Beiträge von Tucker

    So great dane, ich bleibe einfach mal bei unserem Dialog und lasse den Rest aussen vor.

    Ich glaube dir, dass du dir viele Gedanken machst, diverse Threads beweisen das gewissermaßen. ABER: du machst dir die falschen Gedanken, du stellst die falschen Fragen. Du schilderst hier Situationen und möchtest dann Tipps und deine Erwartungshaltung scheint immer so ein wenig die zu sein, dass jemand dann sagt/schreibt: "Schick ihn auf seinen Platz und sag deutlich "Nein"" oder "Greif ihm über die Schnauze und knurre zurück" oder auch "Bring ihn auf seinen Platz und wenn er still ist gib ihm ein Lecker".

    Es ist aber nicht so einfach. Du suchst mehr oder weniger technischen Rat aber die beste Technik wird dir nicht helfen wenn die Umsetzung nicht passt. Ich kann dich auch mit der tollsten Werkzeugkiste ausstatten und trotzdem wirst du mein Auto nicht reparieren können wenn du nicht Schrauber bist oder dich tiefergehend mit der Materie Auto auseinandergesetzt hast.

    Die richtigen Gedanken/ Fragen wären: Was ist Odin für ein Hund? Antwort: Dogge, sensibler Spätentwickler, braucht Zeit... Schlußfolgerung: Zeit geben, langsam und deutlich vorgehen, sensibel sein und allgemein und auf jeden Hund bezogen: viel beobachten.
    Wie agiert/reagiert er auf bestimmte Situationen? Antwort: gestresst, verspielt, unsicher... musst du natürlich selber beobachten und beantworten. Schlußfolgerungen in Bezug auf das Vorgehen könnten dann sein: ignorieren, Odin aus der Situation nehmen (ohne Rücksicht auf fremde Kinder, es ist wichtiger jetzt gut zu erziehen sonst findet er Kinder i-wann viellt. generell doof) usw.
    Wie reagiert er auf deine Erziehungsversuche? Antwort: drinnen teils mit Gebell, Spielaufforderung, Unsicherheit... Schlußfolgerung: entweder du übst einzelne Schritte zu kurz als dass es sich manifestieren bzw. vom Hund verstanden werden kann, du bist zu inkonstant (ja das bist du), oder die Technik ist Kacke und der Hund checkt gar nicht was du willst....

    Solcherlei Fragen gibts noch mehr. Es sind Fragen zu Odin als Persönlichkeit, zu eurer Beziehung, zu Erziehungstechniken, zum Lernverhalten, zur altersmäßigen Entwicklung, zur erzieherischen Entwicklung (sowohl zu deinen erzieherischen Fähigkeiten als auch zu Odins Entwicklung darunter). Das sind die relevanten Fragen, am besten auch ein paar gute Bücher dabei zur Entwicklung, Lernverhalten, Kommunikation usw. von Hunden) die Auskunft zu diesen deinen Fragen geben, denn die sind so hoppzack nicht in nem Forum ausreichend zu beantworten - jedenfalls nicht so, dass es dir bei deinem momentanen Stand wirklich hilft.

    Thema Inkonstanz: du bist sehr inkonstant, das macht es für Odin sehr schwer. Draussen scheinst du das besser im Griff zu haben, konstanter zu sein. Einmal geht er dir so auf die Nerven das du so hilflos bist, dass du ihn im Nacken packst, beim nächsten mal ignorierst du ihn, beim übernachsten mal hast du Besuch und streichelst ihn...alles für ein und dasselbe Verhalten. Frage: Was soll Odin daraus schlußfolgern? Wo wird ihm klar, was er soll?
    Oder die Situation mit der Hündin deiner Eltern. Da möchtest du ihn nicht weghalten, findest es gemein ihm gegenüber, möchtest die Hündin aber auch nicht stressen... du probierst halt so rum, ohne richtigen Plan, ohne genau zu wissen du es machen sollst- fragen tust du dann hinterher wenns in die Hose ging. Du brauchst VORHER nen klaren Plan, was willst du, wie soll es laufen und was tust du wenn es nicht klappt? Nicht einfach nur Gedanken machen sondern von vornherein nen klaren Plan haben Was, Wann, Wie, Wo und Was wenn es nicht so glatt geht? Natürlich muss man so nen Plan in einzelnen Schritten auch mal anpassen wenn man merkt, dass man nicht weiterkommt. Aber man muss dem Hund auch eine gewisse Zeit geben es zu verstehen. Dinge die nicht nach 5 Wiederholungen klappen sind nicht unbedingt nutzlos, sie wurden evtl. einfach noch nicht verstanden. Konstanz bedeutet auch Durchhaltevermögen. Das ist der Punkt, wo viel Beobachtung, Verstand und Gefühl nötig ist: ist die Übung einfach nutzlos oder wurde sie noch nicht verstanden? Da kann ein guter Trainer Gold wert sein durch seine objektive Beobachtung und Einschätzung.

