Das hier macht mich doch sehr nachdenklich.
Menschen wie 'santi' oder der Doggenhalter, der Chandro trat, laufen mir
ab und zu über den Weg. Merkwürdigerweise gehäuft in Deutschland.
In Spanien sind die Leute lockerer drauf und grinsen sich oft einfach einen,
wenn zwei Rüpel mal aneinander geraten.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Kombination 'unsicherer Hund'
und 'aggressiver Halter' oft eine explosive Mischung ist.
Normale 'grummel'-Situationen werden dann plötzlich zu Beissereien
und Hund-Hund sowie Halter-Halter gehen aufeinander los.
Was soll denn ein unsicherer Hund lernen, wenn er sein Vorbild so
aggressiv abgehen sieht ?
Als ich Duran übernommen habe, war er sehr unsicher und aus diesem
Grunde oft provokativ und auch aggressiv. Ein richtiger Stänkerer und Pöbler.
Ein bisschen ist er das immer noch, aber er hat erkannt, dass ich immer
ruhig bleibe und wenn möglich versuche, ihn aus blöden Situationen rauszuhalten.
Da er fast immer der Aggressor ist, muss ich vorausschauend sein und
ihn rechtzeitig bremsen, bevor er andere Hunde anpöbelt.
Sollte das mal nicht klappen, ignoriere ich das Gehample des anderen Halters
und nehme Duran ruhig weg.
Gerade vor kurzem war so eine Situation, im Nachhinein muss ich lächeln.
Einer von Duran's 'Feinden' kam uns entgegen. Ich hatte die Leine nur über
einem Finger liegen und er raste los, direkt auf den anderen Hund zu.
Der Halter des anderen Hundes stellte sich vor seinen Hund und brüllte
Duran so richtig laut 'A****loch' entgegen. Mehrmals.
Duran wurde unsicher, versuchte aber nach wie vor um den Mann rumzukommen.
Nuja, als ich da ankam, musste ich an dem Mann vorbei, um an meinen Hund
ranzukommen. Er war so in seine Schimpftiraden vertieft, dass er mich
nicht hörte. Also nahm ich ihn fest an den Armen und sagte laut 'tschuldigung, darf ich mal ?'.
Danach blieb er dann stehen und ich konnte Duran festhalten.
Wir mussten dann beide grinsen, weil die Situation so absurd war.
Er kennt Duran und weiss, dass er nur pöbelt, aber nicht beisst.
Er hatte sich nur so sehr erschrocken und versucht Duran mit Gebrüll
in Schach zu halten.
Normalerweise habe ich Duran (fest) an der Leine und bei Sicht dieses
Hundes muss er sich hinsetzen und ruhig verhalten, bis dieser vorbei ist.
Anderer Fall:
Ein Kunde von mir mit Westy, 1 Jahr alt, Pöbelt rum.
Kunde meinte, sein Hund sei voll aggressiv und beisst andere Hunde.
Nach Analyse und einigen Spaziergängen stellte sich raus, dass der Hund
auch nur unsicher ist und Kunde bei Hundebegegnungen grundfalsch reagierte
und so die Attacken auslöste.
Meist kamen sich dabei dann auch noch die HH in die Wolle und gingen
aufeinander los. Sch**** Situation.
Wir haben also Hundi an die 10-m Leine genommen und sind in den Park.
Beide HH waren komplett gestresst, weil sie das Schlimmste befürchteten.
Hier in den Parks laufen fast alle Hunde frei, so dass wir schon am ersten
Tag mit der Schleppleine so ca. 10 Hundebegegnungen hatten.
Keine einzige lief aus dem Ruder, da die Besitzer der anderen Hunde oft
weit weg waren, wir auch weit weg, am anderen Ende der SL blieben,
und Hundis ganz alleine klar kommen mussten.
Solange ich sehen konnte, dass beide Hunde der Situation gewachsen
waren und keiner Angst zeigte, liess ich sie gewähren.
Nix passierte. Westy war nur glücklich endlich wieder andere Hunde normal
begrüssen zu dürfen.
Ein oder zweimal trafen wir auf ängstlichere Hunde oder genervte Hündinnen,
wo wir dann Westy klar anzeigten, dass er weiterlaufen soll und den anderen
Hund in Ruhe lassen, was er auch ganz ok fand.
Der einzige Auslöser für die temporäre Aggression dieses Hundes waren
seine verkrampften Besitzer gewesen.
Mittlerweile brauchen die Leute meine Hilfe nicht mehr und lassen ihren
Hund mit bestimmten Hunden im Park auch rennen.
Ich bin immer der Meinung dass unsere Hunde so reagieren, wie wir es
ihnen vormachen.
Wenn ich schreie und trete, zeige ich meinem Hund doch nur, dass ich der
Situation nicht gewachsen bin und unsicher-aggressiv reagiere.
Entweder er bekommt dadurch noch mehr Angst und wird noch unsicherer,
wodurch sich die Wahrscheinlickeit erhöht, dass er noch öfter von anderen
Hunden angegriffen wird.
Oder er wird selber aggressiv, da ich nicht fähig bin, solche Situationen
ruhig zu regeln.
Hunde pöbeln und grummeln nun mal. Das ist ein Teil ihrer Kommunikation,
zumindest, solange sie noch jung sind kommt das öfter mal vor.
Da sollte ich als souveräner erwachsener Mensch eigentlich drüber stehen.
Auch wenn an meiner Leine der angepöbelte Hund hängt, nicht nur wenn
ich den Pöbler habe.
LG
Chrissi