Moin zusammen,
kannst Du nochmal ein paar Worte darüber verlieren, was Lotte eigentlich für ein Hund ist?
Was war eigentlich vor ihrer Zeit mit Dir?
Liebe Grüße
Beiträge von Cosmoo
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Lieber Sammi,
Unerwartetes ist für die meisten Hunde zumindest befremdlich, die Frage ist nur, wie sie damit umgehen.
Versuche doch einmal, Deinem Hund in dieser Situation ein wenig mehr Zeit zu verschaffen, sich darauf einzustellen.
Bei Problemen mit "komischen" Menschen kann das konkret so aussehen, dass Du Deinen tobenden Hund natürlich ignorierst, die Situation aber auch nicht gleich auflöst. Deine guten Fahrstuhl-Erfahrungen sprechen doch dafür, das es prinzipiell möglich ist.
Wir wohnen in der Nähe eines Krankenhauses, wo viele behinderte Menschen an der Bushaltestelle anzutreffen sind. Diese wurden von Cosmo anfangs auch als "die gehören dort nicht hin" behandelt, bis ich ihm ein wenig Zeit gegeben habe, die Situation zu beurteilen (Distanzen langsam verringern!), mittlerweile schaut er sie nicht mal mehr an.
Leine ist natürlich Pflicht. Ich weiß nicht, wie gut Du seinem Gewicht körperlich gewachsen bist, aber wenn Du es schaffst, absolut unbeteiligt dazustehen und freundlich in die Menge zu schauen, hast Du schon gewonnen. Die meisten Menschen sind dann gar nicht mehr so garstig, wie sie anfangs dreingeschaut haben.
Was den Wach- und Schutztrieb angeht, wirst Du das (wenn es keine Angstreaktion ist!!!) wahrscheinlich akzeptieren müssen. Jeder Hund braucht seine Aufgabe und die einzelnen Rassen sind für bestimmte Einsatzzwecke gezüchtet worden. Bis auf wenige Ausnahmen entstammen unsere Hunde alten Gebrauchsrassen mit jagdlichem oder Herden- und Schutzschwerpunkt, denen ein menschlich soziales und allen Situationen gewachsenes Verhalten schlicht nicht abverlangt wurde. Mal ehrlich: Kein Mensch käme auf den Gedanken, einem Jagdhund das Jagen abgewöhnen zu wollen...
Unser "Wächter" meldet auch zuverlässig jeden Besucher, sobald der die Einfahrt betritt. Bei einem 40-kg-Hund und einem Zeitung austragenden Kind ein echtes Problem, was uns zu einem Zwischenzaun veranlasst hat. So kann der Hund seine "Aufgabe" erledigen, ohne dem, was dort nichts zu suchen hat, wirklich gefährlich zu werden. Wir gehen ruhig und gelassen auf ihn zu, loben ihn für seine Aufmerksamkeit und sprechen kurz mit dem "Eindringling". Dann ist alles sofort ruhig (brauchte ca. ein halbes Jahr).
Was den Freilauf angeht, kann ich Dir aus eigener Erfahrung nur die lange Leine empfehlen (ohne Schlaufe, diese bleibt im Gebüsch hängen), mit der Du Deinen Hund im Notfall noch stoppen kannst.
Wir haben sie nach ca. einem Jahr Benutzung dann nie mehr gebraucht.
Also am Besten alles erstmal mit (langer) Leine, viel Geduld und Ruhe.
Mein Rüdenrüpelwächter und ich wünschen Euch eine schöne Zeit miteinander.