Beiträge von Samojana

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    ich dachte, man könnte es vorher schon sehen, dann würde ich gar nicht erst ein Futter, was wohl eher nicht ansäuernd wirkt, kaufen


    Jedes Futter besteht aus Basen-und Säurebildner. Umgangssprachlich Kationen -Anionen-Verhältnis.
    Ein Ungleichgewicht hat Einfluss auf den Harn-PH.

    Basenbildner sind: Calcium, Magnesium, Eisen, Natrium und Kalium

    Säurebildner sind : Fluor, Jod, Schwefel, Silizium, Chlor, Phosphor und Schwefel ( Fleisch) bilden die Säuren.

    Basenbildner sorgen für einen alkalischen Urin, Säurebildner für einen sauren Urin.

    Mit einer bestimmten Formel lässt sich der zu erwartende Urin PH ungefähr einschätzen.
    Der normale Hundehalter kann das leider nicht. ;)

    Beispiel: 100 g Trockenfutter enthält 0,9 g Kalzium, 0,1 g Magnesium, 0,6 g Natrium, 0,4 g Kalium 0,8 Phosphor
    und 1,0 g Chlorid etc. = ergibt einen Harn PH von 6,7

    Zitat

    Wie lange muss ich denn täglich den Urin-pH messen?

    auf jeden Fall solange bis sich die Kristalle aufgelöst haben. ;) Hat dein TA dir keinen Termin zur Nachkontrolle genannt? Der PH-Wert sollte zu verschiedenen Tageszeiten kontrolliert werden.

    Undzwar: morgens nüchtern, ca. 4-6 nach der Fütterung und abends.

    Noch mal zur Erläuterung: Man unterscheidet infektionsbedingte und sterile Steine/Kristalle. Bei sterilen Kristallen wie offenbar in deinem Fall bekommt der Hund angepasstes Futter und der Harn muss angesäuert werden.

    Eine AB-Behandlung ist hier nicht notwendig, weil keine Bakterienbeteiligung vorliegt.

    Zur optimalen Ansäuerung zur Auflösung von Kristallen reicht Vitamin C nicht aus, ( ausser du fütterst sehr hohe Mengen) daher die Empfehlung deines TA mit Uropet-Paste anzusäuern.
    Die Dosierung wird anhand der tgl. Messung des Harn-PH angepasst. Geht der Harn PH rauf in den alkalischen Bereich, muss die Dosierung erhöht werden , fällt er weit unter 6 in den sauren Bereich ( wobei damit nicht nur ein einzige Momentaufnahme am Tag gemeint ist, da der Harn PH im Laufe eines Tages immer schwankt,) gehst du mit der Dosierung runter. Ein zu saurer Urin begünstigt die Bildung von Calciumoxalatkristallen und die sind über eine Ernährungsumstellung nicht behandelbar.
    Sterile Kristalle lösen sich i.d.R. mit o.a. Maßnahme relativ schnell auf.

    Viel Trinken bleibt immer noch die erste Empfehlung bei Harnsteinen aller Art. Trockenfutter sollte prinzipiell angefeuchtet und das Trinkverhalten durch entsprechende Maßnahmen zusätzlich gefördert werden.
    Ob die Trinkmenge ausreicht, lässt sich über das spezifische Gewicht im Harn kontrollieren.
    Durch diese Maßnahmen wird das Kristallisationsrisiko gesenkt und ganz wichtig dabei ist, dem Hund auch die Gelegenheit geben seine Blase öfter als sonst zu entleeren, damit es nicht zur Auskristallisierung kommt, wenn der Harn zu lange in der Blase verweilen muss.
    Die Ernährung eines mit Struvitproblematik behafteten Hundes ,( egal ob nun eine Infekt-oder sterile Steinbildung vorliegt) sollte nicht zu hoch im Rohproteinbereich sein, vor allen Dingen Phosphor und magnesiumreduziert. Die derzeitigen Studien sprechen zwar dafür, dass eine Proteinbeschränlung steriler Struvitsteine nicht notwendig ist, aber eine diätetische Proteinbeschränkung ( 20-22 % Protein Trockenfutter) wird trotzdem vorsichtshalber empfohlen.