Beiträge von Schnaudel

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    Das sehe ich anders. Ich verurteile durchaus, was dort passiert ist (und passiert!!!). Ich glaube nur nicht, dass ein "Deswegen guck ich das jetzt nicht" etwas bewirkt - ergo kann ich durchaus auch gucken. Ich halte andere Formen, etwas zu tun für sinniger...

    Ich glaube meistens geht es beim Nichtschauen doch darum, dass derjenige für sich beschlossen hat, dass er den moralischen Spagat nicht aushält (das ist bei mir z.B. bei bestimmten Pferdesportarten der Fall). Wer das für sich so sieht, ich kann das nachvollziehen, ich finde es auch ok seine Meinung darüber kundzutun, sei das nun mit Fahnen oder Plakaten.

    Was ich nicht so mag, ist die Vorstellung, dass automatisch alle das so sehen müssen.
    Also die Gleichung Fernsehzuschauer = Verbrecher, ohne Bewusstsein für irgendetwas.

    Übrigens gibt es bei mir im Leben eine Menge Grauzonen, d.h. Bereiche wo meine Bilanz nicht 1a, sondern nur 2b oder schlechter ist... einfach weil ich es nicht schaffe, alles umzusetzen.
    Mein Ziel ist auch nicht Heiliger, ich wär schon froh, wenn ich "anständiger Verbrecher" schaffe ;)

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    1€, 5€, 10€, 50€ für den Tierschutz im Ausland gespendet würde den meisten nicht weh tun. Wir geben viel mehr Geld für schwachsinnigeres aus, warum dann nicht mal etwas Geld "uneigennützig" in Form von Spenden ausgeben?

    Dank der EM wissen doch erst viele davon wie abartig dort mit Tieren umgegangen wird...!!!

    Da hast Du recht. Ich tendiere momentan zu einer projektgebundenen Spende für das TH in Odessa... ist zwar kein Spielort, aber die freuen sich sicher trotzdem.
    Wird jetzt sicher keine Bombensumme, denn traditionell geht ein guter Teil von uns an das Hamburger TH. Aber Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist :smile:

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    Ich muss ehrlich sagen, ich habe mir die beiden Spiele heute angesehen. Ganz ohne schlechtes Gewissen. Und ich freue mich morgen Abend auf das Deutschland Spiel.

    Es läuft gerade so in die Richtung, das man sich schämen muss wenn man die Spiele anschaut... und irgend wie finde ich das die verkehrte Richtung.

    Recht hast Du. Ich werde auch schauen, morgen. Wie schon mal erwähnt ich habe ein Lesepatenkind: die freut sich seit Wochen auf die EM, und irgendwann hat sie mich richtig angesteckt.

    Ich finde halt, dass es momentan in die falsche Richtung läuft.
    Zu Beginn war sehr viel gute Aufklärung in der Sache... und viele Menschen wären ohne die Kampagnen auch gar nicht aufmerksam geworden.

    Momentan hat man den Eindruck, es wird gegen die Menschen gekämpft die Fußball schauen, und nicht für die Hunde und Katzen...

    Wer für sich entscheidet, ich kann das nicht, ich mag das aus ethischen Gründen nicht sehen, hat mit dieser Entscheidung meinen vollen Respekt.

    Ich sage auch ganz deutlich, dass ich nicht den Eindruck habe, in der Ukraine etwas verändern zu können, ich fühle mich verantwortlich gemacht für Dinge, denen ich ohnmächtig gegenüberstehe, denn ich kann vor Ort nicht wählen, nicht demonstrieren, keine Konsumentscheidungen treffen und keinen Politiker beeinflussen.
    Das kann ich hier, vor Ort. Und ob ich hier faule Eier auf Fußballfans werfe, das interessiert keinen korrupten Lokalfürsten in der Ukraine.

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    Mal ne blöde Frage:
    Wusstet ihr alle auch ohne die EM bescheid?

    Ja. Aber das ist eher Zufall, weil ich beruflich mit russischsprachigen Ländern (und das ist die Ukraine zu einem Teil) zu tun habe.
    Und ja, die Hundetötungen gab es auch schon vorher.
    Und zum Beispiel in Weißrussland munkelt man, dass regelmäßig "Säuberungsaktionen" stattfinden... kann man aber nicht belegen (mangelnde Demokratie dort). Aber das interessiert hierzulande keine S**

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    Ich finde sowas trotzdem Geschmacklos! Das klingt so als ob jeder der die Bundesliga im Stadion ausschaut auch ein Hooligan ist.

