Beiträge von Tucker

    Björn, ich habe erst kürzlich eine Tiroler Bracke genauso ausgebildet, der ist dabei schon fast drei und hat allerhand blöde Erfahrungen gemacht, zuletzt war zwar alles ok, aber der HH hat ihn "autonom" sein lassen.
    Allerdings habe ich das Ganze für ihn, seine spezielle Situation abgewandelt (ich schrieb ja, dass man es immer anpassen muss).
    Dadurch, dass er sehr festgefahren im Verhalten war und ich nicht sehr viel Zeit hatte, hat er eine andere Alternativhandlung erlernt.
    Anstatt zu läuten und loszurennen, hat er gelernt zu läuten und sich zu setzen (Anzeige).
    Allerdings war das auch etwas aufwändiger als einfach eine negative Verknüpfung zu setzen. Und ja, zweifellos, dieser Hund ist natürlich nicht so willig wie mein eigener, aber er war trainierbar und viele andere auch. Ich habe schon auch einige Jagdhunde kennengelernt ;) - auch wenn ich selber keinen haben möchte.

    lg susanne

    @ luka:
    was du meinst ist ein Tunnelblick- das ist problematisch, der Hund kriegt nix mehr mit. Timing ist schon wichtig, dafür muss man halt beobachten, man sieht ja, bevor es losgeht und da muss man einschreiten. Aber den Hund für den Instinkt strafen? Er kann ja nix dafür! Da muss man einfach immer vorgreifen, und wenn sowas nicht passiert, dann manifestiert es sich nicht.

    So, jetzt bin ich wieder da...

    Also erstmal: ein Rückruf ist immer ein Rückruf, egal wo, egal wann und egal warum. Mir ist nicht wirklich klar, warum manche da einen Unterschied machen. Alle anderen Kommandos sollen ja auch in allen denkbaren und undenkbaren Situationen gleichermaßen abrufbar sein, zumindest ist das bei MIR so, wieso der Rückruf nicht?
    Ehrlich gesagt, da vermute ich eher, dass der "normale" Rückruf einfach nicht soooo sauber aufgebaut ist, wenn allerdings Wild in Sicht (bzw. Nase) kommt, dann muss es klappen.

    Wie ich es aufbaue:
    Ich beginne relativ schnell mit der Arbeit im Freilauf, Tucker z.B. ließ ich nach einer knappen Woche das erste Mal von der Leine. Dann beginne ich mit Radiusgewöhnung und Aufmerksamkeitstraining in relativ reizarmer Umgebung. Oft ranrufen ohne Grund, Party machen, spielen, Leckerchen- alles was der Hund toll findet. Außerdem viel verstecken, plötzliche Wegänderungen und immer wenn der Hund mich findet bzw. umstandslos hinter mir herläuft ist wieder Party.
    Dann wird die Umgebung reizstärker, ich renne plötzlich weg, wenn er mitten am spielen mit anderen Hunden ist, wir trainieren im Wald und in der Stadt- einfach überall und es gibt weiterhin Party wenn alles klappt.
    Und je besser alles klappt umso kleiner werden die Parties, es entsteht ein Wechsel aus rein verbalem Lob, Leckerchen und wilden Spielen.
    Dabei gibts die größten Belohnungen immer dann, wenn ich sehe, dass es dem Hund schwergefallen ist. Also je schwerer er sich losreißen kann vom Objekt der Begierde, umso größer ist die Belohnung. Frei nach dem Motto: "Kinder brauchen am meisten Liebe, wenn sie sie am wenigsten verdient haben".
    Und natürlich wird das täglich wieder geübt (man ruft seinen hund ja sowieso) und gefestigt und auch immer mal wieder Ausbildungselemente wiederholt (verstecken, plötzliches weglaufen oder rennen etc.).

    Bei wirkliche Hardcorejägern, hat diese Art auch den Vorteil, dass es problemlos mit SL trainierbar ist.

