Beiträge von Trillian

    Ich klink mich da mal kurz mit einer Frage ein:

    Ich war gestern mit Lotte im Auslaufgebiet und alle Rüden hingen ununterbrochen n ihrem Hintern. Selbst die, von denen ich weiß, dass sie gut hören, ließen sich nicht mehr abrufen.

    Eine Halterin sprach mich dann auch ziemlich empört an, warum ich mit einer läufigen Hündin ins Auflaufgebiet käme.

    Aber Lotte ist - laut Tierheim - kastriert. Ich hab jetzt mal geguckt. Eine Narbe kann ich nicht erkennen, aber dass will bei Lottes Zottelfell nichts heißen. Ich finde auch, dass Scheide und Zitzen größer als sonst sind, aber vielleicht bilde ich mir das nur ein.

    Gleich fahren wir zum Tierarzt, der gestern meinte, dass es auch Probleme mit der Analdrüse sein könnten...

    Hat jemand von Euch erfahrungen mit verfuschten Kastrationen bei Hündinnen? Lotte ist ja mein erstes Hundemädchen, vorher hatte ich nur Kerle.

    Auf jeden Fall bleibt Lotte an der Leine, bis wir beim Tierarzt waren... nicht dass ich nachher die nächste mit einem Unfallwurf bin.

    Lotte haßt nasse Füße. Da ist nix zu machen. Für ein Leckerchen oder Spielzeug geht sie schon mal ein Stückchen rein, aber auch dabei versucht sie immer möglichst zwei Pfoten oder mehr aus dem Wasser heraus zu halten.

    Trudi liebt Wasser, aber wir haben den Eindruck, dass sie nicht weiß, dass sie schwimmen kann. Also haben wir es heute mit einem gefüllten Futterdummy (gefüllt mit Korken und Futter) probiert. Damit uns der Beutel nicht verloren geht, haben wir ein Rückholbändchen darangeknotet. Trudi hat sich dann auch todesmutig bis zu dem Punkt vorgetastet, an dem sie hätte schwimmen müssen. Dann hat sie das Rückholbändchen gegriffen und so den Beutel an Land gebracht.

    Beeindruckend fand ich, dass sie auch nach mehreren Wiederholungen nicht gleich zu Anfang das Bändchen genommen hat, sondern sich jedes Mal so weit wie möglich vor getastet und erst dann das Band gegriffen...

    Ja, manchmal trennen wir die beiden auch, aber da Lotte sowieso nicht so auf Knochen steht, bleibt es aufwendig und kompliziert. Aber wir geben nicht auf und werden uns da noch rein finden. Mit etwas Glück werden bald die Boxen für die beiden fertig, dann gibt es Knochen da drinn.

    Bei uns lieben alle 4 (2 Hunde, 2 Katzen) Fisch, da mußten wir nicht nachhelfen.

    Aber das mit dem festen Kot ist gut zu wissen. Knochen sind hier immer ein Problem, da Trudi sehr futterneidisch ist. Aber seit wir barfen, ist der Kot von Lotte ohnehin sehr fest. Ich hoffe, das ist jetzt das letzte mal, dass wir damit Streß haben. (Vielleicht ist es ja auch doch was ganz anderes, ich werde jetzt erst mal morgen den TA-Besuch abwarten.)

    Ach ja, als Lotte mal ein Stück Fleisch nicht wollte, habe ich damit gespielt und so ihren Beutetrieb angesprochen. Nachdem sie erstmal reingebissen hatte, hat sie es auch gefressen.

    Ich beschreib mal, wie ich das Training in einer "idealen Welt" aufbauen würde:

    Zunächst mal, wäre es super, wenn Du jemanden finden könntest, der Dich und Deinen Hund in einer solchen Situation filmt. Am besten aus unterschiedlichen perspektiven (also bei mehreren Begegnungen) und ich würde an Deiner Stelle versuchen eine Art Tagebuch zu führen, in dem Du notierst, wann er "schlimmer" reagiert und in welchen Situationen weniger schlimm (dazu gehört auch, wie schnell er sich nach der Begegnung wieder beruhigt)

    Führe Deinen Hund nicht mehr am Halsband. Zieh ihm ein Geschirr an, denn so spührt er bei jeder Hundebegegnung wieder den unangenehmen Zug am Hals

    Trainiere mit Deinem Hund ein "Schau!" Kommando, bei dem er Blickkontakt mit Dir aufnehmen soll.

    Dann würde ich ihn auf jeden Fall (NUR DURCH POSITIVE VERSTÄRKUNG) an einen Maulkorb gewöhnen. Das hat mehrere Vorteile.

    1. gibt es Dir mehr Sicherheit, weil Du sicher weißt, dass nichts schlimmes passieren kann. Deine Sicherheit wird sich auf Deinen Hund übertragen.

    2. Kann man irgendwann so testen, wie weit die Aggression wirklich geht. (Aber bitte nie ohne kompetenten Trainer!!!!!)

    3. (Auch da brauchst Du einen Trainer, der Dir zeigt, wie es richtig geht) Kann man die Leine in den Maulkorb einklicken und so den Kopf des Hundes führen.

    Und dann würde ich (in einer "idealen Welt") Hundebegegnungen außerhalb der Übungseinheiten vermeiden.

    In den Übungseinheiten beginnst Du mit gestellten Begegnungen. Und zwar mit den Hunden, die ihm am wenigsten Streß machen. Die postieren sich so weit weg, dass Dein Hund sich noch nicht aufregt. (Am besten die Hundehalter lenken ihre Hunde ab)

    Sobald Dein Hund Dich ansieht ("Schau!"), belohnst Du ihn. Dann geht ihr etwas näher und wiederholst es.

    Auch wenn Dein Hund den anderen Hund entspannt ansieht, kannst Du ihn belohnen.

    Leider ist dieses Training ziemlich komplex und unsere Welt ist nicht perfekt. Daher wirst Du vermutlich um einen Trainer nicht herum kommen. (Zumindest ich war damit überfordert, gleichzeitig auf alles zu achten und noch die anderen Hundehalter anzuweisen, auch wenn mir theoretisch klar war, wie es laufen soll.)

    Falls Du irgendwo geschrieben hast, wo Du wohnst und wie weit Du fahren würdest, kann Dir hier vielleicht jemand einen Trainer raten. Denn daß die nicht so leicht zu finden sind, weißt Du ja selbst aus leidvoller Erfahrung.

    Ach ja, ich verstehe, warum Du dort spazieren gehst, wo Du andere Hunde triffst. Aber ich fürchte, dass sich so die Situation nur verschlimmert, solange Du keinen komkreten Trainingsplan hast. Ich weiß ja nicht, wie viel Platz dort ist, aber enge Hundebegegnungen werden Deinen Hund noch eine Weile überfordern. Daher würde ich solche Begegnungen vorerst vermeiden und ihm Hunde nur aus "sicherer" Entfernung zeigen.

    Ich weiß, das ist nicht immer möglich...

    Auf jeden Fall wünsche ich Dir viel Glück und Erfolg, berichte mal, wie es weiter geht