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Schon mal von Selbsterfüllender Prophezeieung gehört?
Wenn man mit der Vorstellung eines "Leidensweges" an die Sache heran geht, muss man sich nicht wundern, dass genau das dabei heraus kommt.
Ich habe den Eindruck, du verstehst überhaupt nicht was gemeint ist und nimmst alles etwas bierernst, was wiederum der locker flockigen Einstellung widerspricht aber vielleicht betrifft das ja nur dieses Thema.
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Ich habe einen Plan, wie ich mich verhalten, wenn ich mit Hund unterwegs bin - und der beinhaltet keinen Leidensweg, sondern "locker flockiges Pfeifen"... 
Es macht einen RIESEN Unterschied, ob man die Sachen, auf die der Hund reagiert selber als "ach du scheiße, nicht schon wieder" empfindet oder sie als "yeah, geil, neue Trainingsgelegenheit, wie kann ich die am Besten nutzen?" betrachtet.
Klar ist, dass man bei Einstellung A nicht locker flötend durch die Gegend maschiert.
Ist man mit Einstellung B unterwegs, dann allerdings sehr wohl.
Man betrachtet die Reize nicht mahr als Einschränkung, Hindernis oder sonstwie blöde, sondern als Möglichkeit, dem Hund wichtige Informationen darüber zu vermitteln.
Das hat nix mit Einstellung A oder B zu tun. Jeder Mensch, denn du schreibst Hunde sind keine Maschinen ... Menschen auch nicht, hat mal einen schlechten Tag ... je nach Wohngegend, Hundefrequenz (nehmen wir die Leinenaggro), Zeitpotential, Straß, familiären Umständen, Dauer die man das ganze Thema schon am Hacken hat, etc. pp. ist es eben nicht so, dass man monatelang fröhlich pfeifend durch die Gegend rennt, da kann man noch so engagiert und positiv sein und man sieht eben nicht den 20ten Hund der einem auf dem Gassigang begegnet als tolle Chance zu trainieren (außer man hat vielleicht ein Kleinkaliber an der Leine und keinen 30-60 kg Hund), sondern man ist einfach genervt, dass sich nix tut. Dann gibt es noch die Situation, wo jemand tolle Fortschritte gemacht hat und dann plötzlich scheint alles wieder weg ... tja die Wellenproblematik ... Training läuft nunmal in Wellen, d.h. aber nicht, dass sich jeder freut, wenn er mal auf der Welle nach unten surft
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Ich finde bei allem "die Welt ist rosarot und das Training ist ja so toll" sollte man auch ein wenig realistisch das menschliche Wesen betrachten.
Ich brauche lange, um anderen wirklich diese Einstellung zu vermitteln "hey toll, da ist ein Hund wir können trainieren", weil sich einfach zu lange die Einstellung festgesetzt hat "oh Gott ein Hund rette sich wer kann". Das ist aber absolut menschlich und jemand der einen durchdrehenden und keifenden Hund an der Leine hat (und keinen der nur mal wuff wuff macht) der wird - willkommen in der Realität- diverse Momente haben (denn dem realen Leben kann man nunmal nicht ständig aus dem Weg gehen, indem man extra in Ecken fährt wo weniger Konfrontationen mit dem Auslösereiz sind, denn man hat ja auch ein Leben neben dem Hund), wo man einfach nur genervt ist von seinem 4beinigen Begleiter. Das ist alles unabhängig von dem logischen denke (Eigenverschulden an der Situation, Situation für den Hund, die Situation als Trainingsmöglichkeit wahrnehmen).. das ist einfach nur menschlich. Deshalb werden diese Menschen trotzdem Erfolg im Training haben, auch wenn sie mal Tage haben, wo sie sich einfach wünschen nicht bei jedem Gassigang sich über jede Trainingssituation zu freuen, sondern wo sie sich wünschen einfach mal ganz entspannt mit ihrem Hund überall hin zu können.
Ich finde man sollte ein wenig realistisch bleiben und das bei aller Motivation, denn man muss ja auch die Belastung für den einzelnen Menschen begreifen und ernst nehmen, sonst kann man diese Negativmotivation auch nicht ändern oder verbessern. Ich kann nicht immer von mir ausgehen .. ich trainiere unheimlich gerne mit Hunden die wie auch immer geartete Probleme haben und es gibt mir einen unendlichen Kick, wenn ich positive Veränderungen für Mensch und Hund sehe und wie sie zusammenwachsen ... trotzdem gibt es unzählige Menschen, die im Grunde ihres Herzens nur mit ihrem Hund entspannt durch die Gegend laufen wollen und für die das eben alles belastender ist, was nicht gleichbedeutend damit ist, dass sie kein Erfolg im Training haben werden.
Nun gut aber das hat ja nun langsam wenig mit dem Thread ansich zu tun. Ich wollte nur zur Erheiterung des leidgeprüften (Achtung Humor/Ironie .. ich schreibe es lieber mal dazu) Hundehalters die Buchempfehlung einstreuen. Ist aber für jeden Hundehalter sehr amüsant :) .