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Hast du dich schonmal wirklich über die Zustände im Ausland informiert? Da werden die Hunde nicht einfach so von der Straße gefangen um sie ins Ausland zu karren. In den meisten Ländern werden Straßenhunde entweder auf der Straße getötet, verhungern oder werden in Tötungsstationen geschleppt wo sie sterben müssen wenn sie nicht schnellstmöglich vermittel werden können. In Rumänien, Tschechien, Spanien herrscht eine Überpopulation. Besonders die Politiker aus Rumänien und Tschechien interessieren sich null für Tierschutz, die treten ja sogar die Menschenrechte mit Füßen. Es werden ja auch Kastrationen usw. vor Ort durchgeführt aber es sind einfach zu viele Tiere und solange die Einwohner des jeweiligen Landes nicht selbst umdenken kann man da vor Ort machen was man will.
Ehrlich gesagt finde ich doch, dass Du es Dir etwas leicht machst, indem Du jeden, der etwas gegen Auslandstierschutz sagt, als unqualifiziert hinstellst.
Wie informiert bist Du denn über Osteuropa? Allein Tschechien und Rumänien in einen Topf zu werfen...
Meiner Meinung nach ist es nicht nur die "Schuld" der Einwohner.
Straßenhunde sind immer auch ein Problem eines niedrigen Lebensstandards, mangelnder städtischer Infrastrukturen: wenn die Müllabfuhr nicht funktioniert, dann finden herrenlose Tiere eben genug Futter und die Populationen vergrößern sich. Wenn das Geld für Kastrationen der Haustiere schlicht und einfach fehlt, dann landen die Welpen eben wieder auf den Müllkippen. In diesem ganzen Kaleidoskop sind die viel geforderten "Mentalitätsänderungen" nur ein Einzelbaustein.
Zu den Kastrationsprojekten: sind sicherlich sinnvoll, wenn es sich um überschaubare Populationen handelt. Es ist aber ziemlich fordernd, von den Bewohnern der betroffenen Länder zu erwarten, dass sie riesige Horden von Straßenhunden um sich herum in ihrem Nahbereich tolerieren - die eventuell nicht ganz friedlich sind, die urinieren, koten usw. usw.
Meine Ausführungen beziehen sich konkret auf Osteuropa, vom Mittelmeerraum habe ich keine Ahnung.
Auf Osteuropa bezogen sehe ich die eigentliche Lösung nur in einer Anhebung des Lebensstandards für die Menschen (z.B. durch Wirtschaftsförderung), bessere Organisation des Gemeinwesens gekoppelt mit gezielten Maßnahmen für Tiere - dann wird es dort auch den Hunden besser gehen. Für mich persönlich stellt sich eben die Frage, ob ein weiter gefasster Hilfsansatz auf lange Sicht nicht besser wäre als immer nur am Symptom "Hund" zu arbeiten: das erweist sich irgendwie als Fass ohne Boden.
Und ja, auch solche Dinge sollte man schlicht mitbedenken, wenn sich die grundsätzliche Frage stellt Züchter, Hund aus inländischem TS oder Auslandstierschutz.