Beiträge von Samojana

    Zitat


    Ja, und warum schreibst du dann nie, was deine "Höchstwerte" sind, von denen du redest? Wo sind diese Höchstwerte definiert, aufgrund welcher Basis? Das ist doch meine Frage, um die du nur herumtanzt!

    Erstens sind es nicht meine Höchstwerte, sondern die ermittelten sogenannten Faustzahlen im Buch der Ernährung des Hundes. Anstatt mich danach zu fragen, hätte ein kurzer Blick ins Buch gereicht.
    Aber egal, ich bin ja nicht so und fülle gerne deine Wissenslücken.

    Höchstwerte nach Meyer/Zentek

    Rohprotein/kg KM/Tag
    Kleine Hunde nicht > 6 g
    Mittelgroße Hunde nicht > 5g
    Große Hunde nicht > 4 g


    Die Proteine im Fertigfutter und den Beispielfutterrationen im M/Z stammen aus unterschiedlichen Quellen,
    und nicht , wie immer angenommen, nur aus Fleisch.
    Fleisch als ausschließlicher Proteinlieferant ist nicht deckungsgleich mit den Empfehlungen, die im M/Z stehen.
    Und um diese Zahlen geht´s ja wohl. Oder?

    Verschiedene Proteine werden immer miteinander kombiniert , um so das Aminosäurenprofil zu optimieren.
    Für Hunde ergibt sich dieser ermittelte Bedarf aus zwei Quellen, um eine ausreichende Versorgung mit Proteinen sicherzustellen, nämlich die Aufnahme pflanzlicher und tierischer Proteine.
    Diese unterscheiden sich lediglich in ihrer Aminosäurenzusammensetzung.

    Beispielration aus der aktuellen Auflage 2010: Die Ernährung des Hundes

    Der tägliche Eiweißbedarf des gesunden Hundes mit einem Körpergewicht von 20 kg liegt bei 2,4 g Eiweiß pro 1 kg Körpergewicht . Somit errechnet sich für einen ausgewachsenen Hund mit 20 kg Körpergewicht eine tägliche Eiweißmenge von 48 g.

    Ration für 20 kg Hund setzt sich wie folgt zusammen:

    160 g Fleisch (Huhn) 28 g Protein
    185 g Haferflocken 24 g Protein
    20 g Gemüse
    20 g Öl
    10 g Vitamin-Mineralstoffmischung
    zusammen 52 g Protein wie du siehst stammt 24 g Protein dieser Ration aus einer pflanzlichen
    Proteinquelle die gleichzeitig noch Hauptenergielieferant ist.

    Und das obwohl die Verdaulichkeit von pflanzlichen Proteinen niedriger als von tierischen Proteinen ist, liegt die Tagesbegrenzung bei nur 52 g Protein. Die allgemeine Interpretation Fleisch sei der alleinige Proteinlieferant bei diesen Empfehlungen liegt ganz klar falsch. Wer diese Faustzahlen zur Höchstgegrenzung auf tierische Proteinlieferanten bezieht, ist selber schuld, weil er den Hintergrund dieser Empfehlungen nicht verstanden hat.

    Diese empfohlene Tagesmenge wird übrigens deshalb als Erhaltungsbedarf bezeichnet, weil es zu keinem Verlust der Körperstrukturen kommt, nicht einmal bei sportlich aktiven Hunden.
    Zitat M/Z: Der Proteinbedarf von Leistungshunden erhöht sich gegenüber dem Erhaltungsstoffwechsel nur unwesentlich. Eine übermässige Eiweißversorgung ist zu vermeiden, da negative Rückwirkungen auf das Leistungsvermögen nicht auszuschließen sind.



    Alle Empfehlungen zur Proteinversorgung gelten immer unter der Voraussetzung, dass im Futter eine ausgewogene Relation von verd. Rohprotein zu ums. Energie vorliegt, sodass Aminosäuren nicht in verstärktem Umfang zur Energiegewinnung herangezogen werden müssen.(Seite 62, 5. Auflage 2005)



    Ich bin nun auch kein Erbsenzähler, der eine Hund braucht vielleicht etwas mehr, der andere weniger und Proteinüberschreitungen in einer Ration in gewisser Höhe sind durchaus akzeptabel, nur wenn der Hund dazu tgl.noch irgendwelche Kauartikel oder Trockenfleisch bekommt, dann sind sogar die Höchstwerte um 200-300 % überschritten.
    100 g von diesem Trockenkram enthält 70-80 g Protein.

