Beiträge von wildsurf

    Das ist hier extrem unterschiedlich. So unterschiedlich wie unsere Tagesabläufe.

    Mal sind sie 4h alleine zu Hause, mal 3h im Auto, mal 2h im Büro wegen Hunde-unkompatiblem-Besuch, mal sind sie dabei, mal einer ganz. alleine zu Hause, mal einer mit bei der Arbeit…

    Kein Tag ist hier wie der Andere und die Hunde wachsen da rein. Wichtig ist, dass jeder auch alleine zu Hause bleiben kann ohne den Rest.

    Im Sommer sind sie mehr alleine zu Hause, weil es zu heiss ist um zur Arbeit mitzukommen. Aber das sind max. 4h, dann kommt jemand von uns und gehr Gassi mit der Bande.

    Snoopy2008

    Ich glaube, niemand hat den Eindruck dass du ne kleine „Bestie“ zu Hause hast.

    Aber schau: das Unberechenbare ist das Schwierige. Und ganz ehrlich, auch das Gefährliche. Egal wie klein der Hund ist.

    Dann passiert lange nichts, man redet es sich wieder schön, wird evtl nachlässiger, oder der Hund wird nicht getriggert.

    Bis zum nächsten Vorfall.

    So ernsthaftes nachsetzen darf man sich einfach nicht nett reden.

    Natürlich ist das für euch hart.

    Selbstverständlich! Natürlich verstehen euch wahrscheinlich alle hier. Sind ja alles Hundemenschen. Unser Vorteil ist, wir sind nicht emotional involviert.

    Daher können wir auch so einfach daher reden 😉

    Ich glaube aber, da du den Thread eröffnet hast, arbeitet es bei dir im Kopf bereits stark. Sprich, der Vorgang des akzeptierens läuft bereits. Nur miss das eines Tages auch so ausgesprochen werden.

    Ohne Akzeptanz der Situation, keine Lösung! Leider funktioniert so unser Kopf.

    Und dann muss man sich die Konsequenzen überlegen.

    Ein Leben mit einem Beisser im Haushalt muss immer konsequent gemanagt werden.

    Das kann nie einfach mit dem Leben wie mit anderen Hunden verglichen werden!

    Kann man das nicht garantieren - vor allem wenn Kinder anwesend sind - ist es das falsche Zuhause für diesen Hund.

    Nicht weil ihr unfähig seid.

    Sondern weil das Umfeld unpassend ist.

    Dann würde ich den Hund noch medizinisch genauer abklären und evtl auf Dauermedikation einstellen. Wer solche Schmerzen hat, wird zusätzlich unberechenbar.

    Lebensqualität steht an erster Stelle. Für alle Beteiligten!

    Das Aufbauen und verständlich machen von Reiterhilfen findet als Lernprozess wie bei jedem Säugetier in den 4 Lern Quadranten statt.

    Ist es gelernt, arbeitet man nicht mehr kleinschrittig damit. Aber der reine Lernprozess zu Beginn funktioniert immer so.

    Unabhängig davon, ob der Mensch das sauber oder bewusst anwendet oder nicht.

    Nur schon das Hingeben des Zügels und abstreichen und loben als Belohnung und Entspannung nach einer gut ausgeführten Lektion fällt in diese Kategorie. Aber wie bei jedem Lernprozess kann man mit der Zeit den Zeitpunkt der Belohnung hinauszögern, bis es erst nach Minuten dazu kommt.

    Ist natürlich sehr trocken ausgedrückt. Ist halt die Lerntheorie. Aber es findet immer statt. Egal ob vom Boden oder ob man auf dem Pferd sitzt. Kommunikation ist auch immer lernen.

    Aber wer sich mal bewusst wird was er lerntechnisch seinem Pferd anbieten kann, wird oft genauer.

    Reite ich zB ein Schulterherein und wir geben uns beide grosse Mühe, kann ich verbal dazwischen loben und die Anstrengung bestätigen. (Positive Verstärkung) Und somit nicht nur die Motivation hoch halten, sondern auch das Ergebnis beeinflussen. Ohne die Lektion zu unterbrechen.

