Beiträge von Tucker

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    Es soll ja kein Job draus werden.

    Genau darum denke ich, dass so Aufmerksamkeiten eher unregelmäßig sein sollten. Dann lieber gleich einen Gutschein oder Bares oder eben wenns passt und jetzt aktuell ist nen hübschen Osterhasen.
    Ob sie gerne ins Kino geht oder in nem bestimmten Klamottenladen gerne einkauft oder sich was bestimmtes wünscht erfährst du ja mit der Zeit auch irgendwie automatisch. Man gibt ja schließlich nicht nur die Leine von Hand zu Hand sondern plaudert auch mal ein bißchen. Und man kann ja auch ein paar unverfängliche Fragen stellen wie z.B. nach den Hobbies und Lieblingsfilme/Kinofilme ...auf sowas kann man ja wirklich ganz unkompliziert und unverdächtig an Infos gelangen :D .

    Ich hatte in dem Alter zwar auch schon eigene Hunde, aber ich habe so 2x die Woche auch einen Boxer der älteren Herrschaften gehörte, ausgeführt und auch ein wenig mit ihm trainiert. (es war in Österreich vor über 15 Jahren, da gabs keine Gesetze, dass man große Hunde erst ab 16 ausführen darf oder so).
    Es war alles mit meiner Ma abgesprochen, auch, dass wir beide versichert waren bei unseren Spaziergängen.

    Ich habe das sehr gern gemacht und es gab keine "Bezahlung" in dem Sinn. Es war eher so, wie Angel-Ivy beschrieben hat. Die Dame gab mir ab und an mal 20 oder 50 Schilling (heute lächerlich, etwa 1,50- 3,50€, aber damals bekam man da in Österreich schon was für ;-) auf heute umgesetzt würde ich sagen 5 oder 10 Euro).
    Ab und zu auch mal ne Tafel meiner Lieblingsschokolade oder auch nen Osterhasen, Nikolaus etc. wenn das grad anstand.

    Ich fand das gut, war gerne mit dem Boxer unterwegs und hab mich immer sehr gefreut wenn die ältere Dame mir was schenkte.

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    Ich frage mich immer wieder, welche Art von Erziehung die bessere bzw. wirksamste ist.

    Ganz sicher ist es sehr "wirksam" mit Belohnung zu arbeiten. Es ist die einfachste und unkomplizierteste Weise.
    Aber die Belohnung sollte nicht auf ein Leckerchen reduziert werden. Dann stünden Leute deren Hunde nicht unbedingt auf Futter abfahren ganz schön dumm da, nicht wahr? ;)
    Belohnung muss sich erstmal daran orientieren, was der Hund als solche empfindet. Und dann ist es sicher eine der effektivsten Methoden die man sich vorstellen kann wenn man über Belohnung, aber nicht zwangsläufig Leckerchen arbeitet.

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    ...weil er weiß es gibt gleich eh ein Leckerchen oder ob er wirklich "Spaß" daran hat mit mir zu arbeiten?

    Ob ein Hund wirklich Spaß bei der "Arbeit" hat ist individuell und kann nicht nur daran fest gemacht werden ob du ein Leckerchen oder auch eine andere Belohnung in Aussicht stellst (und ja, klar checkt ein Hund das, wenn er immer ein Leckerchen oder eine Belohnung bekommt wenn du das nur so übst.).
    Es ist eine Frage des Umgangs, des Triebs und dem allgemeinen Willen zur Zusammenarbeit des Hundes.
    Es gibt Hunde, die haben keine Lust auf Unterordnung, Obedience, VPG, Agility oder weiß der Himmel was. Die wollen vielleicht gern ausgiebig spazieren gehen, schnüffeln, gucken... die machen was man sagt, die sind abrufbar und alles, wenn man übt. ABER: was immer man da mühsam herbeitrainiert, der Hund wird nie wirklich "Spaß" dabei haben.
    Und es gibt Hunde die arbeiten gern mit dir, sofern du entsprechend mit ihnen umgehst, die haben sicher in gewisser Weise Spaß und ein Faktor mag da auch die Belohnung spielen, aber sicher auch die Anlagen vom Hund und der Art des Hundeführers zu arbeiten.


