Einerseits finde ich es gut, auf das Tier zu achten, aber andererseits sollte man sich auch nicht komplett verunsichern lassen.
Wenn ich mir angucke, was die Pferde heutzutage für ein Wellnessprogramm haben, wie wenig sie tatsächlich leisten und wie oft sie wegen irgendwelcher Wehwehchen weggestellt/therapiert werden, dann kann da etwas nicht stimmen.
Hier Osteo, da Physio, hier Inhalation, da Magenbehandlung, hier Onlinetraining, da Longenkurs, Equinetik, Sattelanpassung 1-1000, zig Pülverchen und nur die erlesensten Futtersorten, rund um die Uhr Heu und der Zossen hat trotzdem immer was.
Manchmal habe ich bei einigen das Gefühl, sie wollen nur bemuttern und betüddeln und suchen deswegen nach allerlei Ausreden, um das Pferd nicht mal richtig zu arbeiten.
Anderen fehlen hingegen die kompletten reiterlichen Grundlagen und/oder ganz normales Wissen ums Pferd.
Und sämtliche "Serviceberufe" rund ums Hoppa freuen sich über solche Kunden, die regelmäßig viel Geld in ihre Kassen spülen und reden ihnen natürlich aus Leibeskräften ein, daß ihre Dienstleistung unverzichtbar für das Wohlergehen des Huftiers ist.
Stramm Spazierengehen ist für ein Pferd übrigens lachhaft und kein Training. 
Auch wenn ein untrainierter Mensch mit Pferd joggt, kichert das über die "Anforderung".
Ein gutes Grundtempo und Fitness erreicht man mMn nur durch frisches Vorwärts im Gelände.
Alles was man auf dem Reitplatz erarbeitet ist Feinschliff.
Der nützt nur nix, wenn das Pferd ein Schlaffi ist.
Ein gesundes Pferd sollte schon in der Lage sein, 3-5km durchzutraben oder 1km zu galoppieren, ohne danach unters Sauerstoffzelt zu müssen.
Und das ohne besonderes Training, einfach nur mit normaler Grundkondition.
Wie viele Freizeitpferde können das tatsächlich (noch)?
Und wie viele Reiter? 
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Alle unsere Pferde bekommen ein sogenanntes Wellnessprogramm und klar wird das Pferd, wenn es etwas hat geschohnt oder weniger gearbeitet ( so wie es arbeiten darf). Wenn man unter bestimmten Sachen einfach so weiter macht, dann hat man evtl ein großes Problem bis ein kaputtes Pferd.
Als unser Reitpferd auf einmal nicht mehr laufen wollten unter dem Reiter, na klar bin ich da nicht mehr geritten und sofort abgestiegen und habe den Tierarzt und danch Chiro/Physio geholt. Natürlich hole ich den Tierarzt und dann evtl den Hufschmied/Physio usw. und reite nicht, wenn das Pferd lahmt/unrund läuft.
Klar kommt 2 mal im Jahr Physio/Chiro/Sattlerin ( nur für die Reitpferde. Jetzt nur noch Reitpferd) und unser Oldi bekommt natürlich einige Pulver ( Gelenke, Mineralfutter, Herz/Kreislauf) sonst wäre er keine 31,5 bis jetzt geworden ( hoffentlich folgen noch jede menge Jahre). Es geht ihm aber, auch mit seinen Baustellen, super. Im Schritt läuft er jedem ( Pferd) im Spaziergang davon.
Klar gibt es etwas für den Magen, wenn es Magenprobleme gibt. Wir lassen kein Pferd leiden das Magenprobleme hat.
Schon mal ein Pferd mit einem Magengeschwür erlebt? Wir schon, und das werden wir nicht leiden lassen und ihm natürlich Magenschoner geben und das Magengeschwür behandeln.
Ja, unsere Pferd haben 24/7 Futter aber nur, weil unser Oldi das braucht. Sonst könnten sie auch mit max. 4 Stunden fresspause ( mehr sollte ein Pferd nicht haben) stehen. Aber sie fressen keine 24/7 und machen selber einige Stunden immer wieder Pause.
Was ist am Longenkurs und Equikentici schlimm?
Wer sagt denn dass das Pferd trotz dem allem nicht vernünftig gearbeitet wird? Das kann man trotzdem machen oder sogar wegen dem vernünftig arbeiten.
Einigen Reitern fehlt es wirklich am reiterlichen aber das hängt nicht davon ab was sie sonst noch alles für ihr Pferd tun. Ich kenne einige die nicht richtig reiten können und nichts weiter für ihr Pferd machen.
Nein, auf dem Reitplatz kann man sehr wohl auch Fitness usw. trainieren. Das muss nicht im Gelände statt finden. Es kommt immer auf das Wie ( geht z.B. auch nicht in jedem Gelände) an. Ich kenne Pferd die haben kaum bis gar nicht das Gelände gesehen und sind fit und haben auf hohen Tunieren die ersten Plätze abgeräumt. Auch wenn ich das nicht so toll finde, also ohne Glände Spaßritt zwischendurch.
Ja, als Reitpferd, gerade mit Reiter die nicht vernünftig reiten können, sind solche "Serviceberufe" unverzichtbar, weil die Pferde sonst noch mehr leiden. Physio/Osteo/Chiro sind kein "humbug" und wichtig für die Pferde. Pferde sind von Natur aus, egal welche Rasse, nicht dafür gemacht Gewicht auf dem Rücken zu tragen.
3-5 km Traben oder 1km galoppieren ist bis auf unseren Oldi, weil wir ihn Rente geschickt haben und er mit seinen 31,5 das Renterleben genießen soll mit Spaziergängen, können das die anderen beiden ohne Probleme.
Bei dem Sportpferd ist es ja klar, sogar ohne großartig Training im Winter wegen dem Wetter, und bei dem Ponyhengst auch kein Problem obwohl er nie geritten wurde und einige Lungenkrankheiten hat.
LG
Sacco