Beiträge von wildsurf

    MoniHa

    Klare anatomische Fehler dürfen nicht in die Zucht. Weil es sich sofort vererbt.

    Klare Wesensmängel dürfen nicht in die Zucht. Weil es sich sofort vererbt.

    Bestimmte Augenkrankheiten sind zuchtausschliessend und alle Zuchthunde müssen regelmässig untersucht werden beim Augenarzt.

    Bestimmte genetische Defekte sind zuchtausschliessend.

    HD, ED, ÜW, OCD sind zwingend und werden ausschliesslich vom zertifizierten Gutachter der Komission ausgewertet.

    Wesenstest, Rassetypische Anlagen etc werden kontrolliert. Ein Retriever soll apportieren, und nicht einfach nur ne Show laufen für ne Zuchtzulassung. Wesensfestigkeit ist im DRC klar definiert, und wird kontrolliert. Schreckhafte Hunde fallen raus, Schuss fest muss jeder sein. Aggressives Verhalten ist ein Ausschlussgrund.

    Wurfzahl ist beschränkt, Abstände zwischen den Würfen klar definiert zum Schutze der Hündin etc pp.

    Richter müssen eine Ausbildung machen und bekommen eine Zulassung.

    Jeder Hund ist in der Blutdatenbank erfasst.

    Die Auflagen für die Zuchthunde sind hoch, und gerade wurden neue Gentests vorgeschrieben. Weil das Krankheiten sind die Leid nach sich ziehen können. Aber sehr einfach vermieden werden können. Und da man im DRC die Stammbäume locker 45 Jahre zurück verfolgen kann, weiss man sehr genau was da in den Linien drin steckt.

    Jegliche Untersuchungen der angehenden Zuchttiere werden veröffentlicht. Jeder sieht, was welcher Hund hat.

    Liest man die "Zuchtverordnung" von gewissen Vereinen ist das ein läppischer Witz.

    Man kann über den VDH wettern.

    Man kann über den DRC, den RCS, den ÖRC, die FCI etc wettern.

    Aber man muss es erstmal besser machen. Und das ist bisher keinem einzigen Verein in Sachen Retriever gelungen. Denn die Verantwortung, möglichst gesunde, stabile, belastbare, alt werdende , rassetypische, gut arbeitende Hunde zu züchten ist nicht so einfach.

    Es reicht eben nicht, bisschen was zu röntgen und dann ist alles suppi.

    Heisst das, dass im drc, rcs, örc alles super läuft? Nein, sicher nicht. Auch hier gibt es viel Luft nach oben , gerade in Sachen Genetik und Weiterbildung in Zuchtgenetik. Aber es ist sachlich organisiert, man gibt sich Mühe und macht das Bestmögliche. Auch wenn manchmal Modesteömungen Fragen aufwerfen.

    Über welchen Verein willst du was finden? Den DRC?

    Schaust du hier: https://drc.de/

    Unter Welpen sind alle aktuellen und geplanten Würfe Deutschland weit aufgelistet. Inklusive Angaben zur Webseite der jeweiligen Züchter.

    Dort orientieret du dich, wer was züchtet. Also Show oder Arbeitslinie, grob gesagt.

    Auch sehr gute Zuchten gibt es in Österreich, schaust du hier: https://www.retrieverclub.at/

    Oder in der Schweiz: https://www.retriever.ch

    Je nach dem wo du wohnst, kann auch ein grenznahes Ausland in Frage kommen.

    Wichtig ist, sich bei der Beurteilung eines Hundes für die Zucht auf die Sachlichkeit einzustellen.

    Es geht um die objektive Bewertung, nicht um Gefühle und Hoffnungen.

    Eine festgestellte Wesensschwäche macht aus dem Tier keinen schlechten Hund. Er ist nur für die weitere Zucht der betreffenden Rasse nicht geeignet. Da sich Wesensschwächen eben vererben.

    Als Hund für Alltag, Arbeit oder Sport kann das betreffende Tier wunderbar sein. Gewisse Dinge muss man eventuell mehr händeln, managen, anleiten etc.

    Aber für die Zucht versucht man - sofern man es mit Verstand und Sachwissen betreibt - so gute Tiere wie möglich zu verwenden. Nur aus "gutem Material" können gute Nachkommen entstehen.

    Und dies gilt eben für alle Rassen. Egal was ihr Einsatzbereich ist. Nur stabile Hunde bringen stabile Nachkommen hervor. Die dann für den jeweiligen Zweck geeignet sind. Sei dies, um im Alltag entspannt überall dabei zu sein.

    Sei dies, um an Demos unverrückbare Präsenz zu markieren, sei dies um mir Hirn und Verstand Herden zu hüten, den Hof zu bewachen, als Treibhund zu arbeiten, als Assistenzhund den Job zu erledigen, viele Stunden auf der Jagd dabei zu sein etc etc.

    Für alles braucht ein Hund als Basis ein starkes, stabiles Wesen.

    Dazu kommen dann die rassetypischen Eigenschaften, die man sehen will.