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    An Hundehalter mit Junghunden: Arbeitet ihr auch hauptsächlich mit Leckerchen? Wenn nicht, mit was stattdessen? Wenn ja: Ab wann werdet ihr das reduzieren bzw. bei welchem Kommando belohnt ihr sogar nur noch selten mit Leckerchen?
    An Hundehalter mit erwachsenen Hunden: Wann habt ihr die Leckerchen reduziert? Wo belohnt ihr momentan immernoch mit Leckerchen? Wie belohnt ihr bei "alten" Kommandos, wenn nicht mit Leckerchen?

    Ich reduziere Belohnungen eigentlich gar nicht mehr :D .
    Es kommt eher drauf an wie ich belohne und was der Hund als Belohnung auffasst. Es kann ja auch eine Belohnung sein, wenn der Hund freigegeben wird (ableinen, Leine verlängern zum schnüffeln etc.) oder wenn er einen anderen Hund begrüßen darf (wenn er verträglich ist) es gibt ja wirklich verschiedenste Möglichkeiten zu belohnen. Die Grundfrage vor der Belohnung muss lauten: Was empfindet DER HUND jetzt am allerehesten als Belohnung? Was will er?
    Und dann muss man sehen, ob das möglich ist und ggf. eine Alternative die der Hund viellt. auch ziemlich gerne möchte.
    Allermeistens gibt es eine Möglichkeit in einer Form zu belohnen die der Hund als solche empfindet.

    Futter, Leckerchen verwende ich nicht unbedingt wenn ich belohnen will, sondern wenn ich einen verhältnismäßig großen Gegenreiz setzen muss um überhaupt eine Ansprechbarkeit herzustellen. Ich "belohne" zwar auch mal mit Leckerchen, Welpen locke ich gelegentlich gar mit Futter :p, aber in der Hauptsache ist es ein Mittel um einen großen Gegenreiz gegen einen anderen, äußeren Reiz, zu setzen. Dabei gilt: je hungriger der Hund umso mehr funktioniert der Reiz "Futter".
    Arbeitet man auf diese Weise, sollte das logischerweise im Laufe der Zeit reduziert werden, je besser der Hund mit dem äußeren Reiz klar kommt umso weniger Futter. Dann kann man andere Belohnungen einführen.
    Allerdings ist dann unbedingt zu beachten, dass der Hund nicht so hungrig und verfressen sein sollte, dass er den äußeren Reiz gar nicht wahrnimmt... er sollte schon mitschneiden was da abläuft, den anstrengenden, ablenkenden, triebauslösenden etc. Reiz mit der Befriedigung des Bedürfnisses Fressen verbinden. Wenn sie den äußeren Reiz vor lauter "Futter" im Schädel nicht mehr wahrnehmen, verknüpft sich da auch nix.

    Ein souveräner und vernünftiger HH ist wohl immer gefragt, oder ;) .
    Mir ging es mehr darum, dass es bei Tanja so klang, als könne man aus jedem Hund einen selbständig souveränen Hund machen wenn man nur genug arbeitet, und das sehe ich anders.

    Tucker hat von Haus aus nicht gerade die Souveranität erfunden und hat ein Sch***erlebnis gehabt, siehe dieser Thread, irgendwo...
    Und natürlich kann ich ihn wieder dahin trainieren wo wir mal waren, aber dass er mal eine wirklich souveräne Persönlichkeit wird die auch ohne klare Orientierung und Führung vernünftige Raktionen zeigt ist allenfalls eine Illusion (der ich mich nicht hingebe).
    Und ich kenne noch mehr so Kandidaten, da wurde toll aufgezogen, Eltern astrein, Prägung prima und trotzdem kann man sie durch die Pfeife rauchen wenn man sie allein lässt.

    Ihr weicht jetzt aber ganz hübsch vom Thema ab, Mädels... ;).

