Hallo,
unser etwa 14 Jahre alter Husky Ice macht uns in den letzten Wochen große Sorgen. Nach anfänglichen "Kleinigkeiten" wie die Feststellung daß er einen Herzfehler hat, der ihn aber nicht behindert, und kleineren Blessuren an der Wirbelseule die bei Routineuntersuchungen festgestellt wurden, war unser Ice für sein Alter noch überaus fit und gesund.
Vor etwa 8 Wochen bekam unser Ice eines Nachts einen epileptischen Anfall. Nachdem meine Freundin am nächsten morgen gleich die nächste Tierklinik aufgesucht hat, wurde ihr gesagt, daß es eben ein epileptischer Anfall gewesen wäre und dies möglicherweise eine einmalige Sache gewesen sein könnte. Trotzdem wurde uns empfohlen den Hund kastrieren zu lassen um eventuelle Anfälle die durch Hormone im Gehirn verursacht werden vorzubeugen. Nachdem wir uns eine 2. Meinung von einem anderen Tierarzt eingeholt haben, entschlossen wir uns Ice zu kastrieren.
Vor 4 Wochen wurde er nun kastriert und war soweit auch anfallsfrei. Bis auf kleine Schwierigkeiten mit dem Abheilen der Wunde verlief der Rest problemlos. Vorgestern der große Schock. Kurz nachdem wir ins Bett geagangen sind bekam Ice wieder einen Anfall. Soweit ich das in Erfahrungsberichten gelesen habe recht typisch etwa 4 min lang mit zucken, krampfen und Schaum vor dem Mund. Allerdings wollte sich der Hund danach einfach nicht mehr beruhigen. Er lief mehrere Stunden einfach durch jedes Zimmer im Haus ohne sich auch nur einmal hinzulegen oder sich zu entspannen. Nach etwa 5 Stunden um etwa 4 Uhr morgens hat er sich dann endlich mal hingelegt und kurz geschlafen, bevor er den nächsten Anfall bekam. Das gleiche Spiel ging von vorne los. Der Hund lief und lief und lief ohne Pause durchs Haus. Selbst wenn man versucht hat ihn feszuhalten tippelte er einfach auf der Stelle weiter.
Die Nacht die keine war, war sowieso schon zu Ende und wir sind glich zum Tierarzt gefahren. Dort bekamen wir Medikamente gegen die Epilepsie und Ice bekam ein paar Spritzen zur Beruhigung.
Wieder zu Hause angekommen hatte Ice sich etwas beruhigt. Er hatte ein paar Stunden geschlafen als er gegen mittag erneut einen Anfall bekam.
Wir haben den Hund wieder eingepackt und sind wieder in die Klinik gefahren. Die Oberärztin sagte sie wolle ihn lieber stationär aufnehmen und wir sollten ihm die Daumen drücken...! Für uns wie ein Schock !!! Die Daumen drücken ? Steht es so schlimm um ihn ?? Das war uns nicht bewußt...! Ich hatte im Internet vorher schonmal nachgeforscht welches so die Hauptgründe für Epilepsie seien und bin u.a. gerade bei älteren Hunden auf Hirntumor gestossen. Die Oberärztin darauf angesprochen erzählte sie mir stolz, daß sie in 30 Jahren Kleintierpraxis max 3 oder 4 solcher Fälle gesehen hätte. Etwas beruhigt darüber gingen wir nach Hause und ließen Ice in der Klinik. Am nächsten morgen riefen wir wieder in der Klinik an. Uns wurde gesagt daß Ice mit starken Medikamenten, die stärksten für Epilpsie und Morphium ruhig gestellt wurde um sein Gehirn quasi zu "resetten". Beim langsamen wieder wach werden hätte er aber sogar unter Medikamenten wieder Anzeichen eines Anfalls gezeigt. Gestern abend hat uns die Ärztin nahe gelegt ihn einschläfern zu lassen. Wir sind sofort wieder in die Klinik gefahren und wollten uns selbst ein Bild machen. Die Ärztin schloss jetzt einen Hirntumor doch nicht mehr aus und meinte er wäre sogar wahrscheinlich. Nun lag er dort auf der Liege, total benommen und völlig mit Medikamenten zugedröhnt. Er reagierte ganz leicht auf anfassen ansprechen. Trotz der starken Medikamente bewegten sich sein Vorderläufe in kleinen Bewegungen als ob er laufen wollte. Wir konnten den Entschluss ihn von uns gehen zu lassen einfach nicht fassen und wollten nochmal einen Tag abwarten und sehen wie es ihm geht. Wir wollten daß die Medikamente abgesetzt werden und nur im Falle eines erneuten Anfalls wieder gegeben werden. Die Ärztin meinte daß sie nicht glaube daß er wieder normal sei wird bzw. keinen Anfall mehr bekommen würde. Also ließen wir ihn gestern wieder eine Nacht in der Klinik.
Heute morgen um 10 geplagt von Bauchschmerzen und einer schlechten und tränenreichen Nacht rief ich wieder in der Klinik an. Die gute Nachricht ist er ist wach und war die Nacht anfallsfrei. Die schlechte er läuft und läuft und hört nicht auf. Sie haben ihn die ganze Station lang laufen lassen. Aber es würde eigentlich nichts dagegen sprechen wenn wir ihn erstmal wider mit nach Hause nehmen würden. Falls er heute wieder einen Anfall bekommen würde, wäre es aber wohl besser für ihn wenn wir ihn erlösen würden.
Jetzt sind wir seit 14 Uhr heute mittag wieder zu Hause und der Hund ist nur gelaufen und gelaufen und gelaufen. Er schlief fast schon im Stehen ein aber er will sich partout nicht hinlegen. Wieso wissen wir auch nicht. Jetzt hat er sich vor einer Stunde endlich mal hingelegt. Nachdem er kaum noch stehen konnte und sein Augen im Stehen schon zugefallen sind gings wohl nicht mehr anders. Jetzt hoffen und bangen wir daß er keinen Anfall mehr bekommt, denn bisher kamen alle kurz nachdem er eingeschlafen war oder nachts.
Ob es ein Tumor ist oder nicht konnte keiner mit Sicherheit sagen aber irgendetwas stimmt nicht mit ihm. Wenn er bis morgen durchhält werden wir wohl in eine Tierklinik nach Duisburg fahren. Dort gibt es ein MRT ...In der Hoffnung daß uns das weiter hilft....
Danke für´s Lesen und Eure Mitgefühl
Sven, Tanja und Ice....