    Plane! Denke voraus, und wenn sowas wie gestern passiert und du eben keinen Plan hast, dann halte Odin raus. Die Freundin kann ja wieder einmal kommen wenn du weißt wie du vorgehen willst (wenngleich eine Freundin mit einem Kind das Hunde kennt und sich richtig verhält für den Anfang deutlich geeigneter wäre).

    Nochwas zu "draussen ist er so toll".
    Denk mal an Kinder... meine beiden kann ich auch überall mithinnehmen, die benehmen sich spitze, soooo gut erzogene Kinder höre ich immer...jaja, nur zuhause, da sind das die Terroristen meiner Nerven :hilfe: .
    Es ist ganz einfach, einerseits üben wir in der Öffentlichkeit oft unbewußt mehr Druck aus, wir wollen uns ja nicht blamieren... andererseits verlangt das dem Hund (und auch Kindern) enorm viel ab und irgendwann (meist dann zuhause) ist einfach Feierabend und dann fällt alles ab und man hat wieder ein ganz normales, freches, lautes... (Hunde)Kind.
    Dazu kommt, dass Hund/Kind zuhause in der gewohnten, sicheren Struktur ist, während man sich draussen lieber noch an Frauchen/Mama hält, besser ist das. Aber auch das geht vorbei, Stichwort: Pubertät! :D

    Ich kann nur immer wieder Weebly empfehlen ( http://www.weebly.com).
    Damit hab ich meine HP erstellt, ist super einfach, kostenlos und, finde ich immer total wichtig: WERBEFREI, kein Menüpunkt zum Anbieter oder sowas.
    Dazu alles online, kein Programm runterladen und installieren, kannste von überall aus bearbeiten wenn nötig. Alles funzt per drag n drop, einzig, das Ganze ist in 'Englisch, das sollte man beherrschen.

    Meine Site kann ich jetzt nicht verlinken weil wegen gewerblich und mit Hunden usw... ich schick dir den Link aber gern per PN wenns dich interessiert.

    Great Dane, so hab ich mir das vorgestellt, du spielst da ne Rolle und Hunde merken das. Darum funktionieren bei manchen die hochgelobten Rituale nur statisch- wie eine Theateraufführung und haben keine oder kaum Erziehungswirkung, es ist einfach eingeübter "Paartanz" um das mal vereinfacht aber klar auszudrücken.

    Und jetzt der Besuch, du überfordert, Odin gerecht werden, dem Besuch mit dem Kind gerecht werden- Odin überfordert, Kind ängstlich und auch überfordert... und dann probierst du Erziehungstipps die du ne Stunde vorher bekommen hast. Wenn du das von mir jetzt liest, wird dir sofort klar, dass das nur in die Buxe gehen konnte, oder?

    Versuch mal dich zu entspannen, schick Odin auf seinen Platz, machs dir gemütlich und überleg erstmal in Ruhe bevor du überstürzt Sachen probierst. Was willst du genau? Welche Ziele hast du mit Odin, definier das mal für dich, fernab von Forum, Trainer, Besuch usw. Nur für DICH!
    Und im nächsten Schritt versuche mal die Welt aus der Sicht von einem 5 Monate altem Hundekind zu sehen. Spiele verschiedene erzieherische Möglichkeiten IM KOPF durch und überlege genau welchen Effekt du haben willst, was die jeweilige Möglichkeit für diesem Effekt tut oder nicht tut und welche Nachteile/ Missverständnisse dadurch entstehen könnten.
    Was lernt Odin z.B. wenn du in in Situation A streichelst? Was lernt er wenn du ihn in Situation B im Nacken greifst und was lernt er wenn du in Situation C mit ihm raufst? Welche Wechselwirkungen kann das haben, wie konstant sind die einzelnen Möglichkeiten für euch persönlich umsetzbar?