    Natürlich hängt es vom Typ Hund ab, wie schnell und gut sowas klappt, aber machbar ist es fast immer. Ich habe wirklich sehr, sehr, sehr viele Hunde gesehen und (mit-)ausgebildet. Man muss eben ein allgemeines Schema wie mein oben beschriebener Ausbildungsweg immer nochmal an zwei Dinge anpassen:
    - den Hund
    - die Situation
    und die schwerste aller Aufgaben:
    - den Hundeführer so ausbilden, dass er das umsetzen kann!

    Am Schwierigsten ist es dann, wenn der Hund bereits erfolglos trainiert wurde, evtl. dabei auch mal "gröber" angepackt wurde, damit geht nämlich auch stets eine Desensibilisierung einher. Dann ist es oft sinnvoll, aber auch unverhältnismäßig schwerer, den Hund erstmal im Grunde zu korrigieren, ihn wieder zu sensibilisieren, auf verbale wie nonverbale Kommunikation. Anschließend darauf eine Grundausbildung die den zuverlässigen Rückruf - und wenn es kleine Dackel hagelt - beeinhaltet.
    Der Punkt ist nämlich: die allermeisten Hunde, deren Halter über solche Schwierigkeiten klagen, wurden irgendwann aus Unwissenheit, falscher Anleitung heraus oder auch unbewußt, falsch konditioniert. Und dann kann ich nicht das oben beschriebene einfach aufsetzen, das oben beschriebene ist ein Ausbildungsweg, ein Korrekturweg muss anders aussehen- wie genau, muss im Einzelnen geklärt werden, wenn man die Situation selbst sowie den Hund, den Hundehalter und deren Verhältnis gesehen hat.

    Ach ja, und wer sich selbst überzeugen möchte kann das gerne tun, sofern er vorhat Innsbruck zu besuchen. Es gibt hier auch einige andere Hunde und Halter mit denen ich das genauso erarbeitet hab (u.a. nen Airdale und ne Pinscherlady) Einfach nur Mail an mich.

    lg susanne

    Senecca:
    Nee, mein Hund haut nicht ab. Er ist auch nicht der Oberjäger, aber er würde schon wenn man ihn ließe. Aber selbst wenn ich es erst viel zu spät mitkriege, kommt der auf Rückruf, auch wenn er schon voll am rennen ist.
    Weil er weiß: zu mir kommen ist immer und zu 100% das allergenialste :D .
    Mein voriger war mit mehr Jagdtrieb ausgestattet, klappte aber genauso, es hat, aufs jagen bezogen, einfach nur noch mehr Training gebraucht.

    lg susanne

    EDIT: bei mir reicht das "Hier", auch ohne "NEIN"... ich seh da nicht den Sinn, da NEIN zu sagen.
    Und meine Hunde haben auch alle gelernt, das es nichts wichtigeres und besseres als Frauchen gibt ;) .

    Zitat

    Wozu gibt es ein Rückrufsignal?
    Kommt ein Wild in Sicht, was man jagen möchte, rufe ich meine Jungs zu mir.
    An anderen Hunden geht man vorbei in dem man "bei mir" geht und entsprechend bei Fuß geht.

    Man nimmt in der Situation einfach eine Handlung, die der Hund schon im Repertoire hat und so kann man jede Situation lösen.
    Der Hund lernt so auch, das eine Handlung sich für ihn nicht lohnt, also wird er sie einstellen und nicht mehr zeigen.

    Dito! Spar ich mir das schreiben :gut: .

    lg susanne

    Zitat

    Ich gehöre auch zu den Menschen, die gern homöopathisch ausprobieren. Aber es gibt Mittel, die man nicht ohne Fachmann nehmen sollte. Dazu gehört auch arsenicum. Ich denke auch, man muss erst mal herausfinden, was den Stress verursacht, dann daran arbeiten und homöopathisch unterstützen.

