte Erfahrungen, Bissverletzungen etc.) wie bei uns.

    Darum finde ich es hier im Forum recht schwierig bis unmöglich Ratschläge zu geben, da oft nur die Verhaltenweisen der Hunde beschrieben wird, aber der Mensch dahinter nicht zu analysieren ist. Hier gegebene Ratschläge auszuprobieren finde ich teilweise sehr fatal, da jedes Mensch – Hundgespann andere Problematiken aufweist.

    So ist der Weg zu einem Profi immer anzuraten, doch das ist oft nicht so einfach. Zu viele schwarze Schafe tummeln sich unter den Hundetrainern und den „richtigen“ zu finden ist oft ein schwieriges Unterfangen.

    Ich versuche immer einen aggressiven Hund nicht als diesen zu sehen und ich weiß ja das der Auslöser hinten dran steht, doch Männe ist da nicht so sensibel.
    Bei Attacken hat er seine eigenen Praktiken. Wir haben noch nie einen angreifenden Hund geschlagen oder getreten, doch Männe reagiert da blitzschnell je nach Typ des Hundes. Da wird mal das Halsband zugedreht und der Hund abgehoben, ein Hund der sich auf Buffy stürzen wollte in den Schwitzkasten genommen, da er sich aus den Halsband gewunden hat, oder ein kleinerer Hund am Hintern und Nacken gepackt und durch die offen stehende Autotür, wo er vorher rausstürzte und auf Rowdy losging, wieder schwungvoll hinein manövriert wurde. Keiner dieser Hunde hat reagiert, da es viel zu spontan kam und sie wohl sehr verblüfft / beeindruckt waren. :ops:

    Danke für eure sehr interessanten Berichte und ehrlichen Selbsteinschätzungen und nur dann kann man an dem Problem herangehen und arbeiten, denn wenn man es nur an den Hund festmacht wird / kann es nicht klappen.

    Hallo,
    für mich ist der Grund erst mal egal, meine Hunde haben nicht aufzureiten und fremde Hunde haben es auch nicht zu tun. Wenn die Halter nicht reagieren pflücke ich sie runter.

    Ich bin der Meinung das Hunde nichts unter "sich" auszumachen haben, die man zufällig oder auch öfter trifft, genauso wie bei Prollerei und Streitigkeiten.

    LG Sabine

    Hi bad angel

    Es ist noch nicht ausreichend erforscht warum Hunde Kot aufnehmen. Manche gehen von Mängel in der Nahrung aus, andere von Duftstoffen im Kot oder schlechte Startbedingungen in engen Verhältnissen.

    Fussel ist jetzt fast 2,5 Jahre und der Beitrag ist ja schon älter.
    Ich habe auch alles probiert (Blättermagen, Pansen, Stinkekäse, Vitamin B etc.) - nichts half.

    Klar habe ich den Fehler gemacht, wenn ich vollkommen abgenervt war, meinen Schlüsselbund zu schmeißen (3 mal) aber das ist vollkommener Quatsch, da er mit seiner Beute geflohen ist und es im sicheren Abstand vertilgt hatte.

    Bei uns ging es wirklich nur über über die Konditionierung von "Nein" und bei Unterlassung mit "supitubiooo" und Leckerli.
    Hatte er anfänglich wieder einen Haufen erwischt hatte "ich" Pech gehabt und hätte mir eine Keule gegen den Kopf hauen müssen, doch schimpfte ich dann nicht mit ihm.

    Meine Augen waren nur noch bei ihm "Freilauf" , jede Unaufmerksamkeit wurde bestraft und so lernte ich, mich zwar mit Bekannten unterhalten zu können "ohne" meinen Blick anzuwenden. War zwar sehr anstrengend aber lohnte sich. Denn jeder Erfolg führte Fussel zum nächsten Haufen.

    Machte ich Pause im Wald, um einen Kaffee zu trinken, kam Fussel an die Leine.

    Sein Verhalten änderte sich langsam, ich sah wenn er die Nase in den Wind hielt und einen Haufen anstrebte, doch nahm er ihn nicht gleich wie am Anfang auf, sondern stand davor und schaute mich an und das war der Moment die Aktion mit einem strengen, "Nein" zu beenden. Er kam dann angeflitzt und bekam ein Leckerli.

    Nun unterbinde ich schon die Aktion des Hinlaufens und es klappt sehr gut. Teilweise hatte ich das Gefühl das er Haufen mit Absicht aufsuchte - sie mir zeigte - damit er sogleich seine Belohnung abholen konnte, also Art "Trettminensucher / Anzeiger".