    Ich finde es Haarspalterei, von Begleithunden zu reden in Bezug auf Wesensstärke. Also ich meine damit, dass es keine Unterschiede machen sollte, von welchen Hunden man spricht.

    JEDER Hund begleitet jemanden.

    Sei dies im Alltag oder bei der Arbeit.

    Für alles benötigt der Hund ein stabiles Wesen.

    Für gewisse Arbeiten noch zusätzliche Eigenschaften. Die dann gezielt geprüft werden.

    Aber eigentlich benötigt jeder Hund für einen entspannten Alltag ein stabiles Wesen ohne gröbere Schwächen.

    Mir ist kein Rassestandard bekannt, wo Unsicherheiten als Attribut drin steht. Lasse mich aber gerne aufklären.

    Wesensschwache Hunde zu züchten finde ich ethisch nicht tragbar.

    Rassen, die einen so kleinen Genpool haben dass man nur noch mit Schissern weiterzüchten kann sollte man aufgeben.

    Für den Mensch ist es nur ein Attribut. Für den Hund sein gesamtes Leben.

    Daher wäre es doch sehr schön, wenn alle Rassen einen einigermassen schlauen Wesenstest - unabhängig vom Hundeführer - durchlaufen würden. Egal was am Ende ihre Bestimmung ist.

    Ob ich mit einem Prager Rattler oder einem Labrador durch die Fussgänger Zone gehe ist doch völlig irrelevant. Beide Rassen sollten das können ohne dass sie dabei sehr unsicher sind.

    StinaEinzelstueck

    Mit deinen aufgezählten Ängsten gilt ein Retriever Als wesensschwach und wird nicht zur Zucht zugelassen.

    (Das bedeutet aber nicht, dass ich deinen Hund schlecht machen will gell. Auf keinen Fall!)

    Das ist eben genau der Punkt ‼️

    NICHT die Führung durch den Hundehalter macht einen wesensstarken Hund aus.

    Sondern sein Wesen von Natur aus muss stark sein. Denn genau das vererbt er weiter.

    Und darum geht es.

    Sich am Mensch zu orientieren und da Hilfe zu bekommen kann jeder Hund lernen. Das ist auch gut.

    Aber das, was er genetisch an guten Nerven mitbringt ist das, was so unglaublich wichtig ist.

    Schwache Nerven vererben sich extrem schnell, Thema Epigenetik !!

    Deswegen darf an einem Wesensstest bei uns keine grosse Hilfe oder Führung durch den Hundehalter erfolgen.

    Man will sehen, was der Hund mitbringt. Seinen Charakter, seine Nervenstärke. Das, was typisch für die Rasse sein soll.

    Kleiner Nachtrag zum drüber nachdenken:

    Der Rüde hat eine starke Entzündung. (Das ist ja nicht nur was Kleines, was er da hat!!)

    Entzündungen sind meistens schmerzhaft, mindestens aber extrem unangenehm.

    Würde man sich jetzt einfach darauf versteifen , das es "nur" Nebenwirkungen sind, und man gibt alle 6 Monate weiterhin das Medikament, nimmt man jedes Mal ganz bewusst ! in Kauf, dem Hund Schmerzen, aber mindestens Unwohlsein zuzufügen.

    Für uns sin es NUR Nebenwirkungen.

    Für den Hund ist es SEHR viel mehr.

    So ma zum sich bewusst werden, was man da eigentlich macht.

    Dieser Hund gehört für mich sauber abgeklärt. Das bisher ist doch nur fischen im trüben und Prinzip Hoffnung. Sich an Texte klammern von Farmafiren ist KEINE Diagnostik.

    Offensichtlich hat der Körper ein Problem.

    Wenn man sich aber nur auf die Nebenwirkungen eines Medikamentes versteift, vergisst man dass es Gründe gibt, wieso der Hund bisher ohne Nebenwirkungen und jetzt plötzlich MIT Nebenwirkungen zu kämpfen hat.

    Also muss abgeklärt werden, wieso er so reagiert. Oder will man das jetzt alle 6 Monate so weiterlaufen lassen? Jedes Ma mit Nebenwirkungen?

    Normalerweise gibt man das Hormonpräparat, wenn danach Ruhe ist, gut. Wenn es aber weiterhin nötig wäre, wird kastriert.

    Hol dir mal eine Zweitmeinung in einer Klinik!

    Was mich nun interessiert - aber wahrscheinlich kaum jemand wirklich beantworten kann:

    Sieht es in der Schweiz denn besser aus bzgl. der Wesensfestigkeit von Begleithunden (= hier def. als die Hunde, für die es keine rassespezifische Arbeitsprüfung eh schon gibt und die gekauft und gehalten werden, um Menschen im Alltag zu *begleiten*)?

    keine Ahnung, wahrscheinlich nicht besser als in den umliegenden Ländern

    Wo sind die Schweizer, wenn man sie braucht? XD Vielleicht kann jemand mein rudimentäres Wissen vervollständigen bzw. nötigenfalls korrigieren.

