Beiträge von wildsurf

    Alfred&Vanessa

    Hunde mit nicht so gutem Nervenkostüm schenken einem nicht viel, das Meiste ist aufwändige Arbeit.

    Aber eines machen sie: wenn DU dich darauf einlassen kannst, machen diese Hunde dich zu einem besseren Hundeführer.

    Weil du denke , reflektieren, korrekt managen und kleinschrittig arbeiten musst. Weil sie dir sonst um die Ohren fliegen und - was sehr schade ist - ihr Potential nie wirklich ausschöpfen können.

    Was du dir noch bewusst machen kannst ist, dass nicht alle im Alltag über Training oder Kommandos läuft. Ganz vieles bei diesen Hunde ist Management. Das bedeutet: wie bekomme ich den Hund und mich von A nach B ohne grosse Hektik, Gebrüll, Gezerre oder sonstigen Aussetzern. Manche Dinge muss man "gross" managen, mit Futtertube, Sicherung am HB oder Geschirr, mit Stressball für den Notfall etc.

    Anderes braucht nur "kleines" Management, ein kleines Leckerchen in der richtigen Hand führt ZB den Hund ganz ruhig weg, ohne Hektik, ohne Action, ohne Druck.

    Ja, du hast einen Gebrauchshund. Aber in erster Linie hast du einen jungen Hund mit flatterigen Nerven, der von dir ganz viel klare Linien braucht. Ganz viel Ruhe in DIR, dieses "ja dann hüpf halt, ist nur für dich anstrengend, ich steh hier gut". Weisst du was ich meine?

    Dein Hund ist genau richtig so wie er ist. Egal wie andere sind, er ist so und das ist okay (auch wenn es anstrengend ist 😅)

    Schaff DU selber bei dir den ruhigen Boden, damit der Hund mit seiner flatterigen Art bei dir sein kann ohne dass die Ansprüche an ihn gigantisch werden. Das ist eine innere Einstellung, aber da der Hund das sofort wahrnimmt, spricht er auch umgehend darauf an.

    Kann sein, dass das bisschen spooky tönt. Aber glaub mir, je entspannter du mit den Situationen umgehst, desto weniger hektisch ist der Hund.

    Dann die Anforderungen und Erwartungen

    Etwas, womit diese Hunde gaaanz schlecht umgehen können. Sie fliegen sich bereits selbst um die Ohren, da müssen wir schauen dass die Erwartungen klein bleiben. Umso schöner ist es dann, wenn der Hund Dinge plötzlich wunderbar machen kann.

    Nimm den Hund draussen an die Leine, entbinde ihn von der Verantwortung, sich in der grossen Welt selbst regulieren zu müssen. Eines Tages wird er es vielleicht können. Momentan eher nicht. Das bringt Entspannung.

    Überlege dir, was du an Ausrüstung für das Training benötigst und hab das IMMER dabei. Hier sind das: Stressball mit Seil, kleines Futter, Futtertube.

    Wir ein anderer Hund in der Gruppe auf ein Dummy geschickt, docke ich den Stresskeks an die Tube und ziehe ihn ganz entspannt in die Gegenrichtung. Weg vom Reiz. Dann wieder ruhig umdrehen und hinsetzen. Atmen!!

    Fliegen Matkierungen, bekommt meiner seinen Ball, um die aufsteigende Energie gleich daran abzureagieren.

    In längeren Wartezeiten streue ich etwas Futter welches er suchen kann. Suchen beruhigt die Nerven. Und ich spaziere mit ihm weg von der Gruppe, damit er sich bewegen kann. Er darf auch ma den Ball fangen, wenn das nötig ist. Aber immer wieder ij die Ruhe bringen, nicht hochknallen, sondern umlenken ist das Thema.

    Mittlerweile benötigen wir nur noch selten grosses Management. Meist reicht viel weniger, weil er gelernt hat viel mehr auszuhalten. Es ist ein langer Weg, aber man muss diesen Hunden die Möglichkeit zum lernen genauso schaffen, wie für alle anderen Hunde, denen es leichter fällt.