    Kurz und gut, mach dir mal dicke Gedanken über das alles BEVOR du irgendwas umsetzt. Und dann setz das erstmal in "einfachen" Situationen um, nicht gleich mit Besuch und drum und dran... laufen lernen tut man ja auch nicht auf nem Marathon sondern deutlich früher.

    Warum gegen das Rangordnungs und Dominanzdingens?

    Ganz einfach, weil es unnötig ist. Erfahrungsgemäß gibt es drei Arten von Leuten die sowas vermeintlich haben:
    1.) Leute die ein geringes Selbstbewußtsein und kein Vertrauen in ihre Position haben bzw. denen ihre eigene Position gar nicht klar ist/ sie noch nicht gefunden haben
    2.) Leute die den Bedarf haben Macht auszuüben, die sich auf Kosten anderer größer machen
    3.) Leute die sich das von Dritten einreden lassen

    Mach dir doch mal keine Gedanken um den Hund, sondern über dich. Welche Position nimmst du zuhause ein? Wer bist du? Wo stehst du? Warum denkst du, bist du angreifbar in dieser deiner Position?

    Ich mach es mal am eigenen Beispiel deutlich:
    Bei uns zuhause bin ich "Chef", nicht weil ich das unbedingt will, sondern weil meine Verantwortung das nunmal zur Folge hat. Ich kümmer mich ums essen für alle, ich koche, ich tröste, ich verarzte, ich entscheide wer wann was darf oder nicht, wer wann wohin geht, wer wann was bekommt usw.... (in unserem Fall gilt das für die beiden Kids, den Hund und die Mieze und natürlich mich selber).
    Das läuft natürlich nicht immer reibungslos, es wollen nicht immer alle so wie ich aber ich diskutier das auch nicht und schon gar nicht fühle ich mich als Person angegriffen.
    Ich nehme da keine Rolle an, ich spiele nicht "Chef" sondern ich lebe das, sonst bricht hier nämlich das Chaos aus. Niemals fürchte ich um diese, meine Position, egal ob mal einer aus der Reihe tanzt oder nicht, es ändert nichts an den Grundgegebenheiten.

    Sicherheit geben zu können, Regeln aufzustellen und durchzusetzen erfordert erstmal sich selber sicher zu sein, sicher wer man ist, wo man steht und was man will. Dann muss sich auch nicht auf vermeintliche Machtkämpfe einlassen und man wittert auch nicht an jeder Ecke einen Angriff auf sich und die eigene Position.

    Es geht nicht in erster Linie darum, welche Erziehungstipps du umsetzt, sondern darum, dass du die Position der verantwortlichen Person einnimmst und dir dieser sicher bist. Solange dieses Grundkriterium nicht erfüllt ist wirst du keine Erziehungstechnik vernünftig umsetzen können, weil dir der Glaube an dich fehlt und das kompensierst du dann mit Nackengriff und Co....

    Corinna hat das schön auf den Punkt gebracht...wie man in den Wald hineinruft...

    Es ist nicht so, dass der Hund deine Position will, sondern dass du dir deiner Position nicht sicher bist. Das sieht man daran, dass du alles als Angriff auf eben diese Position siehst und daraufhin versuchst sie zu verteidigen.
    Anstatt dass du gelassen bleibst, machst DU erst den Machtkampf draus, den du dann dem Hund unterstellst.
    Und da gibts keine anderen Tipps als den, dass du dein Verhalten ändern solltest- oder mit dem leben was du dir selber einbrockst.

    EDIT:
    Wenn ignorieren nicht ausreicht, dann aus dem Raum/ der Situation entfernen (für kurze Zeit und dann ohne tamtam wiederholen)
    Grenzen setzen die du halt willst und diese durchsetzen indem du ihm das halt verweigerst
    das Ganze als Spiel sehen wenn du es anfängst und spielen willst

    Seit Tucker gebissen wurde habe ich ja auch alle Hände voll zu tun die entstandene Leinenaggro bzw. überhaupt sein "Angriff ist die beste Verteidigung" Verhalten wieder zu korrigieren.
    Ich weiche eigentlich immer aus, d.h. ich laufe einen Bogen und manchmal gehöre ich auch zu den Leuten die sich "abenteuerlich ins Buschwerk stürzen" wenn ich keine andere Wahl habe. Gründe dafür gibt es zwei:
    1.) Wenn ich Tucker da auf engstem Raum vorbeiziehe (was ich durchaus könnte) lernt er nix, da kann ich mir die Arbeit gleich sparen
    2.) Rücksicht, ich muss ja nicht jeden ungefragt involvieren