    Meines Wissens ist in der Schweiz vorgeschrieben, dass alle Hunde, die in die Zucht gehen, eine Wesensüberprüfung machen müssen. Diese Wesensüberprüfung wird von den jeweiligen Vereinen durchgeführt und die Vereine bestimmen auch, was genau die Hunde da zeigen müssen/sollen/dürfen oder eben nicht zeigen dürfen. Das Ergebnis der Prüfung kann einen Hund von der Zucht ausschließen oder zu Auflagen für den möglichen Zuchteinsatz führen.

    Da die Prüfung von den Vereinen gemacht wird, ist rassetypisches Verhalten kein Ausschlussgrund. Da die Grundlagen vorgegeben sind, können die Vereine sich nicht mit sinnlosen Mini-Prüfungen aus der Pflicht nehmen. Das was ich bisher von diesen Prüfungen gelesen und gehört habe, klang für mich nachvollziehbar und sinnvoll.

    Es bleibt immer ein Problem, dass Prüfungen nur eine Momentaufnahme darstellen. Es bleibt ein Problem, dass man für die Prüfung trainieren und damit immer wieder mal Hunde "durchschummeln" kann. Es bleibt ein Problem, dass solche Prüfungen nie perfekt sein können. Diese Probleme kann man nicht lösen, man kann sich einer Lösung nur annähern. Aber in meinen Augen ist das kein Grund, auf die Überprüfung zu verzichten, wenn man auf sowohl rassetypisches als auch umweltkompatibles Verhalten von Hunden züchterisch gezielt Einfluss nehmen will.

    Ich glaube, man kann rauslesen, dass ich solche Prüfungen grundsätzlich positiv sehe. ;) Sofern sie das prüfen, was die jeweiligen Rassen brauchen bzw. haben sollten, sind meines Wissens Wesensüberprüfungen neben Gesundheitsprüfungen und (für mich persönlich) noch vor Formwert-Überprüfung sehr nützlich für die Zucht.


    Ja die Zuchtvereine sind - unter der Schirmherrschaft des SKG - für die Durchführung der Wesens- und Anlageprüfungen zuständig.

    zum Beispiel bei den Retriever-Rassen läuft es folgendermassen:

    Soll ein Hund zur Zucht zugelassen werden, wird überprüft, ob er die im Rassestandard definierten Eigenschaften in Bezug auf Anatomie, Wesen und Arbeitsanlagen mitbringt.

    Dabei geht es NICHT darum, ob der Hund die Aufgaben mit Hilfe des Hundeführers macht. Sondern grösstenteils alleine. Im Gegenteil: zu grosse Einwirkung durch den HF wird nicht gerne gesehen und ein Hund, der nur am HF klebt kann negativ bewertet werden. Man will rassetypiwche Eigenschaften sehen, keine Ausbildung.

    Der Parcours dauert inklusive viel Warterei ca 3h.

    Wesensrichter Teil

    1) Dabei gibt es einen Teil Freilauf, Interaktion zwischen den Hunden, Sozialkompetenz. Dabei fällt ein Schuss. Jegliche Agressivität führt zu Auschluss.

    2) Dann der Bereich Aussenreize mit lauten Menschen, Fahrräder, Kettensäge, Flatterbänder, Gitter am Boden etc. Der Hund läuft dabei frei und soll sich sicher bewegen, neugierig erkunden und keine Ängste zeigen. Man darf ihn aber auch animieren, sich etwas von nahem anzuschauen. Dabei fällt ein Schuss.

    3) Schwimmen, der Hund muss aktiv ins Wasser und herum paddeln

    4) freie Suche, ohne Kommandos durch den HF, es liegen Dummy im Gras oder in den Büschen, man will sehen dass der Hund mit der Nase darauf reagiert

    5) Apport, der Hund soll Interesse an Markierungen zeigen, holen und aufnehmen. keine Ausbildung nötig, aber natürlich üben das alle zu Hause. Ein Schuss fällt.

    6) Formwert, Beurteilung durch den Formwert-Richter bezüglich Anatomie und Gangwerk. Anfassen lassen, Zähne Kontrolle, traben, stehen für die Beurteilung.

    So, was dabei als Resultat rauskommt ist vom jeweiligen Richter abhängig und kann Modeströmungen unterliegen. Denn die Auslegung des Rassestandards lässt immer Spielraum für Interpretationen.

    Da die Schweiz bei den Retriever Rassen keine Unterscheidung macht in Sachen Arbeits- und Showlinien, kann das je nach Hund zu bestimmten Auflagen bezüglich Zucht führen.

    Und natürlich ist es vom Richter abhängig, wie er den Rassestandard auslegt, wie viel Arbeitsanlagen vorhanden sein müssen, wie leicht oder schwer gebaut ein Hund sein darf oder muss.

    Tauge die Bewertungstage etwas? ja, auf jeden Fall. Wesensschwache, unsichere, agressive oder schussscheue Hunde fallen raus. Der Rest ist Spielraum. Kann man für die Bewertungstage üben? teilweise. Apportieren ja klar, Schuss Sicherheit bringt ein Hund mit oder nicht, der Rest ist Wesensstärke.