Ich erzähle dir mal was mein beutegeiler, ressourcenverteidigener aussiewelpe mit ca. 15 Wochen veranstaltete.
Kurze Hosen, Kleider und Röcke waren in dem Sommer bei uns zuhause leider nicht drin, das aussieteilchen biss herzhaft in alles fleischfarbene und piercte mir einmal im garten sogar die augenbraue. Ich hatte mich auf den Boden ins Gras gesetzt und wollte eigentlich das kleine Teilchen beobachten und evtl. mal streicheln.
Zack hing es mir im Gesicht und das Blut lief mir übers Gesicht. Nur den Stecker fürs wunderschöne Loch durch die Augenbraue hätte noch gefehlt.
Die ersten Monate konnte man mit diesem rauflustigen Aasgeier weder kuscheln, noch schmusen, selbst streicheln führte zu roten Kratzern und blutigen Wunden.
Wir sahen aus wie misshandelt. Als die Milchzähne irgendwann weg waren, wurde es besser.
Trotzdem hing mir mein liebenswertes, goldiges welpenteil bzw. dann schon junghündchen öfter mal in arm oder Beinen.
Mit acht Monaten hatten wir diese Aussetzer eigentlich dann hinter uns, bis ich ihn aus dem Auto springen lasse, der Hund aus dem Auto hoppst, sich im Sprung dreht und mir herzhaft in den Hintern knappst. Seine Augen blitzten, mein Hintern schmerzte und das war seine letzte Aktion dieser Art. (Der blaue Fleck am Hintern war beachtlich) und die Aktion sorgte für viel Gelächter bei den Anwesenden Menschen.
Die welpenzeit übersteht man am besten mit ganz viel Humor, Geduld, Ruhe und Zeit.
Vor allem mit rassen die eine gewisse Einstellung mitbringen.
Junghunde haben dann wieder ganz andere Ideen, die teilweise auch nicht so lustig sind.
Mein damaliger welpenkrümmel ist mittlerweile 8 1/2 Jahre alt. Er hat es immer noch faustdick hinter den Ohren, aber gefährlich ist er nicht. Er ist verschmust, etwas grobmotorisch und ein absolut positiver Hund. Er würde nie einen Menschen einfach so beißen, dennoch habe ich ihm zwei Narben zu verdanken, die nach seiner welpenzeit entstanden sind. Aus Blödheit meinerseits.
Es sind und bleiben Hunde und die haben Zähne.
Ich kann dir nur dazu raten, hab Geduld, gib euch Zeit, pack den Humor bei und mit deinem terrorkrümmel aus und gib ihr Struktur.
Sowohl Ruhe ist wichtig, wie auch ein Ventil für die Energie. Ein junger Hund muss spielen, rennen, toben, die Welt entdecken und auch einfach mal Gas geben dürfen. Er muss alles lernen und oft ist runterkommen und schlafen sozusagen vom Gas gehen, nicht einfach. Aber Welpen meinen es nicht böse.
Sie können es noch nicht. Und so wie es für viele kleine menschenkinder normal ist, bevor sie gelernt haben zu sprechen bzw. ihre Sprache für die Lösung von Konflikten bzw. dem haben wollen zu benutzen, zu schupsen, zu hauen und teilweise sogar ihre Altersgenossen zu beißen, so ist das für Welpen auch normal.
Vor allem mit Frust umzugehen fällt jungen Lebewesen einfach oft schwer. ( Erwachsenen doch durchaus auch)
Ich will einfach Verständnis, Humor und Spaß an und für euer hundebaby wecken.
Schäferhunde sind toll und mit Einsatz, Arbeit, Geduld, Humor, Freude, Durchsetzungsvermögen und Konsequenz können das die besten Hunde sein und werden.
Lg