    Allerdings finde ich viele Leute mit angeblich problemlosen Hunden immer wieder ziemlich rücksichtslos...nach dem Motto: "meiner tut ja nix, der kann ruhig freilaufen auch zu Ihrem, müssen Sie halt nen Maulkorb draufmachen wenn er dann schnappt".
    Hallo??? Sonst noch Wünsche? Das mindeste was man erwarten kann ist doch wohl, dass der andere HH seinen Hund unter Kontrolle hat und für die paar Meter bei sich behält. Ich nehme gerne Rücksicht aber ich erwarte das auch von meinem Gegenüber, mMn zu Recht.
    Grad letzte Woche hatte ich sowas:
    Ich bin aufm Heimweg durch den Park, vor uns taucht ein ca. 40cm großer Mix auf, mutterseelenallein. Ich im weiterlaufen schonmal die Wurfkette rausgezogen um den Kollegen ggf. mit Nachdruck auf Abstand zu halten. Da kommt Herrchen mit Fahrrad an. Auf meine freundliche Bitte hin seinen Hund doch bitte anzuleinen (nebenbei, im Park herrscht Leinenpflicht) weil meiner schnappt, sagt der zu mir, dass ich meinen doch loslassen soll, der (also Tucker) würde doch eh nix tun (ich habe Mann und Hund das allererste Mal gesehen!)... und fuhr weiter ohne sich um seinen Hund zu kümmern!
    Ich war stinksauer! Sein Hund vor mir, er hinter mir am wegfahren - toll! Naja, ich hab dann von der Wurfkette Gebrauch gemacht worauf der fremde Hund weglief (nicht Richtung Besitzer). Mir tat das leid für den Hund, der kann nix für seinen Besitzer, aber ich kann meinen Hund auch nicht wegsperren, zuschnüren oder sonstwas.

    Hier im Forum hab ich auch schon gelesen, dass manche sauer sind, wenn man mit unverträglichen Hunden in Freilaufgebiete geht weil sie dann ihre verträglichen Hunde evtl. kurz festhalten müssen... was soll das denn? Haben unverträgliche Hunde kein Recht auf Freilauf wenn sie abrufbar sind und der HH dann eben an anderen Hunden vorbeiführt?

    Was mich auch interessieren würde, wären Antworten auf Rotti-Frauchens Frage, woran ihr denn erkennt, ob jemand mit seinem Hund arbeitet oder nicht. Wer nicht rumreißt und schimpft der arbeitet nicht, oder woran wird das festgemacht?

    Ähmmm...abgesehen davon, selbst wenn irgendjemand seinen BMW Isetta verkauft- billig ist die sicher nicht. absoluter Oldtimer mit Kultfaktor.

    Am Besten den Fahrzeugbrief von entsprechenden Rollern mal studieren, da muss was drin stehen über zulässige Zuglast usw.
    Und dann beim TÜV/DEKRA vorbei und fragen wie so ein Hänger aussehen muss um zugelassen zu werden.

    Auch Tucker bekommt mehrmals die Woche, Joghurt, Kefir, Quark und Co. immer in der Vollfettversion weil er eh so ein schmales Hemd ist.
    Ihm schmeckts und er verträgt es prima.
    Grundsätzlich würde ich immer empfehlen es auszuprobieren, wenn es nicht vertragen wird kann man es immer noch weglassen.

    Shoppy: Genau SO! :gut:

    Tucker hat ganz ähnliche Probleme und ich arbeite genau auf die Weise dran, die Shoppy gerade so schön erläutert hat, allerdings mit Futter alles andere lässt ihn da viel zu heiß laufen.
    Das ist absolut erfolgreich und es macht für mich auch Sinn. Ich will die anderen Hunde ja positiv verknüpfen, das geht nicht wenn ich einen negativen Reiz setze.
    Wichtig ist aber, dass es zu keinen weiteren Vorfällen kommt, ich hab zur Zeit immer ne Wurfkette mit um mögliche freilaufende Hofhunde und Co. auf Abstand zu halten.

    segugio
    Auch Patricia McConnell arbeitet gern auf diese Weise, empfehlen würde ich da vor allem "Liebst du mich auch?" da wird die Gefühlswelt des Hundes und Möglichkeiten Einfluß darauf zu nehmen auch sehr schön beschrieben. Eben auch, dem Hund eine für ihn unangenehme Situation so angenehm wie irgend möglich zu gestalten anstatt es durch Druck noch unangenehmer werden zu lassen.