    Mir ist das Konzept auch zu simpel. Jeder Deutsche ein Nazi, jeder Italiener ein Mafioso, jeder Fußballfan ein Fleischfresser und Dumpfkopf...

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    Schade, dass du die ernsthaften Gedanken, die auch ich mir mache, mit so einem ironischen Unterton bewerten musst. Ich habe schon mitbekommen, dass es nicht um Schara geht. :roll:

    Das tut mir leid, ich weiß, dass Du Dir ernsthafte Gedanken machst, ich weiß auch, dass Du Robby aufnehmen würdest, etwas was ich mir selbst fachlich nicht zutrauen würde (ohne Ironie).

    Aber was Dein Tierarzt über Schara sagt, hat doch mit Robby nur wenig zu tun, oder?
    Und das Aggressionspotential des einzelnen Hundes ist doch immer nur problematisch, wenn er nicht kompetent untergebracht ist. Und leider sind die Plätze für Hunde mit Problemen (ohne Schwerebewertung) eher rar gesät.

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    Ich muss jetzt doch nochmal was schreiben. Wenn dieser Hund eingeschläfert gehört, bzw. therapieresistent ist, dann hätte ich Schara auch schon einschläfern müssen.
    Im Gegensatz zu Robby hat Schara nämlich schon richtig gebissen, fremde Leute gezwickt und sogar einmal ein Kind gezwickt.
    Grad vor ein paar Tagen beim Fäden-ziehen hat unser Tierarzt noch einmal betont, dass Schara definitiv kein aggressiver Hund ist. Sie hat ihm gegenüber noch nie gedroht oder die Lefzen hoch gezogen.

    Ich glaube das Beissen wird bei Robby überbewertet. Kann das sein? Ist natürlich schwer zu beurteilen ohne dem Hund gegenüber zu stehen, aber aus den Schilderungen kommt es mir so vor.

    Es geht aber ausnahmsweise mal nicht um Schara.
    Ist ja toll, wenn sie bei Dir in so geduldigen, kompetenten Händen ist. Aber diese kompetenten Hände gibt es eben für Robby noch nicht. Und da liegt ja in Cliffes Überlegungen der Hase im Pfeffer. Würde es eine kompetente Stelle geben, wo er bleiben könnte, dann würde man es sicher probieren.

    Ich weiß nicht, ob das Beißen über- oder unterbewertet wird. Aber ich gebe dazu auch nicht dauernd Beurteilungen ab.

    Und ich finde diese Rumreiterei "richtig gebissen", "nicht richtig gebissen" irgendwie müßig - manchmal liest es sich so, als wenn mindestens der Finger weg sein muss.... Und wie schwer oder leicht die Bisse gegen das Pflegepersonal waren, wissen wir ja auch nicht.
    Bei einem Biss muss man doch auch die Umstände mit bewerten, z.B. Motivation und wie gut man Auslöser händeln kann.

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    [...]
    Aber bei einem nicht mehr kalkulierbaren Risiko (und das ist Rocky eindeutig) ist es an der Zeit, auch mal darüber nachzudenken, daß man nicht allen Tieren helfen kann.
    Es ist bitter, es ist traurig, es ist deprimierend- ich weiß.

    [...]
    Das ein wirklich kompetenter TA auch dazu rät, bestärkt mich nur noch in diesem Gedanken.

    Ich möchte euch abschließend bitten, mich jetzt weder zu steinigen, noch an den Pranger zu stellen, da wir alle erwachsene Menschen sind. Ich erscheine euch jetzt vielleicht hartherzig, vorschnell oder weniger tierlieb, aber damit muss ich leben.

    Hallo Chili61,

    ich kann Deine Haltung nachvollziehen.
    Das einzige Problem, was wir dabei haben, ist, dass die wenigsten von uns hier den Hund gesehen und erlebt haben, und selbst dann kann man als Laie zu falschen Schlüssen kommen.

    Die einen möchten in ihm nur den unsicher-aggressiven Kandidaten sehen, die anderen sehen ihn als topgefährlich. Beide können total daneben liegen.

    Ich würde mir auf jeden Fall, wie Chris ja schon gesagt hat, noch das Urteil eines kompetenten Gutachters, Trainers einholen und dann entscheiden.

    Auf keinen Fall sollten wir hier Druck ausüben, weder in die eine, noch die andere Richtung. Und im Hinterkopf behalten, dass es sicher nicht die ausschließlich richtige Entscheidung geben wird, sondern man muss abwägen.