ich sehe das ähnlich wie Tanja, ich kann keine pauschale Strategie nennen, da es einfach enorm situationsabhängig ist, wie ich reagiere. Aggression kann so vielschichtig, oft auch völlig unbemerkt auftreten und hat derart viele Gesichter, dass es keine Pauschalantwort geben kann.
Oft zeigen sich fehlgleitete Aggressionen in Verhaltensweisen, die wir gar nicht als aggressiv wahrnehmen und evtl. läuft irgendwann das Faß über- dann wird es offensichtlich, aber nicht selten fehlgedeutet...
Dann kommen Rasseunterschiede hinzu, es ist ein großer Unterschied, ob ein HSH vor einem steht, der jetzt und gleich wissen will, wer das sagen hat, oder ob ein überdrehter Hütehund vor mir steht, der vor lauter Stress und Überdrehtheit um sich zwickt oder ob ich einen Angstbeißer vor mir habe, der panisch um sich beißt...
Ganz zu schweigen von aggressiven Verhaltensweisen die von uns einfach nicht der Aggression zugeordnet werden, obwohl sie definitiv aggressive oder auch autoaggressive Tendenzen haben.
Und, ich schrieb es neulich bereits woanders: man sollte das Wort Aggression zunächst einmal völlig wertfrei betrachten. Es ist schon richtig: Aggression ist hündisch, deshalb aber nicht weniger Aggression. Aggression ist auch menschlich, tatsächlich ist Aggression eigentlich allen Lebewesen eigen und auch notwendig, das liegt schon allein am Überlebensinstinkt. Daher sollte sie nicht negativ gesehen werden. Negativ ist Aggression erst dann, wenn sie kein passendes Ventil (wie z.B. Arbeit, aber auch Erfolg- ohne Erfolg = Frust, kann Aggression werden wenn dauernd der Erfolg ausbleibt) findet, dann wird sie destruktiv und daher problematisch.
Unabhängig von möglichen Ursachen und Aggression an sich, muss aber auch klar sein, wenn sich Aggressionen gegen Menschen oder Tiere Bahn brechen, ist erstmal keine Zeit für Ursachenforschung, dann muss als erstes die unmittelbare Gefahr die dann vom Hund ausgeht, unter Kontrolle gebracht werden, dann kann man überlegen was der Grund sein könnte und wie man daran arbeiten kann.
Leider gibt es aber viele HH, die tausend Gründe erforscht haben, aber nichts tun, um die Ist-Situation ins Lot zu bringen. Denn was immer der Grund ist, sowohl für den Hund als auch für Halter und Umwelt, ist es stressfreier und leichter, wenn man die Probleme behebt und nicht nur 1000 Gründe hat.
Natürlich ist oft leichter, wenn man den Grund kennt, schlußendlich muss man aber immer mit der Ist- Situation klarkommen und diese bewältigen, auch wenn man gerade keinen Grund parat hat.
lg susanne