    Homöopathie probiert man nicht einfach mal aus...
    Wie Cerri richtig schrieb, handelt es sich immer noch um Medikamente (und seien sie noch so umstritten). Wer homöpathisch behandeln will sollte sich entweder sehr intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt haben (Schulungen, Seminare usw.) oder sich einen guten (klassischen) Homöopathen suchen.
    Zu einer guten, erfolgreichen homöopathischen Behandlung gehört sehr viel Wissen, augenmaß und Einschätzungsvermögen um überhaupt das passende Mittel zu wählen. Dazu können Wechselwirkungen mit schulmed. Mitteln, Nahrungsmitteln, Kräutern udgl. mehr kommen.
    Ich bin immer wieder entsetzt, dass dieses ganze Theater um Homöopathie schlußendlich dazu führt, dass wirklich alle Welt glaubt "wenns nicht hilft, dann schadets auch nicht"...

    lg susanne

    Zitat

    Und das ist auch mein Weg.
    Ich kann allerdings auch gut damit leben das mein Hund nicht "perfekt" funktioniert.

    Und das sind auch die Fragen die ich mir oft stelle, ist, ich nenns jetzt mal "annähernde Perfektion" auch auf dem soften Weg möglich?

    Wie macht man zB den Hund schneller in Ausführung eines Kommandos ohne körperlich einzuwirken?
    Geht das überhaupt?

    Oder muss man dann wählen zwischen Erziehung mit Druck und körperlichem Eingreifen (nämlich runterdrücken) und dieses Ziel erreichen oder für alle Zeit akzeptieren daß der Hund beim Platz aus der Bewegung erst liegt wenn man schon 10 Schritte weitergelaufen ist?

    LG
    Tina

    Hi,
    also ich erziehe absolut gewaltfrei, ich berühre meinen Hund nur zum loben und zum schmusen (und wenn er an meinem Bein klebt :D ), ich spreche auch ganz normal, eher schon sehr leise und hauptsächlich geht es über Körpersprache und Handzeichen ab.
    Und ja, da ich aus dem Hundesport komme, habe ich auch recht genaues Bild davon was ich, ganz persönlich, perfekt finde und selbstverständlich ist das unser Ziel- ein erreichbares Ziel.
    Wenn ich mir überlege, was Tucker im letzten halbe Jahr, seit er bei mir ist gelernt hat, habe ich da gar keine Zweifel... und der Stinker kamm mitten in der Pubertät (11 Mon.) und ist jetzt grad so ein Halbstarker :D .
    Dennoch, er arbeitet meistens sehr konzentriert und sauber und kann weit mehr als jene, die in manchen Vereinen auf die BGH1 "zugepresst" werden...
    Sicher kann man so arbeiten, es ist halt etwas aufwändiger, man muss viellt. mehr planen (wenn man Perfektion anstrebt) und natürlich das klassischste aller Mittel: üben, üben, üben und nochmal üben, und natürlich üben :D :D .
    Naja und zuletzt denke ich, das die Geschwindigkeit des ausführens etc. teilw.! auch durch die jeweilige Rasse begründet ist.

    lg susanne

    Hi,
    also es kann keine "antiautoritäre" Erziehung geben, bei Hunden nicht und auch bei Kindern oder sonstwas nicht.
    Das sagt Wiki zur Autorität (Textauszug):

    Zitat

    "Autorität ist im weitesten Sinne eine soziale Positionierung, die einer Institution oder Person zugeschrieben wird und dazu führt, dass sich andere Menschen in ihrem Denken und Handeln nach ihr richten. Sie entsteht (durch Vereinbarungen oder Herrschaftsbeziehungen) in gesellschaftlichen Prozessen (Lehrer/Schüler, Vorgesetzter/Mitarbeiter) oder durch vorausgehende Erfahrungen (von Entschlusskraft, Kompetenz, Tradition, Charisma oder Offenbarung). Der Begriff hat seine Wurzeln im römischen Recht (auctoritas)."