    Das Flattieren und ausgiebig loben am Ende des Durchgangs ist dann nochmals sozusagen das grosse Lob für die tolle Arbeit.

    Wird beim Hund zB im ausbauen der Suchenausdauer auch so gemacht. Die Anstrengung an sich belohnen während des Suchens, ohne das zu unterbrechen. Das Ziel ist das Finden. Das ist dann mega super Belohnung.

    Ist glaub die intermediäre Brücke.

    der klemmende Schenkel ist ein schönes Beispiel den negativen Einflusses durch den Reiter. Das hat nichts mehr zu tun mit den 4 Quadranten, sondern mit erlernter Hilflosigkeit.

    Genauso wie gewisse Techniken des Longierens oder gewisse "Gebiss Kombinationen". Da geht es um gefügig machen, schnell schnell was bewegen oder ein Ziel erreichen, unabhängig davon wie der Weg dahin aussieht.

    (Ich rede nicht von ganz normaler Zäumung, die korrekt verschnallt absolut keine Probleme macht).

    Beim Pferd wird ganz oft in dieser Kategorie rangiert. Sehr sehr oft.


    Ps:

    Es gibt eine schöne Studie zum Thema Lob. Und dass Lob auch ganz gewaltig stören kann in der Konzentration und dem erarbeiten eines Ablaufes. Was natürlich nicht bedeutet, mit Lob spärlich zu sein. Aber im richtigen Moment hat es mehr Wirkung als mit der Giesskanne angewendet.

    man muss bei der ART DER BESTÄTIGUNG immer genau sein, wenn man von Lob oder Strafe spricht.

    Bei der ART DER EINSTELLUNG ist es ein Mindset.

    Das vermischt man gerne!

    Wenn ich mit dem Pferd etwas übe, fliessen die Bestätigungs-Varianten ineinander über.

    Das kann so sein, dass ich zB ein Bein antippe, welches das Pferd anheben soll. Macht es das korrekt, höre ich sofort auf zu tippen -> das ist die unmittelbare Bestätigung. (Negative Verstärkung)

    Gleichzeitig lobe ich es aber auch verbal, wenn es die Ausführung sehr gut gemacht hat. (Positive Verstärkung)

    Latscht es mir unachtsam auf die Füsse, mache ich Druck und schicke es weg (runter von meinen Füssen, nicht ans andere Ende der Welt). Sehr wahrscheinlich motze ich auch noch, weil das ein No-Go ist.

    (Positive Strafe, Druck, verbal)


    Aber das Ende des gesamten Trainings, das ist bei mir immer ein gemeinsames zusammenstehen, kraulen, abstreichen , die Sonne ins Gesicht scheinen lassen.

    Ein positives Mindset, so wie ich am nächsten Tag wieder starten will.

    fliegevogel

    Es gibt aktuelle Studien dazu, wie sich Pferde ans Training erinnern.

    Und da zeigt es sich sehr deutlich, dass ein Beenden des Trainings mit guten Einheiten und positivem Gefühl das weitere Training Tage später beeinflusst.

    Somit ist ein positives Ende des Trainings sehr hochwertig, ein negatives Ende aber umso stressiger.

    Pferde "funktionieren" in Bezug auf das Gehirn nicht extrem viel anders als Hunde. Sie haben andere Schwerpunkte, einige Bereiche sind stärker ausgebildet, da sie Fluchttiere sind. Und sie sind dadurch enorm stressanfällig.

    Aber was das Training angeht, die Methoden, die Lerntheorie - das ist kein grosser Unterschied.

    Säugetier-Gehirne sind alle fast identisch verschaltet und somit kaum Unterschiede in der Neuroplastizität. (Lernfähigkeit und Trainierbarkeit neuer Verhalten)

    Übrigens unterschätzt man die kognitiven Fähigkeiten von Pferden genauso frappant, wie die der Hunde. (Und der Tierwelt ganz allgemein!)

