verruecktsein
kleiner Exkurs ins lernen
Du musst dir immer gut überlegen, WAS genau du jetzt trainieren willst. Wir Menschen neigen dazu, dem Hund ein grosses Chaos an den Kopf zu werfen und meinen dann, der lernt jetzt was
dass sie tatsächlich etwas dabei lernen, ist wohl oft der hündischen Genialität geschuldet, weniger unseren Fähigkeiten 
Was ich meine ist:
Wenn das Thema deines Trainings an dem Tag lautet "ich will das Voran festigen", dann musst du das ganze Setting so machen, dass der Hund genau DAS lernt. Und vor allem lernen kann!
Wenn der Hund also beispielsweise ein Thema hat mit tragen/knautschen, oder mit der Abgabe, oder mit Ehrenrunden, etc. dann muss ich die Übung "voran" so aufbauen, dass ich mich nicht mit den anderen Baustellen beschäftigen muss.
Oft passiert es nämlich dann, dass man - wie im Beispiel oben - an der Abgabe bastelt, da irgendwie Zeit verleiert, obwohl man eigentlich am voran arbeiten wollte. Und dann hat man das Gefühl, der Hund lerne das dann schon irgendwie im Vorbeigehen 
Also übe ich das "voran" so, dass er das auch üben kann.
Und die ganzen restlichen Baustellen schalte ich aus. Hat der Hund wie erwähnt ein Thema mit dem Dummy, lasse ich den Dummy weg und übe das Voran auf Futterschüsseln. Oder mit Spielzeug. Hauptsache er wird primär verstärkt für seine Bemühung, in gerader Linie nach vorne zu laufen. WAS genau er da findet hängt vom Hund ab, Hauptsache ist aber dass damit keine bestehenden Konflikte geschürt werden.
Und dass eben ein Lernprozess stattfinden kann.
Oder das schöne Thema "lining"
(lining bedeutet, dass der Hund die vorgegebene Richtung als gerade Linie läuft und auch so zurück kommt. Und nicht irgendwo hin abdriftet. Also ein weiterer Lernschritt beim voran)
Will ich das "lining" üben, muss ich das auch tun. Dann darf daraus kein einweisen in alle Himmelsrichtungen werden. Aber genau das machen wir zu oft. Dann wird der Hund gestoppt, nach recht uns links und back und vorne und hinten eingewiesen.
Und dann wird *lernen* für den Hund sehr, sehr schwierig. Weil wir ihm einen Wulst an Zeug an den Kopf schmeissen 
Wir machen dann alles - aber nicht "lining" üben.
Daher: immer genau überlegen was ich will, was der Hund schon kann, was er nicht kann und dann schlau planen. Schritt für Schritt in die Richtung, in die es gehen soll.
Beim Lining z.B. mit Leitplanken im Gelände schlau arbeiten. Und diese immer mehr ausschleichen. Das meine ich mit planen, denken, lernen.