Unseren ersten Hund bekamen wir so ca 1986 aus dem Tierheim ( übrigens kostete sie knapp 40,-D-Mark
) .Die Vermittlung wäre heute undenkbar,wir waren im Tierpark gewesen und daneben war direkt das Tierheim. Wir Kinder verliebten uns in einen kleinen Mix,diskutierten und quengelten und unsere Eltern ließen sich breitschlagen.
Also rein ins Tierheim,gezeigt welchen wir möchten und kaum Fragen und eine viertel Stunde später waren wir Hundebesitzer.Der Hund wurde uns in einem Pappkarton mitgegeben und stank erbärmlich ( war inkontinent, dass wussten wir da aber noch nicht)
Da wir absolut nix vorbereitet hatten und auch kein Futter hatten hielten wir kurz bei einem Geschäft und besorgten Leine,Korb und das billigste Futter.
Pedigree galt in meiner Kindheit als zu teuer genau wie Frolic,das gab es nur wenn man dem Hund mal was gönnen wollte.
Leider stellte sich raus,dass unsere Hündin recht krank war sie musste mehrfach operiert werden,was genau war weiss ich nicht mehr,dafür war ich noch zu klein..ansonsten war sie wohl recht traumatisiert...Männer mit Bart,Alkohol oder Besen oder Stöcke die jemand in die Hand nahm und der Hund rastete komplett aus.
Gefragt wie es ihr geht hat das Tierheim nie.
Ansonsten gab es recht viele Hunde in unserem Wohngebiet,die meisten würden von Kindern nachmittags mit zum spielen genommen.Wir stornierten mit den Hunden die sich mal mehr mal weniger vertrugen durch die Gegend.
Gerne haben wir auch noch andere Hunde mitgenommen.Da wir selber keinen großen Hund hatten( ich wollte unbedingt eine eigene Dogge wie Bella die Nachbarhündin
),habe ich mir oft noch einen Schäferhund ausgeliehen.
Wenn man Glück hatte gab es sogar etwas Taschengeldaufbesserung dafür.
Wegen einem anderen Schäferhund der immer frei lief,mussten wir immer einen Umweg durch den Wald nehmen wenn wir zur Schule wollten,sonst wurde man vom Hund gejagt und gebissen.Mehrere Nachbarkinder hat er nicht unerheblich gebissen,passiert ist aber nie was.Es hieß einfach:" Dann geht halt woanders lang."
Wenn unsere Hündin läufig war war unser Garten oft von 3-6 Rüden belagert,da würde uns Kindern gesagt:' Ihr müsst aufpassen,wenn sie trächtig wird müssen die Welpen eingeschläfert werden,wir können sie nicht behalten."
Das war echt immer ätzend...wir wollten ja nicht das die Welpen sterben und hatten dann beim Gassigehen oft Panik.Ein Segen hatten meine Eltern irgendwann ein einsehen und sie wurde kastriert.
Ansonsten kann ich mich noch gut erinnern, dass viele Hunde Krankheiten hatten die nicht behandelt wurden.Zu Beispiel ein Schäfermix der immer offene Stellen an der Haut hatte oder ein Dackel der kaum laufen konnte,das war dann halt so ,ein Hund der mehrfach täglich erbrach das war dann halt so.
Besser fand ich,dass der Umgang etwas entspannter war,Charakterzüge wurden einfach hingenommen und es wurde einfach nicht erwartet dass der Hund perfekt sein muss.Vor allem war es nicht üblich das Erwachsene Hunde jeden anderen Hund mögen sollen.