    Was Soveranität und Gelassenheit betrifft, die ja bei Pöblern eine Rolle spielt, würde ich nicht nur von genetischen Dispositionen (fehlgeleitete Zucht) und Training ausgehen.
    Hunde haben, genau wie Menschen, unabhängig von Vererbung, Aufzucht, Prägung, Training usw. auch eine Grundpersönlichkeit, einen Grundcharakter. Sicher werden Welpen von soveränen Eltern öfter auch selber souverän durch einen Teil Genetik und einen Teil Nachahmung. Sicher kann man auch bei Haltern und Hunden beobachten, wie sie sich ähnlich werden/sind, aber eben nicht nur.
    Wenn ich einen Hund habe, der einfach von seiner Persönlichkeit her eher schüchtern und zurückhaltend ist, dann kann ich das durch gute Prägung und Training mildern, ich kann den Hund dahin bringen, dass er sich zuverlässig an mir orientiert aber kein Training der Welt wird so einen Hund zu einem wirklich selbstständig souveränen Tier machen.
    Auch Training hat einfach Grenzen und sei es noch so gut.
    Das ist übrigens einer der Gründe warum ich die Dominanztheorie in dem Sinne, dass alle Hunde immer nur oben stehen wollte für Unfug halte. Ein Hund wie oben beschrieben hat kein Interesse daran den Chef zu machen, er ist froh wenn er sich orientieren kann und darf und läuft mit. Wird er allein gelassen mit einer Entscheidung kommt meistens nix vernünftiges dabei raus, weil völlig überfordert.
    Und bei so einem Hund sollte man auch nicht die Anforderung stellen, dass er eine selbständige (und in Kombi mit dem Menschen auch erwünschte) Form der Souveranität erreicht sondern vielmehr das nehmen was da ist und den Hund seinem Wesen entsprechend führen.

    Ich hatte ja am Anfang schon geantwortet, aber es scheint ja so zu sein, dass nicht alles genau verstanden wurde bzw. nachvollziehbar ist. Ich versuchs mal ein wenig aufzudröseln...

    Erstens, das Sprühhalsband:
    Das Sprühhalsband sagt dem Hund quasi: "wenn du bellst wirds unangenehm" das kann natürlich zum gewünschten Ziel führen, muss es aber nicht. Vor allem aber soll dein Hund ja eigentlich nicht nicht lernen "wenn ich belle wirds unangenehm" sondern er soll lernen "alleinebleiben ist ganz ok und normal, es gibt keinen Grund rumzuheulen".
    Und, doch so ein Sprühhalsband tut weh bzw. kann weh tun, je nach Befüllung. Wenn da so ein Zitronen- oder Minzzeug drin ist brennt der Mist auf der Schleimhaut nämlich.

    Zweitens, das Alleinebleibtraining:
    Du hast momentan die Vorstellung von irgendwas, damit dein Mädel möglichst sofort aufhört zu heulen. Darum kannst du das Training nicht ganz nachvollziehen weil deine Emma dabei ja erstmal weiterheult.
    Bei einem richtigen Training ist es aber, im Gegensatz zu einem Mittel wie dem Sprühhalsband, so dass du ein Ziel definierst, in diesem Fall "ruhiges, möglichst entspanntes alleine bleiben" und den Weg dahin in viele kleine Schritte unterteilst.

    Der erste Schritt ist, dass sie nicht laufend an dir klebt. Also räumliche Trennung innerhalb der Wohnung. Du schreibst Emma bleibt in einem Raum wenn du in einen anderen gehst. Frage: schließt du da auch mal die Türen zwischen euch?
    Ich würde folgende Übung machen: Emma ist in dem Raum, in dem sie auch sein soll, wenn du die Wohnung verlässt. Du gehst aus dem Raum und schließt die Tür. Wie lange bleibt sie dort ohne Probleme? Drauf achten und danach nicht solange im anderen Zimmer bleiben bis sie Probleme macht sondern vorher wieder öffnen. Langsam steigern bis Emma auch mal 2 oder 3 Stunden in dem Raum bleiben kann ohne zu heulen oder sonstwas.
    Zeitgleich kannst du auch anfangen dich mehrmals täglich gehfertig zu machen (anziehen, Tasche nehmen usw.) und dann OHNE zu gehen wieder ausziehen. Das kannst du dann auch kombinieren mit Übung eins, also Emma ist in dem "Alleinebleibzimmer" du machst dich fertig, raschelst mit dem Schlüssel, Tür öffnen und schließen ohne zu gehen...
    Und im nächsten Schritt gehst du wirklich vor die Tür und kommst sofort wieder, dann gehst du schnell die Post holen, dann läufst du 5 Minuten um den Block usw.

