Beiträge von wildsurf

    He Rafi brems mal deinen Ton etwas. Nicht jeder Labrador muss "richtig" arbeiten um glücklich zu sein. Und ganz viele "tu nix Labis" sind einfach dabei und durchaus wunderbar zufrieden, wenn sie seriös geführt werden im Alltag. Man muss nicht aus jedem Familienhund ein Arbeitstier machen. Nein, ich sage nicht dass man mit denen gar nix machen soll. Aber die müssen auch nicht gleich den nächsten WT gewinnen und in einem Jahr open laufen um glücklich zu sein.


    Wir haben hier überhaupt keine Ahnung, wieso der Hund von der TE momentan so ist wie er ist. Sowieso von uns ales Mutmassungen. Da muss man nicht so raushauen. Sie hat offensichtlich eine TA die sie begleitet. Und informiert sich und ist für Neues offen.

    Was will man mehr.

    Dem Hund geht es wahrscheinlich nicht soooo schlecht.

    Schreib sie mal direkt an. Das war erst kürzlich. Evtl kannst du eine Aufzeichnung erwerben.

    Aber wenn du einen guten TA oder Trainer hast, besprich es in Ruhe mit denen. Abwägen der Vor- und Nachteile und des Stresspegels bei allen.

    Am Ende musst du entscheiden. Das ist für die Meisten der schwierigste Punkt. Danach - egal ob dafür oder dagegen - geht es einem meistens massiv besser ☺️ weil dann Klarheit herrscht über das weitere Vorgehen etc.

    Ps:

    Mein Zuchtrüde hatte mit 1,5 massive Probleme mit der Vorhaut. Immer wieder schwere Entzündungen die auch mit Antibiotika kaum in den Griff zu kriegen waren.

    Er bekam nen Chip und danach war das endlich abgeheilt weil es nicht mehr permanent gereizt wurde.

    Er hat sich ganz normal entwickelt und wie gesagt ist er in der Zucht und hat gesunden Nachwuchs.

    Bei bereits vergrößerter Prostata plus massiver Vorhautkatharr habt ihr allerdings nicht viel Handlungsspielraum. Da wäre mir die Gefahr der Gewebeentartung zu gross. Da würde ich! ganz persönlich zügig chipen. Damit schnellstmöglich Ruhe ins System kommt.

    Wenn der gemeinsame Stress extrem hoch ist durch die Hormone, kann das unter Umständen sehr viele sehr doofe Lernerfahrungen geben. Verbunden mit viel Frust und wenig Lernerfolg bei den wichtigen Themen im Alltag.

    Daher kann! es für manche Hunde ein Vorteil sein, in dieser Phase einen Chip zu haben um besser lernen zu können. Und das Gelernte dann später ohne Chip umsetzen zu können.

    Siehe dazu von Celina del Amo das Kastra Seminar.

    Heute wird den Hundebesitzern fast ein schlechtes Gewissen gemacht, wenn sie nur schon an Kastra oder Chip denken. Was auch nicht gut ist - genau so schlecht wie als man früher einfach alles kastriert hat.

    Aber für manche Hunde ist es wirklich von Vorteil und bringt enorme Entspannung.

    Daher muss jeder Fall einzeln angeschaut werden.

    Und ganz wichtig:

    Es ist dahinter immer auch noch ein Mensch, ein Besitzer der mit der Situation klar kommen muss. Man kann also nicht einfach sagen, sitz es aus, lerne, manage, tu, mach. Chipen niemals weil böse und Besitzer muss halt aushalte.

    Der Mensch muss das auch erst einmal bewerkstelligen können und in manchen Gegenden ist das eine Herkulesaufgabe, wenn die Hundedichte enorm hoch ist.

    Daher: in Ruhe abwägen. Und dann auf euch passend handeln.

    Erfahrungen von anderen Hunden nützen selten viel, das verunsichert bloss enorm und kann oft nicht auf den eigenen individuellen Hund umgemünzt werden.

    Eben.

    Du verbindest aufnehmen des Gegenstandes mit Action.

    Du wirfst. Er holt.

    Du versteckst. Er holt.

    Immer Bewegung drin.

    Daher bleibe ich dabei: dein Hund hat nicht verstanden worum es dir genau geht. Einer der häufigsten Fehler im Dummytraining.

    Weisst du, die meisten Leute haben keinen Schimmer davon, wie komplex die Verhaltenskette "aufnehmen und bringen, und ausgeben" wirklich ist für den Hund.

    Viele sehen nur die schlechte Abgabe.

    Oder dass der Hund ohne Dummy kommt. Oder gar nicht kommt.

    Apportieren aufbauen ist Arbeit. Viel Arbeit. Sehr viel Detailarbeit.

    Daher freu dich über das, was schon klappt. Und bau den Rest dazu langsam und sauber Schritt für Schritt auf.

    Damit es für den Hund logisch wird.

    Werfe ich den Dummy nimmt er ihn jedoch ins Maul und bringt ihn mir auch.

    Es kann gut sein, dass dein Hund momentan die Kette „aufnehmen, tragen, bringen“ anhand sich bewegenden Objekten verknüpft hat.

    Das passiert manchmal schnell, wenn über geworfene „Beute“ gespielt wird.

    Seine abgespeicherte Verhaltenskette ist momentan so vom Bild her. Evtl hat er keinen Plan was tun mit Objekten die sich nicht bewegen.

    Das würde bedeuten, dass er zuerst auch verstehen muss, dass er Dinge aufnehmen soll die sich nicht bewegen. Die liegen, oder die du ihm hin hältst. Also eine neue Verhaltenskette aufgebaut werden muss. Ein neues Bild kreieren.

    Du kannst das mit Klicker wunderbar aufbauen. Ich bevorzuge die Variante mit dem liegenden Objekt, weil man dann keine Fehler mit der eigenen Hand am Objekt einbauen kann.

    Das unterteilst du aber in ganz kleine Schritte, man kann nicht Endresultate klickern. Sondern du beginnst damit, dass du sein Interesse am Objekt bestätigst, dann das Hingehen, das anstupsen, etc. Schritt für Schritt. So bekommt der Hund eine in Ruhe aufgebaute Idee, was er mit dem Gegenstand machen kann. Ganz spielerisch und ohne Druck.

    Ich übe solche Sachen gerne in einem Raum zu Hause, wo wir ungestört sind, keine Ablenkungen von draussen, und ich kann entspannt auf dem Boden sitzen.