Hallo,
ich möchte berichten wie es Fussel, in der Zwischenzeit, so ergangen ist.
Wir hatten uns das Futterzusatzmittel Zylkene bestellt und täglich verabreicht.
Nach einer Woche merkte man schon einen Unterschied und er wurde langsam gelassener, ruhiger und nicht mehr so nervös.
So starteten wir in unseren Dänemarkurlaub und genossen die Natur und die Ruhe.
Leider war das Wetter sehr instabil und es gab innerhalb einer Woche zwei sehr heftige Stürme mit Gewitter. Zu diesem Zeitpunkt verabreichten wir Zylkene seit drei Wochen.
Beim ersten Sturm verkroch sich Fussel in der Dusche des Badezimmers und in der stürmischen Nacht zitternd unter unserem Bett. So war es nur eine Frage der Zeit wann ein Epianfall kommen würde und er kam am Morgen um 6 Uhr rum. Er hatte sich Nachts zu uns ins Bett gelegt und ich merkte dann gegen Morgen, das er anfing zu lecken und schmatzen.
Ich hielt ihn sanft fest und schon begann der Anfall. Wir waren sehr ruhig und gefasst und nach 5 Minuten war der Anfall vorbei. Fussel lief noch unruhig und hechelnd umher und ich ging erst mal rauß, damit er sich lösen konnte.
Fünf Tage und beim nächsten Sturm, lag er auf der Couch, sprang herunter und legte sich neben mich am Esstisch. Als er anfing den Boden abzulecken, wusste ich das wieder ein Anfall nahte. Ich setzte mich zu ihm und nahm ihn in meinen Schoß, als der Anfall einsetzte.
Beide Anfälle waren nicht mehr so heftig und lange, wie vor der Zylkenegabe. Den Rest des Urlaubes konnten wir unbeschwert und anfallsfrei genießen.
Wieder Zuhause und insgesamt 6 Wochen Zylkenegabe, setzte ich es ab da die Kapseln aufgebraucht waren. Ich kontaktierte meine Neurologin, da die SD Werte noch ausstanden und wegen der Anfälle. Die SD Werte waren in Ordnung und wenn Zylkene, die Anfälle abmildert, den Hund allgemein ausgeglichener macht, könnte das ein Weg sein.
Schon zwei Wochen nach Absetzung war Fussel der Alte, zeitweise nervös, unsicher und schneller auf 180.
Meine Gedanken kreisten darum, das ich Fussel nicht ewig dieses Zusatzmittel geben konnte / wollte, sondern eben an sein Verhalten / Nervenkostüm gearbeitet werden muss.
Ausschlaggebend war dann nun der letzte Anfall am letzten Sonntag.
Er hatte sich Tags davor wieder heftig aufgepuscht, als er Buffy hinterher düste und sie lange verbellte. Leider waren sie zu weit weg, um das zu unterbinden. Als er zu uns kam, setzte er sich spontan hin und legte sich dann noch ab, was natürlich sehr untypisch für ihn war. Ich dachte, das er seine Hüfte überanstrengt hatte und trug ihn ein kleines Stück. Danach war alles wieder O.K. Im Nachhinein aber ein deutlicher Vorbote.
Der Anfall begann gegen 14 Uhr. Er hatte geschlafen, als Männe mit Tanne im Arm die Tür aufschloss und Fussel aus dem Schlaf gerissen wurde. Er freute sich und tapperte noch über die Tanne, die Männe auf den Balkon ablegte. Ich gab den Hunden in der Küche ein Leckerchen und hatte Fussel da mit den Kopf gewackelt, ich war mir nicht sicher.
Fussel lief ins Badezimmer wo Männe sich die Hände wusch. Ich schaute nach ihm, als mir Fussel schon entgegenkam, sich hinsetzte und der Anfall begann.
Nein, so kann und soll es nicht weitergehen!
Wir schauten und recherchierten im Internet, befragten gut bekannte Ausführdienste und haben jetzt eine Verhaltenstherapeutin ausgesucht und ich denke, bei ihr sind wir richtig.
http://www.tierverhaltenspraxis-berlin.de/
Ich habe sie kontaktiert und um einen Rückruf gebeten.
Fussels Kampf geht weiter und ich weiß, das er am Verhalten therapiert werden muss und wenn wir es schaffen, das er nicht mehr so irre schnell hochfährt, anderseits die extreme Angst vor Gewitter und Knallgeräusche lernt zu verarbeiten, sehe ich eine gute Chance für ihn, das die Anfälle sich verringern oder gar gänzlich ausbleiben. Ob ein Zusatzmittel gegeben werden sollte in Form von Zylkene, Bachblüten etc. überlasse ich der Fachfrau.
Wir haben somit zwei Fachleute an unserer Seite und wir werden zusammen alles tun um Fussel zu helfen! Wir wählen keinen leichten Weg und ich weiß das noch viel Arbeit vor uns liegt, doch sagt mir mein Bauchgefühl das es der richtige Weg ist, den hier auch nicht jeder verstehen muss.
LG Sabine