    Zitat


    Ja, allerdings geschrotet. Koche ich mit dem Gemüse mit.

    Leinsamen nicht mitkochen. Leinsamen wirken durch ihren Gehalt an Schleim und fettem Öl.
    Als Ballaststoffquelle sollten sie erst im Darm aufquellen.
    Sie dehnen die Darmwand und dadurch wird der Darm bis in die letzten Ecken
    mal wieder richtig " gesäubert ". :smile:
    Es ist deshalb falsch, den Leinsamen schon vorher aufquellen zu lassen. Ein vorgequellter Leinsamenschleim wirkt nur als schützender Überzug bei entzündeten Schleimhäuten.

    Zitat

    Ich fände das interessant zu wissen: Welche Vorteile bringt denn Proteinkonsum jenseits der Höchstwerte? :smile:

    Höchstwerte oder Bedarfswerte?
    Hunde, die regelmässig an Schlittenhundenrennen teilnehmen und dadurch sehr viel Energie verbrauchen, bei diesen Hunden werden automatisch auch vermehrt Proteine zur Energieversorgung herangezogen. :smile:
    Die Regel lautet hier: Eiweißreiches Futter MUSS energiereich (FETT) sein. Diese Erkenntnis stammt im wesentlichen aus Untersuchungen an Schlittenhunden, die durchaus nach ihren Leistungen mit Hochleistungssportlern zu vergleichen sind. Die gleiche Regel gilt auch für proteinreicheTumordiäten. 40-60 % der Kalorien sollten über Fett zugeführt werden.

    Ansonsten hat eine Proteinversorgung über den Bedarf hinaus keinen einzigen Vorteil, während die Nachteile sehr gut dokumentiert sind. Von der Nieren-und Leberbelastung mal abgesehen.
    Es gibt natürlich auch andere Auswirkungen auf die Gesundheit u.a. Azidose und Harnsteine.
    Azidose
    Das bedeutet: Je mehr Fleisch, um so mehr Säure ist im Körper, denn der Verzehr von tierischem Gewebe führt immer zu erhöhter Säureproduktion.

    Harnsteine
    Bei der Neigung zur Harnsteinbildung wirkt eine Reduzierung der Proteinmenge therapieunterschützend und hat eine vorbeugende Wirkung. Bei zu hohen Harnsäurewerten kann ein Teil der Harnsäure auskristallisieren, was zu
    Steinbildungen im Harnapparat führt.


    Ebenso bei Allergien. Zentek schreibt: Kein Proteinüberhang bei Hunden mit Futtermittelallergien.

    Zuviel Eiweiß mit geringem Nährwert hat den Nachteil, Fäulnisprozesse im Darm auszulösen.


    Je mehr Arachidonsäure mit der Nahrung zugeführt wird, um so mehr Entzündungsstoffe können gebildet werden.


    Eine proteinreiche Ernährung führt zu einem Cortisolanstieg ( Stresshormon)

    Nachgewiesenermaßen, die Ursache für aggressives Verhalten bzw. dieses Verhalten bei Hunden verschärfen kann.

    Zu viel überschüssiges Protein führt zu einer Überzuckerung des Blutes bzw. einer höheren Beanspruchung der Bauchspeicheldrüse.

    Mammatumore bei Hündinnen

    Als besonders signifikante Risikofaktoren erwiesen sich eine fleischreiche Ernährung.
    Andere bedeutende Risikofaktoren waren eine hohe Aufnahme von rotem Fleisch, vor allem Rind-und Schweinefleisch

    http://translate.google.de/translate?hl=d…ved=0CDcQ7gEwAA

    Reicht das? :sad2:
    Bei all diesen Erkenntnissen ist es mir ein Rätsel, warum Orijen im Monat März 2013 neue Futtersorten für adulte Hunde mit einem RP-Gehalt von 44 % Protein und 38 % Fett herausbringt. Selbst für Leistungshunde ein absolutes NO-GO.