    Dafür muss man sich von ein paar antiquierten Ansichten verabschieden und sich auf seinen Hund konzentrieren. Egal wie doof andere das finden.

    Am Ende zählt das, was euch beiden hilft. Und wenn das ein rosa Plüschtier ist, dann ist es eben ein rosa Plüschtier 😉 so als Sinnbild.

    Wichtig ist eine coole Arbeit, viel Schlaf, schöne Spaziergänge und einen Menschen an der Seite zu haben, der einen versteht. Dann ist der Hund rundum glücklich und zufrieden.

    Take it easy, ehrlich. Ihr habt noch sooo viel Zeit zusammen. Die Basis dafür legst du jetzt.

    Ich hab mir die Aufgaben auch mal abgespeichert, FOMO und so :ugly:

    Aber ich dachte es wären die zugehörigen Aufgaben zu den Podcast-Episoden. Dann müssten die Team Jagdfieber Mitglieder die doch sowieso schon haben?

    Nee irgendwie nicht. Das ist nicht so verlinkt wie sonst. Oder ich bin heute unfähig, das zu finden.

    Wie gesagt, probiers einfach aus. Der einzige Weg um herauszufinden, wie viel "alleine Zeit" er zum schlafen benötigt ist der, dass du es probierst.

    Bei mir ist auch fast jeder Tag anders. Ich schaue aber, dass die Hunde wenn möglich den halben Tag zu Hause sind. Heisst, entweder hole ich sie in der Mittagspause oder bringe sie dann nach Hause. Einfach damit sie nicht permanent auf Achse sind und sich einfach irgendwo gemütlich hinhauen und pennen können. Ist nicht immer möglich, aber ich organisiere halt drum rum.

    Übers Wochenende war ich in einer Fortbildung, mehrere Tage weg. Die Hunde mussten mit, der Mann war auch weg.

    Ich hab sie jeweils am Vormittag im Auto gehabt. Zwischendurch rausgenommen zum pinkeln und strecken. Am Mittag eine einigermassen gute Runde Spaziergang und dann hab ich sie in die Ferienwohnung gebracht. Auf der Kamera habe ich dann jeweils gesehen, dass sie zufrieden schliefen. In einer fremden Wohnung. Sie nutzen das durchaus, wenn Ruhe herrscht.

    du hast einen Deutsch Kurzhaar mit nicht den besten Nerven, und ihr habt schon von sehr klein an sehr viel gearbeitet, Gruppentraining etc.

    Aus vielen deiner alten Beiträgen ist das, was jetzt läuft eigentlich zu erwarten gewesen. Ihm fehlt die Basis für sich selbst.

    Das langsame herangeführt werden an das innere Gleichgewicht. Wenn Hunde das nicht mitbringen, müssen wir das sehr geduldig erarbeiten.

    Die Arbeit über Frust mag für manche Hunde funktionieren, für deinen offensichtlich nicht.

    Da wäre es sehr viel sinnvoller, ihm im Alltag langsam das Werkzeug dafür aufzutrainieren, aber in den Situationen wo es viel zu schwierig für ihn ist, das passende Ventil zu nutzen.

    Oft hilft sehr viel Abstand zu den anderen Hunden, plus ein Stressball zum drauf rumbeissen, zergeln, Futter suchen, alles mit Bewegung gekoppelt.

    Das Jungteil hier hat es die letzten Tage mega toll gemacht.

    Donnerstag 9h Fahrt durch DE

    Fr - So jeweils halbtags im Auto, halbtags in einer ihnen fremden Ferienwohnung.

    Kaum Bewegung weil stockdunkel, steile Hänge, Strasse.

    Und Sonntag Abend 6h wieder nach Hause.

    Er ist jetzt 8 Monate alt und hat alles super gut mitgemacht, angenommen wie es war und sich arrangiert. Das Einzige was auf etwas "zu viel" hingewiesen hat war, dass er - kaum zu Hause - alle Plüschtiere gründlich getötet hat. Mehrfach. Aber das musste wohl mal raus.