    (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Autorit%C3%A4t)

    Um etwas lehren zu können, bedarf es zunächst einmal etwas Autorität um a.) ernstgenommen (respektiert) zu werden und b.) zu überzeugen.
    Daneben gehören zu einer wirklichen Autorität auch entsprechende Souveranität welche wiederum ein gewisses Maß an "innerer Festigung (Stabilität)" bedarf.
    Leider haftet dem Wort Autorität ein ebenso negativer Beigeschmack an, wie dem Wort Aggression. Beides wird leider viel zu oft und viel zu schnell mit Schlägen, Unkontrolliertheit, Machtbessesenheit etc. verknüpft.
    Für mich persönlich bedeutet Autorität nicht weiter, als alle Fähigkeiten zu haben, jemanden anzuleiten (in dem Fall den Hund) und dies auch zu tun.
    Je schlechter die Person mit ihrer Autorität umgehen kann, desto eher wird es dann wirklich negativ und umgekehrt natürlich, je besser und natürlicher jemand mit seiner Autorität umgehen kann (es niemanden "reinreiben" müssen) umso positiver kann sie genutzt werden (und dann auch schnell zu positiven Ergebnissen führen, sowohl für die Autoritätsperson selbst als auch für den Schützling).
    Im positiven bedeutet Autorität dann auch Vertrauen, denn wenn ich ohne Einsatz jeglicher Gewalt (psychisch wie physisch), lediglich aus meiner sozialen Position heraus es schaffe, dass Lebewesen sich mir anschließen, dann habe ich deren Vertrauen.

    Also JA immer autoritär- aber dazu muss man auch das Zeug haben bzw. so an sich arbeiten, dass man auch wirklich eine Autorität ist!

    lg susanne

    Also wenn der Hund nicht laufend irgendwo rumgeschoben wird, find ich das schon ok. Andere Hunde sind in Hundetagesstätten, da gibts manchmal auch mehrere Betreuer ;) . Und Beziehungen entwickeln sich ja auch, ich denke, in einer kleineren Firma findet der Hund da dann auch "seinen persönlichen Ansprechpartner" wenn Herrchen mal nicht da ist.

    Von der Rasse her: also ich finde, das schreit förmlich nach nem Labbi oder Goldie :D . Einfach auch, weil er mit soll und mit anderen Menschen gut können sollte (ich kenne einige Doggen, die sind normal schon sehr stark auf "ihre" Person fixiert). Außerdem hat er nen guten Ruf, die meisten Menschen mögen Labbis, das find ich wichtig wenn der Hund auch ins Berufsleben integriert wird.
    Aber drauf achten, einen bei nem vernünftigen Züchter zu kriegen, der wählt dann auch nicht den aktivsten aus :smile: .

    lg susanne

    Also ich selber füttere ja kein Getreide. Aber wenn mich jemand fragt, der Getreide/Pseudogetreide füttern möchte, dann empfehl ich auch so 10%.
    Wenn der Hund das allerdings aus med. Gründen fressen sollte, dann würde ich an etwa 15% am Tag denken- vorausgesetzt der Hund neigt nicht zum raschen zunehmen.

    Andere Frage:
    was würde denn alternativ an Nahrungsmitteln säurebindend wirken?

    lg susanne

    Ehrlich gesagt mache ich keine Tagesausflüge ohne meinen Hund ;) . Das gibts einfach nicht. Der ist normal höchstens 2- 4 Stunden alleine, und das bei weitem nicht jeden Tag.
    Und ja, wenn ich nur 10 min. aus dem Haus bin und zurückkomme, dann freut er sich wie ein Verrückter :D . Mittlerweile haben wir es geschafft, dass es bei der Begrüßung ruhiger zugeht :gut: .

    lg susanne