Kannst du das für dumme Nichtkünstler (also mich) noch mal Übersetzen?
Was ist ungegenständlich
und was ist eine Raumgestalltung? und was ist Cocooning? Was ist eine Öffnungsperspektive ?
Gar nicht dumm!
Das sind berechtigte Fragen!
gegenständliche Kunst ist Kunst, die etwas darstellt. Egal ob hyperrealistisch oder abstrahiert, sofern noch ein Gegenstand oder eine Figur oder eine Landschaft zu identifizieren ist, ist es gegenständlich. Ungegenständliche Kunst ist Kunst, die nichts Physisches abbildet oder zum Vorbild hat. Zum Beispiel kann man eine Plastik zum Wort "fragil" machen ohne dabei etwas abzubilden, was fragil ist (z.B. ein Glas). Man könnte einfach mit sehr leichten, dünnen, zerbrechlichen Materialien arbeiten, vielleicht ein Ungleichgewicht reinbringen, sodass man denkt "oha, das fällt gleich um, dann wird es zerbrechen". Es ist dann sozusagen nur die Wirkung, die durch formale Entscheidungen (Form, Material, Komposition, Oberflächen, Farben...) erzeugt wird.
Eine Rauminstallation ist eine plastische Arbeit, die für einen bestimmten Raum gemacht wurde und auf diesen Bezug nimmt. Eine kleine plastische Arbeit kann man verkaufen, auf verschiedene Sockel stellen, in verschiedene Wohnzimmer. Eine Installation dagegen sagt: aha, der Raum ist 5 Meter breit aber 10 Meter lang, ich werde mit dieser länglichen Form arbeiten. Oder: aha, die Tür ist da, als ist das die erste Ansicht und die Hauptansicht, wenn man reinkommt. In einer Rauminstallation kann man sich ggf. bewegen. Sie kann auch interaktiv sein, z.B. wie das, was Runa-S vorgeschlagen hat.
Weitere Beispiele sind Katharina Grosse oder Olaffur Eliasson (falls du netflix hast, der kommt da in einer Folge von Abstrakt vor, sehr spannend).
Cocooning ist ein Wort aus dem Corona-Glossar. Wenn man sich zuhause sozial isoliert, sich einen Kokon baut, es sich gemütlich macht und abkapselt.
Öffnungsperspektive kommt auch aus dem Corona-Glossar und meint z.B. "Einschränkungen lockern, wenn Faktor X eintritt".
Würde man die beiden letzten Worte installativ umsetzen wollen, könnte man bei cocooning z.B. wirklich kleine Kapseln bauen, in die jeweils ein Mensch passen würde. Wie Bienenwaben. Oder nur einen großen Kokon, in den aber immer nur eine Person darf, um die soziale Isolation stärker zu verdeutlichen.
Bei Öffnungsperpektive würde ich eher mit der Tür arbeiten, durch die man den Raum betritt und den Raum zu einem Trichter umarbeiten, sodass man erst durch einen engen Schlauch geht oder ein enges Geflecht, dass sich in der Raumlänge immer weiter öffnet, immer heller wird, die hintere Wand dann vielleicht komplett leuchten lassen. Man könnte auch mit Geräuschen und Gerüchen arbeiten.
Beide Installationsvorschläge machen das, was eine Installation soll: die Betrachter*innen körperlich einbeziehen, eine Erfahrung aus der Kunstbetrachtung machen.