Hallo ihr Lieben,
hier nun also mein Bericht von unserer GI am Dienstag in Starnberg (bei Dr. Rosin, der aufgrund eines anderen Termins vor Ort war und uns netterweise dort eingeplant hat).
Unsere Ankunft
Als wir in Starnberg ankamen, war in der ganzen Klinik erstmal niemand so wirklich zu finden. Wie mir eine andere Dame später mitteilte, hielt sich sämtliches Personal in einem Fernsehraum auf, was ich etwas seltsam fand, aber nun gut... Als sich uns jemand annahm (Dr. Rosin, der mich im Warteraum antraf, organisierte mir jemanden), musste ich den üblichen Papierkram erledigen, ein Formular von Dr. Rosin und einen Anmeldebogen der Klinik in Starnberg ausfüllen. Die Wartezeit erschien mir nach den letzten so zermürbenden Tagen ewig.
Die Anamnese
Dr. Rosin befragte mich ausführlich zu den Problemen, die Ebby hat, ob es eine Diagnose gibt, ob sie Medikamente bekommt, welche, in welcher Dosierung, ... Ich erklärte ihm also, dass ich das HD-Röntgen eigentlich mehr oder weniger nur aus drei Gründen machen ließ: 1.) Golden Retriever sind ja sehr häufig betroffen, 2.) war die Gelegenheit aufgrund der anstehenden OP recht günstig und 3.) wusste ich nicht einzuordnen, ob mein anfangs doch recht schwieriger Hund einfach nur stur war und sich deswegen in manchen Zeiten auf Spaziergängen mehr oder weniger hinterherschleifen ließ oder ob es ein physisches Problem gibt. Außerdem berichtete ich von der Diagnose meiner TÄ (leichte HD links) und ihrer Einschätzung davon (Ebby kann keine Schmerzen aufgrund der HD haben) und davon, dass sich die Probleme seit Anfang Januar, also nur vier Wochen nach dem HD-Röntgen massiv verstärkt haben und sie inzwischen trotz Rimadyl und Novalgin kaum noch Lebensqualität hat. Wir besprachen noch kurz die bisherige Medikamentengabe und dann ging's weiter zum nächsten Schritt.
Bereits hier stellte ich fest, dass Dr. Rosin sehr viel an meinem Hund sieht, was andere übersehen würden. Ebby zuckte sofort als er ein kleines Stück mit dem Stuhl zurück rückte. Er erkundigte sich nach der Herkunft meines Hundes und fragte auch hier genauer nach (ich berichtete von meinen ziemlich massiven Problemen irgendeine Beziehung zu diesem Hund aufzubauen, weil sie es mir in den ersten neun Monaten so unglaublich schwer machte).
Er hinterließ schon hier einen recht guten Eindruck bei mir. 
Die Ganganalyse
Dr. Rosin schickte uns zwei mal einen Gang entlang, einmal langsam, einmal schnell, anschließend sollte Ebby sich hinsetzen, hinlegen und aus dem Platz wieder aufstehen. Hierbei machte er stellenweise ungefähr so einen Gesichtsausdruck
, erklärte mir im Anschluss auch, warum: Ebby stellt die Ellenbogen aus, "verbiegt" die Hinterfüße beim Gehen und hat das typische HD-Arschwackeln.
Der Tastbefund
Anschließend wurde Ebby abgetastet, um die Schmerzpunkte zu ermitteln. Sie zeigte sich im Bereich der Lendenwirbelsäule, der Ellenbogen und der Hüften schmerzhaft bis sehr schmerzhaft, aber Dr. Rosin stellte fest, dass sie das kaum zeigt.
Im Anschluss besprachen wir die mitgebrachten Röntgenbilder und ich bat darum, noch Bilder von der Wirbelsäule zu machen, was er auch gut fand. Da die anderen Bilder ja erst zwei Monate alt sind, mussten wir die Aufnahmen von der Hüfte und den Ellenbogen nicht neu anfertigen lassen. Wie ich bereits erwartet hatte, bewertete Dr. Rosin die Röntgenbilder anders als meine TÄ hier: Statt einer leichten HD links und einer gesunden rechten Hüfte haben wir nun eine mittlere HD links und eine lockere Hüfte mit bereits deutlich abgenutztem Gelenkkopf rechts. Nun wurde Ebby schlafen gelegt.
Die Goldimplantation
Nachdem mein Hund vom erneuten Röntgen zurück war (die Wirbelsäule ist in Ordnung), legte Dr. Rosin gleich los und verpasste ihr ein Schachbrettmuster.
Nachdem der erste Scherkopf an den Goldie-Haaren krepiert ist, ging es mit einem neuen Scherkopf und den Goldimplantaten weiter. Dr. Rosin war während der gesamten Behandlung recht routiniert, sprach während der GI mit mir, beantwortete mir meine Fragen und erzählte ein bisschen aus seinem Praxisalltag und Co. Kurz: Es war recht angenehm und ich war ganz entspannt. Nach der ganzen Prozedur bekam sie noch ein bisschen Zahnpflege (wenn der HUnd schon schläft, kann man den Zahnstein ja gleich mit beseitigen ;)) und durfte dann wieder aufwachen.
Ich löcherte Dr. Rosin zu künstlichen Hüften und sonstigen Behandlungsmethoden und er beantwortete mir alle Fragen recht ausführlich und geduldig, er denkt, dass man Ebby mit der GI gut helfen kann und wir gute Aussichten haben, dass sie bald wieder auf große Touren gehen kann. :)
Der Abschluss
Ich wartete noch ein paar Minuten bis Ebby wieder richtig da war und leider wurde ich erst dann aufgeklärt, dass die TK Starnberg sich standhaft weigert direkt mit der Agila abzurechnen. Das war ziemlich doof, denn da ich nicht wusste, dass die Narkose etc. separat berechnet wird und vor Ort bezahlt werden muss, hatte ich natürlich nicht gerade 300€ dabei. Die Tierarzthelferin war etwas pissed - ich allerdings auch, denn hätte man mir das vorher gesagt, hätte ich selbstverständlich entsprechend Geld mitgenommen. So habe ich im Allgemeinen viele gute Eindrücke von Dr. Rosin, aber auch ein paar eher negative von der Tierklinik Starnberg mitgenommen. Dr. Rosin darf mit seiner Praxis gerne nach München umziehen.
Der Ist-Zustand
Dr. Rosin hatte mir ja gesagt, dass es schon jetzt möglich sein sollte mit Ebby eine Stunde am Stück Gassi zu gehen, da sie nach wie vor sehr gut bemuskelt ist. Das ist leider nicht der Fall, aber wir schaffen 20 Minuten im flotten Trab, was eine unheimliche Verbesserung zu ihrem Zustand am Anfang der Woche darstellt. Meine Kleine gewinnt langsam, aber stetig an Lebensqualität und es macht wirklich Spaß ihr dabei zuzusehen.
LG
Shalea