@Hundl14
Du machst einen grossen Fehler in deinen Überlegungen.
Du gehst ganz selbstverständlich davon aus, dass dein erster Hund sich vom zweiten Hund nur gute Sachen abschauen würde. Nur genau das, was DU für richtig hältst.
Das wird so nicht funktionieren. Hunde schauen sich exakt die Sachen voneinander ab, die mit viel Aufregung, viel Stress, viel Angst etc verbunden sind. Also mit Emotionen.
Daher kann man im Forum so oft davon lesen, dass ein zweiter Hund zB Leinenagression vom ersten Hund übernimmt. 1:1.
Alle mit Erfahrung in Mehrhundehaltung können dir eins bestätigen:
Hunde schauen sich nie genau das voneinander ab, was man gerne hätte.
Aber garantiert alles Andere.
Was du ebenfalls ausser Acht lässt in deinen Überlegungen ist, dass du/ ihr auch ein wichtiger Faktor seid.
Ihr würdet einen zweiten Hund so ausbilden wie den ersten. Vielleicht habt ihr etwas dazu gelernt, vielleicht auch nicht. Sicher ist, ihr als Halter formt und erzieht.
Wenn du einen zweiten Hund willst, dann nicht wegen deinem ersten Hund, sondern weil DU es möchtest. Es ist NICHT die Aufgabe eines Hundes, den Hund mit Baustelle „besser“ zu machen. Sondern deine.
Dann muss dir aber bewusst sein, dass du vieles mit dem neuen Hund separat, getrennt vom ersten Hund trainieren musst, damit aus dem zweiten Hund ein angenehmer Begleiter wird.
Und du musst beide Hunde sicher und souverän führen können, auch wenn einer der beiden - oder beide - ausflippen wegen irgendwas.
Und du musst damit leben können, sollte der zweite Hund sich blöde Dinge vom ersten Hund abschauen.
Man sollte sich sowas niemals schönreden, nie. Das kann sonst riesige Enttäuschung bringen.