Ach Kaenguruh, wie schön, wie schön :)
Ich kann da ja nur zustimmen...
Als mein Ex und ich zusammengezogen sind, sollte ein Hund her. Natürlich aus dem Tierheim. Uns war beiden klar, dass wir einen Hundesenior haben möchten, da die es ohnehin schwerer haben, wir Hundeanfänger waren und zudem mitten im Studium und in der Ausbildung, also nicht wussten, wohin genau unser Weg ein paar Jährchen später führen würde.
Wir sind also ins Tierheim und da wurde uns der 12-jährige Benji gezeigt. Ein Herz von einem Hund
... wir hatten absolut keine Ahnung und als Benji auf uns zugeschossen ist, dachten wir, er freut sich und drückt das durch Bellen und Knurren aus
...
Raus mit dem Kerl, der konnte an der Leine ziehen, aber vom Allerfeinsten. Was soll ich sagen, wir haben ihn mitgenommen. Uns hat er gefallen. Gut, wir durften recht schnell feststellen, dass er sozusagen gar nichts kannte, aber mit seniorischer Souveränität hat er alles gemeistert, durch was ihr ihn gequält haben. Leute, wir haben Fehler gemacht bei diesem Hund, und jeden einzelnen hat er uns sowas von verziehen. Kein Vergleich zu unserem Jungspund, da bist bei nem Fehler gleich mal aus dem Rennen. Nein, Benji war souverän, egal was er getan hat.
Ich war Benjis Sonne, sein Leben, wo ich war, war er und er wich mir nicht von der Seite. Er wurde immer dementer, aber das machte nichts. Seinen Charme hat er nicht verloren. Sein Gehör jedoch schon ;)... mit dem Sehen, das war auch nicht mehr so gut, und so kam es nachts schon mal vor, wenn wir auf unserer langen, langen (200m) Opi-Schnüffelrunde waren, dass er losrannte, weil er dachte, er hätte mich verloren... und nicht weniger selten kam es vor, dass ich ihm nachgerannt bin. Irgendwann habe ich es dann auch eingesehen und ihn an die Schleppe gehängt...
Benji war anders.. schrullig, weise, liebenswert (für mich)... wäre er ein Mensch, er wäre der Opa von gegenüber, der alle Parksünder meldet, ständig die Polizei ruft und bestens über die Nachbarschaft Bescheid weiß. Mit niemandem möchte er sprechen, sehr eigenbrötlerisch.. außer man stiehlt sich in sein Herz...
Benji war der größte Schatz, den ich jemals besessen habe. Er war mit kurzen Runden zufrieden, mit langen, er hat nie aufgegeben, nene, das wollte er nicht... ich musste ihn oft überreden, dass ich ihn trage (bei 17kg auch nett), und irgendwann habe ich seine Entspannung in meinen Armen gefühlt (aber bloß nicht zeigen..).
Durch Benji habe ich so viel über Hunde gelernt. Er hatte seine kleinen Macken, aber gerade dadurch habe ich begriffen, wie man daran arbeitet. Ich habe oft etwas falsch gemacht und Benji hat es einfach wieder vergessen. Ich habe gemerkt, dass es nicht klappt, beim nächsten Mal habe ich es anders gemacht und siehe da, es klappte. Von ihm habe ich so so so viel für Jack gelernt (ok, der war eine Katastrophe ;)).
Als er inkontinent wurde, war ich zunächst etwas verzweifelt... aber irgendwann habe ich mich daran gewöhnt, dass ich heimkomme und erstmal kurz putze.. es hat mir nichts ausgemacht. Ich bin Gassirunden in einem Tempo mit ihm geschlichen, dass es wahrlich peinlich war, aber das war mir egal.
Benji war für mich der tollste Hund der Welt. Er war perfekt für meine Situation, er war perfekt zum Lernen, er war perfekt zum Lieben. Mir hat es das Herz gebrochen, ihn letztes Jahr einschläfern lassen zu müssen, allerdings nicht, weil er nur zwei Jahre bei mir war... nein, er hatte wunderschöne zwei Jahre, ich hatte wunderschöne zwei Jahre, seine Abwesenheit war schlimm. Jack habe ich jetzt auch zwei Jahre, als zur Debatte stand, dass er evtl. nicht mehr lange leben könnte, ist für mich eine Welt zusammengebrochen. Er ist erst drei. Bei Benji war mir das von Anfang an klar, mit ihm habe ich anders gelebt, intensiver... das ist das Einzige, was ich im Laufe des letzten Jahres verlernt habe.
Ich werde bei den Senioren bleiben. So sehr der Abschied schmerzt, so furchtbar es ist, es ist einfach unfassbar schön, die kurze Zeit ist so intensiv, so unglaublich... durch Benji bin ich erwachsen geworden, durch Benji habe ich Leben gelernt.