Beiträge von Trillian

    @ redbumper: Ich habe es in meinem ersten Beitrag ja schon angedeutet. Ich glaube, dass wir Menschen nur sehr selten ein "echtes" schlechtes Gewissen haben. In den meisten Fällen handelt es sich - wie beim Hund - um Angst vor Strafe/Ärger.

    @ all: Am wichtigsten finde ich in diesem Zusammenhang, dass der Hund keine Rückschlüsse ziehen kann. Also selbst wenn er wüßte, dass er beim Heimkommen den Ärger bekommt, weil er den Müll ausgeräumt hat, könnte er nicht beim nächsten Mal überlegen: "Ach, beim letzten Mal hat Frauchen so geschimpft, deshalb lasse ich heute den Müll lieber in Ruhe."

    Er wird immer denken:"Au prima, keiner da, da kann ich mir was Leckeres aus dem Müll holen." Gefolgt von dem Erfolgserlebnis "Oh, war das heute wieder lecker, es lohnt sich immer, in den Mülleimer mal reinzuschauen" Und dann - viel Später und für den Hund nicht mehr zu verknüpfen: "Oh verdammt... immer wenn Frauchen heim kommt und der Müll liegt auf dem Boden, dann gibt es Ärger. Ich versuch mal lieber Frauchen zu beschwichtigen"

    Und nochmal: Wenn Ihr selbst bevor ihr das Haus verlaßt einen See auf den Wohnzimmerteppich macht (und Hundi dabei zusieht) und dann mit dem Hund ordentlich schimpft, wenn ihr heim kommt, dann wird er irgendwann ein "schlechtes Gewissen" zeigen.

    Ich glaube übrigens, dass Hunde auch ein "schlechtes Gewissen" haben, wenn redbumpers Frau heim kommt und sieht, dass er statt die Spülmaschiene auszuräumen vorm Fernseher sitzt. Weil er gelernt hat: Herrchen vorm Fernseher + Frauchen kommt heim = Ärger. Nur fällt das niemandem auf, weil Frauchen sich auf das faule Herrchen konzentriert und Herrchen sich darauf konzentriert, das wütende Frauchen zu beschwichtigen. (@ redbumper: nicht bös sein, ist ja nur ein Beispiel ;) )

    Ach, eine Leidensgenossin, wie schön.... (Jetzt nicht so schön für Dich und Deine Hunde, aber tröstlich, damit nicht allein zu sein.)

    Ich stell mir ständig eine Frage, auf die mir hier auch keiner eine Antwort geben können wird. Aber ich lass Euch trotzdem mal an meinen Gedanken teilhaben.

    Wenn die Trainer sagen sollten, das kann man nicht durch Training beheben, wäre das zwar schrecklich, aber das weitere vorgehen wäre klar: Ein Hund müßte ausziehen.

    Wenn aber die Trainer sagen sollten, das kann man trainieren, dann traue ich mir das Training an sich auch durchaus zu. Ich kann mir nur im Moment nicht vorstellen, dass ich mich irgendwann mal wieder trauen könnte, die beiden Hunde wieder ungesichert zusammen zu lassen. Ich hab jede Nacht Alpträume, in denen Lotte so eine Auseinandersetzung nicht übersteht. Ich darf gar nicht darüber nachdenken, wie viel Glück wir bisher hatten.

    nachdenkliche Grüße

    Der Hund weiß, dass die Kombination "ausgeräumte Handtasche"+"Frauchen kommt heim" = "Ärger" bedeutet.

    "Ärger" muß in dem Fall nicht heißen, dass Frauchen schimpft. HUnde sind sehr sensibel und spüren die Wut, auch wenn man sie nicht zur Schau stellt.

    Das was wie "schämen" aussieht, ist ein Beschwichtigungssignal, dass dazu dienen soll, den Ärger zu minimieren.

    Würdest Du jedes mal, bevor Du das Haus verläßt Deine Handtasche ausschütten und dann schimpfen, wenn Du heim kommst, würde Dein Hund bald ein "schlechtes Gewissen" zeigen.

    Aber selbst wenn ein Hund in der Lage wäre in dem Moment wo Du heim kommst ein schlechtes Gewissen zu haben, weil er Mist gebaut hat, könnte er daraus nicht den Rückschluß ziehen, dass er sich das nächste Mal besser benehmen muß.

    (Menschen können das meiner Meinung nach auch viel weniger als ihnen für gewöhnlich unterstellt wird.)

    @ Cerridwen: Wir hatten auch recht schnell ein Tierheim gefunden, dass eigentlich eine Falle (für große Hunde!!) besaß. Aber die hatten die Falle für eine Fangaktion verliehen. Also ein anderes Tierheim gefunden, die wollten uns das Ding auch leihen und dann ging die Suche los, nach einem Fahrer, der auch die Zeit hat, während der Öffnungszeiten zum Tierheim zu fahren.

    Daher finde ich es nicht so blöd, schon mal zu suchen.

    Zitat

    Ich denke sowas bringt nur was, wenn man ihre ungefähre Route und Futter/Trinkplätze kennt. Sonst müsste man die ja mittlerweile im gesamten Witten und 50 km Umland aufstellen...

    Aber vielleicht wäre es gar nciht so blöd, schon mal herauszufinden wie man an eine kommt. Als wir hier mal eine brauchten, hat es Tage gedauert, bis wir eine auftreiben konnten. (Finden war nicht so das Problem, mehr der Transport)

    Zitat

    Ich hab nur eine Frage an euch.

    Was hättet ihr gesagt, wenn es ein Rottweiler gewesen wäre?

    Im Prinzip das selbe!

    Hier stellen sich doch zwei verschiedene Fragen:

    1. Ist das Verhalten des Hundes "gesund"? Oder handelt es sich um eine unberechenbare Überreaktion aufgrund einer körperlichen Erkrankung oder mangelnder Sozialisation.

    2. Ist das Verhalten des Hundes unbedenklich/tolerierbar? Oder ist es etwas woran man arbeiten muß?

    mir fällt noch eine dritte Frage ein:

    Wer muß sein Verhalten ändern?

    zu 1. Ja, aus meiner Sicht war das Verhalten des Hundes absolut im Rahmen. Er hat nicht zugebissen, nicht versucht, dem Kind zu schaden, sondern er hat sehr beherrscht gezeigt, wo seine Grenzen sind.

    zu 2. Nein, das Verhalten darf man nicht tolerieren oder gar ignorieren.

    zu 3. Die Menschen müssen ihr Verhalten ändern. Begegnungen mi kleinen Kindern müssen besser kontrolliert und geführt werden. Aber es wird auch die Lebensqualität des Hundes verbessern, wenn er lernt gelassener zu werden und Streß selbständig zu vermeiden.