Ich sehe inzwischen das Thema Kastration relativ emotionslos....(bin zwar Rüdenhalterin, das Thema stellt sich aber in ähnlicher Form immer und immer wieder).
Wenn es dem Hund offensichtlich gut geht, er lenkbar und ansprechbar ist, keine Stereotypien aufweist - natürlich braucht man dann keinem eine Kastration anraten....
Was mich an der ganzen Diskussion ziemlich nervt, ist dieses permanente schlechte Gewissen Gemache, wenn jemand kastrieren will. Da wird unterstellt, er wolle sich die Erziehung ersparen, der Natur ins Handwerk pfuschen und seinen Hund nicht mehr Wolf sein lassen.
Da wird von Amputation gesprochen, gesunden Organen, die man tierschutzwidrig entnehmen will und ganz dick mit der moralischen Zaunlatte gewedelt.
Ganz zu schweigen von den selbsternannten Missionaren gegen kastrierede Tierärzte, manche von ihnen würden wirklich einen guten Mormonen abgeben.....Da wird ein Thema brisant gemacht... ich finde an einer Kastration nichts Brisantes.
Ich sage ganz klar: wenn mein Rüde noch öfter so durch den Wind ist, wie vor kurzem, als seine Lieblingshündin läufig war, dann kommen die Glocken ab. Das muss ich ihm nicht antun - und da es nunmehr nach 7 Lebensjahren so gesteigert aufgetreten ist, kann ich kaum an ein Erziehungsproblem glauben 
Von natürlichen Zuständen sind unsere Sofawölfe doch weit entfernt... z.B. sind ihre Möglichkeiten, Stress- und Erregungszustände selbständig durch vermehrte Bewegung nach eigenem Wunsch und Drang abzubauen doch sehr begrenzt.
Zudem zwingen wir viele unserer Hunde, in unnatürlicher Dichte miteinander zu leben, ohne nach eigenem Ermessen ausweichen zu können.
Also sollte doch bitte jeder den Zustand seines Hundes und seine Lebensumstände beurteilen dürfen - und meiner persönlichen Meinung nach brauchts nicht gleich lebensbedrohliche Situationen, um sich für eine Kastration entscheiden zu "dürfen".