Beiträge von Samojana

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    Hallöchen,

    nochmal zum Thema Calcium in anderen Lebensmitteln.
    Ich hab gelesen, dass 100g Mohnsamen, 1460mg Calcium enthalten.
    Kann man Mohnsamen überhaupt verfüttern? Mohnsamen sollen ja sehr nährstoffreich sein.

    Oder Dillsamen .. enthalten 1516mg Calcium.
    Kann man sowas verfüttern? Wenn ja, muss man die irgendwie noch kochen? Oder einfach so?

    die Mengen, die der Hund bekommen muss, damit es überhaupt was bringt, wären mir persönlich zu groß.
    Dillsamen ist ein Würzmittel und kein Calciumergänzungsmittel.
    Eine einfache und auch für den Hund zusätzlich geeignete Alternative wäre ein sehr calciumreiches Mineralwasser ohne Kohlensäure.
    http://www.steinsieker.de/bilder/heilpra…nde_calcium.pdf
    Calcium liegt im Mineralwasser in gelöster Form vor und ist daher sehr gut für den Organismus verfügbar.

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    Aber ich denke, in Knochenmehl ist auch Phosphor drin? :???:

    stimmt. Nur Phosphor ist nicht gleich Phosphor!
    Insbesondere pflanzliche Komponenten enthalten hohe Anteile an Phytin-Phosphor, der für den Hund kaum
    bis gar nicht verdaulich ist. Der Grund: dem Hund fehlt das Enzym Phytase, um Phytin-Phosphor optimal zu verwerten.
    Deshalb ist auch der Vitamin D Gehalt im Trockenfutter so hoch angesetzt. Der Hauptanteil im Trockenfutter besteht aus pflanzlichen Komponenten.
    Vitamin D 3 im Fertigfutter und in vitaminisierten Mineralstoffpräparaten ist sozusagen das Transportvehikel für Calcium. Nur mit Vitamin D 3 wird verstärkt Kalzium resorbiert und in den Knochen eingelagert.
    Trockenfutter ist hinsichtlich Kalzium und Phosphor nicht immer optimal. Da liegen schwere methodischeFehler vor.

    Wer sehr fleischlastig füttert, braucht i.d.R. kein zusätzliches Phosphor.
    Zum Beispiel : ohne Phosphor Barfer-Multi-plus von Schecker, Barfers Best von Canina oder Vitamin-Optimix barf von futtermedicus.
    Die Empfehlung für Eierschalenmehl liegt nur bei 1 g pro 10 kg KG.

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    Warum tut es nun die Eierschale nicht?

    das kommt auf die Zusammensetzung deiner Ration an.
    Ein Überschuss an Phosphor, insbesondere wenn es als Phytin aus Getreide kommt, verringert u.a. die Absorption von Calcium. Knochenmehl wäre in diesem Fall die bessere Wahl.

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    Ashley war zum Zeitpunkt der Blutuntersuchung 3 Jahre alt.

    ok. :smile: Ich habe deshalb gefragt, weil der Phosphatgehalt im Blut abhängig vom Alter ist.
    Bis zu 2 Jahren haben Hunde im Wachstum höhere Serum-Phosphat-Werte als ausgewachsene Hunde.

    Frau Dillitzer schreibt, dass dieser erhöhte Wert fälschlicherweise als Hinweis auf eine Nierenerkrankung gedeutet wird , weil aufgrund " mangelnder Kenntnisse " ( TA ! )viel zu häufig nicht berücksichtigt wird, das der Plasmaspiegel von Phosphat im Wachstum höher liegt als bei ausgewachsenen Hunden.

    Aus diesem Grund gibt es altersabhängige Phosphatgehalte , die von bis 3 Monate – bis 12-24 Monate gestaffelt sind.

    Ein labortechnischer Grund wäre ebenfalls ein Grund für eine Erhöhung.
    Z.B. wenn die Blutprobe zu spät verarbeitet wird, denn durch eine längere Lagerung werden mehr Phosphate aus den Phosphatverbindungen freigesetzt und täuschen so einen erhöhten Phosphatspiegel vor.
    Auch wenn zu viele Blutkörperchen während der Blutentnahme zerfallen geht das vor allem in den Zellen befindliche Phosphor ins Blutserum über, was zu einer Erhöhung des Phosphatgehaltes führt.
    Deshalb im Zweifelsfall die Phosphatbestimmung noch einmal wiederholen.

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    Als akribische Beobachterin der Blubilder meines Hundes sind Veränderungen sehr wohl festzustellen. So wies z.B. ein erhöhter Phosphortwert mal darauf hin, daß auch die Calziumgabe überlegt werden mußte, auch wenn bisher alles im "grünen Bereich " war.

    nein, Audrey das stimmt so nicht. Zu viel Phosphat im Blut deutet u.a. auf eine eingeschränkte Nierenfunktion hin.


    Ob die Calciumversorgung beim Menschen optimal ist, wird entweder über eine Knochendichtemessung oder über 24 h-Sammelurin ermittelt. Diese Untersuchungsmethoden werden beim Hund verständlicherweise nicht angewandt.

    Der Calciumwert im Blut kann noch so optimal sein und trotzdem kann eine Überversorgung vorliegen, da sieht man dann in dieser genannten Urinprobe. Die Diagnose lautet in diesem Fall: Hyperkalziurie

    Zu wenig Calcium im Urin hat andere Ursachen wie z.B. Vitamin D Mangel, CNI etc.

    Die individuelle Calciumdosierung ist auch nicht entscheidend, sondern die Frage muss lauten, ob der Körper das angebotene Calcium überhaupt verstoffwechseln und einbauen kann.
    Die Resorption von Calcium wird von vielen Faktoren beeinflusst .
    Abgesehen von der hormonellen Steuerung spielt die Löslichkeit der aufgenommen Calciumverbindungen eine Rolle.

    Die Dillitzer schreibt in ihrem Buch, das eine Überversorgung mit Knochen ein häufiges Phänomen in der Praxis ist.
    Je mehr Kalzium zugeführt wird , desto weniger wird resorbiert. Je nach Futterzusammenstellung liegt die Aufnahme zwischen 20-80 %. Eine Überversorgung führt immer dazu, dass der Magen PH in den alkalischen Bereich verschoben und aufgrunddessen die Eiweissverdauung beeinträchtigt wird.

    Fakt ist: Wenn man in den Hund zuviel Calcium reinschüttet, kommt es nicht nur zu Störungen des Magens, sondern auch des Darmes. Es kommt zu einer Schädigung des intestinalen Milieus mit der Folge, dass der Hund im Dickdarm keine B-Vitamine bzw. Vitamin K mehr aufbauen kann.
    Und soweit sollte man es doch nicht kommen lassen.