Aber es ist ein grosser Unterschied ob ich das Training so aufbaue dass ich weiss der Hund wird's vermutlich nicht schaffen und ich strafe aktiv in dem ich positive Strafe hinzufüge (wie auch immer die aussieht) - oder ob ich sage, ich bau es so auf dass der Hund es bewältigen kann und ich ihn am Ende loben kann.
Dauert das länger? Sicherlich.
Ist es umständlicher? Ja, auf jeden Fall.
Umständlicher finde ich das gar nicht.
Es ist aber vor allem eins: Nachhaltiger und belastbarer meiner Erfahrung nach.
Ich trainiere ja auch Arbeitshunde, bei denen ich von der Verhältnismäßigkeit Belohnung und Strafe in etwa gleich einsetze wie im Alltag. Der Schwerpunkt liegt also immer auf dem Belohnen. Und ich achte pingelig darauf vorhersehbar und verständlich zu sein. Das fängt schon damit an, dass ich meine Hunde nicht wortlos mit der Leine von einer Schnupperstelle wegzerren würde. (Irgendwer hat das Beispiel gebracht und ich fand's gut. Da beginnt es schon. Obwohl nein, man ist mittendrin!)
Ich bekomme keine Hunde, die in meinem Sinne entspannt ihre Aufgabe an den Schafen allein ohne ständige Kommandos bewältigen, wenn ich es ihnen nicht Schritt für Schritt nachhaltig beibringe. Das wirkt anfangs aufwändiger. Aber man hat jahrelange einen Partner, der weiß worum es geht, auf den man sich blind verlassen kann. Ich kann meine Hunde im Stockdunklen schicken mir entlaufene Schafe weit entfernt im wildesten Gelände zurück zu holen und ich kann mich drauf verlassen, dass die das vernünftig tun. Ich kenne nicht viele, die das könnten.