Ich beschreib mal, wie ich das Training in einer "idealen Welt" aufbauen würde:
Zunächst mal, wäre es super, wenn Du jemanden finden könntest, der Dich und Deinen Hund in einer solchen Situation filmt. Am besten aus unterschiedlichen perspektiven (also bei mehreren Begegnungen) und ich würde an Deiner Stelle versuchen eine Art Tagebuch zu führen, in dem Du notierst, wann er "schlimmer" reagiert und in welchen Situationen weniger schlimm (dazu gehört auch, wie schnell er sich nach der Begegnung wieder beruhigt)
Führe Deinen Hund nicht mehr am Halsband. Zieh ihm ein Geschirr an, denn so spührt er bei jeder Hundebegegnung wieder den unangenehmen Zug am Hals
Trainiere mit Deinem Hund ein "Schau!" Kommando, bei dem er Blickkontakt mit Dir aufnehmen soll.
Dann würde ich ihn auf jeden Fall (NUR DURCH POSITIVE VERSTÄRKUNG) an einen Maulkorb gewöhnen. Das hat mehrere Vorteile.
1. gibt es Dir mehr Sicherheit, weil Du sicher weißt, dass nichts schlimmes passieren kann. Deine Sicherheit wird sich auf Deinen Hund übertragen.
2. Kann man irgendwann so testen, wie weit die Aggression wirklich geht. (Aber bitte nie ohne kompetenten Trainer!!!!!)
3. (Auch da brauchst Du einen Trainer, der Dir zeigt, wie es richtig geht) Kann man die Leine in den Maulkorb einklicken und so den Kopf des Hundes führen.
Und dann würde ich (in einer "idealen Welt") Hundebegegnungen außerhalb der Übungseinheiten vermeiden.
In den Übungseinheiten beginnst Du mit gestellten Begegnungen. Und zwar mit den Hunden, die ihm am wenigsten Streß machen. Die postieren sich so weit weg, dass Dein Hund sich noch nicht aufregt. (Am besten die Hundehalter lenken ihre Hunde ab)
Sobald Dein Hund Dich ansieht ("Schau!"), belohnst Du ihn. Dann geht ihr etwas näher und wiederholst es.
Auch wenn Dein Hund den anderen Hund entspannt ansieht, kannst Du ihn belohnen.
Leider ist dieses Training ziemlich komplex und unsere Welt ist nicht perfekt. Daher wirst Du vermutlich um einen Trainer nicht herum kommen. (Zumindest ich war damit überfordert, gleichzeitig auf alles zu achten und noch die anderen Hundehalter anzuweisen, auch wenn mir theoretisch klar war, wie es laufen soll.)
Falls Du irgendwo geschrieben hast, wo Du wohnst und wie weit Du fahren würdest, kann Dir hier vielleicht jemand einen Trainer raten. Denn daß die nicht so leicht zu finden sind, weißt Du ja selbst aus leidvoller Erfahrung.
Ach ja, ich verstehe, warum Du dort spazieren gehst, wo Du andere Hunde triffst. Aber ich fürchte, dass sich so die Situation nur verschlimmert, solange Du keinen komkreten Trainingsplan hast. Ich weiß ja nicht, wie viel Platz dort ist, aber enge Hundebegegnungen werden Deinen Hund noch eine Weile überfordern. Daher würde ich solche Begegnungen vorerst vermeiden und ihm Hunde nur aus "sicherer" Entfernung zeigen.
Ich weiß, das ist nicht immer möglich...
Auf jeden Fall wünsche ich Dir viel Glück und Erfolg, berichte mal, wie es weiter geht