    Du siehst wenn man wirklich geziehlt das Problem angeht und fleißig trainiert klappt es auch, doch dazu gehört viiiel Geduld, gutes Auge und konsequentes Abbruchsignal - doch dazu muss er ein gut aufgebautes "Nein" auch kennen.

    Wir haben es zu 99,8% im Griff und darüber bin ich sehr stolz. Zum Glück tendieren unsere anderen beiden Hunde nicht dazu - so viele Augen könnte ich mir dann garnicht an den Kopf bappen.

    Ich finde es immer traurig das andere HH sich nur mit schmeißenden Leinen etc. behelfen und die Hunde immer größere Kreise und den Halter ziehen.

    Seit 4 Wochen haufenfrei :rollsmile:

    Viel Erfolg!

    LG Sabine

    [quote="MuemmelUnd das begründest Du wie? Durch das zurückziehen alleine?
    [/quote]

    Sie hat ihren Hund nicht mehr an andere Hunde herangelassen und ihn ständig massiv zurückgezerrt, obwohl sich unsere Hunde kennen. Genauso macht sie es jetzt mit der neuen Hündin, nein nicht Welpe, sondern aus dem Tierheim. Sie war bis jetzt sehr zugänglich und nun reißt sie die Hündin wieder weg.
    Ich finde die Entwicklung nur traurig. :sad2:

    LG Sabine

    Zitat

    hallo,

    ich hab mit meiner dicken auch öfter mal den übungshund abgegeben. dabei war es immer günstiger, den pöbler auf uns zukommen zu lassen, so daß der andere halter so weit auf uns zugehen konnte, wie sein hund es aushielt. meine lag dabei ruhig ab.
    nach ein paar versuchen, war der pöbler dann meistens schon erfreut, uns zu treffen - zumindest hing er nicht schon aus großer entfernung in der leine.

    für meilo war es übrigens auch leichter, selber auf einen hund zuzugehen, als das ein hund auf uns zukam.

    gruß marion

    Der Hund ist noch nicht aggressiv, doch hängt er in der Leine um zu anderen Hunde zu kommen und die Dame reißt sie immer zurück und meint, das sie nur einen Sturkopf hat.
    Die letzte Hündin war hoch leinenaggressiv durch dieses Verhalten der Frau. Als Welpe war sie einfach nur super aber dann .......

    LG Sabine

    Zitat

    Mein persönlicher Eindruck ist auch, ob fremde Hunde prinzipiell eher positiv oder eher negativ wahrgenommen werden, trägt nicht ausschlaggebend zur Leinenagression bei. Eher der Punkt: umgehen mit Konflikten, Vertrauen auf den Menschen, umgehen mit Frustration



    Danke für deinen Beitrag. ;)

    Ich sehe das auch so.
    Ich haben gemerkt das ich bei bevorstehenden Hundekontakten von unseren Hunden angeschaut werden und ich reagiere, je nach Situation und mache es auch an dem Hund / HH fest der uns entgegen kommt. Meine Hunde vertrauen mir und ich agiere dann situationsabhängig.

    LG Sabine

    Zitat

    Meinen hab ich ja aus dem TH, er hatte anfangs noch kleine Brötchen gebacken.

    Trotzdem wär das Leinenpöbeln zu verhindern gewesen. Hauptproblem war ich hab ihn zu allen Hündinnen anfangs an der Leine gelassen um zu gucken wie verträglich er ist und er zeigte keinerlei Aggresionen.

    Nur irgendwann fing dann eben die Erziehung an und der Bindungssaufbau. Leider in falscher Reihenfolge...

    Mein Jack hat Frust geschoben das er nicht mehr zu anderen Hunden hin drufte. Ich wurd immer Unsicherer, weil er aufeinmal so Aggro wurde und nahm die Leine immer Straffer, wurd immer Unsicherer...

    ... naja mehr brauch ich wohl nicht zu erzählen. Das Pöbeln entwickelte sich so schneller wie der Bindungs aufbau.

    Danke für deine ehrliche Einschätzung! :gut:

    Ich werde Morgen mal einen Fall in näherer Umgebung schildern und ich überlege wie ich dem Hund / Menschgespann helfen kann. Es ist der zweite Hund von der Dame und sie fängt wieder die gleichen Fehler an, leider. :sad2:

    LG Sabine