    Pferde können - nachweislich - aktiv mit und kommunizieren und uns gewisse Dinge mitteilen. Sie sprechen nicht, versuchen aber durchaus ganz gezielt, ihre "Wünsche" auszudrücken. Sie haben eine Eigenwahrnehmung, ein enormes Erinnerungsvermögen, schliessen tiefe Freundschaften und sind enorm lernfähig.

    (Merkt man, dass mir das Thema am Herzen liegt? 😊)

    Das Training über positive Verstärkung mittels Lob oder Futter muss im Pferdetraining der Situation angepasst werden. Je nachdem was man trainieren möchte. Und es ist sehr vom einzelnen Pferd abhängig, ob Futter eingesetzt werden kann.

    Grundsätzlich gilt: Futterbelohnung funktionier nur, wenn Anstandsregeln eingehalten werden. Wie beim Hund muss auch beim Pferd zuerst ein anständiges, korrektes Nehmen des Futters etabliert werden. Ein Schritt, der gerne vergessen oder weggelassen wird.

    Medical Training funktioniert perfekt über Klick for action/ feed for position.

    Weltweit werden mittlerweile Zootiere jeglicher Grösse damit trainiert, um ohne Narkose Untersuchungen und Blutabnahme durchführen zu können.

    Bei den Pferden dringt es so langsam in die Köpfe der Menschen, dass das auch was für diese Vierbeiner wäre und trainieren immer mehr das stressfreie medical training.

    Zirkuslektionen funktionieren teilweise ebenfalls über Futterbelohnung.

    Alles, was auf Distanz und in Bewegung abläuft, funktioniert meistens besser über Wort als Lob.

    Und das muss nicht mal etabliert werden. Ich trainiere oft fremde Pferde und gerade an der Longe reagieren die auf punktgenaues Lob (so punktgenau wie Klicker!) genau so gut, als hätte ich das Lobwort vorher etabliert.

    Man kann mit genauem, und so für das Pferd verständlichem Lob, Bewegungsabläufe sehr schnell verändern und dem Pferd klar machen was genau man möchte.

    Da es dabei immer um ein für das Pferd gesünderes und angenehmeres Bewegungsmuster geht, merken diese das sofort und bieten es auch an. Durch das Lob kann ich dies „forcieren“, das Pferd bietet es noch mehr, und noch mehr an. Funktioniert einwandfrei. (Mit Unterstützung durch meine Körpersprache und sehr, sehr gutem longieren)


    Je nach Charakter des Pferdes - teilweise auch abhängig von der Rasse - ist die Arbeit mit Druck heikel. Da muss man viel Fingerspitzengefühl walten lassen um nicht in die Konfrontation zu kommen. Sehr viele Pferde lassen aber unheimlich viel über sich ergehen.


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    Die machen das unter sich…

    Eine weit verbreitete Annahme. Die Gruppenhaltung boomt. Und viele meinen, man könne einfach ein paar Pferde zusammen lassen und voilà, die Gruppe passt.

    Weit gefehlt !!!

    Gruppen Managment ist anspruchsvoll. Zusammenführen von sich fremden Pferd braucht Zeit und viel Platz, soll es für die Tiere mit möglichst wenig Stress ablaufen. Von Natur aus gehen sich fremde Pferde aus dem Weg, sofern es nicht um Ressourcen oder Fortpflanzung geht.

    Streitereien unter Pferden müssen sehr gut im Auge behalten werden. Der Stress auch für unbeteiligte in der Gruppe kann enorm sein. Ohne dass viele Menschen das überhaupt schnallen.

    Heftig wird es - soeben erst erlebt - wenn Leute meinen, dass die Pferde spielen, sich in Tat und Wahrheit sich aber ernsthaft an die Gurgel wollen.

    Pferdeverhalten korrekt lesen ist nicht einfacher als Hunde korrekt lesen. Man muss es üben, Fehlinterpretationen sind weit verbreitet.