    Es geht bei all diesen Dingen überhaupt nicht wirklich darum, dass Emma nicht heult, sondern dass sie dein kommen und gehen als Normalität empfindet und in Folge dessen auch die Heulerei einstellt.

    Es ist auch nicht nötig am Anfang jedesmal zu warten bis sie still ist, unter Umständen kann das sehr lange dauern und wirkt sich dann sehr kontraproduktiv aus. Vielmehr sollte die Vorbereitung der räumlichen Trennung so weit gedeihen, dass sie dann bei den ersten Sekunden und Minutenversuchen außer Haus gar nicht mehr heult. Tut sie es trotz aller Vorbereitung, gehts einen Schritt zurück, dann war die Vorbereitung nicht so gut wie gedacht...

    Ob mit oder ohne Futter gearbeitet wird ist von Hund zu Hund verschieden. Auf keinen Fall sollte beim zurückkommen gefüttert werden, dann wird die Erwartungshaltung bezügl. deiner Rückkehr nur gesteigert. Begrüßen ist aber ok solange das in nem normalen Rahmen läuft, wenn sie abspult vor lauter Freude wars zuviel des Guten. Da kannste dich ganz auf deinen Hund verlassen, die zeigt dir deutlich was zuviel ist musste nur drauf achten und entsprechend dosieren.
    Beim Gehen kann es sich durchaus anbieten ihr was dazulassen, dann aber eher beschäftigungsintensiv, z.B. nen Kong füllen mit ner Mischung aus Rinderhack und Quark oder so. Dass du den fertig machst kann den Hund auch drauf vorbereiten, dass du jetzt gehst und er kann sich dadrauf einstellen. Und dann ist er auch ein Weilchen damit beschäftigt. Wichtig wenn das so gemacht wird: sobald du kommst verschwindet der Kong... am Anfang also noch fast voll wenn du nur ein paar Sekunden weg bist. Das ist natürlich fies und du bist der Spielverderber, aber wenn Emma dafür verknüpft, dass dein Gehen immer mit was Gutem für sie verbunden ist, ist das ja nicht schlecht.
    Voraussetzung ist, dass sie überhaupt frisst wenn du abwesend bist. Und natürlich musst du beobachten wie sie darauf anspringt, da gibts keine Allgemeinregel für, man muss einfach auch mal probieren und gucken wie es läuft und ggf. halt die Planung ändern wenn es nicht so läuft wie gedacht.

    Und so langwierig wie es hier schriftlich klingt ist es meist nicht, zumal deine Emma ja bereits mal alleine bleiben konnte.

    Viel Erfolg!

    Ich denke, es geht hier nicht um emotionslos in dem Sinne nichts zu fühlen, denn das ist unmöglich, sondern was gemeint ist, ist absolute Selbstbeherrschung und Selbstdisziplin.
    Und allzuoft sind diese zwei eben Mangelware und stattdessen ist es hysterisches, hilfloses oder grobes rumgefuchtel, Gekreische und Gemeckere...

    Vergiß das Halsband schnell wieder... dein Hund muss einfach das alleinebleiben neu lernen, mit so nem Sprühhalsband wird sie nur gestraft, aber sie hat nicht weniger Stress und lernt auch nicht vernünftig alleine zu bleiben.
    Es ist gar nicht selten, dass Hunde sowas nicht mehr können wenn man umzieht und sich gravierende Dinge (Trennung, Arbeitslosigkeit) ändern.
    Training zum alleinebleiben sieht je nach Ausprägung so aus, dass du die Hündin zuerst in einem anderen Raum alleine lässt und die Tür schließt, wenn das geht, mehrmals täglich anziehen, rausgehen, reinkommen- nicht länger wegbleiben. Und dann eben langsam steigern, die Post holen gehen, 5 Minuten, 10 Minuten wgbleiben usw.
    Und momentan hast du da ja auch ausreichend Zeit für solange du noch arbeitslos bist.